Ubisoft Information

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ubisoft Entertainment SA

Logo
Rechtsform Société Anonyme
ISIN FR0000054470
Gründung 1986
Sitz Montreuil, Frankreich Frankreich  Frankreich
Leitung Yves Guillemot ( Chairman, CEO)
Mitarbeiterzahl 18.045 [1]
Umsatz 1,595 Mrd. Euro (GJ 2019/20) [1]
Branche Unterhaltungssoftware/Videospielentwickler
Website www.ubisoft.com
Stand: 31. März 2020

Hauptsitz in Montreuil.

Ubisoft Entertainment SA ist ein französisches Videospielunternehmen mit Hauptsitz in Montreuil (Seine-Saint-Denis).

Ubisoft ist als Entwickler und Publisher tätig und besitzt Spielemarken wie Assassin’s Creed, Far Cry, Just Dance, Rayman, Tom Clancy’s Ghost Recon, Tom Clancy’s Rainbow Six und Watch Dogs. Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 9,5 Milliarden Euro (Dezember 2020), einem Jahresumsatz von 1,6 Milliarden Euro und etwa 18 000 Mitarbeitern ist Ubisoft der größte Videospielkonzern Europas und auch weltweit ein bedeutender Marktteilnehmer.

Geschichte

1986 – 1995: Anfänge

1984 erweiterten die Brüder Guillemot (Claude, Michel, Yves, Gérard und Christian) ihren in der Bretagne ansässigen Familienbetrieb für den landwirtschaftlichen Bedarf um den Verkauf von Computerhard und -software, wozu auch Videospiele zählten. Daraus wurde ein schnell wachsender Importeur und Versandhandel für Videospiele. Die Guillemots beschlossen, auch auf der Entwicklerseite in das Geschäft einzusteigen, und gründeten 1986 Ubisoft [2] (damals Ubi Soft). Die Silbe „Ubi“ leitet sich von ubiquité (franz. „Allgegenwart“) ab; „Ubisoft“ soll demnach für weltweit verbreitete („allgegenwärtige“) Software stehen. [3]

Es wurden sehr junge Programmierer und Entwickler (oft unter 20 Jahre) eingestellt, als Unterkunft diente ein gemietetes Schloss in der Bretagne. Auch Michel Ancel, später einer der wichtigsten Game Designer bei Ubisoft, kam in dieser Zeit zum Unternehmen. [2] 1986 erschien mit Zombi das erste eigene entwickelte Spiel für den Amstrad CPC. [3] 1988 wurde Yves Guillemot zum CEO von Ubisoft ernannt. [4] 1992 eröffnete man das erste interne Entwicklerstudio Ubisoft Paris, danach folgten Ubisoft Bukarest (1992) und Ubisoft Montpellier (1994). [4] Ancel schuf die Idee zum Jump-’n’-Run-Spiel Rayman, dessen Entwicklung zu Ubisofts erstem Großprojekt wurde. Rayman wurde 1995 veröffentlicht und verhalf dem Unternehmen zum Durchbruch in der Branche. [2]

1996 – ca. 2007: Börsengang, Wachstum, strategische Zukäufe

Firmenlogo im Lauf der Zeit.

Beim Börsengang 1996 beschaffte sich Ubisoft umgerechnet über 80 Millionen US-Dollar Kapital. [2] Es folgten weitere Studioeröffnungen in Annecy (1996), Shanghai (1996), Montreal (1997), Mailand (1998), Casablanca (1998) und Barcelona (1998). [4]

Um auf dem nordamerikanischen Markt Fuß zu fassen, kaufte Ubisoft im Jahr 2000 Red Storm Entertainment, den Entwickler und Inhaber der in den Vereinigten Staaten beliebten Shooter-Reihen Tom Clancy's Ghost Recon und Tom Clancy's Rainbow Six. [2] 2001 erwarb man das deutsche Entwicklerstudio Blue Byte, welches für die Siedler-Reihe bekannt ist. [5] Mit dem Kauf der Unterhaltungssparte der The Learning Company im selben Jahr flossen Spielemarken wie Myst und Prince of Persia in das geistige Eigentum von Ubisoft. [2] [6] Ubisoft Montreal entwickelte darauf die Fortsetzung Prince of Persia: The Sands of Time, die 2003 mit großem Erfolg veröffentlicht wurde. [2]

