Moody’s Information

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Moody’s Corporation

Logo
Rechtsform Corporation
ISIN US6153691059
GrĂŒndung 1909
Sitz New York, Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten
Leitung Raymond W. McDaniel Jr. ( Vorsitzender und CEO) [1]
Mitarbeiterzahl 10.400 [2]
Umsatz 3,485 Mrd. US-Dollar [2]
Branche Ratingagentur
Website www.moodys.com
Stand: 31. Dezember 2015

Moody’s Corporation ist die Dachgesellschaft fĂŒr Moody’s Investors Service und Moody’s Analytics. Die US-amerikanische Gesellschaft ist an der New York Stock Exchange (KĂŒrzel MCO) gelistet. Moody’s Analytics ist ein Anbieter von Risikomanagement-Software. Moody’s Investors Service ist eine von der US-amerikanischen Finanzaufsicht SEC seit 1975 anerkannte Ratingagentur ( englisch Nationally Recognized Statistical Rating Organization, NRSRO).

Umsatz in Mrd. $ (2015) [2]

Geschichte

Die Agentur wurde 1909 von John Moody gegrĂŒndet. Damals lieferte die Agentur Ratings zu Eisenbahn-Anleihen gegen Bezahlung an Investoren. 1914 wurde Moody’s Investors Service gegrĂŒndet. Seit 1970 verlangt Moody’s die GebĂŒhren nicht mehr von den Investoren, sondern von den Emittenten. 1975 wurde Moody’s von der SEC in die Liste der Nationally Recognized Statistical Rating Organization (NRSRO) aufgenommen.

Bis MĂ€rz 2009 besaß Warren Buffetts Unternehmen Berkshire Hathaway 48 Millionen Aktien von Moody’s, danach verringerte er seinen Anteil auf 28 Millionen. [3] Buffets Anteil am Unternehmen liegt nun bei 13 Prozent, womit er grĂ¶ĂŸter Anteilseigner und der einzige mit einem Anteil von ĂŒber 5 Prozent ist. [4]

In seinem Jahresbericht 2010 gab Moody’s bekannt, dass die US-Börsenaufsicht SEC dem Unternehmen im MĂ€rz 2010 förmlich (Wells Notice [5]) mitgeteilt hatte, dass sein Antrag aus dem Jahr 2007, weiterhin eine NRSRO zu bleiben, möglicherweise neu geprĂŒft werde. [6]

Marktposition

Moody’s bewertet Wirtschaftsunternehmen und Banken nach ihren veröffentlichten Zahlen und beurteilt das Management. DarĂŒber hinaus bewertet das Unternehmen auch Staatsanleihen. Moody’s ist die zweitgrĂ¶ĂŸte Ratingagentur und beherrscht 40 Prozent dieses Marktes. Die drei Ratingagenturen S&P, Moody’s und Fitch Ratings dominieren 95 Prozent des Weltmarkts. Die Umsatzrendite von Moody’s lag im Jahr 2011 ĂŒber 40 Prozent. [7]

Im Jahr 2009 haben S&P und Moody’s nach eigenen Angaben gemeinsam ĂŒber eine Million Kredite bewertet; damit waren etwa je Agentur 1.000 Analysten befasst. Die Agenturen stellen den Emittenten der Schuldverschreibung je Bewertung 3 bis 4 Basispunkte in Rechnung, abhĂ€ngig vom Emissionsvolumen. Neben der Preisgestaltung von einzelnen Emissionen gibt es ein weiteres Preismodell fĂŒr Großunternehmen und -banken, die hĂ€ufig Darlehen aufnehmen, in einer Art „Flatrate“. Die Einnahmen erscheinen gering, aber es ist die Masse der AuftrĂ€ge, die die hohen Gewinne erbringt. Das Ergebnis wird zusĂ€tzlich durch die geringen Personalkosten befördert.

