L’Express Information

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L’Express
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Beschreibung Nachrichtenmagazin
Sprache Französisch
Verlag Mag&NewsCo ( Frankreich)
Erstausgabe 16. Mai 1953
Erscheinungsweise wöchentlich
Weblink lexpress.fr
ISSN

L’Express ist eines der Ă€ltesten und auflagenstĂ€rksten französischen Nachrichtenmagazine. Die seit Mitte Mai 1953 bestehende Wochenzeitschrift zur allgemeinen und politischen Information wurde von dem Journalisten Jean-Jacques Servan-Schreiber (1924–2006) gegrĂŒndet und finanziert.

Geschichte

L’Express unterstĂŒtzte zunĂ€chst die gemĂ€ĂŸigte Linke, in diesem Fall Pierre MendĂšs France. Aufgrund seiner antikolonialistischen Haltung stand das Magazin der französischen Algerienpolitik ablehnend gegenĂŒber und kritisierte ab 1954 als einziges die von Teilen der Armee in Algerien praktizierte UnterdrĂŒckung und Folter. 1958 stellte sich das Blatt gegen Charles de Gaulle und unterstĂŒtzte die Kandidatur Gaston Defferres, des sozialistischen BĂŒrgermeisters von Marseille, um die PrĂ€sidentschaftswahl.

Auch bekannte Autoren wie Albert Camus, AndrĂ© Malraux, François Mauriac und Jean-Paul Sartre schrieben fĂŒr den Express.

Als die Auflage von 1962 bis 1964 von 200.000 auf 125.000 Exemplare sank, entschloss sich Jean-Jacques Servan-Schreiber (JJSS), das Magazin in ein Nachrichtenmagazin nach dem Vorbild der amerikanischen TIME und des deutschen Der Spiegel umzuwandeln: Format und Layout wurden geĂ€ndert, Seitenzahl und WerbeflĂ€che vergrĂ¶ĂŸert. L’Express fand eine mit der Umstellung auf das Wochenmagazinformat steigende Verbreitung. [1] 1965 wurden durchschnittlich 250.000 Exemplare pro Ausgabe verkauft.

1970 wurde JJSS GeneralsekretĂ€r der PRRRS ( Parti radical) und gab weitgehend seine Verpflichtungen bei L’Express auf. Sein Wunsch nach weiterer UnterstĂŒtzung seiner politischen Ambitionen durch das Wochenmagazin beschwor eine Konfliktsituation herauf. Sein Bruder Jean-Louis gab seinen Direktorposten auf und verkaufte seine Anteile; Claude Imbert schied aus und grĂŒndete Le Point, ein Konkurrenzblatt.

1977 trat JJSS 45 Prozent des Kapitals von L’Express an den Finanzmann Jimmy Goldsmith ab, der die redaktionelle Ausrichtung des Blattes Ă€nderte. Der Marktanteil unter den Wochenmagazinen betrug 1988 14,9 %, die Ausrichtung war (laut der EinschĂ€tzung in der Literatur) politisch rechts. [2] Einige Wechsel in der Redaktion hatten mittlerweile das Image des Magazins beschĂ€digt; mehrfacher Wechsel der EigentĂŒmer, verbunden mit wiederholten Versuchen, die redaktionelle Ausrichtung zu bestimmen, schufen eine konflikttrĂ€chtige und unĂŒbersichtliche Lage herauf. Diese Konflikte gipfelten 1994 in der Entlassung des Chefredakteurs Yann de L’Écotais.

Seit 2000

2004 kam Serge Dassault an die Spitze der Gruppe Socpress, zu der L’Express und L’Expansion gehören. Im Jahr 2006 kaufte die belgische Roularta Media Group den Express-Expension Verlag. Seit 2015 gehört das Magazin mehrheitlich Patrick Drahi, der auch ein Konglomerat im Telekommunikationssektor besitzt. [3]

Andere Nachrichtenmagazine

Weblinks

Fußnoten

  1. ↑ Douglas Johnson: Obituary: Jean-Jacques Servan-Schreiber. In: theguardian.com. 11. August 2016, abgerufen am 15. Januar 2017.
  2. ↑ Peter Humphreys: Mass Media and Media Policy in Western Europe. Manchester University Press, 1996, ISBN 978-0-719-03197-7, S. 88 ( eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. ↑ Patrick Drahi – ParvenĂŒ im Kaufrausch. In: sueddeutsche.de. 25. Mai 2015, abgerufen am 15. Januar 2017.