Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2003 Information

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Rugby-Union-
Weltmeisterschaft 2003
Rwc2003.png
Gastgeber Australien Australien  Australien
Weltmeister
2. Platz
3. Platz
England England  England
Australien Australien  Australien
Neuseeland Neuseeland  Neuseeland
Dauer 10. Oktober –
22. November 2003
Nationen 88 (Endrunde: 20)
Spiele 48
Zuschauer 1.837.547
(38.282 pro Spiel)
Topscorer England England  Jonny Wilkinson (113)
Meiste Versuche Neuseeland Neuseeland  Doug Howlett und
Neuseeland Neuseeland  Mils Muliaina (je 7)

Die 5. Rugby-Union-Weltmeisterschaft ( englisch 2003 Rugby World Cup) fand vom 10. Oktober bis zum 22. November 2003 in Australien statt. Es traten 20 Nationalmannschaften in 48 Spielen aufeinander. Ursprünglich war eine gemeinsame Austragung mit Neuseeland vorgesehen gewesen, doch alle Spiele wurden nach rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen dem neuseeländischen Verband und dem Weltverband nach Australien vergeben.

Vor Beginn der Weltmeisterschaft galten England, Neuseeland, Frankreich, Australien und Südafrika als Favoriten auf den Titelgewinn. Weltmeister wurde erstmals England, das im Finale den Gastgeber nach Verlängerung bezwang. Es war das erste Mal überhaupt, dass eine Mannschaft der nördlichen Hemisphäre den Weltmeistertitel gewinnen konnte.

Austragungsorte

Die 48 Spiele fanden in elf verschiedenen Stadien statt, die über das ganze Land verteilt waren, jedoch mit Schwerpunkt auf die Regionen an der Ostküste.

Das Adelaide Oval, eigentlich ein Cricket-Stadion, wurde im Hinblick auf die Rugby-WM 2003 ausgebaut und um zwei Tribünen erweitert. Die Kosten von 20 Millionen AUD übernahm die South Australian Cricket Association. Das Suncorp Stadium in Brisbane ist ein speziell auf die Bedürfnisse von Rugby zugeschnittener Neubau. Die Baukosten betrugen 280 Millionen AUD und das Stadion wurde wenige Tage vor Beginn der Weltmeisterschaft eröffnet. Ebenfalls relativ neu ist das Central Coast Stadium in Gosford, es kostete 30 Millionen AUD und wurde im Februar 2000 eröffnet.

Sydney war mit zwei Austragungsorten vertreten. Das Aussie Stadium diente als Hauptstadion für das Fußballturnier der Olympischen Sommerspiele 2000. Das Telstra Stadium im Sydney Olympic Park war das Herzstück der Olympischen Spiele. Es kostete über 600 Millionen AUD und ist das zweitgrößte Stadion in Australien, nach dem Melbourne Cricket Ground. Das einzige Stadion mit Schiebedach war der Telstra Dome in Melbourne.

Szene der Eröffnungsfeier im Telstra Stadium
Stadt Stadion Kapazität
Sydney Telstra Stadium 83.500
Melbourne Telstra Dome 53.371
Brisbane Suncorp Stadium 52.500
Perth Subiaco Oval 42.922
Sydney Aussie Stadium 41.159
Adelaide Adelaide Oval 33.597
Townsville Dairy Farmers Stadium 24.843
Canberra Canberra Stadium 24.647
Gosford Central Coast Stadium 20.119
Launceston York Park 19.891
Wollongong WIN Stadium 18.484

Qualifikation

Zwanzig Mannschaften hatten sich für die Weltmeisterschaft 2003 qualifiziert. Die acht Teilnehmer der Viertelfinalspiele der Weltmeisterschaft 1999 waren automatisch startberechtigt, darunter der amtierende Weltmeister und Gastgeber Australien (jeweils mit * markiert). Für die restlichen zwölf Startplätze trugen 80 Mannschaften, so viele wie nie zuvor, Qualifikationsspiele aus. Die teilnehmenden Nationen waren fast die gleichen wie bei der WM vor vier Jahren. Anstelle von Spanien hat sich diesmal aber Georgien qualifiziert.