Moody’s war wesentlich an der BonitĂ€tsbeurteilung der verbrieften Hypothekenkredite in den USA beteiligt und erzielte damit 44 Prozent seiner UmsĂ€tze. Diese Hypothekenform waren eine wesentliche Ursache der Finanzkrise 2008. Rudolf Hickel bezeichnete die drei Ratingagenturen als „private Lizenz zum Geldscheffeln“. [8] Moody's teilte am 13. Januar 2017 mit, dass im Rahmen eines Vergleichs mit US-Behörden 864 Millionen Dollar (etwa 812 Millionen Euro) an Strafgeldern bezahlt werden. Davon 437,5 Millionen Dollar als Bußgeld an das US-Justizministerium und weitere 426,3 Millionen an 20 US-Bundesstaaten. ZusĂ€tzlich muss Moody’s Maßnahmen setzen, um die IntegritĂ€t, UnabhĂ€ngigkeit und QualitĂ€t der Kreditbewertungen zu stĂ€rken. [9] Standard & Poor’s hat zuvor in einem Vergleich mit dem US-Justizministerium, 19 Bundesstaaten und der Hauptstadt Washington insgesamt 1,5 Milliarden Dollar (1,32 Milliarden Euro) bezahlen mĂŒssen. Zum Vergleich: Der Internationale WĂ€hrungsfonds (IWF) geht in einer Kalkulationen vom August 2009 von Gesamtverlusten von 11,9 Billionen US-Dollar aus. [10] Eine Studie der Deutsche Bank Research bezifferte die krisenbedingte Minderung des weltweiten Bruttoinlandsprodukts auf vier Billionen US-Dollar. [11]

Ratings

Europakarte der Ratings von Moody’s (Stand 2016)

Die von Moody’s verwendeten BonitĂ€tsnoten, die sich marginal von anderen Ratingagenturen unterscheiden, sind:

AnlagewĂŒrdig (englisch investment grade)

  • Aaa – ZuverlĂ€ssige und stabile Schuldner höchster QualitĂ€t
  • Aa – Gute Schuldner, etwas höheres Risiko als Aaa
  • A – Wirtschaftliche Gesamtlage ist zu beachten
  • Baa – Schuldner mittlerer GĂŒte, die momentan zufriedenstellend agieren

Spekulativ (englisch speculative grade)

  • Ba – Sehr abhĂ€ngig von wirtschaftlicher Gesamtlage
  • B – Finanzielle Situation ist notorisch wechselhaft
  • Caa – Spekulativ, niedrige Einnahmen des Schuldners
  • Ca – in der Regel liegen hier bereits Zahlungsstörungen vor
  • C – in Zahlungsverzug
  • NR – keine Bewertung (englisch not rated)

Anleihen von spekulativem Grad sind die sogenannten Hochzinsanleihen, auch Schrott- oder Ramschanleihen genannt (englisch junk bond).

ZusĂ€tzlich werden die numerischen Postfixe (AnhĂ€nge) „1“, „2“ und „3“ fĂŒr die BonitĂ€tsnoten Aa bis Caa verwendet. Eine „1“ bedeutet, dass sich das BonitĂ€tsurteil im oberen Drittel der Hauptnote befindet; analog stehen „2“ und „3“ fĂŒr das mittlere und das untere Drittel.

Siehe auch: Rating (enthÀlt eine Vergleichstabelle mit den BonitÀtsnotenskalen der wichtigsten Ratingagenturen) zudem Liste der LÀnder nach Kreditrating

Weblinks

  Commons: Moody’s â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Management Team
  2. ↑ a b c GeschĂ€ftsbericht 2015 ( Memento des Originals vom 7. April 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. @1 @2 Vorlage:Webachiv/IABot/ir.moodys.com
  3. ↑ Formblatt der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC ĂŒber VerkĂ€ufe von Moody's-Corporation-Aktien durch Berkshire Hathaway, Inc. (Nicht mehr online verfĂŒgbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 17. August 2011 (englisch). @1 @2 Vorlage:Toter Link/ir.moodys.com ( Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prĂŒfe den Link gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. ↑ Unternehmens-Richtlinie zur ÜberprĂŒfung von zugehörigen Unternehmen auf moody's.com. (Nicht mehr online verfĂŒgbar.) Archiviert vom Original am 9. September 2011; abgerufen am 17. August 2011 (englisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. @1 @2 Vorlage:Webachiv/IABot/ir.moodys.com
  5. ↑ Wells Notice in der englischen Wikipedia.
  6. ↑ Moody’s Faces Possible SEC Action. The Wall Street Journal, 8. Mai 2010 (englisch).
  7. ↑ Rudolf Hickel: Zerschlagt die Banken, S. 100 u. 102, Econ Verlag, Berlin 2012. ISBN 978-3-430-20141-4
  8. ↑ Rudolf Hickel: Zerschlagt die Banken, S. 102, Econ Verlag, Berlin 2012. ISBN 978-3-430-20141-4
  9. ↑ Moody's zahlt 864 Millionen Dollar wegen geschönten Ratings, Luxemburger Wort, 14. Januar 2017.
  10. ↑ IWF erhöht Prognose ĂŒber Kosten der Finanzkrise auf 11,9 Billionen US-Dollar
  11. ↑ Bernhard Graf, Stefan Schneider: „Wie bedrohlich sind die mittelfristigen Inflationsriiken?“ In: Deutsche Bank Research 30. April 2009 (PDF; 301 kB)