Translatologie Information

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Die Translatologie ist die Wissenschaft vom Dolmetschen und Übersetzen. Im deutschen wissenschaftlichen Diskurs herrscht die Bezeichnung Translationswissenschaft vor. Gelegentlich wird sie auch einfach als Übersetzungswissenschaft bezeichnet, obwohl diese Benennung streng genommen die ebenfalls zur Translatologie gehörige Dolmetschwissenschaft ausschließt.

Die Unterscheidung zwischen Übersetzen und Dolmetschen in der modernen Translationswissenschaft geht auf Otto Kade zurĂŒck, wobei der Übersetzungswissenschaftler selbst den Begriff der Translationswissenschaft aber als befremdlich ablehnte. Als Unterscheidungskriterium gilt hierbei die Möglichkeit der wiederholten Korrigierbarkeit, was einen fixierten Ausgangs- und Zieltext voraussetzt. Übersetzt wird demnach ein (meist schriftlich) fixierter Ausgangstext aus einer Sprache in einen ebenso fixierten Zieltext in einer anderen Sprache; gedolmetscht wird dagegen ein nicht fixierter und/oder einmalig dargebotener (meist mĂŒndlicher) Ausgangstext in einen nicht fixierten Zieltext.

Im Gegensatz zur Translatologie selbst beschĂ€ftigt sich dieser Artikel nicht mit maschineller Übersetzung und computerunterstĂŒtzter Übersetzung (computer-assisted translation, CAT), da hierzu eigene Artikel existieren.

Die Translatologie versteht sich als Interdisziplin. Neben ihren (im nÀchsten Abschnitt erlÀuterten) Kerngebieten befasst sie sich auch mit Fragestellungen der Linguistik, Computerlinguistik, Fachsprachenforschung, technischen Dokumentation, Terminologielehre und Terminographie/ Lexikographie, Kultursoziologie, Kommunikationswissenschaft sowie Psychologie/Gehirnphysiologie.

Teilgebiete und Fragestellungen

Die Translatologie kann in einen theoretischen, einen deskriptiven und einen angewandten Zweig gegliedert werden.

Die deskriptive Translatologie beschreibt die beobachtbaren VorgĂ€nge beim Dolmetschen und Übersetzen und die dabei entstehenden Translate (Verdolmetschungen oder Übersetzungen). Sie kann beispielsweise produktorientiert (Beschreibung von Translaten, etwa in Form eines Übersetzungsvergleichs), prozessorientiert (Beschreibung des Translationsvorgangs, etwa durch Introspektion mit Think-Aloud-Protokollen) oder funktionsorientiert (Beschreibung der Auswirkungen und der gesellschaftlichen Bedeutung von Translaten) sein.

Die angewandte Translatologie beschĂ€ftigt sich mit praktischen Problemen im Zusammenhang mit Translation, etwa mit der Dolmetscher- und Übersetzerausbildung, mit Werkzeugen fĂŒr Translatoren ( CAT-Tools, Terminologieverwaltungssysteme etc.) oder mit der QualitĂ€tsbewertung von Translaten.

Die theoretische Translatologie sucht in ihrer allgemeinen Form nach ErklĂ€rungsmodellen fĂŒr den Übersetzungs- oder Dolmetschvorgang an sich. Was genau geht bei der Translation vor sich? Auf diesem Gebiet liegen die BerĂŒhrungspunkte zwischen der Translatologie und den Kognitions- und Neurowissenschaften. Die spezielle theoretische Translatologie beschĂ€ftigt sich dagegen mit abgegrenzten Erscheinungsformen der Translation, z. B. mit einem bestimmten Problem wie der Übersetzung von Metaphern oder mit einem bestimmten Sprachen- bzw. Kulturpaar.

Geschichte

Die Translatologie als eigenstĂ€ndige Interdisziplin ist ein Kind des spĂ€ten 20. Jahrhunderts, das Nachdenken ĂŒber Sprachen und Translation dagegen bedeutend Ă€lter. Viele Philosophen und Linguisten haben sich mit dem Problem des Übersetzens und Dolmetschens befasst. Siehe dazu Übersetzung, Sprachphilosophie, Linguistik, Sprache.

