Queen Anne’s War Information

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Queen Anne‚Äôs War (1702‚Äď1713), benannt nach der britischen K√∂nigin Anne (1665‚Äď1714), war der zweite der vier Franzosen- und Indianerkriege, in denen Frankreich und das K√∂nigreich Gro√übritannien in Nordamerika um die Kontrolle des Kontinents fochten. Hier fand der Spanische Erbfolgekrieg, der zur gleichen Zeit in Europa tobte (siehe auch Haager Gro√üe Allianz), einen Parallelkriegsschauplatz.

Vorgeschichte

Spannungen zwischen den beiden Kolonialm√§chten Frankreich und England traten schon vor 1700 auf. Der Krieg in Europa schien ein g√ľnstiger Anlass zu sein, diese Streitigkeiten in Nordamerika durch einen weiteren Krieg zu beenden. Die franz√∂sische Kolonie Neufrankreich basierte wirtschaftlich seit je her auf dem Pelzhandel in Nordamerika. Die Jagdgr√ľnde waren jedoch alsbald leergefegt und es mussten neue Jagdgebiete erschlossen werden. Das Einzugsgebiet wurde √ľber die Gro√üen Seen und den Mississippi River nach S√ľden, sowie nach Norden zur Hudson Bay ausgedehnt. Die Interessen der englischen Kolonien, deren Wirtschaft auf Ackerbau (auch Plantagen), Fischerei, Manufakturen und auch auf dem Pelzhandel basierte, richteten sich ebenfalls auf die Hudson Bay und auf die Gegend des Mississippi. Ein weiterer Grund f√ľr Streitigkeiten waren das franz√∂sische Akadien und Neufundland mit den reichen Fischgr√ľnden. Wiederholt drangen englische Fischer in die franz√∂sischen Gew√§sser vor.

Die 13 englischen Kolonien wurden von etwa 300.000 Menschen bev√∂lkert, wohingegen in Neufrankreich nur ann√§hernd 12.000 Siedler lebten. Der Expansionsdrang der 13 Kolonien stand den franz√∂sischen Interessen bez√ľglich des Pelzhandels entgegen.

Besonderheiten der Kriegsf√ľhrung

Die Kriegsf√ľhrung im kolonialen Nordamerika kann nicht mit der der europ√§ischen Allianzkriege wie des Pf√§lzischen Krieges oder auch des Spanischen Erbfolgekrieges verglichen werden. Die ‚ÄěOffensiven‚Äú erfolgten oftmals in kleinstem Ausma√üe, nicht selten wurde eine Gruppe von 100 Milizion√§ren als Armee tituliert. Die Armeen in den Kolonien, hier vor allem die englischen, rekrutierten sich zu einem Gro√üteil aus Milizion√§ren, da die regul√§ren Soldaten auf den europ√§ischen Schlachtfeldern vonn√∂ten waren. Auf franz√∂sischer Seite wurden diese Kriegsteilnehmer, auf Grund des Mangels an freistellbaren Bauern oder Handwerkern, haupts√§chlich aus alliierten Indianern und regul√§ren Einheiten zusammengestellt.

Durch das Zusammenwirken der indigenen Bev√∂lkerung und der Franzosen war die Sto√ürichtung der Angriffe vorgegeben. Mit den Siedlern New Yorks unterhielten die Caughnawaga eine Art Neutralit√§tsvertrag; diesen zu unterminieren musste das Ziel der Franzosen sein. Die Abenaki, durch die g√ľnstigeren und besseren Waren der englischen Kolonien angezogen, mussten verl√§sslich als Alliierte gewonnen werden, damit Frankreich diesen wichtigen B√ľndnispartner nicht verlor. Wegen dieser Zw√§nge wurden die Grenzen Massachusetts‚Äô und New Yorks zum Hauptziel der franz√∂sisch-indigenen Angriffe. Ebenso musste der 1701 mit den Irokesen vereinbarte Frieden ( Gro√üer Friede von Montreal) gewahrt bleiben, weshalb ein Ausgreifen in Richtung ihrer Jagdgr√ľnde unm√∂glich gemacht wurde, um nicht ein B√ľndnis zwischen Engl√§ndern und Irokesen zu riskieren, zu schwer wogen noch die Erinnerungen an die Irokesenkriege. Diese war parties zogen wie Guerilla-K√§mpfer im Dickicht an ein englisches Dorf und √ľberfielen es in einem g√ľnstigen Moment; sie verschwanden so schnell, wie sie gekommen waren.

Die Franzosen setzten sich zum Ziel, die zahlenm√§√üig √ľberlegenen Engl√§nder niemals in franz√∂sische Territorien vordringen zu lassen und deren Kr√§fte in den Grenzgebieten Neu Englands zu binden. Lange Zeit begn√ľgten sich die englischen Siedler mit der Aushebung von Milizen zur √úberwachung der Grenzen sowie zu deren Schutz. Die L√§nge sorgte f√ľr Probleme. Dadurch gelangten die Gouverneure zu der Auffassung, dass die beste Verteidigung die Offensive gegen Neufrankreich sei. Mehrmals wurden Milizen rekrutiert, die die 1000 Mann St√§rke bei weitem √ľberstiegen. Doch durch nur sehr verhaltene oder sogar ausbleibende Unterst√ľtzung durch das Mutterland mussten gro√üangelegte Angriffspl√§ne verworfen werden. Das Ausbleiben von Transportschiffen machte es unm√∂glich, die Milizion√§re schnellstm√∂glich nach Neufrankreich zu bewegen.

Der Krieg in Nordamerika blieb somit auf sehr kleine R√§ume beschr√§nkt, es wurden keine offenen Feldschlachten gef√ľhrt, da dies die Vegetation nicht zulie√ü, und die Verluste an Menschenleben erreichte nie die Zahl des europ√§ischen Kriegsschauplatzes.

Der Beginn des Krieges fiel in die Regentschaft von Anne Stuart

Kriegsverlauf

1702, zu Anfang des Krieges, eroberten die Engl√§nder das spanische St. Augustine. Die englische milit√§rische Unterst√ľtzung der Kolonisten war weitgehend ineffektiv oder durch die Verteidigung der Gebiete um Charleston (South Carolina), der New York- Neuengland-Front und der kanadischen Territorien abgelenkt. Franz√∂sische Streitkr√§fte und indianische St√§mme attackierten Neuengland von Kanada aus und zerst√∂rten 1704 Deerfield (Massachusetts). In den folgenden Jahren f√ľhrten die Franzosen den Guerillakampf weiter, der H√∂hepunkt blieb jedoch das Deerfield Massaker, bei dem Franzosen und Indianer unter dem Kommando Jean-Baptiste Hertel de Rouville (1668‚Äď1722) Deerfield angriffen, 56 Bewohner t√∂teten und Teile der Siedlung niederbrannten. Die Briten bereiteten einen Gegenschlag vor, der die Franzosen endg√ľltig aus Nordamerika verdr√§ngen sollte. Man wollte Neufrankreich erobern und zu einer englischen (bzw. britischen) Kronkolonie umwandeln. Die Pl√§ne scheiterten 1709, nachdem zugesicherte Verst√§rkungen aus dem Mutterland auf den europ√§ischen Schlachtfeldern ben√∂tigt wurden. Die Offensive sollte sich nun gegen das franz√∂sische Akadien mit der Hauptstadt Port Royal richten. Port Royal wurde fast zwei Wochen belagert, bis die Franzosen kapitulierten. Mit der Einnahme von Port Royal 1710 hatten sich die Briten die Kontrolle des Zugangs zu Neufrankreich gesichert. 1711 scheiterte die Qu√©bec-Expedition, der britische Versuch zur Eroberung der Stadt Qu√©bec, nach einem schweren Schiffsungl√ľck, das 890 Todesopfer forderte. Im Jahre 1712 wurde ein Waffenstillstand erkl√§rt. Der Frieden von Utrecht 1713 beendete die Kriegshandlungen in Nordamerika.

Der Frieden von Utrecht

Nach den Bedingungen des Friedens von Utrecht erhielt Britannien Akadien in den alten Grenzen, Neufundland, die Hudson Bay-Region und die karibische Insel St. Kitts. Die Regelungen f√ľr Akadien sollten mit Anlass f√ľr den n√§chsten der Franzosen- und Indianerkriege, King George‚Äôs War 1744 sein. Der Verkehr in und aus Neufrankreich konnte nun von den Briten √ľberwacht werden. Frankreich hatte den Zugang zu fast allen Fischgr√ľnden verloren, einzig vor Neufundland erhielten sie Fischereirechte zuerkannt. Die k√ľrzlich erschlossenen Pelzgr√ľnde der Hudson Bay waren f√ľr immer an die Briten √ľbergegangen. Wahrscheinlich stellte dieser Frieden den Anfang des Endes der franz√∂sischen Kolonien in Nordamerika dar.

Die britische Eroberung Akadiens brachte den französischen Einwohnern harte Konsequenzen. 1755, während des Franzosen- und Indianerkrieges, wurden viele aus der Kolonie deportiert. Denjenigen, die ansässig bleiben wollten, wurden Freiheiten wie Religionsfreiheit abgesprochen. Einige zogen bis Louisiana.

Anmerkungen

1707 wurden England und Schottland nach dem Act of Union 1707 als das K√∂nigreich Gro√übritannien mit einem gemeinsamen Parlament in Westminster vereinigt. Seit diesem Zeitpunkt wird von Briten und nicht von Engl√§ndern gesprochen. Danach schlossen sich die schottischen Truppen ihren englischen Gegenst√ľcken in diesem Krieg an.

Siehe auch

Literatur

Weblinks