2003 änderte man die Schreibweise von „Ubi Soft“ auf „Ubisoft“, außerdem führte man das heute bekannte Strudel-Firmenlogo ein. [7] 2004 kaufte Electronic Arts (EA) überraschend 20 % der Ubisoft-Aktien, was Yves Guillemot eine feindliche Übernahme befürchten ließ. Die Zeit mit EA als Aktionär sollte aber ohne nennenswerte Ergebnisse oder Einmischungen verlaufen. 2010 verkaufte EA sämtliche Ubisoft-Aktien. [2]

2006 kaufte Ubisoft Atari den größten Teil des Vermögens am Studio Reflections Interactive, insbesondere die Rechte an der Rennspielreihe Driver, ab. [8] Von Crytek erwarb man 2006 alle Rechte an der Ego-Shooter-Reihe Far Cry sowie die Lizenz für die dazugehörige Game Engine CryEngine. [9] Weitere Akquisitionen folgten 2007 mit dem Kauf des deutschen Publishers Sunflowers und damit der Rechte an der Anno-Spieleserie [10], 2008 mit dem Kauf des Entwicklerstudios Massive Entertainment von Activision Blizzard [11] und 2009 mit dem Kauf des französischen Entwicklers Nadeo, der vor allem durch die Rennspielreihe TrackMania bekannt ist [12].

Ab ca. 2007: Ausbau des Spielekatalogs, versuchte Übernahme durch Vivendi

Entwicklerstudio Ubisoft Montreal.

Mit der Veröffentlichung des Action-Adventure-Spiels Assassin’s Creed im Jahr 2007 (PlayStation 3, Xbox 360) und des Tanzspiels Just Dance im Jahr 2009 (Wii) legte Ubisoft den Grundstein für zwei seiner erfolgreichsten Franchises. Assassin’s Creed wurde von Game Designer Patrice Désilets u. a. (Ubisoft Montreal) auf Basis der Prince-of-Persia-Spiele entwickelt. [13] Just Dance war vor allem im Casual-Gamer-Segment erfolgreich. [14] Bis 2013 wurden 57 Millionen Kopien von Assassin’s-Creed-Spielen und 41 Millionen Kopien von Just-Dance-Spielen verkauft. [15]

2009 startete Ubisoft seinen Onlinedienst Uplay. Damit einher gingen ab März 2010 neue Kopierschutz- und DRM-Maßnahmen für PC-Spiele. Zu den ersten Spielen mit dem neuen Kopierschutz zählten Assassin’s Creed 2, Die Siedler 7 und Silent Hunter 5. [16] PC-Spiele verlangten eine permanente Internetverbindung; ein Spielen ohne Verbindung war somit gänzlich unmöglich. [17] Diese für übertrieben und wenig kundenfreundlich gehaltene Maßnahme sowie generelle Spieleausfälle nach Denial-of-Service-Attacken führten zu einem Aufschrei von Spielern und Fachpresse. [17] [18] Später wurde dieses Vorgehen wieder verworfen. [19] [20]

Das Geschäftsjahr 2013/14 endete mit Verlusten. Verantwortlich hierfür waren Verschiebungen von wichtigen AAA-Titeln und gestiegene Entwicklungskosten. Hoffnungen setzte man in das Aufkommen der 8. Konsolengeneration (PlayStation 4, Xbox One). [21] Außerdem erschien 2014 der von Grund auf neue AAA-Titel Watch Dogs, der sich sehr erfolgreich verkaufte und ein neues Franchise etablierte. [22]

2015 begann der französische Medienkonzern Vivendi in großem Umfang mit dem Kauf von Ubisoft-Aktien [23] [24], um sich Marktanteile am umsatzstarken Videospielmarkt zu sichern [25]. Mit 30. Juni 2016 hielt Vivendi 22,6 % der Ubisoft-Aktien [26], im März 2018 waren es 27,3 % [27]. Der feindliche Übernahmeversuch wurde von der Guillemot-Familie aggressiv bekämpft. Sie erhöhte den eigenen Aktienanteil, um ihr Stimmrecht zu stärken, und Mitarbeiter bzw. Management warben öffentlich für die Unabhängigkeit des Unternehmens. [28] Yves Guillemot fürchtete um Ubisofts kreative Freiheit, warf Vivendi wenig Verständnis des Videospielgeschäfts vor und kündigte für den Fall der Übernahme seinen Rücktritt an. [29] Am Ende konnte Ubisoft die Übernahme abwenden und Vivendi verkaufte im März 2018 einen Großteil der Aktien um ca. 2 Milliarden Euro mit beträchtlichem Kursgewinn. [30] Die übrigen Anteile wurden bis März 2019 verkauft. [31] Neue große Aktionäre waren der chinesische Internetkonzern Tencent (5 %) und der Pensionsfonds Ontario Teachers’ Pension Plan (3,4 %). Tencent und Ubisoft sind außerdem eine Partnerschaft eingegangen, um Ubisofts Reichweite auf dem chinesischen Markt zu steigern. [27] Beim kleineren Schwesterunternehmen Gameloft gelang Vivendi die Übernahme. [25]

