Christian Degn Information

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Christian Degn (* 13. Dezember 1909 in Bremen; † 22. Mai 2004 in Kiel) war ein deutscher Historiker. Er gilt als einer der profiliertesten Landeshistoriker in Schleswig-Holstein.

Der Sohn eines Ingenieurs legte 1928 das Abitur an der Kieler Gelehrtenschule ab. Nach dem Studium der Geschichte, der Geographie und Lateinischer Philologie in Freiburg im Breisgau, Kopenhagen und Kiel wurde er 1932 zum Dr. phil. mit einer Arbeit über Orla Lehmann promoviert. 1934 legte Degn das Erste Staatsexamen ab. Sein Referendariat absolvierte er in Kiel und Plön. 1936 folgte das zweite Staatsexamen. Als Assessor ging er nach Schulpforta. Im Zweiten Weltkrieg war er Marineoffizier. Seit 1948 lehrte er als Studienrat bis 1951 an der Goetheschule in Flensburg und anschließend an der Hebbelschule in Kiel. Seit 1965 lehrte er als Professor für Geschichte und Methodik des Geschichtsunterrichts an der Pädagogischen Hochschule Flensburg und war dort von 1967 bis 1969 als Rektor tätig. Von 1974 bis 1978 hatte Degn als Nachfolger von Alexander Scharff den Lehrstuhl für Schleswig-Holsteinische Landesgeschichte inne. Mit der Berufung Degns veränderte sich auch die Kieler Professur für Landesgeschichte. Die schleswig-holsteinische und die nordische Geschichte wurden voneinander getrennt und zwei Lehrstühle geschaffen. Degn war damit der erste Lehrstuhlinhaber allein für Schleswig-Holsteinische Geschichte. [1] Er war Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Geschichtslehrerverbandes und im Vorstand der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte. Im Jahr 1958 trat er dem Grenzfriedensbund bei. Ihm wurde 1974 für seine Verdienste um das schleswig-holsteinische Landes- und Heimatbewusstsein die Lornsen-Kette des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes verliehen. [2] Nach langjähriger Forschungsarbeit in Archiven in Schleswig und Kopenhagen und mehreren Studienreisen erschien 1974 eines seiner Hauptwerke: Die Schimmelmanns im atlantischen Dreieckshandel. Gewinn und Gewissen. Das Buch beschreibt dokumentarisch Aufstieg und Verfall zweier Generationen, die Schatzhalter des dänischen Königs waren und zugleich zu den größten Sklavenhändlern und -haltern des 18. Jahrhunderts zählten.

Sein letztes großes Werk war Schleswig-Holstein, eine Landesgeschichte (1994). In 150 Aufsätzen behandelte er die Kernthemen der schleswig-holsteinischen Geschichte und illustrierte sie mit umfangreichen Bildern, Karten und Graphiken. Von 1951 bis 1973 war Degn Mitherausgeber des neubearbeiteten „Seydlitz“, einer Darstellung für den geographischen Unterricht.

Schriften (Auswahl)

  • Die Schimmelmanns im atlantischen Dreieckshandel. Gewinn und Gewissen. Wachholtz, Neumünster 1974.
  • Topographischer Atlas Schleswig-Holstein und Hamburg. Wachholtz, Neumünster 1979.
  • Schleswig-Holstein – eine Landesgeschichte (Historischer Atlas). Wachholtz, Neumünster 1995.

Literatur

  • Oliver Auge, Martin Göllnitz: Landesgeschichtliche Zeitschriften und universitäre Landesgeschichte: Das Beispiel Schleswig-Holstein (1924–2008). In: Thomas Küster (Hrsg.): Medien des begrenzten Raumes. Landes- und regionalgeschichtliche Zeitschriften im 19. und 20. Jahrhundert (= Forschungen zur Regionalgeschichte. Bd. 73). Schöningh, Paderborn u. a. 2013, ISBN 3-506-77730-0, S. 69–125, hier: S. 85–88.
  • Martin Göllnitz: Umbruch oder Kontinuität? Landesgeschichte unter Christian Degn (1974–1978). In: Oliver Auge (Hrsg.): Gelehrte Köpfe an der Förde. Kieler Professorinnen und Professoren in Wissenschaft und Gesellschaft seit der Universitätsgründung 1665 (= Sonderveröffentlichungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte. Bd. 73). Ludwig, Kiel 2014, ISBN 978-3-86935-224-4 S. 217–262.
  • Manfred Jessen-Klingenberg: Professor Dr. Christian Degn zum 90. Geburtstag. In: Grenzfriedenshefte 47 (2000), Heft 1, S. 67–72.
  • Dieter Lohmeier: In memoriam Christian Degn. In: Christiana Albertina: Forschungen und Berichte aus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 59 (2004), S. 76.
  • Thomas Riis: Christian Degn 13. Dezember 1909 – 22. Mai 2004. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 130 (2005), S. 7–9.
  • Gedenkschrift für Professor Dr. Christian Degn, 13.12.1909 – 22.05.2004. Reden aus Anlass der Gedenkfeier für Christian Degn am 19. November 2004 in der Landesbibliothek. Herausgegebenen vom Schleswig-Holsteinischen Heimatbund, Molfsee 2005.
  • Frank Lubowitz: Zum Gedenken an Christian Degn 13.12.1909 – 22.5.2004. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, Nr. 66, Oktober 2004, S. 6–7 ( online).

Weblinks

Anmerkungen

  1. Oliver Auge, Martin Göllnitz: Landesgeschichtliche Zeitschriften und universitäre Landesgeschichte: Das Beispiel Schleswig-Holstein (1924–2008). In: Thomas Küster (Hrsg.): Medien des begrenzten Raumes. Landes- und regionalgeschichtliche Zeitschriften im 19. und 20. Jahrhundert. Paderborn u. a. 2013, S. 69–125, hier: S. 85 f.
  2. Frank Lubowitz: Zum Gedenken an Christian Degn. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, Nr. 66, Oktober 2004, S. 6 f, hier: S. 7.