In der noch jungen Geschichte der modernen Translationswissenschaft hat es bereits mehrere Paradigmenwechsel gegeben. Die anfangs kontrastiv-linguistisch orientierte Translationswissenschaft mit dem Begriff der Äquivalenz als zentralem Thema entwickelte sich bald weiter in Richtung kommunikativer, spĂ€ter funktionaler AnsĂ€tze. Gleichzeitig haben sich deskriptive AnsĂ€tze herausgebildet, die mit ihrer Kulturorientiertheit zusammen mit Aspekten der funktionalen AnsĂ€tze zu einem Paradigmenwechsel (Cultural Turn) beigetragen haben. Die jĂŒngsten (auch von der zunehmenden Globalisierung mitgeprĂ€gten) Entwicklungen der Translationswissenschaft bewegten sich in Richtung Translationssoziologie, Translationskultur und Translationsethik.

Der Äquivalenzbegriff

Äquivalenz war lange Zeit der zentrale Begriff in den kontrastiv-linguistisch geprĂ€gten Anfangszeiten der Translationswissenschaft. Die Definitionen fĂŒr Äquivalenz sind vielfĂ€ltig, allerdings wird darunter fĂŒr gewöhnlich die Beziehung zwischen dem Ausgangstext (dem „Original“) und dem Zieltext (dem Translat) verstanden. Über die genaue Art dieser Beziehung und darĂŒber, welcher „Wert“ in der Translation invariant gehalten werden sollte, war lange Zeit Thema lebhafter Diskussionen. Zu beobachten war in der Geschichte der Translationswissenschaft eine zunehmende Differenzierung in verschiedene Äquivalenzebenen bzw. -arten. Zu nennen sind hier etwa die bipolare Unterscheidung zwischen formaler vs. dynamischer Äquivalenz (Nida), die sich in Ă€hnlicher Weise auch in anderen Arbeiten finden (z. B. covert vs. overt translation bei Juliane House oder dokumentarische vs. instrumentelle Übersetzung bei Christiane Nord). Eine sehr differenzierte Ausarbeitung des Äquivalenzbegriffs findet sich noch bei Werner Koller. Wichtig zu sagen ist, dass die Äquivalenz mit dem Aufkommen funktionalistischer AnsĂ€tze (Skopostheorie u. a.) sehr stark in den Hintergrund der Forschung geriet und weitgehend vom Begriff der (zweckabhĂ€ngigen) AdĂ€quatheit abgelöst wurde.

Äquivalenzarten nach Koller

Werner Koller unterschied 1992 fĂŒnf verschiedene Bezugsrahmen, „die bei der Festlegung der Art der ÜbersetzungsĂ€quivalenz eine Rolle spielen“ (Koller 1992: 216):

  1. Eine denotative Äquivalenz besteht, wenn der Zieltext die gleichen außersprachlichen Sachverhalte abbildet wie der Ausgangstext.
  2. Eine konnotative Äquivalenz besteht, wenn die Art der Verbalisierung von Sachverhalten in Ausgangs- und Zieltext vergleichbare emotionale und assoziative Reaktionen hervorruft.
  3. Eine textnormative Äquivalenz besteht, wenn der Zieltext in gleicher Weise wie der Ausgangstext Sprach- und Text normen erfĂŒllt oder bricht. Ein Beispiel mit vorrangiger Bedeutung der textnormativen Äquivalenz ist die Übersetzung von Packungsbeilagen fĂŒr Arzneimittel. Hier mĂŒssen in Ausgangs- und Zielland oft unterschiedliche rechtliche Anforderungen erfĂŒllt werden. Wenn der Ausgangstext eine akzeptable US-amerikanische Packungsbeilage ist, muss der Zieltext eine akzeptable deutsche Packungsbeilage sein, um textnormative Äquivalenz herzustellen, auch wenn dafĂŒr Textteile weggelassen, ergĂ€nzt oder umgestellt werden mĂŒssen.
  4. Eine pragmatische Äquivalenz besteht dann, wenn die Ausgangs- und Zieltexte in gleicher Weise ihre kommunikative Funktion (Information, Unterhaltung, Herstellung von GemeinschaftsgefĂŒhl etc.) in einer bestimmten Situation erfĂŒllen.
  5. Eine formal-Ă€sthetische Äquivalenz besteht, wenn Ausgangs- und Zieltext eine Analogie der Gestaltung aufweisen, wobei formal-Ă€sthetische QualitĂ€ten gerade fĂŒr literarische Texte konstitutiv sind. In diesen Bereich fĂ€llt demzufolge die Übersetzung von Metaphern und Sprachspielen innerhalb dieser literarischen Texte.

