Parlamentswahl in Bangladesch 2018 Information

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Die Parlamentswahl in Bangladesch 2018 fand am 30. Dezember 2018 statt. Gewählt wurde das Jatiya Sangsad, das Einkammer-Parlament Bangladeschs. Als Wahlsieger ging die regierende Awami-Liga unter Premierministerin Hasina Wajed hervor. [1]

Vorgeschichte

Hasina Wajed (Scheich Hasina), amtierende Premierministerin und Awami-Liga-Vorsitzende
Khaleda Zia, Ex-Premierministerin, BNP-Vorsitzende und zu einer Haftstrafe verurteilt

Die vorangegangene Parlamentswahl in Bangladesch hatte am 5. Januar 2014 stattgefunden. Im Vorfeld dieser Wahl war es zu Streitigkeiten zwischen der Awami-Liga-Regierung und der oppositionellen Bangladesh Nationalist Party (BNP) gekommen. Die Streitigkeiten drehten sich im Wesentlichen darum, ob vor der Wahl eine neutrale Treuhänder-Regierung eingesetzt werden sollte, um eine demokratische Wahl zu gewährleisten und Manipulationen seitens der Regierung zu verhindern. Die BNP forderte dies und die Regierung lehnte es ab. Letztlich führte der Streit dazu, dass die BNP und ihre Verbündeten einen vollständigen Wahlboykott erklärten. Das 2014 neu gewählte Parlament setzte sich dementsprechend fast ausschließlich aus Awami-Parteigängern zusammen und eine nennenswerte Opposition war im Parlament nicht vorhanden. Die BNP setzte ihre Opposition daher außerparlamentarisch fort und die folgende Legislaturperiode war durch Protest- und Streikaktionen der Opposition gekennzeichnet, die damit versuchte, Neuwahlen zu erzwingen. Der Streit zwischen Regierung und Opposition nahm häufig – wie auch schon vielfach in der Vergangenheit – den Charakter einer persönlichen Fehde zwischen der Awami-Parteivorsitzenden und Premierministerin Hasina Wajed und der BNP-Parteivorsitzenden und Ex-Premierministerin Khaleda Zia an. [2] [3]

Einen Höhepunkt in diesem „Streit der Begums“ bildete die Verhaftung von Khaleda Zia am 2. Januar 2018. Zia wurde vorgeworfen, für einen Bombenanschlag auf einen Bus im Jahr 2015 mitverantwortlich zu sein. Der Anschlag, der sich im Rahmen eines landesweiten, von der BNP ausgerufenen Transportstreiks ereignet hatte, hatte acht Todesopfer gefordert. Außerdem wurde Zia angeklagt, in einem weiteren Bombenanschlag involviert gewesen zu sein, der sich im Wahlkampf 2005 ereignet hatte und der von dem seit 2007/08 im Londoner Exil lebenden Sohn Zias, Tarique Rahman, geplant worden sein soll. Damals waren mindestens 10 Sprengkörper in einer Wahlkampfveranstaltung von Hasina Wajed explodiert, was 24 Todesopfer forderte. Wajed trug eine dauerhafte Hörminderung davon. Weitere Anklagen lauteten auf Korruption und Unterschlagung bzw. Zweckentfremdung staatlicher Ressourcen. [4] Am 8. Februar 2018 wurde Zia zu fünf Jahren Haft wegen „Korruption“ verurteilt. Sie wurde für schuldig befunden, im Jahr 2006 250.000 US$ aus einem Hilfsfonds während ihrer Amtszeit als Premierministerin unterschlagen zu haben. Gegen mehrere ihrer Familienangehörigen wurden hohe Haftstrafen verhängt. Gleich nach der Urteilsverkündung kam es zu gewalttätigen Massenprotesten ihrer Anhänger. Zia selbst bezeichnete das Urteil als politisch motiviert und kündigte ihr politisches comeback an. [5] [6] Die BNP erklärte, ohne ihre Parteivorsitzende nicht an den anstehenden Wahlen teilnehmen zu wollen. [7] Am 12. März 2018 wurde Khaleda Zia bis zum Ende des Berufungsprozesses wieder aus der Haft entlassen. Die Haftstrafe von über zwei Jahren machte es ihr jedoch unmöglich für ein politisches Amt zu kandidieren. [8]