Teilnehmende Länder der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2003:
  • Gastgeber
  • Viertelfinalisten 1999
  • Qualifikation
  • In der Qualifikation gescheitert
  • Keine Teilnahme
  • Format

    Das Eröffnungsspiel Australien gegen Argentinien im Telstra Stadium von Sydney

    Das Teilnehmerfeld war in vier Gruppen mit je fünf Nationalmannschaften aufgeteilt. Jeweils die zwei Ersten einer Gruppe qualifizierten sich für das Viertelfinale. Zum ersten Mal überhaupt kam in der Gruppenphase ein Bonuspunktesystem zur Anwendung. Dieses hat sich in der südlichen Hemisphäre schon vor Jahren bewährt und wurde später auch in Europa eingeführt; jedoch nicht in den Six Nations:

    • 4 Punkte bei einem Sieg
    • 2 Punkte bei einem Unentschieden
    • 0 Punkte bei einer Niederlage (vor möglichen Bonuspunkten)
    • 1 Bonuspunkt für vier oder mehr erfolgreichen Versuchen, unabhängig vom Endstand
    • 1 Bonuspunkt bei einer Niederlage mit weniger als sieben Punkten Unterschied

    Spielplan

    Anzahl täglicher Spiele während des Turnieres
    Gruppenphase
    Oktober/November
    Fr.
    10.
    Sa.
    11.
    So.
    12.
    Mo.
    13.
    Di.
    14.
    Mi.
    15.
    Do.
    16.
    Fr.
    17.
    Sa.
    18.
    So.
    19.
    Mo.
    20.
    Di.
    21.
    Mi.
    22.
    Do.
    23.
    Fr.
    24.
    Sa.
    25.
    So.
    26.
    Mo.
    27.
    Di.
    28.
    Mi.
    29.
    Do.
    30.
    Fr.
    31.
    Sa.
    1.
    So.
    2.
    Zeremonien
    Gruppe A 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
    Gruppe B 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
    Gruppe C 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
    Gruppe D 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
    Finalrunde
    November
    Mo.
    3.
    Di.
    4.
    Mi.
    5.
    Do.
    6.
    Fr.
    7.
    Sa.
    8.
    So.
    9.
    Mo.
    10.
    Di.
    11.
    Mi.
    12.
    Do.
    13.
    Fr.
    14.
    Sa.
    15.
    So.
    16.
    Mo.
    17.
    Di.
    18.
    Mi.
    19.
    Do.
    20.
    Fr.
    21.
    Sa.
    22.
    Zeremonien
    Finalrunde 2 2 1 1 1 1
    Farblegende
  • Eröffnungs- und Schlussfeier
  • Gruppenspiele
  • Finalrunde
  • Spiel um Platz 3
  • Finale
  • Vorrunde

    In der Frühphase hatten die australischen Medien die Qualität des Turniers kritisiert, da die „kleinen“ Mannschaften von den Rugby-„Supermächten“ mit 60 oder mehr Punkten Differenz regelrecht überrollt wurden. Die südpazifischen Mannschaften Fidschi, Samoa und Tonga waren zusätzlich geschwächt, da sie auf zahlreiche in ausländischen Ligen tätige Schlüsselspieler verzichten mussten. Sie waren von ihren Vereinen gewarnt worden, dass ihre Verträge im Falle einer Teilnahme nicht verlängert würden.

    Die Gruppenphase des Turniers verlief ungefähr so wie im Vorfeld erwartet. Die einzige Spannung bestand darin, ob eine „kleine“ Mannschaft es schaffen würde, eine bedeutende Mannschaft hinter sich zu lassen und ins Viertelfinale einzuziehen. In der Gruppe A verlor Argentinien mit nur einem Punkt Unterschied gegen Irland, in der Gruppe B unterlag Fidschi den Schotten mit nur zwei Punkten. Italien zeigte in Gruppe D eine zufriedenstellende Gesamtleistung. In der Gruppe C schaffte Samoa beinahe eine Sensation und lag gegen England zunächst in Führung, musste sich aber aufgrund der besseren Kondition der Engländer dennoch geschlagen geben.

    Bei den Begegnungen zwischen den bedeutenden Mannschaften entschied in der Regel die Tagesform. Südafrika spielte insgesamt enttäuschend und musste sich hinter England mit dem zweiten Platz begnügen, was ihnen die starken Neuseeländer als Viertelfinalgegner bescherte. Titelverteidiger Australien konnte Irland nur knapp hinter sich lassen und Wales bedrängte die neuseeländischen All Blacks. Frankreich hatte mit Schottland keine große Mühe.