FĂŒr jede Translationsaufgabe ergeben sich also große Mengen unterschiedlicher Äquivalenzforderungen. Diese Äquivalenzforderungen mĂŒssen in eine Hierarchie eingeordnet werden, da niemals alle in gleicher Weise erfĂŒllt werden können. Verschiedene translatologische AnsĂ€tze unterscheiden sich besonders hĂ€ufig und besonders heftig darin, inwieweit diese Hierarchie vom Ausgangstext her (Erhaltung möglichst vieler Aspekte) oder vom Zieltext her (möglichst gute FunktionalitĂ€t) bestimmt wird, und darin, inwieweit die Funktionen eines Ausgangstextes und eines noch als Translat zu bezeichnenden Zieltextes voneinander abweichen dĂŒrfen, wie also die Definition eines Translats, einer Übersetzung oder Verdolmetschung zu fassen ist.

Äquivalenz in der deskriptiven Translationswissenschaft

Im Gegensatz zu den normativ-prĂ€skriptiven AnsĂ€tzen, die die Herstellung einer (wie auch immer im speziellen Fall definierten) Äquivalenz als Bedingung dafĂŒr ansehen, dass es sich bei einem Text um eine Übersetzung handelt, gehen die Descriptive Translation Studies (Toury u. a.) von der RealitĂ€t der Translation aus. Dementsprechend wird bei der Untersuchung tatsĂ€chlich vorhandener Übersetzungen davon ausgegangen, dass zwischen Ausgangs- und Zieltext auf jeden Fall eine Beziehung (Äquivalenz) besteht. Die Art dieser Beziehung ist wesentlich abhĂ€ngig von den geltenden Normen, die auch die generelle Auffassung von Translation in einer Kultur bestimmen; d. h. was als Übersetzung gilt, ist abhĂ€ngig von den (Zielkultur-)Normen. Dieser Ansatz ist also sehr stark zielkulturorientiert und sieht den Äquivalenzbegriff nicht als Mittel zur Definition, was eine Übersetzung ist und was nicht.

Funktionale Translatologie, Skopostheorie und translatorisches Handeln

In den 1980er- und 1990er-Jahren fand in der Translatologie (besonders im deutschsprachigen Raum) eine umfassende Neuorientierung statt, die aber auch heute noch kontrovers diskutiert wird. Eines der SchlĂŒsselwerke fĂŒr diese Neuorientierung ist die Grundlegung einer allgemeinen Translationstheorie von Hans Josef Vermeer und Katharina Reiß.

Skopostheorie

Translation ist eine Form des Handelns. Jedes Handeln ist bestimmt von einer Situation, der Analyse dieser Situation durch den Handelnden und die Intention eines Handelnden, der bestimmte Ziele erreichen will. Wie jedes Handeln ist also auch die Translation als Kommunikationshandlung zweckbestimmt. Der Zweck einer Kommunikationshandlung, ihr Skopos (gr.) ist erfĂŒllt, wenn das erzielte Ergebnis der Intention des Handelnden (des Senders) entspricht und auch der EmpfĂ€nger der Kommunikation die erhaltene Nachricht in seiner eigenen Situation schlĂŒssig interpretieren kann.

Die Skopostheorie geht nun davon aus, dass der Zweck eines Translats, eine bestimmte Funktion zu erfĂŒllen, der bestimmende Faktor ist, auf den der Translationsprozess ausgerichtet sein muss. Dabei kann ein Translat grundsĂ€tzlich jede beliebige durch einen Text erfĂŒllbare Funktion haben, die Bewertung einer bestimmten Funktion als „gut“, „sinnvoll“ oder „ethisch“ bleibt zunĂ€chst außen vor. Daraus ergibt sich die Auffassung von Übersetzungen und Verdolmetschungen als zielsprachliche und -kulturelle Informationsangebote ĂŒber andere Informationsangebote in Ausgangssprache und -kultur. Die QualitĂ€t eines Translats kann grundsĂ€tzlich nur bezĂŒglich seiner Funktion bewertet werden.

Folgende Punkte bilden wichtige Prinzipien der Skopostheorie:

 1. Der Zieltext ist skoposbedingt;
 2. Der Zieltext ist ein Informationsangebot in einer Zielkultur und -sprache ĂŒber ein Informationsangebot in einer Ausgangskultur und -sprache;
 3. Der Zieltext bildet ein Informationsangebot nicht-umkehrbar eindeutig ab;
 4. Der Zieltext muss in sich kohĂ€rent sein;
 5. Der Zieltext muss mit dem Ausgangstext kohĂ€rent sein;
 6. Die angefĂŒhrten Regeln sind untereinander in der angegebenen Reihenfolge hierarchisch geordnet („verkettet“).