Als sich das Ende der Legislaturperiode näherte, schienen sich die Ereignisse von vor der letzten Wahl zu wiederholen. Die BNP und ihre Verbündeten forderten die Einsetzung einer parteiunabhängigen Übergangsregierung, um den ordnungsgemäßen und fairen Ablauf der Wahl zu gewährleisten. Dies wurde von der Regierung abgelehnt. Am 8. November 2018 gab der Direktor der Wahlkommission von Bangladesch den 23. Dezember 2018 als Wahltermin bekannt, ohne dass die Streitigkeiten über die Wahlmodalitäten beigelegt worden wären. [9] Nach Protesten der Opposition, die einen Termin im Januar 2019 wünschte, wurde der Wahltermin vier Tage später auf den 30. Dezember 2018 verschoben. [10]

Wahlsystem

Das Parlament Bangladeschs zählt 350 Abgeordnete. 300 Abgeordnete werden nach dem einfachen Mehrheitswahlrecht in ebensovielen Ein-Personen- Wahlkreisen gewählt. 50 weitere Abgeordnetensitze sind für Frauen reserviert, die durch die gewählten Abgeordneten entsprechend dem Stimmenanteilen der Parteien gewählt werden. [11]

Politikthemen

Wie oben geschildert ist die Politik Bangladesch stark durch persönliche Rivalitäten bestimmt. An konkreten politischen Problemen gab es in Bangladesch die Krise, die durch die Flucht von etwa 700.000 Rohingyas seit August 2017 aus dem benachbarten Myanmar nach Bangladesch verursacht war. [12] Ein weiteres Problem der vorangegangenen Legislaturperiode waren islamistische Gewalttaten, die sich zum Teil gegen bekannte säkularistisch eingestellte Publizisten und Blogger in Sozialen Netzwerken und zum andere gegen religiöse Minderheiten (Hindus, Christen, Buddhisten) richteten. Den Höhepunkt bildete die weltweit beachtete Geiselnahme in Dhaka am 1. Juli 2016, die mit dem Tod von 20 Geiseln endete. [13] Die wirtschaftliche Entwicklung Bangladeschs in den letzten Jahren war dagegen relativ gut mit Wirtschaftswachstumsraten von 6 bis 8 Prozent jährlich. Ein chronisches Problem Bangladeschs und ein bedeutendes Wachstumshemmnis ist die endemische Korruption auf fast allen Ebenen, auch der staatlichen Institutionen. [14] [15]

Wahlallianzen

Vor der Wahl waren 39 politische Parteien offiziell registriert und konnten damit eigene Kandidaten aufstellen. Das geltende relative Mehrheitswahlrecht begünstigt große Parteien, aber auch kleine Parteien mit ausgeprägten regionalen Schwerpunkten können Vorteile daraus ziehen. Außerdem können kleine Parteien bei knappen Mehrheitsverhältnissen in einem Wahlkreis das Zünglein an der Waage bilden. In der Vergangenheit kam es daher regelmäßig zur Bildung verschiedener Wahlallianzen mit gegenseitigen Wahlkreisabsprachen. Das war auch diesmal der Fall. [16]

Große Allianz

Die Awami-Liga hatte die letzte Wahl im Bündnis der „14-Parteien-Allianz“ bestritten. Diese Allianz wurde im November 2018 zu einer Großen Allianz ( bengalisch মহাজোট, ‚Grand alliance‘) ausgeweitet, die mehrere Dutzend Parteien umfasste (darunter auch viele unregistrierte). [17] Die wichtigste dieser Parteien war die Jatiya Party, die in der vorangegangenen Legislatur die parlamentarische Opposition gebildet hatte. Weitere Parteien waren Jatiya Samajtantrik Dal und die Workers Party of Bangladesh. Besonders langwierig gestalteten sich die Verhandlungen zwischen Awami-Liga und Jatiya Party. Letztere stellte anfänglich sehr hohe Forderungen hinsichtlich der für sie zu reservierenden Wahlkreise. [18] Am 10. Dezember 2018 erklärten Sprecher der Jatiya Party, dass die Partei neben 29 Kandidaten im Rahmen der Großen Allianz noch etwa 130 weitere außerhalb der Allianz aufstellen wolle. [19]