In jüngerer Zeit übernahm Ubisoft mehrere auf Free-to-play- und Mobile Games spezialisierte Unternehmen: 2016 kaufte man den Publisher Ketchapp, 2018 erwarb man die Entwicklerstudios 1492 Studio und Blue Mammoth Games, 2019 folgte der Kauf von Green Panda Games (zu 70 %) und 2020 der Kauf des deutschen Studios Kolibri Games (zu 75 %). [32]

Nach den schlechten Verkaufszahlen von Ghost Recon Breakpoint und The Division 2 und der Verschiebung mehrerer AAA-Titel (Immortals Fenyx Rising, Rainbow Six Quarantine, Watch Dogs: Legion) in das Geschäftsjahr 2020/21 gab Ubisoft im Oktober 2019 eine Umsatz- und Gewinnwarnung heraus. [33] [34] Das operative Ergebnis brach von 446 Mio. Euro (Geschäftsjahr 2018/19) auf 34 Mio. Euro (Geschäftsjahr 2019/20) ein. [35]

Im Sommer 2020 kamen Vorwürfe über weit verbreitete Fälle sexueller Belästigung von weiblichen Mitarbeitern im Unternehmen auf. Yves Guillemot gab darauf das Ausscheiden mehrerer Führungskräfte und Reformen zur Verbesserung der Arbeitsplatzkultur bekannt. [36] [37]

Produkte

Videospiele

Nachfolgend finden sich einige von Ubisoft entwickelte oder vertriebene Spiele:

Onlinedienste

Ubisoft betreibt den Onlinedienst Ubisoft Connect, der 2020 aus der Zusammenlegung der Dienste Uplay und Ubisoft Club entstanden ist. Ubisoft Connect fungiert als Internet-Vertriebsplattform und DRM-System und bietet verschiedene Services zur Spieleverwaltung und Interaktion (Multiplayer-Funktionen, Kommunikation mit anderen Spielern, Belohnungssysteme, Speichern von Spielständen in der Cloud usw.) an. [38] Ein erweitertes Angebot umfasst der monatliche Abonnementservice Ubisoft+ (ehem. Uplay+): Abonnenten erhalten unter anderem vollen Zugang zu über 100 Spielen aus dem Ubisoft-Katalog. [39]

TV und Film

Verfilmungen von Ubisoft-Spielen erschienen bereits 2008 mit Far Cry (Regie: Uwe Boll) und 2010 mit Prince of Persia: Der Sand der Zeit (Regie: Mike Newell). Eine direkte Zusammenarbeit zwischen Ubisoft und den Filmproduktionsfirmen gab es nicht.

2011 [40] stieg Ubisoft aktiv in das Filmgeschäft ein, um die Spielemarken auch filmtechnisch zu verwerten und dabei den kreativen Einfluss zu wahren. Von 2011 bis 2019 entstand die TV-Serie Rabbids Invasion, die auf der Spielereihe Raving Rabbids basiert. In Koproduktion mit New Regency wurde Assassin’s Creed verfilmt und 2016 in den Kinos veröffentlicht. Regie führte Justin Kurzel, Hauptdarsteller war Michael Fassbender. Weitere Verfilmungen (u. a. Tom Clancy’s The Division und Watch Dogs) sollen folgen. [41]

Unternehmensdaten

Geschäftsmodell

Ubisoft verdient sein Geld mit der Produktion, der Veröffentlichung, dem Vertrieb und dem „Betrieb“ von Videospielen. Die Ausrichtung lässt sich wie folgt umreißen:

Unternehmensstruktur

Mit 31. März 2020 beschäftigte Ubisoft 18 045 Mitarbeiter, davon 79 % Männer und 21 % Frauen. [50] Das Board of Directors besteht aus 12 Personen, Chairman und CEO ist Yves Guillemot. [51]

