K√∂nigreich Frankreich (987‚Äď1792) Information

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Royaume de France
Königreich Frankreich
987‚Äď1792
Royal Standard of the King of France.svg Grand Royal Coat of Arms of France & Navarre.svg
Flagge Wappen
‚Üź Navigation Flag of France.svg ‚Üí
Wahlspruch: Montjoye Saint Denis
Amtssprache Französisch (offiziell ab 1539)
Hauptstadt Paris
Staatsform Absolute Monarchie (ab 3. September 1791 konstitutionelle Monarchie)
Staatsoberhaupt König
Siehe Liste der Herrscher Frankreichs
Regierungschef Premierminister
Währung Livre
Staatsreligion römisch-katholisch
Gr√ľndung 843
Auflösung 21. September 1792
Karte
Territoriale Entwicklung des Königreichs Frankreich ab 1552
Die letzten selbständigen französischen Herrschaften (das Herzogtum Albret, die Grafschaften Armagnac, Bigorre und Foix) nebst neuen Annexionen

Das K√∂nigreich Frankreich bzw. K√∂nigreich der Franzosen war ein K√∂nigreich in Westeuropa. Bis ins 13. Jahrhundert war die Bezeichnung K√∂nigreich der Franken gebr√§uchlich, da das K√∂nigreich auf das 843 gegr√ľndete Westfr√§nkische K√∂nigreich zur√ľckgeht. Letzteres wiederum fu√üt auf den K√∂nigsrechten der fr√§nkischen Teil- und Gesamtreiche, die unter dem Dach des Fr√§nkischen Reiches existierten. [1] Das Fr√§nkische Reich hat einen Vorl√§ufer im Salfr√§nkischen Reich, das Ende des 5. Jahrhunderts die fr√§nkischen Einzelreiche zusammenfasste.

Das franz√∂sische K√∂nigreich wurde durch zwei Dynastien beherrscht: Die Karolinger (853‚Äď987) und die Kapetingische Dynastie (987‚Äď1792). Letztere ist gegliedert in die direkten Kapetinger (987‚Äď1328), das Haus Valois mit Nebenlinien (1328‚Äď1589) sowie das Haus Bourbon mit Nebenlinien (1589‚Äď1792).

Bezeichnung des Staates bzw. der Staatsoberhäupter

In der karolingischen Epoche bis zur Reichsteilung von Verdun (751‚Äď843) bestand die Titulatur K√∂nig der Franken fort. Karl I. ( Karl der Gro√üe) nahm zudem 800 den Titel eines R√∂mischen Kaisers an, den auch seine Nachfolger √ľbernahmen. Die Teilk√∂nigreiche waren weiterhin von Bedeutung. Die Reichsteilung 843 sah als Ergebnis unter anderem das westfr√§nkische K√∂nigreich, aus dem das K√∂nigreich Frankreich wurde. Die westfr√§nkischen Herrscher behielten den Titel K√∂nig der Franken jedoch bis ins 13. Jahrhundert bei, ferner wurden sie weiterhin gew√§hlt. Karl II. ( Karl der Kahle) war auch r√∂mischer Kaiser.

Auch nach dem Dynastiewechsel im westfr√§nkischen Reich von den Karolingern zu den Kapetingern im Jahre 987 ‚Äď in der Geschichtsschreibung neben 843 oft als Beginn des franz√∂sischen K√∂nigtums angesehen ‚Äď bestand der Titel K√∂nig der Franken (Roi des Francs) noch lange fort. Mitk√∂nige sicherten den dynastischen Bestand. Bis zum letzten franz√∂sischen K√∂nig im Jahr 1848 ( Julimonarchie) entstammten die K√∂nige der Dynastie der Kapetinger, allerdings aus verschiedenen H√§usern (direkte Kapetinger 987‚Äď1328, Valois und Nebenlinien 1328‚Äď1589, Bourbon und Nebenlinien 1589‚Äď1792, 1814/1815‚Äď1848).

Erst Philipp II. (1180‚Äď1223) verwendete um 1190 erstmals den Titel K√∂nig von Frankreich (Roi de France, Franciae Rex, seltener Rex Franciae). Ludwig IX. (1214‚Äď1270) wechselte w√§hrend seiner Regierungszeit in der offiziellen Bezeichnung von K√∂nig der Franken zu K√∂nig von Frankreich. Der Titel K√∂nig der Franken bleibt aber bis zu Philipp IV. (1268‚Äď1314) in Gebrauch. Auf M√ľnzen findet sich Francorum Rex sogar bis ins 17. Jahrhundert.

Die Titulatur K√∂nig von Frankreich und Navarra (Roi de France et de Navarre) galt 1285 bis 1328 und wieder ab der Thronbesteigung Heinrichs IV. [2] bis zum Jahr 1789. Zwischen 1328 und 1589 wurde wieder lediglich K√∂nig von Frankreich verwendet. Der Zusatz Allerchristlichster K√∂nig kam unter Karl VII. auf. Die Verfassung vom 3. September 1791 machte Ludwig XVI. zum K√∂nig der Franzosen (Roi des Fran√ßais). [3] Diesen Titel behielt er bis zur Ausrufung der Republik am 21. September 1792. Statt auf das Territorium wurde nun auf die B√ľrger Bezug genommen.

Parallel zur Bezeichnung des Herrschers kam der Ausdruck K√∂nigreich Frankreich (Royaume de France) ebenfalls erst im 13. Jahrhundert in Gebrauch und ersetzte Royaume des Francs (K√∂nigreich der Franken) bzw. Francie occidentalis (westliches Franken). Die Verfassung vom 3. September 1791 machte aus der absoluten eine konstitutionelle Monarchie. √Ąu√üeres Zeichen war hierf√ľr, dass der K√∂nig nun den Titel K√∂nig der Franzosen tragen musste.

Bezeichnungen der Staatsoberhäupter:

  • 10. Jahrhundert‚Äď12./13. Jahrhundert: K√∂nig der Franken (Rex Francorum)
  • 1285‚Äď1328: K√∂nig von Frankreich und Navarra (Roi de France et de Navarre)
  • 12./13. Jahrhundert‚Äď1589: K√∂nig von Frankreich (Roi de France)
  • 1589‚Äď1791: K√∂nig von Frankreich und Navarra (Roi de France et de Navarre)
  • 1791/92: K√∂nig der Franzosen (Roi des Fran√ßais)

Bezeichnungen des Staates:

  • 10.‚Äď13. Jahrhundert: K√∂nigreich der Franken (Royaume des Francs)
  • 13. Jahrhundert‚Äď1792: K√∂nigreich Frankreich (Royaume de France)

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Carlrichard Br√ľhl: Die Geburt zweier V√∂lker. Deutsche und Franzosen (9.‚Äď11. Jahrhundert). B√∂hlau Verlag, K√∂ln u. a. 2001.
  2. ‚ÜĎ Maurice Adrieux: Heinrich IV. Frankreichs guter K√∂nig. Societ√§ts-Verlag, Frankfurt/Main, 1979.
  3. ‚ÜĎ Franz√∂sische Verfassung vom 3. September 1791. In: Verfassungen der Welt. Andreas Clement, abgerufen am 3. Januar 2019.