Wolken- und Nebelwald Information

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Tropischer Wolkenwald am Andenosthang in Ecuador
Subtropischer Nebel-Lorbeerwald auf La Palma

Wolken- und Nebelwald (häufig undifferenziert als Nebelwald bezeichnet) nennt man in erster Linie die beiden Waldformation der Höhenstufe, die in den Gebirgen der feuchtheißen Tropen in einem fließenden Übergang den Gebirgsregenwald ablösen.

Der Wolkenwald beginnt bei Höhenlagen zwischen rund 1000 Metern in den Randbereichen der Klimazone ( Zentralamerika, Hinterindien, Fidschi, Madagaskar, Südost brasilien) und ab 2000 Metern in Äquatornähe (zentrale Andenländer Südamerikas, Zentralafrika, Indien, Malaiische Inseln). Oberhalb der absoluten Frostgrenze (je nach Breitengrad zwischen 2000 und 3500 Meter) geht der Wolkenwald in den Nebelwald über. [1]

Aufgrund dieser klimatischen Grenze sprechen manche Autoren ebenfalls bei immergrünen, feuchten Wäldern subtropischer Gebirge der untersten Höhenstufe (beispielsweise bei den Laurisilva-Lorbeerwäldern der Kanaren zwischen 500 und 1400 Meter) von Nebelwald. Sie gehören zur Vegetationszone der feuchten Lorbeerwälder.

Allen Wolken- und Nebelwäldern gemeinsam ist die Tatsache, dass die etwas kühlere Witterung häufig zur Kondensation der beständig hohen Luftfeuchtigkeit führt. Die Folge sind tiefhängende Wolken, Nebel, Sprühregen oder Taufall, die hier einen entscheidenden Beitrag zur Versorgung der Pflanzen mit Feuchtigkeit übernehmen. Auf allen Kontinenten sind in diesen Wäldern Baumfarne typisch, ein zumeist sehr dichter Unterwuchs sowie zahlreiche Epiphyten. [1] [2] In den Tropen sind immergrüne Lorbeergehölze bestandsbildend, in den Subtropen kommen Koniferen hinzu.

Die Waldgrenze der tropischen Wolken- und Nebelwälder liegt je nach Kontinent bei rund 3500 bis 4000 Meter; bei subtropischen Nebelwäldern bereits bei rund 1500 Meter. Hier wie dort fällt die Bodentemperatur unter 7 °C und an mindestens 100 Tagen tritt Frost auf. [1] Oberhalb der tropisch-/subtropischen Waldgrenze liegen zumeist baumlose Hochlandsteppen (in den Anden etwa Páramo oder Puna genannt).

Gefährdung

Wolken- und Nebelwälder gehören zu den gefährdetsten Landökosystemen der Erde.

Lokalisierung zufälliger Beispiele (Auswahl)

Nebelwald am Kinabalu auf Borneo

Mittelamerika

In Costa Rica im Biologischen Reservat Monteverde.

Im mexikanischen Bundesstaat Veracruz in der Region Altas Montañas. Auch im Bundesstaat Chiapas gibt es Nebelwälder, z. B. im Naturschutzgebiet El Triunfo oder auch im Nationalpark Lagunas de Montebello.

Südamerika

Die montanen Bergregenwälder, Wolken- und Nebelwälder der Ostabhänge der Anden von Venezuela bis Peru gehören zum zweit-artenreichsten Megadiversitätszentrum der Erde.

In Bolivien z. B. in der Region der Yungas. Die bekannte Inkastätte Machu Picchu liegt im peruanischen Bergnebelwald auf einem östlichen Vorberg der Anden am Übergang zum Amazonastiefland.

Asien

Wolken an den Flanken des Horton-Plains-Hochplateaus mit Blick in Richtung Küste, Steilhang „ World's End“ ( Sri Lanka), März 2014.

In den Philippinen bei den Reisterrassen von Banaue auf Luzón. An den Hängen des Kinabalu in Sabah auf Borneo. Im zentralen Hochland von Sri Lanka zählt der Horton-Plains-Nationalpark mit seinen Bergwäldern zum UNESCO-Naturerbe Central Highlands of Sri Lanka. Osttimor verfügt noch über etwa 100 km² Nebelwälder an verschiedenen Bergen des Landes, so am Foho Taroman. [3]

Afrika

Auf den westlichen kanarischen Inseln: Im Nordosten von Teneriffa im Anaga-Gebirge und auf Gomera finden sich subtropische Bergwälder.

An den Hängen des Kilimandscharo, des Mount Kenya, der Virungas, des Ruwenzori-Gebirges und, an der Grenze zu Westafrika, des Kamerunberges liegen tropische Wolken- und Nebelwälder.

Weblinks

  Commons: Nebelwälder (Cloud forests) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Heinz Nolzen (Hrsg.): Handbuch des Geographieunterrichts. Bd. 12/2, Geozonen, Aulis Verlag Deubner & Co. KG, Köln 1995, ISBN 978-3-7614-1619-8. S. 84–89.
  2. Spektrum Lexikon der Biologie – online: Stichwort: Nebelwald, abgerufen am 10. April 2019.
  3. Colin Trainor: Three million yr old+ Sky Islands and Cloud Forests in Timor-Leste – First biological exploration of Mt Taroman (1,730 m) a small range in the south-west, abgerufen am 30. Oktober 2015.