Am 15. September 2018 bildete sich die Islamisch-Demokratische Allianz, eine Allianz aus 15 islamischen und islamistischen Kleinparteien. Ungeachtet der bestehenden erheblichen ideologischen Differenzen schloss sich diese Allianz der Awami-geführten Grand Alliance an. [20]

Oikyafront und 20-Parteien-Allianz

Am 13. Oktober 2018 gaben mehrere politische Gruppierungen unter Führung der BNP die Bildung der Jatiya Oikya Front ( bengalisch জাতীয় ঐক্য ফ্রন্ট) bekannt. Der Allianz gehörten neben der BNP noch verschiedene kleinere Parteien an. [21]

Politische Analysten äußerten zum Teil ihr Erstaunen über den Umstand, dass die traditionell säkularistische Awami-Liga im Bündnis mit konservativ-islamischen Parteien stand, während die moderat islamische BNP eine Allianz mit der säkulären Oikyafront abschloss. Hinsichtlich der BNP wurden rein wahltaktische Überlegungen vermutet, während andererseits darauf hingewiesen wurde, dass sich die Awami-Liga-Regierung im Laufe der letzten Jahre langsam den Ideen und Forderungen islamische Gruppierungen angenähert habe. [22] Die Awami-Liga erklärte sich jedoch nur zur Unterstützung von zwei Kandidaten der Bangladesh Tariqat Federation bereit, anstelle der von der Islamischen Parteienallianz geforderten sieben oder acht. [23]

Am 11. November 2018 erklärten Vertreter der „20-Parteien-Allianz“, der traditionellen Wahlallianz der BNP, dass sie an der kommenden Wahl teilnehmen wollten. [24] Sprecher der Allianz kritisierten vier Tage später allerdings die vermeintlich unfairen Bedingungen der anstehenden Wahl und kündigten an, die Teilnahme an der Wahl noch einmal überdenken zu wollen, falls sich die Umstände nicht ändern sollten. [25] Am 9. Dezember 2018 wurde ein Wahlabkommen zwischen der BNP und ihren Verbündeten geschlossen, nachdem die BNP 19 Wahlkreise den jeweiligen Kandidaten der Oikyafront und 39 Wahlkreisen den Kandidaten der 20-Parteien-Allianz (davon 24 für Jamaat-e-Islami) überlassen wollte. [26]

Linksdemokratische Allianz

Die Linksdemokratische Allianz (LDA) wurde aus acht Parteien des politisch linken Spektrums gebildet. Die führende Partei war die Kommunistische Partei Bangladeschs. Die LDA stellte in 131 der 300 Wahlkreise Kandidaten auf. [27]

Wahl und Wahlergebnis

Wahlkreisergebnisse

Insgesamt stellten sich 1861 Kandidaten zur Wahl. 1733 waren durch die 39 registrierten politischen Parteien nominiert worden und die restlichen 128 waren parteiunabhängige Kandidaten. [28] Die Zahl der Wahlberechtigten betrug 104.190.480 und die Wahlbeteiligung lag bei 69 %. Die Wahl im Wahlkreis Gaibandha-3 (31) wurde auf den 27. Januar 2019 verschoben, nachdem der dortige Oikyafront-Kandidat am 20. Dezember 2018 verstorben war. [29] [30] Die Auszählung in drei Wahllokalen im Wahlkreis Brahmanbaria-2 (244) wurde aufgrund von örtlichen Ausschreitungen auf den 9. Januar 2019 verschoben. [31]

Am Wahltag kam es zu zahlreichen gewalttätigen Zusammenstößen, die mindestens 17 Todesopfer forderten. [13]