Kontrovers ist an der Skopostheorie besonders die Frage der Bewertung verschiedener Übersetzungsfunktionen als „korrekt“, „zulĂ€ssig“ oder „angemessen“ sowie die Abgrenzung des Begriffs „Translat“: Wo hört die Übersetzung auf?

Konstruiertes Beispiel

Ein wissenschaftlicher Artikel (ein bestimmtes Informationsangebot in einer bestimmten sprachlichen und Ă€ußeren Form) erscheint in einer englischsprachigen Fachzeitschrift. Der Inhalt des Artikels ist auch fĂŒr Wissenschaftler interessant, die es bevorzugen, Artikel in deutscher Sprache zu lesen. Also soll eine Übersetzung angefertigt werden.

Diese Übersetzung könnte das Ziel haben, in der Zielsprache und -kultur möglichst Ă€hnliche Funktionen zu erfĂŒllen wie der Ausgangsartikel (Funktionskonstanz), dann wĂŒrde sie nach Fertigstellung in einer deutschsprachigen Fachzeitschrift zum gleichen Fachgebiet erscheinen.

Sie kann aber auch verschiedene andere Funktionen erfĂŒllen (Funktionsvarianz). So könnte sich ein einzelner, der englischen Sprache nicht mĂ€chtiger Experte ĂŒber den Inhalt des Artikels informieren wollen und eine InformationsĂŒbersetzung anfordern. In diesem Fall wĂŒrde weniger Wert auf die ausgereifte sprachliche und Ă€ußere Form der Übersetzung gelegt. Ein anderer Wissenschaftler hat vielleicht Englischkenntnisse, findet es aber mĂŒhsam, komplexe Artikel in der Fremdsprache zu lesen. Er möchte erst wissen, ob sich die MĂŒhe lohnt, und lĂ€sst eine Abstract-Übersetzung anfertigen, eine knappe Zusammenfassung in der Zielsprache. Ein dritter hat gerade viel Zeit und will seine Englischkenntnisse verbessern. Er bittet einen Übersetzer, eine philologische Übersetzung fĂŒr ihn anzufertigen, die die grammatischen Strukturen und die Textnormen der Ausgangssprache in der Zielsprache abbildet, um sie zu verdeutlichen. Es sind also fĂŒr jeden Ausgangstext je nach Zweck der Übersetzung viele verschiedene Herangehensweisen denkbar.

Translatorisches Handeln

Das translatorische Handeln ( Justa Holz-MĂ€nttĂ€ri 1984 u. a.) stellt eine Erweiterung der Skopostheorie dar und ist ein ErklĂ€rungsansatz, der auch die berufsethisch korrekte Haltung des professionellen Translators einbezieht. Auch hier wird davon ausgegangen, dass von einem Ausgangstext viele verschiedene Translate mit verschiedenen Zielsetzungen angefertigt werden können. ZusĂ€tzlich wird vom Translator gefordert, dass der Auftraggeber eines Translats darĂŒber beraten wird, ob eine Verdolmetschung oder Übersetzung ĂŒberhaupt nötig ist, und wenn ja in welcher Form und mit welcher genauen Absicht. Das nennt man Produktspezifizierung und sollte möglichst detailliert sein. Nach einer solchen KlĂ€rung kann der Translator entsprechend das notwendige Zusatzmaterial anfordern, einen Zeitplan und Kostenvoranschlag erstellen etc. Der Translator als Textdesigner hilft also, das gewĂŒnschte Produkt zunĂ€chst zu spezifizieren, es dann herzustellen, und die QualitĂ€t zu sichern.

Funktionale AnsÀtze

Als funktionale AnsĂ€tze werden zusammenfassend alle Zweige der Translatologie bezeichnet, die davon ausgehen, dass die ErfĂŒllung des Zwecks des Translats der bestimmende Faktor im Translationsprozess ist. Hier ist darauf hinzuweisen, dass die funktionale Translatologie durchaus auch funktionskonstante Translation (im Beispiel oben die Übersetzung eines wissenschaftlichen Zeitschriftenartikels in einen wissenschaftlichen Zeitschriftenartikel Ă€hnlichen Niveaus) vorsieht und nicht, wie von ihren Gegnern gelegentlich wahrgenommen, grundsĂ€tzlich fĂŒr „abweichende“, „freie“ oder „untreue“ Translate steht.