Zu Ubisoft gehören folgende Entwicklerstudios (in Klammer Jahr der Gründung oder Akquisition): [52]

  • eigene Studiogründungen: Ubisoft Paris (1992), Ubisoft Bukarest (1992), Ubisoft Montpellier (1994), Ubisoft Annecy (1996), Ubisoft Shanghai (1996), Ubisoft Montreal (1997), Ubisoft Barcelona (1998), Ubisoft Milan (1998), Ubisoft Quebec (2005), Ubisoft Sofia (2006), Ubisoft Chengdu (2008), Ubisoft Kiew (2008), Ubisoft Singapur (2008), Ubisoft San Francisco (2009), Ubisoft Toronto (2010), Ubisoft Abu Dhabi (2011), Ubisoft Paris Mobile (2013), Ubisoft Belgrad (2016), Ubisoft Philippines (2016), Ubisoft Bordeaux (2017), Ubisoft Saguenay (2017), Ubisoft Stockholm (2017), Ubisoft Berlin (2018), Ubisoft Mumbai (2018), Ubisoft Odessa (2018), Ubisoft Winnipeg (2018), Ubisoft Da Nang (2019);
  • Akquisitionen: Red Storm Entertainment (2000), Blue Byte (2001), Reflections Interactive (2006), Digital Kids (= Ubisoft Osaka) (2008), Massive Entertainment (2008), Pune (2008), Nadeo (2009), Owlient (2011), RedLynx (2011), Future Games of London (2013), Digital Chocolate Microjocs Studio (= Ubisoft Barcelona Mobile) (2013), Ivory Tower (2015), Longtail Studios Halifax (= Ubisoft Halifax) (2015), Ketchapp (2016), FreeStyleGames (= Ubisoft Leamington) (2017), Blue Mammoth Games (2018), 1492 Studio (2018), Green Panda Games (2019), Kolibri Games (2020).

Das Flagship-Studio bildet Ubisoft Montreal. Es ist mit über 3 200 Mitarbeitern (2018) das größte Studio des Unternehmens und Entwickler der wichtigsten Franchises (Assassin’s Creed, Tom Clancy’s Rainbow Six Siege, Far Cry, Watch Dogs, For Honor). [53] Weitere Tochterunternehmen (Auswahl) sind Zweigniederlassungen für Vertrieb und Marketing in diversen Ländern (in Deutschland die Ubisoft GmbH), die TV- und Filmgesellschaft Ubisoft Motion Pictures und das Server-Hosting-Unternehmen i3D.net. [54]

Konkurrenten

Hauptkonkurrenten sind Publisher wie Electronic Arts, Activision Blizzard, Take-Two Interactive, Epic Games, Bethesda, CD Projekt, Tencent und NetEase. [55]

Kennzahlen

Das Geschäftsjahr endet bei Ubisoft am 31. März eines Jahres.

GJ Umsatzerlöse *

(in Mio. EUR) [56]

operatives Ergebnis **

(in Mio. EUR) [56]

Jahresüberschuss **

(in Mio. EUR) [56]

Kurs/Aktie ***

(in EUR) [57]

Mitarbeiteranzahl [56]
2011/12 1 061 56 37 6,91 6 930
2012/13 1 256 100 69 5,27 8 350
2013/14 1 007 −66 −49 10,06 9 400
2014/15 1 464 171 113 13,45 9 800
2015/16 1 394 169 129 15,98 10 670
2016/17 1 460 238 174 33,01 12 000
2017/18 1 732 300 221 49,68 13 800
2018/19 1 846 446 336 93,98 16 000
2019/20 1 595 34 −9 68,84 18 000
* Ab GJ 2018/19 unter Anwendung von IFRS 15.
** Non-IFRS-Angaben.
*** Schlusskurs zum 30. Juni Börse Paris.

