Kedah Information

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Kedah Darul Aman
Flag of Kedah.svg Coat of arms of Kedah.svg
Flagge Wappen
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Über dieses Bild
Abkürzung KDH
Hauptstadt Alor Setar
Herrscher Sallehuddin
Ministerpräsident Mohammad Sanusi Md Nor, PN-PAS
Fläche 9.425 km² (2011) [1]
Bevölkerung 1.947.651 Einwohner (2010) [2]
Bevölkerungsdichte 207 Einwohner pro km²
Sprachen Malaiisch
Kfz-Kennzeichen K

Kedah ( Jawi: قدح, früher Keda oder Queda, Aussprache: [kʰəˈdɑh]) ist ein Bundesstaat und Sultanat im Nordwesten Malaysias.

Name des Bundesstaates

Im Mittelalter erhielt der Staat von den Tamilen den Namen கடாரம் kadāram. Unter siamesischem Einfluss hatte er den thailändischen Namen ไทรบุรี Sai Buri.

Lage

Kedah liegt an der Westküste der malaiischen Halbinsel an der Andamanensee. Im Norden grenzt Kedah an Thailand und an den malaysischen Bundesstaat Perlis. Zu Kedah gehört auch die vorgelagerte Inselgruppe Langkawi.

Geschichte

Schon vor Christi Geburt wurde hier Eisen gegossen. Das bedeutendste antike Ausgrabungsgebiet in Kedah ist das Bujang-Tal, dessen Ruinen zum Teil auf das 2. Jahrhundert n. Chr. datiert werden. In chinesischen Quellen wird im 5. bis 8. Jahrhundert ein Handelszentrum namens Jiecha erwähnt, das im südlichen Kedah lokalisiert wird. [3] Im Frühmittelalter stand das Gebiet unter dem Einfluss der hinduistischen südindischen Pallavadynastie, im 7. Jh. wurde es Teil des buddhistischen Netzwerks Srivijaya, das sich über Sumatra, die Malaiische Halbinsel und Westjava erstreckte. In tamilischen Chroniken wird berichtet, dass Kadaram (Kedah) 1025 von dem Chola-Herrscher Rajendra I. und 1068 erneut von Virarajendra Chola erobert wurde.

Bunga mas

Die früheste Anwesenheit arabischer Muslime in Kedah ist durch Grabsteine aus dem 10. Jahrhundert dokumentiert. Der – in weiten Teilen legendenhaften – Chronik Hikayat Merong Mahawangsa zufolge nahm der Maharaja Derbar Raja von Kedah 1136 den Islam an und nannte sich anschließend Sultan Muzaffar Syah. [4] Reiche archäologische Zeugnisse aus dem 12. und 13. Jahrhundert zeigen, dass Jiecha im südlichen Kedah in dieser Zeit erneut ein bedeutendes Handelszentrum war. [5] Das malaiische Fürstentum Kedah war lange Zeit Siam tributpflichtig. Als Zeichen der Unterwerfung musste das Sultanat regelmäßig Bäumchen aus Gold und Silber (bunga mas) und andere Geschenke an den siamesischen Hof in Ayutthaya bzw. später Rattanakosin (Bangkok) senden.

Teilungen des Sultanats Kedah im 19. Jahrhundert

Sultan Muhammad Jiwa Zainal Adilin II. gründete 1735 die heutige Hauptstadt Alor Setar. Sein Sohn Abdullah Mukarram Shah trat 1786 die Insel Penang an die Britische Ostindien-Kompanie ab, in der Hoffnung auf britische Protektion gegen Siam. Abdullahs Bruder und Nachfolger Dziaddin II. sah sich 1800 gezwungen, auch das Penang gegenüberliegende Gebiet Seberang Perai (Province Wellesby) auf dem Festland an Großbritannien abzutreten, dessen Territorium im Lauf des 19. Jahrhunderts mehrmals auf Kosten Kedahs vergrößert wurde. Der Sultan von Kedah erhielt hierfür jedoch eine Entschädigung von jährlich 6000, später 10.000 spanischen Pesos. Nach einem Thronfolgestreit teilte Siam als Oberherrscher das Sultanat Kedah 1808 in zwei Teile: So entstand im Norden das Königreich Setul, aus dem die heutige thailändische Provinz Satun hervorging.