Vorläufiges Ergebnis der Wahl in 299 Wahlkreisen am 30. Dezember 2018 [32]
Partei Stimmen Wahl-
kreise
Prozent
Stimmen
Parteienallianz
Awami-Liga 53.192.149 258 75,07 % Große Allianz
Bangladesh Nationalist Party 8.655.135 6 12,21 % Oikyafront
Jatiya Party 3.487.050 21 4,92 % Große Allianz
Islami Andolan Bangladesh 919.685 0 1,30 % andere
Workers Party of Bangladesh 644.072 3 0,91 % Große Allianz
Jatiya Samajtantrik Dal 699.432 2 0,99 % Große Allianz
Bikalpa Dhara Bangladesh 564.549 2 0,80 % Große Allianz
Gano Forum 430.793 2 0,61 % Oikyafront
Bangladesh Tariqat Federation 243.559 1 0,34 % Große Allianz
Krishak Sramik Janata League 143.784 0 0,20 % Oikyafront
Khelafat Majlish 108.539 0 0,15 % 20-Parteien-Allianz
Zaker Party 82.310 0 0,12 % Große Allianz
Bangladesh Islami Front 59.536 0 0,08 % andere
Jamiat e Ulama e Islam Bangladesh 53.308 0 0,08 % 20-Parteien-Allianz
Liberaldemokratische Partei 50.343 0 0,07 % 20-Parteien-Allianz
Bangladesh Kalyan Party 44.436 0 0,06 % 20-Parteien-Allianz
Kommunistische Partei Bangladeschs 39.350 0 0,06 % Linksdemokratische Allianz
Bangladesh Jatiya Party - BJP 38.750 0 0,05 % 20-Parteien-Allianz
Islamic Front Bangladesh 26.991 0 0,04 % Große Allianz
National People's Party 24.038 0 0,03 % 20-Parteien-Allianz
Socialist Party of Bangladesh 14.968 0 0,02 % Linksdemokratische Allianz
Bangladesh Muslim League 12.551 0 0,02 % Große Allianz
Bangladesh Nationalist Front 12.469 0 0,02 % Große Allianz
Revolutionary Workers Party of Bangladesh 12.355 0 0,02 % Linksdemokratische Allianz
National Awami Party Bangladesh 8.291 0 0,01 % Große Allianz
Bangladesh Khelafat Andolan 7.623 0 0,01 % Große Allianz
Islami Oikya Jote 6.135 0 0,01 % Große Allianz
Progressive Democratic Party 4.186 0 0,01 % andere
Gonofront 4.007 0 0,01 % andere
Jatiya Ganatantrik Party 3.798 0 0,01 % 20-Parteien-Allianz
Bangladesh Jatiya Party 3.738 0 0,01 % Große Allianz
Bangladesh Khelafat Majlish 2.118 0 0,00 %
Jatiya Party-JP 1.174 1 0,00 % Große Allianz
Bangladesh Sangskritik Mukti Jote 1.005 0 0,00 % andere
Ganatantri Party 952 0 0,00 % Große Allianz
Sammobadi Dal 387 0 0,00 % Große Allianz
Unabhängige 1.255.323 3 1,77 % andere
Summe 70.858.889 299 100,00 %

Nachwahlen

Am 9. Januar 2018 wurde die Wahl in drei Wahllokalen des Wahlkreises Brahmanbaria-2 (244) nachgeholt. Den Wahlkreis gewann der BNP-Kandidat [33] Die verschobene Wahl im Wahlkreis Gaibandha-3 (31) gewann der Kandidat der Awami-Liga. Drei Kandidaten, darunter auch der BNP-Kandidat, hatten zuvor am 10. Januar 2019 ihre Kandidatur mit Vorwürfen des Wahlbetrugs zurückgezogen. [34]

Hinzuwahl von weiblichen Abgeordneten

Nach der Verfassung sollen neben den 300 direkt gewählten Abgeordneten 50 weitere weibliche Abgeordnete entsprechend dem proportionalen Anteil der Parteien hinzugewählt werden. Am 17. Februar 2019 wurden 49 Frauen gewählt. Davon entfielen 43 Sitze auf die Awami-Liga, 4 auf die Jatiya Party, 1 auf die Worker’s Party und einer auf eine Unabhängige. Ein Sitz, der der BNP zugestanden hätte, blieb vorerst vakant, da zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar war, ob die gewählten 6 BNP-Abgeordneten ihre Sitze im Parlament einnehmen würden. [35]

Vorwürfe des Wahlbetrugs und Kritik an den Umständen der Wahl

Der Ablauf der Wahl erfüllte in vielerlei Hinsicht nicht die Kriterien einer völlig freien und transparenten Wahl.