Aktionäre

Mit 30. April 2019 bestand das Aktienkapital aus 111 638 435 Aktien, wobei diese wie folgt gehalten wurden: [58]

Anteilseigner Anteil
Guillemot-Familie 18,4 %
eigene Aktien 1,4 %
Belegschaft 3,9 %
Free Float, darunter 76,3 %

5,5 %
5,0 %
5,0 %

Kritik

An Produkten und Geschäftsgebaren

  • Kopierschutz und DRM: In der Vergangenheit stand Ubisoft in der Kritik, Nutzer zu einer permanenten Online-Verbindung zu zwingen, mit deren Hilfe der strenge Kopierschutz technisch umgesetzt werden sollte. Dies galt ab März 2010 für jedes neue Spiel auf dem PC. Gleichzeitig musste sich der Spieler bei Ubisoft kostenlos registrieren und sein Spiel an den Account binden. Wurde die Internetverbindung unterbrochen, pausierte das Spiel. [16] Kritiker sahen vor allem ehrliche Kunden als Leidtragende dieser restriktiven Maßnahme. [17] [59] Wenige Tage nach der Einführung des neuen Kopierschutzsystems kam es wiederholt zu Serverausfällen durch Denial-of-Service-Attacken, wodurch Spiele wie Assassin’s Creed 2 und Silent Hunter 5 zeitweise nicht spielbar waren. [60] Bereits Ende 2010 wurde die Anforderung einer dauerhaften Internetverbindung von Ubisoft wieder stillschweigend entfernt. [61] Im September 2012 kündigte das Unternehmen an, dieses Vorgehen ganz einzustellen. Eine Internetverbindung war danach nur mehr für eine einmalige Freischaltung des Spiels bei der Installation notwendig. [19]
  • Downgrades: Ebenso wird Ubisoft vorgeworfen, mehrere Spiele, die vorher in Trailern wesentlich farbintensiver, detailreicher oder hochauflösender wirkten, bei der Veröffentlichung mit einem starken Downgrade versehen zu haben. Diese Grafik-Herunterstufung betrifft vor allem zwischen 2012 und 2016 veröffentlichte Spiele wie Far Cry 3, Far Cry 4, The Division, Rainbow Six Siege und Watch Dogs. [62]
  • Die „Ubisoft-Formel“: Ein häufiger Vorwurf der Kritiker von Ubisoft-Titeln ist das Wiederverwenden von Spielelementen und schemenhaftes Vorgehen im Gamedesign – die sogenannte Ubisoft-Formel. Das Freischalten von Gebieten in Open-World-Spielen und Erledigen von repetitiven Nebenmissionen sowie Sammelaufgaben wird als wenig innovativ bezeichnet. Dies zieht sich durch zahlreiche Spieleserien, die sich teils nur im Schauplatz unterscheiden. Ubisoft rechtfertigt den Einsatz etablierter Mechaniken mit Zeit- und Kostendruck, sei sich aber intern der Problematik bewusst. [63] Nach den Misserfolgen von Ghost Recon Breakpoint und The Division 2 kündigte Ubisoft den Umbau des zentralen Editorial Teams, welches über die grundlegende Ausrichtung der Spiele wacht, an, um Spiele abwechslungsreicher zu gestalten. [64]

Affäre um sexuelle Belästigung

Ausgehend von einer Welle von Vorwürfen der MeToo-Bewegung im Sommer 2020 wurden bei Ubisoft mehrere hochrangige Mitarbeiter des sexuellen Fehlverhaltens beschuldigt. Die Vorwürfe richteten sich vor allem gegen den Chief Creative Officer und persönlichen Freund der Guillemot-Familie, Serge Hascoët, sowie die beiden ihm unterstellten leitenden Mitarbeiter Maxime Béland (Vizepräsident für Editorial) und Tommy François (Vizepräsident für Editorial and Creative Services). Infolge der Vorwürfe traten mehrere Mitglieder des Managements zurück oder wurden bis zu deren Klärung beurlaubt (darunter Hascoët, Béland und François). Yves Guillemot versprach „tiefgreifende Veränderungen“ im Unternehmen als Folge der Affäre, darunter die Reorganisation von Abläufe in den Personalabteilungen und die Schaffung eines Managementpostens, der sich um Inklusion und Diversität kümmert. [36] [37] [65]

Im Zuge der Überprüfung des Managements verließ später auch Michel Ancel das Unternehmen. Grund hierfür war aber nicht sexuelle Belästigung, sondern sein angeblich planloser und willkürlicher Management-Stil bei der Produktion von Beyond Good & Evil 2. [66]