Sultan Ahmad Tajuddin Halim Shah II. versuchte 1820 die siamesische Oberherrschaft abzuschütteln. Daraufhin marschierten am 12. November 1821 Truppen des siamesischen Gouverneurs von Nakhon Si Thammarat (Ligor) in Kedah ein und nahmen sechs Tage später das Fort Kedah ein. Der Sultan floh in die britische Kolonie Penang und Kedah wurde während der folgenden 21 Jahre unter direkte siamesische Herrschaft gestellt. Erst 1842 erlaubte Siam dem Sultan die Rückkehr auf seinen Thron, trennte allerdings einen Teil seines Reiches ab und schuf so das Königreich Perlis. Mit der siamesischen Verwaltungsreform wurden Kedah, Perlis und Setul 1897 dem Monthon Sai Buri unterstellt.

Infolge des Anglo-Siamesischen Vertrags von 1909 wurden Kedah und Perlis britische Protektorate und Teile der Unfederated Malay States, während Setul (Satun) bei Siam verblieb. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Kedah im Dezember 1941 von Japan eingenommen. Die Japaner übergaben das Gebiet im Oktober 1943 an ihren Verbündeten Thailand, das hier die Provinz Sai Buri errichtete. Nach Kriegsende gab Thailand das Gebiet am 2. September 1945 zurück an Großbritannien, um Reparationensforderungen der Siegermacht zu vermeiden. Das wiedererrichtete Sultanat Kedah ging am 1. April 1946 in der Malaiischen Union und zwei Jahre später in der Föderation Malaya auf. Seit 1963 ist Kedah ein Gliedstaat des unabhängigen Malaysia. Tunku Abdul Rahman, der erste Premierminister und „Vater der malaysischen Unabhängigkeit“, stammte aus der Sultansfamilie von Kedah.

Im März 2008 erhielt die Parti Islam Se-Malaysia die meisten Stimmen. Sie begann daraufhin sofort mit der Umsetzung strikter islamischer Regeln, wie beispielsweise Verbot von Lippenstift und Stöckelschuhen für Frauen im Staatsdienst. Im August 2008 wurden Reggae- und Popkonzerte verboten, da die Lokalregierung einen negativen Einfluss auf die Jugend befürchtet. Ebenso wurden die populären Dangdut-Aufführungen untersagt.

Verwaltungsgliederung

Verwaltungstechnisch ist Kedah in zwölf Distrikte unterteilt. Die Hauptstadt Alor Setar liegt im Distrikt Kota Setar.

Distrikt Fläche
(2011) [1]
Einwohner
(2010) [2]
Baling 1.528 km² 135.646
Bandar Baharu 269 km² 42.341
Kota Setar 422 km² 366.787
Kuala Muda 922 km² 456.605
Kubang Pasu 948 km² 220.740
Kulim 767 km² 287.694
Langkawi 466 km² 94.777
Padang Terap 1.357 km² 62.896
Pendang 627 km² 94.962
Pokok Sena 244 km² 49.506
Sik 1.634 km² 67.378
Yan 241 km² 68.319
Gesamt 9.425 km² 1.947.651

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Statistics Yearbook Malaysia 2011: Tables. (PDF; 2,64 MB) Department of Statistics Malaysia, 14. Dezember 2012, abgerufen am 9. Oktober 2013 (malaiisch, englisch; Seite 1, PDF-Seite 1).
  2. a b Statistics Yearbook Malaysia 2011: Tables. (PDF; 2,64 MB) Department of Statistics Malaysia, 14. Dezember 2012, abgerufen am 9. Oktober 2013 (malaiisch, englisch; Seite 16, PDF-Seite 15).
  3. Michel Jacq-Hergoualc'h: Jiecha (South Kedah). From the 5th to the end of the 8th Century. In: The Malay Peninsula. Crossroads of the Maritime Silk Road (100 BC–1300 AD). Brill, 2002, S. 193–231.
  4. Khairudin Aljunied: Islam in Malaysia. An Entwined History. Oxford University Press, New York u. a. 2019, S. 37.
  5. Michel Jacq-Hergoualc'h: The Commercial Boom in the Malay Peninsula in the 12th and 13th Centuries. In Jiecha (South Kedah). In: The Malay Peninsula. Crossroads of the Maritime Silk Road (100 BC–1300 AD). Brill, 2002, S. 443–488.

Koordinaten: 6° 8′  N, 100° 22′  O