Westliche Reporter berichteten über ein Klima der Einschüchterung im Umfeld der Wahl. Anhänger der Regierung hätten sich freimütig geäußert, während Oppositionsanhänger ihre Meinungen und Berichte zu beobachteten mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten häufig nur anonym preisgeben wollten. Mindestens 28 Kandidaten der Opposition zogen noch vor dem Ende des Wahltages ihre Kandidatur zurück und erhoben Vorwürfe des Wahlbetrugs und der Einschüchterung. Wähler berichteten, dass ihre Stimmzettel schon ausgefüllt und in die Urne eingeworfen worden seien, bevor sie wählen konnten. Ein Mitarbeiter der britischen BBC sah kurz vor Öffnung der Wahllokale in Chittagong Stimmzettelbehälter, die scheinbar mit Stimmzetteln angefüllt waren. [13] [36] Am 31. Dezember 2018 wurde eine Frau Opfer einer Gruppenvergewaltigung durch Awami-Liga-Aktivisten, nachdem sie für die Opposition gestimmt hatte, was ein erhebliches Medienecho in Bangladesch auslöste. [37]

Am 3. Januar 2019 überreichte eine Delegation der BNP der Wahlkommission Bangladeschs ein Memorandum, in dem die Oikyafront die Annullierung des Wahlergebnisses und die Abhaltung von Neuwahlen unter der Regie einer neutralen Treuhänder-Regierung forderte. Zudem wurden Belege für mutmaßlichen Wahlbetrug vorgelegt. [38] Auch die Anhänger der LDA forderten am 3. Januar 2019 eine Wiederholung der Wahl. [27]

Die gewählten Abgeordneten der aus BNP-geführten Oikyafront erklärten, dass sie ihre Sitze im neuen Parlament nicht einnehmen und nicht den Abgeordneteneid leisten würden. Diese Einheitsfront wurde am 4. März 2019 durchbrochen, als die beiden Ganoforum-Abgeordneten erklärten, den Eid leisten zu wollen. [39] Letztlich leistete aber nur der Abgeordnete Sultan Masur den Abgeordneteneid, der dafür prompt wegen Verletzung der Parteidisziplin aus seiner Partei ausgeschlossen wurde. [40]