Durch ihre BerĂŒcksichtigung der sprachlich-kulturell-historischen Situation (Explizieren der Anforderungen an ein Translat) haben funktionale translatologische AnsĂ€tze einen hohen ErklĂ€rungswert bei der Untersuchung von historischen Übersetzungen (mit teilweise von heutigen Vorstellungen abweichenden Anforderungen) und von Übersetzungen oder Verdolmetschungen außerhalb des Mainstream (mit teilweise von „allgemeingĂŒltigen“ Vorstellungen abweichenden Anforderungen, etwa feministische BibelĂŒbersetzungen).

Auch fĂŒr die QualitĂ€tssicherung und QualitĂ€tsbewertung sind funktionale AnsĂ€tze eine Möglichkeit, da teils unklare oder implizite Anforderungen an Translate durch eine genaue Bestimmung ihres Zwecks und ihrer Funktion expliziert werden können.

Diese Prinzipien zeigen sich heute im Translationsmanagement (Risku 2004) und in den ISO- und DIN-Normen zu Übersetzungsdienstleistungen, z. B. DIN EN 15038.

Dolmetschwissenschaft

In den 1970er Jahren konstituierte sich eine eigene wissenschaftliche Disziplin, die sich mit dem Dolmetschen beschĂ€ftigt. ZunĂ€chst beschĂ€ftigten sich Wissenschaftler anderer Bereiche, zum Beispiel der Kognitionspsychologie, mit dem PhĂ€nomen des gleichzeitigen Hörens und Sprechens (Barik). Danica Seleskovitch gilt mit der ThĂ©orie du Sens an der UniversitĂ€t Paris gemeinhin als eine der BegrĂŒnderinnen der Dolmetschwissenschaft moderner PrĂ€gung. In der nĂ€chsten Phase berichteten Praktiker ĂŒber ihre Erfahrungen. Mit inzwischen mehr als 4.500 Publikationen gehen die Forschungen in völlig andere Bereiche als beim Übersetzen. Wichtige Theorien sind das Effort Model (KapazitĂ€tenmodell) von Daniel Gile und die Prozessanalyse nach Moser-Mercer, oder auch die Strategien-Analyse nach Kalina.