    Gruppe A

    Land Spiele Siege Unent. Ndlg. Spiel-
    punkte
    Diff. Bonus-
    punkte
    Tabellen-
    punkte
    1. Australien Australien  Australien 4 4 0 0 273:32 + 241 2 18
    2. Irland Irland  Irland 4 3 0 1 141:56 + 85 3 15
    3. Argentinien Argentinien  Argentinien 4 2 0 2 140:57 + 83 3 11
    4. Rumänien Rumänien  Rumänien 4 1 0 3 65:192 - 127 1 5
    5. Namibia Namibia  Namibia 4 0 0 4 28:310 - 282 0 0
    10. Oktober 2003
    Australien Australien  Australien 24 : 8 Argentinien Argentinien  Argentinien Telstra Stadium, Sydney

    11. Oktober 2003
    Irland Irland  Irland 45 : 17 Rumänien Rumänien  Rumänien Central Coast Stadium, Gosford

    14. Oktober 2003
    Argentinien Argentinien  Argentinien 67 : 14 Namibia Namibia  Namibia Central Coast Stadium, Gosford

    18. Oktober 2003
    Australien Australien  Australien 90 : 8 Rumänien Rumänien  Rumänien Suncorp Stadium, Brisbane

    19. Oktober 2003
    Irland Irland  Irland 64 : 7 Namibia Namibia  Namibia Aussie Stadium, Sydney

    22. Oktober 2003
    Argentinien Argentinien  Argentinien 50 : 3 Rumänien Rumänien  Rumänien Aussie Stadium, Sydney

    25. Oktober 2003
    Australien Australien  Australien 142 : 0 Namibia Namibia  Namibia Adelaide Oval, Adelaide

    26. Oktober 2003
    Argentinien Argentinien  Argentinien 15 : 16 Irland Irland  Irland Adelaide Oval, Adelaide

    30. Oktober 2003
    Namibia Namibia  Namibia 7 : 37 Rumänien Rumänien  Rumänien York Park, Launceston

    1. November 2003
    Australien Australien  Australien 17 : 16 Irland Irland  Irland Telstra Dome, Melbourne

    Gruppe B

    Land Spiele Siege Unent. Ndlg. Spiel-
    punkte
    Diff. Bonus-
    punkte
    Tabellen-
    punkte
    1. Frankreich Frankreich  Frankreich 4 4 0 0 204:70 + 134 4 20
    2. Schottland Schottland  Schottland 4 3 0 1 102:97 + 5 2 14
    3. Fidschi Fidschi  Fidschi 4 2 0 2 98:114 - 16 2 10
    4. Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 4 1 0 3 86:125 - 39 2 6
    5. Japan Japan  Japan 4 0 0 4 79:163 - 84 0 0
    11. Oktober 2003
    Frankreich Frankreich  Frankreich 61 : 18 Fidschi Fidschi  Fidschi Suncorp Stadium, Brisbane

    11. Oktober 2003
    Schottland Schottland  Schottland 32 : 11 Japan Japan  Japan Dairy Farmers Stadium, Townsville

    15. Oktober 2003
    Fidschi Fidschi  Fidschi 19 : 18 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten Suncorp Stadium, Brisbane

    18. Oktober 2003
    Frankreich Frankreich  Frankreich 51 : 29 Japan Japan  Japan Dairy Farmers Stadium, Townsville

    20. Oktober 2003
    Schottland Schottland  Schottland 39 : 15 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten Suncorp Stadium, Brisbane

    23. Oktober 2003
    Fidschi Fidschi  Fidschi 41 : 13 Japan Japan  Japan Dairy Farmers Stadium, Townsville

    25. Oktober 2003
    Frankreich Frankreich  Frankreich 51 : 9 Schottland Schottland  Schottland Telstra Stadium, Sydney

    27. Oktober 2003
    Japan Japan  Japan 26 : 39 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten Central Coast Stadium, Gosford

    31. Oktober 2003
    Frankreich Frankreich  Frankreich 41 : 14 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten WIN Stadium, Wollongong