Weblinks

Commons: Ubisoft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Geschäftsbericht 2020, S. 6, 150.
  2. a b c d e f g h Matt Bertz: Ubi Uncensored: The History Of Ubisoft By The People Who Wrote It (englisch). In: Game Informer. 6. Dezember 2011, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  3. a b Interview auf Nintendo.fr: 1. Deux « Zombis » et vous (französisch), 2. Ce qui est possible ou non (französisch). 2012, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  4. a b c Ubisoft Major Milestones (englisch). Juni 2018, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  5. Ubi Soft kauft Blue Byte. In: GameStar. 1. April 2001, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  6. Cassie Vogel: Ubi Soft Acquires The Learning Company’s Entertainment Division (englisch). In: GameZone. 4. Mai 2012, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  7. Rob Fahey: Ubisoft unveils new "visual identity" (englisch). In: Gamesindustry.biz. 9. September 2003, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  8. Simon Carless: Atari Sells Driver, Reflections To Ubisoft (englisch). In: Gamasutra. 13. Juli 2006, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  9. Wade Steel: Ubisoft Acquires Rights to Far Cry (englisch). In: IGN. 30. März 2006, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  10. Redaktion: Ubisoft – Übernahme von Sunflowers verkündet. In: GameStar. 11. April 2007, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  11. Massive Entertainment: Ubisoft kauft die Macher von World in Conflict. In: PC Games. 10. November 2008, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  12. Florian Stangl: Ubisoft kauft Trackmania-Entwickler Nadeo. In: PC Games. 5. Oktober 2009, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  13. Prince of Persia: Assassins – Das Vorläufer-Projekt von Assassin’s Creed. In: Assassinscreed.de. Abgerufen am 17. Dezember 2020.
  14. Geschäftsbericht 2010, Vorwort („On the casual segment, Just Dance encountered phenomenal success, winning over gamers on Wii and skyrocketing to the top of industry sales charts for several weeks.“).
  15. Geschäftsbericht 2013, S. 2.
  16. a b Christian Schmidt: Ubisoft Game Launcher – GameStar-FAQ zu Ubisofts Kopierschutz. In: GameStar. 3. März 2010, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  17. a b c Kai Biermann: Wer spielen will, muss online sein. In: Zeit Online. 7. April 2010, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  18. Christian Schmidt: Ubisofts Bärendienst – Warum der Game Launcher Raubkopien fördert. In: GameStar. 9. März 2010, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  19. a b John Walker: Interview: Ubisoft On DRM, Piracy And PC Games (englisch). In: Rock, Paper, Shotgun. 5. September 2012, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  20. Tony Strobach: Ubisoft – DRM mit Onlinezwang wird abgeschafft. In: GameStar. 5. September 2012, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  21. Tobias Ritter: Ubisoft – Aktuelle Geschäftszahlen: Umsatz und Verlust steigen. In: GameStar. 13. November 2013, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  22. Marc Graser: ‘Watch Dogs’ Breaks Sales Records for Ubisoft, Provides Bright Future For Original Games (englisch). In: Variety. 3. Juni 2014, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  23. Elsa Keslassy: Vivendi Acquires Stakes In Ubisoft, Gameloft For $181 Million (englisch). In: Variety. 5. Oktober 2015, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  24. Sherif Saed: Vivendi buys even more Ubisoft shares (englisch). In: VG24/7. 23. Oktober 2015, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  25. a b Julia Breuing: Vivendi schluckt Gameloft – doch das war erst der Anfang. In: Der Aktionär. 2. Juni 2016, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  26. Geschäftsbericht 2016, S. 196.
  27. a b Vivendi selling Ubisoft stake for $2.45 billion, ends battle for control (englisch). Reuters, 20. März 2018, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  28. Ubisoft vs Vivendi: Wettrüsten für die Hauptversammlung. In: GamesWirtschaft. 15. September 2016, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  29. Michael Graf: Interview mit Yves Guillemot – »Vivendi würde unsere Werte zerstören«. In: GameStar. 26. September 2016, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  30. Übernahmeschlacht: Vivendi verkauft alle Ubisoft-Anteile. In: GamesWirtschaft. 21. März 2018, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  31. Peter Steinlechner: Vivendi verkauft letzte Anteile an Ubisoft. In: Golem.de. 6. März 2019, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  32. Geschäftsbericht 2020, S. 14.
  33. Ubisoft-Zahlen: Ghost Recon Breakpoint floppt – Aktienkurs bricht ein. In: GamesWirtschaft. 25. Oktober 2019, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  34. Jay Peters: Ubisoft delays multiple titles, including Watch Dogs Legion (englisch). In: The Verge. 24. Oktober 2019, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  35. Geschäftsbericht 2020, S. 22. Siehe auch S. 23: „€418.8 million decrease in gross profit due to the delay in the release of 3 games to the next fiscal year“.
  36. a b Jason Schreier: Ubisoft Family Accused of Mishandling Sexual Misconduct Claims (englisch). In: Bloomberg Businessweek. 21. Juli 2020, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  37. a b Redaktion: “Unser System hat versagt” – Ubisoft CEO entschuldigt sich nach Sexismus-Skandal. In: GameStar. 11. September 2020, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  38. Offizielle Ubisoft-Connect-Website: Ubisoft Connect FAQs. Abgerufen am 13. Dezember 2020. Siehe auch offizielle Ubisoft-Website: Ubisoft Connect versammelt ab 29. Oktober alle Dienste unter einem Dach. 22 Oktober 2020, abgerufen am 13. Dezember 2020.
  39. Offizielle Ubisoft-Website: Aus UPLAY+ wird Ubisoft+. 3. November 2020, abgerufen am 13. Dezember 2020.
  40. Geschäftsbericht 2020, S. 14 („Launch in 2011 of the Motion Pictures business.“).
  41. Ludwig Jovanovic: Spielefirma Ubisoft will nach Konsolen und PC das Kino erobern. In: RP Online. 23. Dezember 2016, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  42. Geschäftsbericht 2020, S. 10.
  43. Geschäftsbericht 2020, S. 14.
  44. Q3 FY18, Folie 14.
  45. Q3 FY18, Folie 15, 24–26.
  46. F19 Earnings, Folie 12 (FY19 Total Net Bookings Split: 31 % Physical, 37 % Digital Distribution, 32 % Player Recurring Investment).
  47. Geschäftsbericht 2020, S. 13 („Transformation of the business model toward more recurring activity (back catalogue)“) und Q3 FY18, Folie 20 / F19 Earnings, Folie 11 („more recurring, more visibility, less hit-driven“).
  48. Geschäftsbericht 2020, S. 14, 15.
  49. Geschäftsbericht 2018, S. 11, 12 („Ubisoft signed a strategic partnership agreement with Tencent, which will help its brands to grow on the Chinese market and to reach millions of new players on mobiles and PCs.“) und Q3 FY18, Folien 28, 29.
  50. Geschäftsbericht 2020, S. 150, 154.
  51. Geschäftsbericht 2020, S. 46.
  52. Details siehe Ubisoft Studios (Studio profiles 2018 After E3) (englisch) und en:List of Ubisoft subsidiaries (englisch).
  53. Ubisoft Studios (Studio profiles 2018 After E3) (englisch), S. 21.
  54. Geschäftsbericht 2020, S. 18.
  55. Geschäftsbericht 2019, S. 27.
  56. a b c d UBISOFT KEY FIGURES. Stand: 30. September 2020.
  57. Abfrage historischer Kurse auf Finanzen.net.
  58. Geschäftsbericht 2019, S. 287.
  59. Daniel Matschijewsky: Krieg den Raubkopien – Aber mit welchen Mitteln? In: GameStar. 27. Jänner 2010, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  60. Peter Steinlechner: Ubisoft: "Unsere Server werden wieder angegriffen" (Update). In: Golem.de. 9. März 2010, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  61. Frank Moers: Ubisoft DRM: Kopierschutz gelockert, keine dauerhafte Internetverbindung mehr nötig. In: PC Games. 2. Jänner 2011, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  62. Max Falkenstern: Ubisoft: Downgrade-Montage kurz vor E3 sorgt für Aufsehen. In: PC Games. 6 Juni 2016, abgerufen am 26. Dezember 2020. Originalvideo siehe: Ubisoft downgrades. YouTube. 4. April 2016.
  63. Daniel Feith: Ubisoft erklärt Innovationsarmut – »Als wolle man mit dem Rauchen aufhören«. In: GameStar. 27. Oktober 2014, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  64. Peter Steinlechner: Ubisoft will sich von seiner Formel verabschieden. In: Golem.de. 20. Jänner 2020, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  65. James Batchelor: Tommy François has left Ubisoft (englisch). In: Gamesindustry.biz. 3. August 2020, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  66. Mathew Olson: Report: Michel Ancel Accused of Abusive, Disruptive Practices on Beyond Good & Evil 2 (englisch). In: USGamer. 25. September 2020, abgerufen am 26. Dezember 2020.