Siehe auch

Literatur

  • Mona Baker (Hrsg.): Routledge Encyclopedia of Translation Studies. Routledge, New York 2001.
  • Susan Bassnett: Translation Studies. Routledge, New York 1980 (revised 1991; 2002).
  • Walter Benjamin: The Task of the Translator, an introduction to the translation of Les Fleurs du Mal, PrĂ©face.- Deutsche Ausgabe: Die Aufgabe des Übersetzers, in: Drucke des Argonautenkreises, Verlag Richard Weissbach, Heidelberg 1923. Deutscher Nachdruck 2016, ISBN 978-3-86600-256-2 (mit Vorwort). [1]
  • Antoine Berman: La traduction et la lettre ou l’auberge du lointain. Seuil, Paris 1991.
  • Antoine Berman: Pour une critique des traductions: John Donne. Gallimard, Paris 1994.
  • Antoine Berman, Isabelle Berman: L’ñge de la traduction. „La tĂąche du traducteur“ de Walter Benjamin, un commentaire. Presses Universitaires de Vincennes, 2008.
  • Magloire Kengne Fokoua: Methodische Probleme der Übersetzung. Unter besonderer BerĂŒcksichtigung der Übersetzungsprozeduren. Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2009, ISBN 978-3-8300-4132-0.
  • Larisa Cercel (Hrsg.): Übersetzung und Hermeneutik / Traduction et hermĂ©neutique ( Memento vom 4. September 2014 im Internet Archive). Zeta Books, Bukarest 2009, ISBN 978-973-1997-06-3.
  • Evelyn Dueck: L'Ă©tranger intime. Les traductions françaises de l’Ɠuvre de Paul Celan (1971–2010). De Gruyter, Berlin 2014.
  • Eliane Hareau, Lil Sclavo: El traductor, artĂ­fice reflexivo. Montevideo 2018, ISBN 978-9974-9319-5-4 ( https://www.busqueda.com.uy/nota/ni-fieles-ni-traidoras-creadoras Busqueda.com.uy).
  • Hans Hönig: Konstruktives Übersetzen. Stauffenburg, TĂŒbingen 1995, ISBN 3-86057-240-7.
  • Justa Holz-MĂ€nttĂ€ri: Translatorisches Handeln. Theorie und Methode. (= Annales Academiae Scientarum Fennicae. Ser. B. 226). Helsinki 1984, ISBN 951-41-0491-9.
  • Justa Holz-MĂ€nttĂ€ri: Textdesign -- verantwortlich und gehirngerecht. In: Justa Holz-MĂ€nttĂ€ri, Christiane Nord (Hrsg.): Traducere Navem. Festschrift fĂŒr Katharina Reiß zum 70. Geburtstag. Tampereen yliopisto, Tampere 1993, ISBN 951-44-3262-2, S. 301–320.
  • Werner Koller: EinfĂŒhrung in die Übersetzungswissenschaft. Quelle und Meyer, Heidelberg 1992.
  • Ekkehard König, Volker Gast: Understanding English-German Contrasts. Berlin 2007.
  • IrĂšne Kuhn: Antoine Bermans „produktive“ Übersetzungskritik. Entwurf und Erprobung einer Methode. Narr Francke Attempto, TĂŒbingen 2007, ISBN 3-8233-4094-8.
  • Judith Macheiner: Übersetzen. Ein Vademecum. ISBN 3-492-23846-7.
  • Erich Prunč: Entwicklungslinien der Translationswissenschaft. Frank & Timme, Berlin 2007, ISBN 978-3-86596-146-4.
  • Bastian Reinert: Translating Memory [im Dokumentarfilm Nacht und Nebel (Film)]: Acts of Testimony in Resnais, Cayrol, and Celan. In: Peter Arnds (Hrsg.): Translating Holocaust Literature. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2016, S. 139–152.
  • Hanna Risku: Translationsmanagement. Interkulturelle Fachkommunikation im Informationszeitalter. Gunter Narr Verlag, TĂŒbingen 2004, ISBN 3-8233-6086-6.
  • Peter A. Schmitt: Translation und Technik. Stauffenburg, TĂŒbingen 1999, ISBN 3-86057-245-8.
  • Mary Snell-Hornby (Hrsg.): Übersetzungswissenschaft – Eine Neuorientierung. Zur Integrierung von Theorie und Praxis. Francke, TĂŒbingen 1994.
  • Mary Snell-Hornby u. a.: Handbuch Translation. Stauffenburg, TĂŒbingen 1999, ISBN 3-86057-992-4.
  • Radegundis Stolze: Übersetzungstheorien. Eine EinfĂŒhrung. Narr, TĂŒbingen 2005, ISBN 3-8233-6197-X.
  • DuĆĄan Tellinger: AbhĂ€ngigkeit der Übertragung der Realien von zeitgemĂ€ĂŸen Übersetzungstheorien. In: Translator’s Strategies and Creativity. John Benjamins, Amsterdam 1998, S. 87–96.
  • DuĆĄan Tellinger: Kulturkompetenz des Übersetzers der literarischen und FachĂŒbersetzung. In: Deutsch mit allen Sinnen. ZbornĂ­k prĂ­spevkov zo VI. konferencie Spoločnosti učiteÄŸov nemeckĂ©ho jazyka a germanistov Slovenska. TechnickĂĄ univerzita KoĆĄice 2003, ISBN 80-88922-72-0, S. 272–275.
  • Hans Josef Vermeer, Katharina Reiß: Grundlegung einer allgemeinen Translationstheorie. Niemeyer, TĂŒbingen 1984, ISBN 3-484-30147-3.

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. ↑ Die ĂŒbersetzungstheoretischen Gedanken des Vorworts bewegen sich zwischen theologischen und sprachphilosophischen Überlegungen. Sie bewirkten spĂ€ter bei Neostrukturalisten, vor allem bei Jacques Derrida, eine anhaltende Diskussion.
  2. ↑ Weitere Artikel zur Translatologie in dieser Open-Access-Zs., siehe Sitemap links, "Themen", Stichwort "Übersetzungstheorie" u. Ă€.
  3. ↑ Auflistung und Versuch einer Gliederung aller Arten von Übersetzung, die nicht zur literarischen Übersetzung im engeren Sinn gehören, und mit denen sich die Zs. ausschließlich befasst.