    1. November 2003
    Schottland Schottland  Schottland 22 : 20 Fidschi Fidschi  Fidschi Aussie Stadium, Sydney

    Gruppe C

    Land Spiele Siege Unent. Ndlg. Spiel-
    punkte
    Diff. Bonus-
    punkte
    Tabellen-
    punkte
    1. England England  England 4 4 0 0 255:47 + 208 3 19
    2. Sudafrika Südafrika  Südafrika 4 3 0 1 184:60 + 124 3 15
    3. Samoa Samoa  Samoa 4 2 0 2 138:117 + 21 2 10
    4. Uruguay Uruguay  Uruguay 4 1 0 3 56:255 - 199 0 4
    5. Georgien 1990 Georgien  Georgien 4 0 0 4 46:200 - 154 0 0
    11. Oktober 2003
    Sudafrika Südafrika  Südafrika 72 : 6 Uruguay Uruguay  Uruguay Subiaco Oval, Perth

    12. Oktober 2003
    England England  England 84 : 6 Georgien 1990 Georgien  Georgien Subiaco Oval, Perth

    15. Oktober 2003
    Samoa Samoa  Samoa 60 : 13 Uruguay Uruguay  Uruguay Subiaco Oval, Perth

    18. Oktober 2003
    Sudafrika Südafrika  Südafrika 6 : 25 England England  England Subiaco Oval, Perth

    19. Oktober 2003
    Georgien 1990 Georgien  Georgien 9 : 46 Samoa Samoa  Samoa Subiaco Oval, Perth

    24. Oktober 2003
    Sudafrika Südafrika  Südafrika 46 : 19 Georgien 1990 Georgien  Georgien Aussie Stadium, Sydney

    26. Oktober 2003
    England England  England 35 : 22 Samoa Samoa  Samoa Telstra Dome, Melbourne

    28. Oktober 2003
    Georgien 1990 Georgien  Georgien 12 : 24 Uruguay Uruguay  Uruguay Aussie Stadium, Sydney

    1. November 2003
    Sudafrika Südafrika  Südafrika 60 : 10 Samoa Samoa  Samoa Suncorp Stadium, Brisbane

    2. November 2003
    England England  England 111 : 13 Uruguay Uruguay  Uruguay Suncorp Stadium, Brisbane

    Gruppe D

    Land Spiele Siege Unent. Ndlg. Spiel-
    punkte
    Diff. Bonus-
    punkte
    Tabellen-
    punkte
    1. Neuseeland Neuseeland  Neuseeland 4 4 0 0 282:57 + 225 4 20
    2. Wales  Wales 4 3 0 1 132:98 + 34 2 14
    3. Italien Italien  Italien 4 2 0 2 77:123 - 46 0 8
    4. Kanada Kanada  Kanada 4 1 0 3 54:135 - 81 1 5
    5. Tonga Tonga  Tonga 4 0 0 4 46:178 - 132 1 1
    11. Oktober 2003
    Neuseeland Neuseeland  Neuseeland 70 : 7 Italien Italien  Italien Telstra Dome, Melbourne

    12. Oktober 2003
    Wales  Wales 41 : 10 Kanada Kanada  Kanada Telstra Dome, Melbourne

    15. Oktober 2003
    Italien Italien  Italien 36 : 12 Tonga Tonga  Tonga Canberra Stadium, Canberra

    17. Oktober 2003
    Neuseeland Neuseeland  Neuseeland 68 : 6 Kanada Kanada  Kanada Telstra Dome, Melbourne

    19. Oktober 2003
    Wales  Wales 27 : 20 Tonga Tonga  Tonga Canberra Stadium, Canberra

    21. Oktober 2003
    Italien Italien  Italien 19 : 14 Kanada Kanada  Kanada Canberra Stadium, Canberra

    24. Oktober 2003
    Neuseeland Neuseeland  Neuseeland 91 : 7 Tonga Tonga  Tonga Suncorp Stadium, Brisbane

    25. Oktober 2003
    Italien Italien  Italien 15 : 27 Wales  Wales Canberra Stadium, Canberra

    29. Oktober 2003
    Kanada Kanada  Kanada 24 : 7 Tonga Tonga  Tonga WIN Stadium, Wollongong

    2. November 2003
    Neuseeland Neuseeland  Neuseeland 53 : 37 Wales  Wales Telstra Stadium, Sydney

    Finalrunde

    Viertelfinale Halbfinale Finale
                       
           
      Neuseeland Neuseeland  Neuseeland   29
      Sudafrika Südafrika  Südafrika   9  
      Neuseeland Neuseeland  Neuseeland   10
        Australien Australien  Australien   22  
      Australien Australien  Australien   33
      Schottland Schottland  Schottland   16  
      Australien Australien  Australien   17
        England England  England   20
      Frankreich Frankreich  Frankreich   43
      Irland Irland  Irland   21  
      Frankreich Frankreich  Frankreich   7 Spiel um Platz drei
        England England  England   24  
      England England  England   28   Neuseeland Neuseeland  Neuseeland   40
      Wales  Wales   17     Frankreich Frankreich  Frankreich   13