Reaktionen und Urteile des Auslands

In einem kritischen Kommentar der Washington Post einen Tag nach der Wahl wurde das Wahlergebnis als „schlecht für die Demokratie“ Bangladeschs bedauert. Ein Wahlsieg von 96 Prozent sei eher typisch für Regime, wie das in Nordkorea, als für einen demokratischen Staat. Das Ergebnis sei symptomatisch für den zunehmend autoritären Führungsstil der Premierministerin Hasina Wajed. Durch derart mangelhafte Wahlen beraube sich die Premierministerin bzw. die herrschende Partei ihrer eigenen demokratischen Legitimität. [41] Nach dem Wahlsieg gratulierten zahlreiche Staatsoberhäupter und Regierungschefs Hasina Wajed zum Wahlsieg. Neben Indiens Narendra Modi befanden sich darunter vor allem Staaten, die nicht für die besonders hohe Wertschätzung der Menschen- und Freiheitsrechte bekannt seien (Russland, Volksrepublik China, Saudi-Arabien, Katar, Iran, Vereinigte Arabische Emirate und Pakistan) – so ein weiterer Kommentar der Washington Post. Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten erklärten ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der neuen bangladeschischen Regierung. [42]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Offiziell: Regierungspartei gewinnt Wahl in Bangladesch. Deutsche Welle, 31. Dezember 2018, abgerufen am 6. Januar 2019 (englisch).
  2. Justin Rowlatt: Bangladesh grows tired of the Battling Begums. 11. Februar 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  3. Thomas Kohlmann: Krieg der Damen in Bangladesch. Deutsche Welle, 15. Dezember 2015, abgerufen am 6. Januar 2019 (englisch).
  4. Bangladesh court orders arrest of Khalida Zia for arson attack. The Economic Times, 2. Januar 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  5. Khaleda jailed for corruption in Zia Orphanage Trust - As it happene. bdnews24, 8. Februar 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  6. Mohammad Al-Masum Molla: I will be back, Khaleda tells weeping relatives. The Daily Star, 8. Februar 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  7. Hedait Hossain Molla: Nazrul: BNP won't contest national polls without Khaleda Zia. Dhaka Tribune, 7. März 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  8. Oppositionsführerin von Bangladesch vorläufig frei. Deutsche Welle, 12. März 2018, abgerufen am 6. Januar 2019 (englisch).
  9. Shakhawat Liton, Mohiuddin Alamgir: Election on Dec 23. The Daily Star, 9. November 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  10. Mohiuddin Alamgir: Polls now on December 30. The Daily Star, 13. November 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  11. THE CONSTITUTION OF THE PEOPLE’S REPUBLIC OF BANGLADESH. Abgerufen am 7. Februar 2016 (englisch).
  12. Myanmar Rohingya: What you need to know about the crisis. BBC News, 28. April 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  13. a b c Bangladesh election: Voting disrupted by violence. BBC News, 30. Dezember 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  14. The corruption dynamics in Bangladesh. Dhaka Tribune, 18. Mai 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  15. Bangladesh. Tranparency International, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  16. Positions of 39 registered political parties. bdnews24, 9. November 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  17. Shakhawat Liton, Rashidul Hasan: Mega alliance in the making. The Daily Star, 14. November 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  18. Partha Pratim Bhattacharjee, Rashidul Hasan: Seat-Sharing With Jatiya Party: AL suddenly in a fix. The Daily Star, 25. November 2018, abgerufen am 7. Februar 2016 (englisch).
  19. Moinul Hoque Chowdhury, Joyanta Saha: Jatiya Party to field around 150 candidates outside Awami League alliance. bdnews24, 10. Dezember 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  20. Islamic Democratic Alliance formed. The Daily Star, 16. September 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  21. Shakhawat Liton, Mohammad Al-Masum Molla: New alliance launched. The Daily Star, 14. Oktober 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  22. Sonia Sarkar: Bangladesh voter's choice: Secular ruling party canoodling with Islamists or hardliners now in secular alliance. The Telegraph (Indien), 30. Dezember 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  23. Rashidul Hasan: Islamic Parties in Alliance: Only Tarikat gets AL's blessing. The Daily Star, 8. Dezember 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  24. Nawaz Farhin Antara: BNP-led 20-Party Alliance to participate in the election. Dhaka Tribune, 11. November 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  25. Md Nahian: 20-Party Alliance: Will reconsider contesting in election if no level-playing field. Dhaka Tribune, 15. November 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  26. Rafiqul Islam Azad: BNP leaves 58 seats for Oikyafront, 20-party alliance. The Independent (Bangladesch), 9. Dezember 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  27. a b Mehedi Al Amin: Left Democratic Alliance demands fresh election. Dhaka Tribune, 3. Januar 2019, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  28. Moinul Hoque Chowdhury: Bangladesh general election at a glance: Awami League has 260 candidates, BNP fields 257. bdnews24, 27. Dezember 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  29. Gaibandha-3 election to be rescheduled after death of candidate Fazle Rabbi Chowdhury. bdnews24, 20. Dezember 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  30. Election to Gaibandha-3 Jan 27. The Daily Star, 23. Dezember 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  31. Re-election to three Brahmanbaria centres on Jan 9. bdnews24, 2. Januar 2019, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  32. General Election 2018. Dhaka Tribune, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  33. BNP candidate wins Brahmabnaria-2. NewAge Bangladesh, 10. Januar 2019, abgerufen am 10. Januar 2019 (englisch).
  34. AL candidate wins by-polls in Gaibandha-3. Dhaka Tribune, 28. Januar 2019, abgerufen am 29. Januar 2019 (englisch).
  35. 49 elected uncontested to reserved women parliamentary seats. bdnews24, abgerufen am 17. Februar 2019 (englisch).
  36. Bangladesh elections: Deadly clashes mar vote. BBC News, 30. Dezember 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  37. Mother of four 'gang-raped by AL men'. The Daily Star, 1. Januar 2019, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  38. Jatiya Oikya Front submits memorandum to EC, demands fresh polls. Dhaka Tribune, 3. Januar 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  39. Two Gono Forum MPs-elect to take oath on Mar 7. Dhaka Tribune, 4. März 2019, abgerufen am 4. März 2019 (englisch).
  40. Gono Forum expels Sultan Mansur. Dhaka Tribune, 7. März 2019, abgerufen am 8. März 2019 (englisch).
  41. Joanna Slater, Azad Majumder: Why Bangladesh’s landslide election result is bad for its democracy. The Washington Post, 31. Dezember 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).
  42. Julhas Alam: Global support lets Bangladesh PM withstand election worries. The Washington Post, 4. Januar 2018, abgerufen am 5. Januar 2019 (englisch).