    Im Viertelfinale setzten sich jeweils die Favoriten durch, wenn auch England gegen die hartnäckige walisische Mannschaft ziemlich Mühe bekundete. Frankreich entschied das Spiel gegen Irland bereits in der Startphase und verwaltete den Vorsprung sicher. Südafrika vermochte sich gegenüber den Gruppenspielen nicht zu steigern und hatte gegen Neuseeland nie eine Chance. Australien setzte sich mühelos gegen Schottland durch.

    Das erste Halbfinale endete mit einer Überraschung, als Australien die favorisierten Neuseeländer schlug. Somit konnte zum ersten Mal überhaupt der amtierende Weltmeister in das nächste WM-Endspiel einziehen. Im zweiten Halbfinale schlug der Engländer Jonny Wilkinson die gegnerische Mannschaft aus Frankreich fast im Alleingang und erzielte sämtliche Punkte, wobei vor allem die verwandelten Strafstöße entscheidend waren.

    Im Finale standen sich im Telstra Stadium von Sydney die Mannschaften aus Australien und England gegenüber. Von den 82.957 Zuschauern waren rund 40 % aus England. Zwar ging Australien früh in Führung, doch dann dominierte England den Rest der ersten Spielhälfte und ging mit 14:5 in die Pause. In der zweiten Hälfte zwangen die Australier ihre Gegner vermehrt zu Fehlern und holten Punkt um Punkt auf. Nach einer kontroversen Entscheidung des Schiedsrichters konnte Australien kurz vor Ende der regulären Spielzeit mit einem Strafstoß ausgleichen und eine Verlängerung erzwingen. 21 Sekunden vor Ende der Verlängerung, es stand mittlerweile 17:17, gelang Jonny Wilkinson ein schwer zu spielendes Dropgoal. Er entschied damit das Spiel und sicherte England den ersten Weltmeistertitel.

    Viertelfinale

    8. November 2003
    Neuseeland Neuseeland  Neuseeland 29 : 9 Sudafrika Südafrika  Südafrika Telstra Dome, Melbourne
    Schiedsrichter: Tony Spreadbury (ENG)
    Versuche: MacDonald 16. erh.
    Mealamu 59. n.erh.
    Rokocoko 72. n.erh.
    Erhöhungen: MacDonald (1)
    Straftritte: MacDonald (3)
    Dropgoals: Mauger (1) 45.
    Straftritte: Hougaard (3)

    8. November 2003
    Australien Australien  Australien 33 : 16 Schottland Schottland  Schottland Suncorp Stadium, Brisbane
    Schiedsrichter: Steve Walsh (NZL)
    Versuche: Mortlock 46. erh.
    Gregan 59. erh.
    Lyons 64. erh.
    Erhöhungen: Flatley (3)
    Straftritte: Flatley (4)
    Versuche: Russell 80. erh.
    Erhöhungen: Paterson (1)
    Straftritte: Paterson (2)
    Dropgoals: Paterson (1) 38.

    9. November 2003
    Frankreich Frankreich  Frankreich 43 : 21 Irland Irland  Irland Telstra Dome, Melbourne
    Schiedsrichter: Jonathan Kaplan (RSA)
    Versuche: Magne 3. erh.
    Dominici 29. erh.
    Harinordoquy 33. erh.
    Crenca 47. erh.
    Erhöhungen: Michalak (4)
    Straftritte: Michalak (5)
    Versuche: Maggs 52. erh.
    O’Driscoll (2) 65. erh., 80. erh.
    Erhöhungen: Humphreys (3)

    9. November 2003
    England England  England 28 : 17 Wales  Wales Suncorp Stadium, Brisbane
    Schiedsrichter: Alain Rolland (IRL)
    Versuche: Greenwood 44. erh.
    Erhöhungen: Wilkinson (1)
    Straftritte: Wilkinson (6)
    Dropgoals: Wilkinson (1) 80.
    Versuche: Jones 30. n.erh.
    Charvis 35. n.erh.
    Williams 71. erh.
    Erhöhungen: Harris (1)

    Halbfinale

    15. November 2003
    Neuseeland Neuseeland  Neuseeland 10 : 22 Australien Australien  Australien Telstra Stadium, Sydney
    Schiedsrichter: Chris White (ENG)
    Versuche: Thorne 35. erh.
    Erhöhungen: MacDonald (1)
    Straftritte: MacDonald (1)
    Versuche: Mortlock 9. erh.
    Erhöhungen: Flatley (1)
    Straftritte: Flatley (5)

    16. November 2003
    Frankreich Frankreich  Frankreich 7 : 24 England England  England Telstra Stadium, Sydney
    Schiedsrichter: Paddy O’Brien (NZL)
    Versuche: Betsen 10. erh.
    Erhöhungen: Michalak (1)
    Straftritte: Wilkinson (5)
    Dropgoals: Wilkinson (3) 9., 38., 58.

    Spiel um Platz 3

    20. November 2003
    Neuseeland Neuseeland  Neuseeland 40 : 13 Frankreich Frankreich  Frankreich Telstra Stadium, Sydney
    Schiedsrichter: Chris White (ENG)
    Versuche: Jack 12. erh.
    Howlett 20. erh.
    Rokocoko 51. erh.
    Thorn 54. erh.
    Muliaina 58.
    Holah n.erh.
    Erhöhungen: MacDonald (1)
    Carter (4)
    Versuche: Elhorga 42. erh.
    Erhöhungen: Yachvili (1)
    Straftritte: Yachvili (1)
    Dropgoals: Yachvili (1)

    Finale

    22. November 2003
    Australien Australien  Australien 17 : 20 n. V. England England  England Telstra Stadium, Sydney
    Schiedsrichter: André Watson (RSA)
    Versuche: Tuqiri 6. n.erh.
    Straftritte: Flatley (4)
    Bericht Versuche: Robinson 38. n.erh.
    Straftritte: Wilkinson (4)
    Dropgoals: Wilkinson (1) 100.


    Weltmeister 2003

    England England

    England
    (Erster Titel)

    Statistiken

    Mannschaften

    Ergebnis der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2003:
  • Sieger
  • Finalist
  • 3. Platz
  • 4. Platz
  • Viertelfinalteilnahme
  • In der Gruppenphase ausgeschieden
  • Keine Teilnahme
  • Mannschaft Spiele Siege Unent. Ndlg. Punkte Versuche Erhöh-
    ungen
    Straf-
    tritte
    Drop-
    goals
    Neuseeland Neuseeland  Neuseeland 7 6 0 1 361 52 40 6 1
    Australien Australien  Australien 7 6 0 1 345 43 32 21 1
    England England  England 7 7 0 0 327 36 27 23 8
    Frankreich Frankreich  Frankreich 7 5 0 2 267 29 22 22 4
    Sudafrika Südafrika  Südafrika 5 3 0 2 193 27 17 7 1
    Irland Irland  Irland 5 3 0 2 162 20 16 9 1
    Wales  Wales 5 3 0 2 149 17 14 11 1
    Argentinien Argentinien  Argentinien 4 2 0 2 140 18 13 6 2
    Samoa Samoa  Samoa 4 2 0 2 138 18 12 8 0
    Schottland Schottland  Schottland 5 3 0 2 118 12 8 13 1
    Fidschi Fidschi  Fidschi 4 2 0 2 98 10 6 12 0
    Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 4 1 0 3 89 9 7 9 1
    Japan Japan  Japan 4 0 0 4 79 6 5 12 1
    Italien Italien  Italien 4 2 0 2 77 5 5 14 0
    Rumänien Rumänien  Rumänien 4 1 0 3 65 8 5 5 0
    Uruguay Uruguay  Uruguay 4 1 0 3 56 6 4 6 0
    Kanada Kanada  Kanada 4 1 0 3 54 4 2 9 1
    Tonga Tonga  Tonga 4 0 0 4 46 7 4 1 0
    Georgien 1990 Georgien  Georgien 4 0 0 4 46 1 1 12 1
    Namibia Namibia  Namibia 4 0 0 4 28 4 4 0 0
    Gesamt 48 2828 332 244 206 24

    Meiste erzielte Punkte

    Rang Spieler Mannschaft Position Spiele Versuche Erhöh-
    ungen
    Straf-
    tritte
    Drop-
    goals
    Total
    1. Jonny Wilkinson England England  England Verbindungshalb 6 0 10 23 8 113
    2. Frédéric Michalak Frankreich Frankreich  Frankreich Verbindungshalb 6 2 18 18 1 103
    3. Elton Flatley Australien Australien  Australien Innendreiviertel 6 1 16 21 0 100
    4. Leon MacDonald Neuseeland Neuseeland  Neuseeland Innendreiviertel 7 4 20 5 0 75
    5. Chris Paterson Schottland Schottland  Schottland Verbindungshalb 5 3 7 13 1 71
    6. Mat Rogers Australien Australien  Australien Schlussmann 7 5 16 0 0 57
    7. Mike Hercus Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten Verbindungshalb 4 2 7 9 0 51
    8. Rima Wakarua Italien Italien  Italien Verbindungshalb 3 0 4 14 0 50
    9. Earl Va'a Samoa Samoa  Samoa Verbindungshalb 4 1 10 8 0 49
    10. Daniel Carter Neuseeland Neuseeland  Neuseeland Verbindungshalb 5 2 19 0 0 48
    Derick Hougaard Sudafrika Südafrika  Südafrika Verbindungshalb 5 2 10 5 1 48

    Meiste erzielte Versuche

    Rang Spieler Mannschaft Position Spiele Versuche
    1. Doug Howlett Neuseeland Neuseeland  Neuseeland Außendreiviertel 7 7
    Mils Muliaina Neuseeland Neuseeland  Neuseeland Schlussmann 7 7
    3. Joe Rokocoko Neuseeland Neuseeland  Neuseeland Außendreiviertel 5 6
    4. Chris Latham Australien Australien  Australien Schlussmann 1 5
    Josh Lewsey England England  England Schlussmann 5 5
    Will Greenwood England England  England Innendreiviertel 6 5
    Mat Rogers Australien Australien  Australien Schlussmann 7 5
    Lote Tuqiri Australien Australien  Australien Außendreiviertel 7 5
    8. Pablo Bouza Argentinien Argentinien  Argentinien Nummer Acht 2 4
    Martin Gaitán Argentinien Argentinien  Argentinien Innendreiviertel 2 4
    Caleb Ralph Neuseeland Neuseeland  Neuseeland Außendreiviertel 4 4
    Christophe Dominici Frankreich Frankreich  Frankreich Außendreiviertel 5 4
    Stirling Mortlock Australien Australien  Australien Innendreiviertel 5 4
    Matt Giteau Australien Australien  Australien Innendreiviertel 6 4
    Leon MacDonald Neuseeland Neuseeland  Neuseeland Schlussmann 7 4
    Jason Robinson England England  England Außendreiviertel 7 4
    Carlos Spencer Neuseeland Neuseeland  Neuseeland Verbindungshalb 7 4

    Nachwirkung

    Die englische Mannschaft feiert auf dem Trafalgar Square in London

    Drei Tage nach dem Finale landete die englische Weltmeistermannschaft am Flughafen Heathrow und wurde trotz der frühen Tageszeit (ca. 4:30 morgens) von Tausenden von Fans begeistert empfangen. Am 8. Dezember fand eine beeindruckende Siegesparade durch die Straßen von London zum Trafalgar Square statt.

    Die Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2003 hatte am Fernsehen eine kumulierte Zuschauerzahl von rund 3,5 Milliarden. Geschätzte 40.000 internationale Zuschauer waren während der WM nach Australien gereist. Dies führte in der Tourismusbranche zu einem markanten Anstieg der Einnahmen, die auf etwa 100 Millionen AUD geschätzt werden. Im April 2004 veröffentlichte das International Rugby Board einen Bericht, der in allen Bereichen der Rugby-WM neue Rekordwerte aufzeigte. Die Australian Rugby Union meldete, dass die Einnahmen alle Erwartungen übertroffen hatten und der Überschuss 44,5 Millionen AUD betrug. Die Austragung der Rugby-WM hatte in Australien einen Zuwachs der Zuschauerzahlen bei der Rugby-Liga Super 12 sowie bei der Anzahl der Juniorenspieler zur Folge.

    Weblinks

    Commons: Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2003 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien