Kap Verde Information

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República de Cabo Verde
Republik Cabo Verde
Flagge von Kap Verde
Wappen von Kap Verde
Flagge Emblem
Wahlspruch: Unidade, Trabalho, Progresso

( por., „Einheit, Arbeit, Fortschritt“)

Amtssprache Portugiesisch (Umgangssprache: Kreolisch)
Hauptstadt Praia
Staats- und Regierungsform parlamentarische Republik
Staatsoberhaupt Präsident
Jorge Carlos Fonseca
Regierungschef Premierminister
Ulisses Correia e Silva
Fläche 4.033 km²
Einwohnerzahl 550.000 (Schätzung 2020) [1]
Bevölkerungsdichte 136 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung   +1,35 % [2] (2016)
Bruttoinlandsprodukt
  • Nominal
  • Total ( KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2016 [3]
  • 1,636 Mrd. USD ( 169.)
  • 3,540 Mrd. USD ( 166.)
  • 3.078 USD ( 126.)
  • 6.662 USD ( 126.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,665 ( 126.) (2019) [4]
Währung Kap-Verde-Escudo (CVE)
Unabhängigkeit 5. Juli 1975 (von Portugal)
Nationalhymne Cântico da Liberdade
Zeitzone UTC−1
Kfz-Kennzeichen CV
ISO 3166 CV, CPV, 132
Internet-TLD .cv
Telefonvorwahl +238
Seit Juli 2004 wird bei alten Telefonnummern eine 2 vorangestellt, Beispiel: +238 2 XXXXXX.
Ägypten Tunesien Libyen Algerien Marokko Mauretanien Senegal Gambia Guinea-Bissau Guinea Sierra Leone Liberia Elfenbeinküste Ghana Togo Benin Nigeria Äquatorialguinea Kamerun Gabun Republik Kongo Angola Demokratische Republik Kongo Namibia Südafrika Lesotho Eswatini Mosambik Tansania Kenia Somalia Dschibuti Eritrea Sudan Ruanda Uganda Burundi Sambia Malawi Simbabwe Botswana Äthiopien Südsudan Zentralafrikanische Republik Tschad Niger Mali Burkina Faso Jemen Oman Vereinigte Arabische Emirate Saudi-Arabien Irak Iran Kuwait Katar Bahrain Israel Syrien Libanon Jordanien Zypern Türkei Afghanistan Turkmenistan Pakistan Griechenland Italien Malta Frankreich Portugal Madeira Spanien Kanaren Kap Verde Mauritius Réunion Mayotte Komoren Seychellen Madagaskar São Tomé und Príncipe Antarktika Südgeorgien (Vereinigtes Königreich) Paraguay Uruguay Argentinien Bolivien Brasilien Frankreich (Französisch-Guayana) Suriname Guyana Kolumbien Kanada Dänemark (Grönland) Island Norwegen Schweden Finnland Irland Vereinigtes Königreich Niederlande Belgien Dänemark Schweiz Österreich Deutschland Slowenien Kroatien Tschechische Republik Slowakei Ungarn Polen Russland Litauen Lettland Estland Weißrussland Moldau Ukraine Maszedonien Albanien Montenegro Bosnien und Herzegowina Serbien Bulgarien Rumänien Georgien Aserbaidschan Armenien Kasachstan Usbekistan Russland Vereinigtes Königreich (Falklandinseln) Chile Venezuela Peru Trinidad und Tobago Ecuador Vereinigte Staaten Mexiko Kuba Niederlande (ABC-Inseln) Costa Rica Honduras El Salvador Guatemala Belize Jamaika Haiti Dominikanische Republik Bahamas Nicaragua Inseln über dem Winde (multinational) Puerto Rico (zu Vereinigte Staaten) Vereinigtes Königreich (Kaimaninseln) Vereinigtes Königreich (Turks- and Caicosinseln) Vereinigtes Königreich (Bermuda) Frankreich (St.-Pierre und Miquelon) PanamaCape Verde on the globe (Cape Verde centered).svg
Über dieses Bild

Kap Verde [ ˌkapˈvɛrdə] (amtlich [5] [6] portugiesisch Cabo Verde [ ˌkabuˈveɾdɨ], im Deutschen veraltet: „Inseln des Grünen Vorgebirges“) ist ein afrikanischer Inselstaat, bestehend aus den Kapverdischen Inseln mit neun bewohnten Inseln [7] im Zentralatlantik, 570 Kilometer vor der Westküste des afrikanischen Kontinents. Der Archipel hat eine Landfläche von 4033 km² und etwa 550.000 Einwohner. Die Hauptstadt ist Praia.

Die ehemalige portugiesische Kolonie zählt heute zu den stabilsten und wohlhabendsten Ländern Afrikas.

Geografie

Lage

Die Republik Kap Verde liegt im Zentralatlantik vor der Westküste des afrikanischen Kontinents. Die Inselgruppe besteht aus 15 Inseln und weiteren kleinen Eilanden, von denen neun bewohnt sind. Es wird unterschieden zwischen den nördlichen Inseln über dem Wind (Ilhas de Barlavento) und den südlichen Inseln unter dem Wind (Ilhas de Sotavento). Die Inseln über dem Wind sind Santo Antão, São Vicente, São Nicolau, Sal, Boa Vista und die unbewohnten Inseln Santa Luzia, Branco und Raso. Zur Sotavento-Gruppe gehören Maio, Santiago, Fogo und Brava sowie die unbewohnte Inselgruppe der Ilhéus do Rombo.

Fauna und Flora

Die Vegetation der Kapverdischen Inseln ist aufgrund der Trockenheit halbwüstenähnlich. Es gibt unter anderem trockene Grasfluren, im östlichen Teil sind die Inseln auch mit großen Dünen oder Salzsümpfen ( Mangroven) bedeckt. Dazu kommen einige Palmenarten wie die Kanarische Dattelpalme, die an die Trockenheit angepasst sind.

Die Tierwelt auf den Inseln ist vergleichsweise artenarm. Vor der Besiedlung durch den Menschen waren bis auf eine Fledermausart keine Säugetiere auf den Inseln vorhanden. Zudem gibt es einige kleine Reptilienarten, zum Beispiel Geckos und Skinke. An den Stränden legen Meeresschildkröten gelegentlich ihre Eier ab.

Geologie

Der Archipel der Kapverden ist vulkanischen Ursprungs. Die höchste Erhebung der Kapverden ist der ebenmäßige Vulkankegel des Pico do Fogo mit 2829 Metern Höhe. 1995 brach er nach einer 44-jährigen Ruhephase wieder aus. Hierbei entstand der 1920 m hohe Parasitärkrater „Pequeno Fogo“, an dessen Rändern noch heiße Fumarolen tätig sind. Dieser Parasitärvulkan war ab dem 23. November 2014 wieder aktiv und spie Aschewolken und Feuer. Durch die austretende Lava, die sich in die Caldeira mit drei Hauptströmen ergoss, wurden zwei Ortschaften und einige weitere, kleine Ansiedlungen in der Caldeira zerstört. Die vulkanischen Aktivitäten endeten am 8. Februar 2015. Die Inseln im Nordwesten Santo Antão, São Vicente und São Nicolau sowie Santiago sind ebenfalls jung-vulkanisch und hochgebirgig, während die östlichen Inseln weitaus älter, bis auf einige Zeugenberge flach abgetragen und mit einem Kalksockel ausgestattet sind. Zum Archipel gehören auch noch folgende Tiefseeberge ( englisch Seamounts): Seamount Nola (westlich Santo Antãos), Seamount Boavista (östlich Boa Vistas), Seamount Cape Verde (südöstlich Boa Vistas), Seamount Maio (östlich Maios) und Seamount Cadamosto (südlich Bravas). Möglicherweise gehört auch das Riff João Valente südlich von Boa Vista zu den Seamounts. Auf den Inseln gibt es bis auf die Ribeira da Torre und die Ribeira da Paúl (beide auf der Insel Santo Antão) keine permanent wasserführenden Flüsse oder Bäche. Im Inselinneren Boavistas besteht ganzjährig der kleine Süßwassersee Odjo d’Água. In der Regenzeit schwellen die ansonsten trockenen Täler der Ribeiras (= Bäche) oft zu reißenden Strömen an und zerstören Straßen und Wege, die dann mitunter längere Zeit unpassierbar bleiben.

Klima

Auf den Kapverdischen Inseln herrscht ähnlich wie auf den Kanarischen Inseln ein mildes ozeanisches Klima. Es ist aber wärmer und trockener und wird vom Nordostpassat bestimmt. Das Klima ist durch geringe Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht (meist um 5 °C) und durch ganzjährig relativ hohe Luftfeuchtigkeit (um 70 %) gekennzeichnet. So liegen die Tagestemperaturen das ganze Jahr zwischen 23 und 30 °C, wobei die Nachtwerte im Winter (Januar bis April) um 18 und im Sommer (August bis Oktober) um 24 °C liegen. Der Boden ist überall sehr trocken, die durchschnittliche Niederschlagsmenge in der Hauptstadt liegt bei etwa 250 mm jährlich, sonst meist nur zwischen 100 und 200 mm. Der meiste Niederschlag fällt von August bis November. Die Wassertemperaturen mit 22 bis 27 °C machen das Land für den Strandtourismus attraktiv.

Praia
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Praia
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur ( °C) 24,8 25,0 26,1 26,4 27,1 27,9 28,0 28,6 29,7 29,2 28,0 25,6 Ø 27,2
Min. Temperatur (°C) 20,0 19,4 19,7 20,3 21,0 21,9 22,9 23,8 24,0 23,6 22,7 21,3 Ø 21,7
Niederschlag ( mm) 2 2 0 0 0 0 8 45 105 58 30 10 Σ 260
Sonnenstunden ( h/d) 7,2 8,3 9,0 9,5 9,9 9,3 7,0 6,5 7,2 7,9 7,8 6,6 Ø 8
Regentage ( d) 0 0 0 0 0 0 2 5 6 4 1 1 Σ 19
Wassertemperatur (°C) 23 22 22 23 23 24 24 25 26 27 26 24 Ø 24,1
Luftfeuchtigkeit ( %) 64 62 59 63 65 67 72 74 76 73 68 67 Ø 67,5
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23,8
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24,0
29,2
23,6
28,0
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25,6
21,3
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Bevölkerung

Herkunft der Bevölkerung

Die Kapverdischen Inseln waren vor ihrer Entdeckung und Besiedlung durch Portugiesen unbewohnt. Aus der Durchmischung der Kulturen europäischer Siedler und afrikanischer Sklaven bildete sich eine neue kreolische Kultur.

Eine Studie zur Genetik der Bevölkerung der Kapverden aus dem Jahre 2010 kam zum Ergebnis, dass der europäische Anteil an den Genen bei 43 Prozent liegt und der afrikanische bei 57. [8]

Demografie

Bevölkerungspyramide Kap Verde 2016

Die Geschichte von Kap Verde ist geprägt von wiederholten Einwanderungswellen aus Portugal und Madeira, starkem wirtschaftlichem Einfluss der Engländer und massenhafter Emigration als Antwort auf wiederholte Hungerkatastrophen. 2010 kamen zu den damals etwa 516.000 Bewohnern des Archipels geschätzte 700.000 in der Diaspora lebende Kapverdianer hinzu. Wegen der Armut des Landes gibt es kaum Einwanderer, doch haben sich in den letzten Jahren in Praia eine Reihe von Nigerianern (meist Händler) niedergelassen.

Gut die Hälfte der Bevölkerung konzentriert sich auf die Hauptinsel Santiago.

Bevölkerungsentwicklung (laut UN) [9]
Jahr Einwohnerzahl
1950 178.000
1960 202.000
1970 269.000
1980 284.000
1990 338.000
2000 428.000
2010 493.000
2020 556.000
2030 610.000

Nach der Volkszählung aus dem Jahr 2000 liegt das Geschlechterverhältnis weiblich zu männlich bei 51,9 zu 48,1 %. Bedingt durch Hungersnöte und die daraus resultierende Auswanderung fehlt die Generation der in den 1940er und 1950er Jahre Geborenen fast völlig. Rund ein Drittel der Bevölkerung sind jünger als 15 Jahre. Der Altersdurchschnitt betrug im Jahr 2000 17,4 Jahre, das Bevölkerungswachstum lag bei 2,4 % pro Jahr.

Der durchschnittliche Haushalt hat 4,6 Mitglieder, 54 % der erwachsenen Bevölkerung bezeichnen sich als ledig, 24 % leben in Partnerschaft, ohne verheiratet zu sein, und 16 % sind verheiratet. Drei Prozent leben getrennt oder sind geschieden. Das lässt sich darauf zurückführen, dass das portugiesische Recht die Heirat unter Sklaven oder zwischen Sklaven und Freien nicht erlaubte. Hierdurch entstand in kreolischen Gesellschaften eine Vielfalt an Formen des Zusammenlebens, die bis heute überlebt hat.

Die Aussicht auf ein besseres Leben zieht die junge Landbevölkerung in die Städte oder in die Nähe der Hauptverbindungsstraßen. Heute zählen schon 54 % zur Stadtbevölkerung.

Städte

Die einzige Großstadt ist die Hauptstadt Praia. Nur wenige Städte erreichen mehr als 10.000 Einwohner. Diese Zahlen beziehen sich nur auf die Kernstadt und nicht das gesamte Verwaltungsgebiet der Stadt (municipality).

Die größten Städte Kap Verdes laut Zensus 2010:
Stadt Einwohner Bezirk Insel
Praia 127.800 Praia Santiago
Mindelo 70.500 São Vicente São Vicente
Espargos 17.100 Sal Sal
Assomada 12.000 Santa Catarina Santiago
Porto Novo 9.400 Porto Novo Santo Antão
Pedra Badejo 9.300 Santa Cruz Santiago
Santa Maria 9.300 Sal Sal
São Filipe 8.100 São Filipe Fogo
Tarrafal 6.200 Tarrafal Santiago
Sal Rei 5.400 Boa Vista Boa Vista

Sprachen

Die Amtssprache von Kap Verde ist Portugiesisch; Nationalsprache ist das Kapverdische Kreol (Krioulo), das verschiedene Varianten hat. Die größten Unterschiede bestehen zwischen dem Kreol von Santiago und dem von Santo Antão, sie können bis zur gegenseitigen Unverständlichkeit gehen. Es bestehen große Ähnlichkeiten zwischen dem Kreol von Santiago und dem von Guinea-Bissau. Vor allem unter der jüngeren Generation ist durch verstärkte Bildung und durch die Nutzung portugiesischsprachiger Medien ein Prozess der Dekreolisierung festzustellen.

Die Regierung strebt an, das Krioulo zur Amtssprache zu machen. Als offiziell anerkannte Schreibweise hat man sich auf die Regelungen von ALUPEC geeinigt. Französisch und Englisch werden von Teilen der jüngeren Bevölkerung in der Schule erlernt.

Religion

Kapverdier sind in der Mehrheit römisch-katholischen Glaubens (mehr als 90 %). Andere christliche Konfessionen sind auch in Kap Verde vorhanden, vor allem die protestantische Kirche des Nazareners, die Siebenten-Tags-Adventisten, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), Zeugen Jehovas, Pfingstkirchen und andere Adventisten. Es gibt kleine Minderheiten von Muslimen und Bahai. Auch die Universale Kirche des Reichs Gottes hat Anhänger in Kap Verde. Die Religionsfreiheit ist durch die Verfassung garantiert und auch von der Regierung respektiert. Es gibt gute Beziehungen zwischen den verschiedenen Glaubensrichtungen.

Bildung

Familie mit Kindern in Tarrafal auf der Insel Santiago

Grundschulbildung ist für Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren verpflichtend und für 6- bis 12-Jährige kostenlos. Für 90 % der Schulkinder sind Schulbücher vorhanden. 83 % der Lehrer haben eine Lehrerausbildung absolviert. Viele Schüler und manche Lehrer sprechen zu Hause Kreol und beherrschen die portugiesische Sprache nicht perfekt. Die Ausgaben für Schulmaterialien, Bücher und Mahlzeiten sind nicht hinreichend; für einige Stufen gibt es eine hohe Wiederholerquote. [10]

Zu den Grundschulen kommen in Praia, Mindelo u. a. Sekundarschulen, die bis zur Hochschulreife führen. Im Jahr 2006 wurde unter Eingliederung einiger Fachhochschulen die Universidade de Cabo Verde gegründet, die sich zügig entwickelt. [11] Daneben gibt es die private Universidade Jean Piaget, eine Filiale des Instituto Jean Piaget in Portugal. [12]

Die Alphabetisierungsrate lag 2019 bei 86,8 % der Bevölkerung. Die durchschnittliche Schulbesuchsdauer der über 25-Jährigen liegt bei 6,3 Jahren. Die erwartete Schulbesuchsdauer der neuen Schülergeneration liegt mit 12,7 Jahren doppelt so hoch. [13]

Gesundheit

Die Lebenserwartung bei der Geburt ist eine der höchsten in Afrika. 2019 betrug sie 73 Jahre (Männer: 69,5 Jahre, Frauen: 76,2 Jahre). [13] Es gibt 49 Ärzte pro 100.000 Einwohner. [14]

Geschichte

Die unbewohnten Inseln wurden 1445 von António Fernandes umrundet und 1456 von dem in portugiesischen Diensten fahrenden Venezianer Alvise Cadamosto entdeckt und erstmals betreten (Boa Vista). Antonio da Noli, ein ebenfalls im Auftrag des portugiesischen Prinzen Heinrich des Seefahrers fahrender genuesischer Kapitän, setzte ab 1458 im Zusammenwirken mit Diogo Gomes die Erkundung der Inseln fort, entdeckte den größten Teil der übrigen östlichen Kapverden, taufte den Archipel auf den Namen Ilhas de Cabo Verde und begann ab 1461 als Gouverneur der portugiesischen Krone mit der Besiedlung der Inseln. Tatsächlich behauptete Diogo Gomes später, als erster der beiden die Insel Santiago von weitem gesichtet und auch als erster betreten zu haben. Antonio da Noli gelang es jedoch früher, die Rückreise nach Portugal anzutreten, und er wurde daraufhin verständlicherweise von Heinrich dem Seefahrer mit dem Zuspruch der Entdeckung belohnt, die nach den Worten von Diogo Gomes „ich, Gomes, entdeckt habe“. Aufgrund der Rivalität der beiden gilt deshalb Diogo Gomes in der portugiesischen Geschichtsschreibung als der wahre Entdecker der Hauptinsel Santiago. [15]

Die Inseln wurden von den Portugiesen nach dem Cabo Verde (Grünes Kap) an der Westküste Afrikas benannt. Der Name gibt die Entdeckungsgeschichte und die spätmittelalterliche Technik der Navigation wieder. Auch folgten, bis zur sicheren Bestimmung der geografischen Länge im 18. Jahrhundert, die Navigatoren der westafrikanischen Küste bis zum Kap, um die Inselgruppe in der Weite des Atlantiks nicht zu verfehlen. Schon Christoph Kolumbus, der 1498 auf seiner dritten Reise nach Amerika die Kapverden streifte, merkte an, dass die Bezeichnung wenig zum zumeist wüstenhaft trockenen Charakter der Inselgruppe passe.

Die Besiedlung der Inselgruppe begann mit einer kleinen portugiesischen Militärstation 1461 auf der Hauptinsel Santiago sowie auf der Insel Fogo.

Im Jahre 1532 errichtete man ein eigenständiges Bistum. Mit der Entsendung eines Generalgouverneurs erhielt die Insel einen offiziellen Status als portugiesische Kolonie. Wirtschaftshistorisch spielte Kap Verde ab 1461 eine Rolle als portugiesische Militärstation und Vorposten für weitere Entdeckungsfahrten sowie zur Gewinnung von Roccella tinctoria, einer Färberflechte.

Von 1500 bis etwa 1620 spielte die Insel Santiago eine bedeutende Rolle im transatlantischen Sklavenhandel als Umschlags- und Versorgungsstation. Im Anschluss belebte lediglich der Salzhandel unter englischer Kontrolle, der bis 1850 den großen natürlichen Hafen von Mindelo auf São Vicente aufblühen ließ, die ansonsten dahinsiechende Wirtschaft. Englische Kohlehandelsgesellschaften machten aus ihm den viertgrößten Kohlehafen zur Versorgung der rasant wachsenden Dampfschifffahrt. Als der Kohlehandel ab den 1880er Jahren nachließ, ersetzten neun auf São Vicente zusammenlaufende transatlantische Unterseekabel einen Teil der Bedeutung der Inselgruppe.

Während des Estado Novo unter António de Oliveira Salazar erlangte Kap Verde eine traurige Berühmtheit durch das Konzentrationslager Tarrafal (Campo do Tarrafal) auf der Insel Santiago. Auch innerhalb Portugals prägten linke Intellektuelle aus der damaligen portugiesischen Überseeprovinz der Kapverden, allen voran Amílcar Cabral und dessen Halbbruder Luís Cabral, die gemeinsame Bewegung gegen das autoritäre Regime des sogenannten Estado Novo und dessen Kolonialkrieg mit. Am 25. April 1974 brachte die Nelkenrevolution die Diktatur unter Staatspräsident Marcelo Caetano schließlich zu Fall.

Wie in allen portugiesischen Überseegebieten wurde unter dem Vorsitz eines Hohen Kommissars der neuen linksgerichteten portugiesischen Militärregierung (Revolutionsrat) die Bildung einer gemischten Übergangsverwaltung vereinbart, die freie Wahlen zu einer verfassunggebenden Versammlung und die Entlassung der Kapverden in die Unabhängigkeit vorbereiten sollte.

Die Partido Africano da Independência da Guiné e Cabo Verde (PAIGC, portugiesisch für „Afrikanische Partei für die Unabhängigkeit von Guinea und Kap Verde“) hatte sich im Widerstand gegen die Diktatur einen hohen Vertrauensvorschuss erworben und dominierte diese Wahlen. Sie errang alle Sitze in der verfassunggebenden Versammlung und strebte nun, wie ihr Name schon sagt, die Vereinigung der Kapverden mit Guinea-Bissau an, der vormaligen portugiesischen Überseeprovinz Guinea auf dem afrikanischen Festland.

Am 5. Juli 1975 wurde die Unabhängigkeit ausgerufen, und die linksnationale Befreiungsbewegung PAIGC wurde zur allein regierenden Partei. Erster Staatspräsident des gemeinsamen Staats wurde Aristides Pereira. Den Wahlsieg nutzte die marxistisch geprägte PAIGC umgehend zum Ausbau ihrer Machtpositionen und zur Errichtung einer neuerlichen, nunmehr eben linksgerichteten Einparteiendiktatur. Eine der ersten Maßnahmen war die Gründung einer marxistischen Einheitsgewerkschaft, der sofort das Verbot aller freien und unabhängigen Gewerkschaften folgte.

In den Jahren der marxistischen Diktatur wuchsen allerdings auch die Widersprüche und Spannungen innerhalb der regierenden Bewegung des PAIGC, der in seinen Leitungsgremien sehr stark durch Persönlichkeiten geprägt war, die von den Kapverdischen Inseln stammen. Dagegen regte sich im Lauf der Jahre ein immer stärker werdender Widerstand der Funktionäre vom afrikanischen Festland Guinea-Bissau. Die unüberwindbaren Gegensätze zwischen den kreolischen Mulatten von den Kapverdischen Inseln und den überwiegend schwarzafrikanischen Parteiführern des Festlandes (Guinea-Bissau) führten schließlich im Jahre 1981 zu einem Putsch in der Regierungshauptstadt Bissau, der vor allem das Ziel hatte, die Vorherrschaft der kapverdischen Leitungskader innerhalb der Partei zu beenden, und überdies auch deutlich von rassistischen Ressentiments gegen die kreolischen Mischlinge angetrieben wurde.

Während des blutig verlaufenen Putsches wurde der vom Festland stammende Nino Vieira von seinen Anhängern zum Präsidenten ausgerufen. In der Folge löste sich die gemeinsame Partei auf, und die Bestrebungen zur Vereinigung der beiden Staaten wurde aufgegeben. Während die marxistische Bewegung in Guinea-Bissau ihren Namen beibehielt, benannte sie sich auf den Kapverden in Partido Africano da Independência de Cabo Verde (PAICV) um.

Bei den gelenkten Scheinwahlen des Jahres 1985 erhielt die PAICV zwar die üblichen 94,5 % aller Stimmen; jedoch wurden immer mehr Stimmen laut, die eine Demokratisierung der Kapverdischen Republik forderten.

Der Einparteienstaat fand sein Ende durch eine Verfassungsänderung im Jahre 1990, durch die ein Mehrparteiensystem eingeführt wurde. Im selben Jahr gründete die Opposition die Bewegung für Demokratie (Movimento para a democracia/ MpD). Diese wurde in den ersten demokratischen freien Wahlen 1991 stärkste Kraft mit überwältigender absoluter Mehrheit (78 %). António M. Monteiro wurde zum Präsidenten der „zweiten Republik“ und verfolgte im darauf folgenden Jahrzehnt eine neoliberale, marktwirtschaftlich orientierte Politik und die Dezentralisierung in Landkreise. Verfassungsänderungen im Jahre 1993 stärkten die Position des Ministerpräsidenten und beschränkten den Präsidenten auf repräsentative Funktionen wie in einigen westeuropäischen Demokratien (z. B. Deutschland).

Durch die Wahlen zur Nationalversammlung von 2001 kehrte die PAICV mit einem sozialdemokratischen Profil in die Regierung zurück. Bei den Präsidentschaftswahlen in Kap Verde 2001 wurde Pedro Verona Rodrigues Pires (* 29. April 1934) zum neuen Präsidenten gewählt.

Bei den Parlamentswahlen im Januar 2006 konnte die PAICV ihren Vorsprung zu einer soliden absoluten Mehrheit (41 von 72 Sitzen) ausbauen, und bei den Präsidentschaftswahlen in Kap Verde 2006 wurde Pedro Pires in direkter Wahl bis 2011 im Amt bestätigt

Bei den Parlamentswahlen am 6. Februar 2011 gewann Premierminister José Maria Neves von der PAICV zum dritten Mal in Folge mit etwas über 50 % der insgesamt abgegebenen Stimmen die absolute Mehrheit im Parlament. [16]

Politik

Politische Indizes
Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
Fragile States Index 64,8 von 120 106 von 178 Stabilität des Landes: Warnung
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
2020 [17]
Demokratieindex 7,88 von 10 26 von 167 Unvollständige Demokratie
0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
2019 [18]
Freedom in the World 92 von 100 --- Freiheitsstatus: frei
0 = unfrei / 100 = frei
2020 [19]
Rangliste der Pressefreiheit 20,15 von 100 25 von 180 Zufriedenstellende Lage für die Pressefreiheit
0 = gute Lage / 100 = sehr ernste Lage
2020 [20]
Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 58 von 100 41 von 180 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2019 [21]

Politisches System

Kap Verde ist eine pluralistische parlamentarische Republik. [22] Staatsoberhaupt ist der Präsident, der für fünf Jahre direkt gewählt wird und einmal wiedergewählt werden kann. Aus den Präsidentschaftswahlen 2011 ging Jorge Carlos Fonseca von der MpD als Sieger hervor. Er wurde 2016 mit 74 % im Amt bestätigt.

An der Spitze der Regierung steht der Premierminister, der zwar vom Präsidenten ernannt wird, jedoch vorher vom Parlament nominiert werden muss und diesem gegenüber verantwortlich ist. Das Parlament besteht aus einer Kammer, der Nationalversammlung mit 72 Abgeordneten, die alle fünf Jahre in Mehrpersonenwahlkreisen gewählt werden. Von 2001 bis 2016 besaß die PAICV die Mehrheit in der Nationalversammlung, seit der Parlamentswahl in Kap Verde 2016 besitzt die MpD eine absolute Mehrheit im Parlament. Premierminister wurde Ulisses Correia e Silva.

Parteien

Aktuelle politische Parteien in Kap Verde
Partei Kürzel Politische Richtung Gründung
Afrikanische Partei für die Unabhängigkeit Kap Verdes PAICV ehemals sozialistisch, heute sozialdemokratisch 1956 als PAIGC gegründet
Unabhängige und demokratische Union Kap Verdes UCID liberal, vorwiegend im Ausland aktiv 1974
Bewegung für die Demokratie MpD konservativ 1990
Partei der sozialistischen Demokraten PSD sozialistisch 1992
Partei für demokratische Konvergenz PCD konservativ – Abspaltung der MpD 1994

Frauenwahlrecht

Die Geschichte des Frauenwahlrechts reicht in die Kolonialzeit zurück. Bis 1961, als alle die portugiesische Staatsangehörigkeit bekamen und in Kommunalwahlen wahlberechtigt wurden, waren alle Einheimischen (Männer wie Frauen) vom Wahlrecht ausgeschlossen. [23] Unter portugiesischer Verwaltung wählten Frauen am 15. April 1975 zum ersten Mal. [24] Als das Land 1975 unabhängig geworden war, wurde das allgemeine aktive und passive Wahlrecht auf nationaler Ebene zum 5. Juli 1975 eingeführt. [23] [25] Im Juli 1989 wurde das allgemeine aktive und passive Wahlrecht auch auf die lokale Ebene ausgedehnt. [24] Die erste Wahl einer Frau ins nationale Parlament, Carmen Pereira, erfolgte im Juli 1975. [25] [24]

Verwaltungsgliederung

Verwaltungstechnisch sind die Kapverden in 22 Kreise (concelhos, Singular concelho) unterteilt: Boa Vista, Brava, Maio, Mosteiros, Paúl, Praia, Porto Novo, Ribeira Grande, Sal, Santa Catarina, Santa Cruz, São Domingos, São Filipe, São Miguel, São Nicolau, São Vicente und Tarrafal. 2005 waren durch die Teilung bisheriger Kreise fünf neue entstanden: Ribeira Grande de Santiago (Abspaltung vom Kreis Praia), São Lourenço dos Órgãos (Abspaltung vom Kreis Santa Cruz), São Salvador do Mundo (Abspaltung vom Kreis Santa Catarina), Santa Catarina do Fogo (Abspaltung vom Kreis São Filipe) und Tarrafal de São Nicolau (Abspaltung vom Kreis São Nicolau).

Außenpolitik

Die kapverdische Außenpolitik ist offen, kooperativ und pragmatisch ausgerichtet und wird geprägt von den Beziehungen zu westafrikanischen Staaten und zur Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder, insbesondere den afrikanischen Staaten mit Amtssprache Portugiesisch. Insbesondere seit dem Cotonou-Abkommen 2000 nähert sich Kap Verde zudem immer weiter der EU an. [26]

Bedeutendster politischer Verbündeter sind die USA, ansonsten bestehen zu Portugal wirtschaftlich, kulturell, institutionell, gesellschaftlich und in vielen anderen Bereichen die engsten Beziehungen.

Die strategisch bedeutende Lage der Kapverden im Atlantik, wo sich bedeutende Seewege kreuzen, erlangt in jüngster Zeit eine Renaissance. Grund sind die internationalen Bemühungen im Kampf gegen den internationalen Drogenhandel und die organisierte Kriminalität, und der internationale Wunsch nach kontrollierten Handelswegen. [27]

Militär

Kap Verde gab 2017 knapp 0,5 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 9,4 Millionen US-Dollar für seine Streitkräfte aus. Das Militärbudget des Landes zählt damit zu den kleinsten der Welt. [28] [29]

Wirtschaft

Allgemein

Kap Verde verfügt über keine nennenswerten mineralischen Ressourcen und leidet unter dem extrem trockenen Sahel-Klima. Nur auf vier Inseln gibt es, wenn der jährliche Regen nicht ausbleibt, etwas Wasser für Bewässerungslandwirtschaft. Der Trockenfeldbau ist seit 1968 weitestgehend ausgefallen, und die landwirtschaftliche Produktion reicht nicht zur Eigenversorgung, so dass über 90 Prozent der Nahrungsmittel importiert werden müssen. [30]

Fischmarkt in Mindelo auf São Vicente (2004)
Windsurfen bei São Pedro auf São Vicente

Auch der Fischreichtum ist beschränkt und kann mit der einfachen handwerklichen Technik einheimischer Fischer nicht ausgeschöpft werden, weswegen ausländischen Flotten der größte Teil des Fangs überlassen werden muss. Exportiert werden Fisch, Langusten, Bananen, Textilien und einige Halbfertigwaren (Schuhe, Lederwaren). Der Tourismus entwickelt sich langsam und trägt etwa zehn Prozent zum Bruttosozialprodukt bei, wobei die Insel Sal am stärksten besucht ist und über die Hälfte der Gesamt-Bettenbelegungen mit Strandtouristen erreicht. Segler und Windsurfer nutzen gerne die günstig im Passat gelegenen Inseln. Die guten Möglichkeiten für Bergtourismus und historisch-kulturellen Tourismus, für eine ausgeglichene Entwicklung wesentlich förderlicher, werden sehr viel langsamer erschlossen. [31]

Der Kapverdische Escudo (CVE) wurde 1998 an den portugiesischen Escudo und 1999 an den Euro gekoppelt. Seit ihrer Gründung 1975 verfolgt die Nationalbank Kap Verdes eine kompromisslose Politik der Geldwertstabilität, um Emigranten zur Anlage ihres Sparvermögens in Kap Verde zu motivieren.

Die União Nacional dos Trabalhadores de Cabo Verde – Central Sindical (UNTC-CS) unter ihrem Generalsekretär Julio Ascençao Silva setzt sich ein für „anständige Arbeit“ (decent work [32]) und einen sozialen Mindestlohn. Die Gewerkschaft hat 1992 eine Kooperation mit Luxemburgs OGBL vereinbart.

Im Jahre 2008 wurde Kap Verde als zweites afrikanisches Land nach Botswana von einem wenig entwickelten Land zu einem Land mit mittleren Einkommen heraufgestuft. [33]

Etwa zwei Drittel der kapverdischen Familien erhalten Zuwendungen von Familienangehörigen in der Emigration; Geldsendungen nach Kap Verde machen gut ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts aus.

Um die Abhängigkeit vom teuren Öl zu mindern, wurde Ende Juli 2010 der Bau von vier Windparks auf den Inseln Santiago, São Vicente, Sal und Boa Vista mit einer Leistung von insgesamt 28 MW beschlossen. Seit 2011 gibt es zudem zwei 2,5 und 5 MW große Solarparks, die in der Mittagszeit einen großen Teil des landesweiten Strombedarfs decken können. [34]

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für 2017 wird auf 1,7 Milliarden US-Dollar geschätzt. In Kaufkraftparität beträgt das BIP 4 Milliarden US-Dollar oder 6900 US-Dollar je Einwohner. Das reale Wachstum betrug 4,0 %. Der Staat zählt zu den am höchsten verschuldeten der Welt.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar ( Kaufkraftparität) angeben. [35]

Jahr 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
BIP
(Kaufkraftparität)
0,23 Mrd. 0,41 Mrd. 0,69 Mrd. 0,84 Mrd. 1,37 Mrd. 2,05 Mrd. 2,30 Mrd. 2,58 Mrd. 2,81 Mrd. 2,79 Mrd. 2,87 Mrd. 3,04 Mrd. 3,13 Mrd. 3,21 Mrd. 3,29 Mrd. 3,36 Mrd. 3,53 Mrd. 3,96 Mrd.
BIP pro Kopf
(Kaufkraftparität)
798 1.287 1.633 2.106 3.089 4.278 4.778 5.338 5.793 5.750 5.883 6.205 6.195 6.268 6.342 6.396 6.643 6.944
BIP Wachstum
(real)
5,3 % 8,6 % 0,7 % 7,5 % 7,3 % 5,8 % 9,1 % 9,2 % 6,7 % −1,3 % 1,5 % 4,0 % 1,1 % 0,8 % 0,6 % 1,0 % 3,8 % 4,0 %
Inflation
(in Prozent)
15,1 % 5,9 % 11,1 % 8,4 % −2,4 % 0,4 % 4,8 % 4,4 % 6,8 % 1,0 % 2,1 % 4,5 % 2,5 % 1,5 % −0,2 % 0,1 % −1,4 % 0,8 %
Staatsverschuldung
(in Prozent des BIP)
83 % 85 % 77 % 65 % 57 % 65 % 72 % 79 % 91 % 102 % 116 % 126 % 129 % 126 %

Staatshaushalt

Der Staat finanziert sich hauptsächlich aus Einfuhrzöllen und indirekten Steuern. 2004 wurde eine Mehrwertsteuer von 15 % eingeführt. Die Regierung versucht, durch die Förderung ausländischer Direktinvestitionen die Grundlage für eine erfolgreichere Entwicklungspolitik zu legen. [36]

Der Staatshaushalt umfasste 2015 Ausgaben von umgerechnet 490 Millionen US-Dollar. Dem standen Einnahmen von umgerechnet 374 Millionen US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 7,1 % des Bruttoinlandsprodukts. [37] Die Staatsverschuldung betrug 2005 ca. 0,9 Milliarden US-Dollar oder ca. 90 % des BIP, [38] bis 2015 ist sie auf ca. 1,6 Milliarden US-Dollar oder ca. 116,2 % des BIP gestiegen. [37]

Der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche betrug:

Verkehr

Alle Inseln verfügen über ein Straßensystem, das auf den von Sklaven angelegten Wegen basiert. Die meisten Ortschaften sind über kleine Pisten erreichbar. Hauptstraßen sind in der Regel mit einem Kopfsteinpflasterbelag versehen. Nach und nach werden wichtige Strecken auf allen Inseln asphaltiert. Einige Inseln haben mittlerweile asphaltierte Strecken, z. B. Fogo von S. Filipe bis zum Eintritt in die Caldeira des Pico de Fogo, auf Santiago die Strecke von Praia nach Tarrafal im Norden der Insel, auf S. Nicolau die Strecke Ribeira Brava-Tarrafal, und weitere. Auf Santo Antão wurde 2009 eine mit zwei Tunneln versehene asphaltierte Umgehungsstraße im Südosten der Insel dem Verkehr übergeben, die die beschwerliche Überfahrt zwischen Porto Novo und Ribeira Grande über einen 1460 m hohen Pass überflüssig macht. Praia hat mit dem „Circular da Praia“ eine autobahnähnliche Ringstraße um die ganze Stadt mit Anschluss an den Flughafen. Auf Sal existiert eine jeweils zweispurige asphaltierte autobahnähnliche Straße vom Flughafen nach Santa Maria am Südende der Insel.

Das gesamte Straßennetz umfasste 2013 etwa 1350 km, wovon 932 km asphaltiert sind. [37]

Öffentlicher Nahverkehr

In den Städten Praia und Mindelo existiert jeweils ein Stadtbusnetz, das alle Stadtteile bedient. In den ländlichen Regionen gibt es bis auf wenige Ausnahmen keinen Busverkehr. Den Personentransport übernehmen dort auf allen Inseln sogenannte Aluguers (= Sammeltaxis, von port. „aluguel“ = „Miete“, bzw. "alugar" = "mieten") mit bis zu 20 Plätzen, die einen sehr geringen Tarif haben. Sie fahren meist an festen Plätzen in den Städten und Ortschaften ab, wenn sie voll sind. Falls sie als Taxi privat gemietet werden, ist der Fahrpreis der zehnfache Betrag des Sammeltaxipreises. Normale Taxis gibt es auch in den größeren Städten und Gemeinden.

Eisenbahnen existieren nicht in dem Land. Von einer auf der Insel Sal mit Segeln betriebenen Lorenbahn, mit der früher Salz aus den Salinen zum Anleger in Santa Maria transportiert wurde, ist heute nichts mehr zu sehen.

Flugverkehr

Die TACV Cabo Verde Airlines verband bisher regelmäßig alle Inseln untereinander mit Ausnahme von Santo Antão und Brava, deren Flugplätze geschlossen wurden. Ab August 2017 übernimmt diese inländischen Verbindungen die auf den Kanaren ansässige, spanische Fluggesellschaft Binter. Internationale Flughäfen sind der Größe/dem Verkehrsaufkommen nach: Amílcar Cabral International Airport auf Sal (bei Espargos), Praia „Nelson Mandela“, Flughafen Boavista „Aristides Pereira“ (bei Rabil) und São Vicente (8 km südlich von Mindelo bei São Pedro) „Cesária Évora“, benannt nach der berühmtesten, 2011 verstorbenen Sängerin der Kapverden. Von den internationalen Flughäfen gibt es u. a. Verbindungen nach Dakar (Senegal), Fortaleza (Brasilien), Europa (Portugal, Deutschland, Italien, Niederlande u. a.) sowie in die Vereinigten Staaten (Boston). Saisonal werden noch zahlreiche andere Flugziele bedient.

Fährverbindungen

Fähren verkehren meist nur unregelmäßig, abhängig vom jeweiligen Frachtaufkommen. Nur die Inseln São Vicente und Santo Antão bzw. Fogo und Brava sind mit einem täglichen regelmäßigen Fährverkehr verbunden, da sie keine Flughäfen mehr besitzen. Eine neue Schnellfähre (Katamaran) verbindet Praia mit Fogo und Brava täglich. Eine weitere Schnellfähre verkehrt mittlerweile auf der Strecke São Vicente – Santo Antão sowie auch zu anderen Inseln. [39]

Kultur

Die Kultur der Kapverden ist afrikanischen und europäischen Ursprungs. Es gibt verschiedene kapverdische Musikrichtungen, von denen Morna die bekannteste ist und die auf den Gedichten Eugénio Tavares’ beruht, der als Vater einer eigenständigen Literatur der Kapverden gilt. Cesária Évora war die wohl berühmteste kapverdische Sängerin. Auch die in Kuba von kapverdischen Eltern geborene Mayra Andrade (* 1985) erlangte internationale Bekanntheit. Mindelo wird von vielen als die Kulturhauptstadt der Kapverden betrachtet.

Literatur

Die Literatur von Kap Verde ist eine der reichsten Afrikas.

2009 erhielt der kapverdische Dichter Arménio Vieira den Prémio Camões, die bedeutendste literarische Auszeichnung der portugiesischsprachigen Welt.

Die bekanntesten Fabelwesen sind Ti Lobo und Chibim (Onkel Wolf und Onkel Zieglein), Ti Pedro, Ti Ganga und Capotona.

Malerei

Film

Kap Verde konnte bisher auf Grund seines kleinen Binnenmarktes und seiner eingeschränkten wirtschaftlichen Lage keine ausgeprägte Filmkultur entwickeln. Jedoch wurden und werden hier immer wieder Dokumentationen und Spielfilme, insbesondere des portugiesischen Kinos produziert.

Die beiden bekanntesten, in Kap Verde gedrehten Spielfilme dürften der international prämierte FußballfilmFintar o Destino“ (1998) und der ebenfalls mehrfach ausgezeichnete Film „ Nha Fala – Meine Stimme“ (2002) sein.

Musik

Batukugruppe „Batukaderas Delta Cultura“ bei einem Auftritt auf Santiago (Kap Verde)
  • Komponisten: Manuel de Novas, Vasco Martins, Jorge Fernandes Monteiro ( Jotamont), Francisco Xavier da Cruz (B.Leza), Epifânia Évora (Tututa Évora), Nha Ana Procópio (orale Musiktraditionen), Nha Nasia Gomi (orale Musiktraditionen), Tibau Tavares
  • Interpreten: Cesária Évora, Maria Alice, Kim Alves, Mayra Andrade, Terezinha Araújo, Adriano Gonçalves (Bana), Maria de Barros, Rufino Almeida (Bau), Bius, Teofilo Chantre, Gracindo Évora (Grace Évora), Francelina Almeida (Fantcha), Hermina, Ildo Lobo, Mario Lucio, Maria de Lurdes ( Lura), Gérard Mendes (Boy Gé Mendes), Luís Morais, Orlando Monteiro Barreto (Orlando Pantera), Aristides Paris ( Tito Paris), Celina Pereira, Mariana Ramos, Gil Semedo, Daniel Silva, Sara Tavares, Manuel Lopes Andrade (Tcheka), Nancy Vieira, Paulino Vieira, José Carlos Brito (Voghina), Tibau Tavares, Gabriela Mendes, Elida Almeida, Neuza.
  • Bands: Bulimundo, Cordas do Sol, Ferro Gaita, Finaçon, Livity, Simentera, Splash, Os Tubarões.

Sport

Der Nationalsport ist auf den Kap Verden Fußball. Er wird international vertreten durch die Kapverdische Fußballnationalmannschaft. Die Mannschaft konnte sich 2012 erstmals für den Afrikacup qualifizieren. [40] Bei der Ausspielung 2013 erzielte sie mit dem Einzug in das Viertelfinale ihren bislang größten Erfolg, nachdem sie in der Gruppenphase ungeschlagen geblieben war. Die beste Platzierung in der FIFA-Weltrangliste wurde dann im Februar 2014 mit dem 27. Rang erreicht. [41]

Medien

Fernsehsender:

Radiostationen:

Zeitschriften:

  • A Semana (Praia, 1991–) [42], Expresso das Ilhas, Journal O Cidadão (São Vicente), Jornal Horizonte (Praia, 1988–), Terra Nova (S. Vicente, 1975–), Artiletra (S. Vicente, 1991–), A Nação (Praia, 2007–), Jornal Já – semanário gratuita (Praia, 2010–)

Weblinks

Commons: Kap Verde – Sammlung von Bildern
Wikivoyage: Kap Verde – Reiseführer
Wikimedia-Atlas: Kap Verde – geographische und historische Karten
Wiktionary: Kap Verde – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen der Inseln und Gemeinden von Kap Verde gemäß den letzten Volkszählungen und neuesten amtlichen Projektionen. Abgerufen am 17. Januar 2021.
  2. [1]
  3. [2] (PDF) Internationaler Währungsfonds
  4. Table: Human Development Index and its components. In: Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (Hrsg.): Human Development Report 2020. United Nations Development Programme, New York 2020, ISBN 978-92-1126442-5, S. 345 (englisch, undp.org [PDF]).
  5. Cabo Verde: Reise- und Sicherheitshinweise. Stand: 29. März 2014
  6. https://www.eda.admin.ch/eda/de/home/vertretungen-und-reisehinweise/kap-verde.html
  7. A HISTÓRIA DE CABO VERDE ( Memento vom 25. Mai 2015 im Internet Archive). portoncv.gov.cv. Abgerufen am 25. Mai 2015
  8. http://asemana.sapo.cv/spip.php?article53126&ak=1 ( Memento vom 1. Mai 2013 im Internet Archive) População cabo-verdiana: 57% dos genes são de origem africana e 43 %, de origem europeia, Artikel der kapverdischen Wochenzeitung A Semana.
  9. United Nations, Department of Economic and Social Affairs, Population Division. World Population Prospects 2019. Abgerufen am 17. Januar 2021.
  10. Cape Verde. U.S. Department of Labor, Bureau of International Labor Affairs, 2001, archiviert vom Original am 28. August 2008; abgerufen am 25. Januar 2010.
  11. Siehe die Webpräsenz der Universität.
  12. Siehe die Webpräsenz der Universität.
  13. a b Human Development Reports. United Nations Development Programme, abgerufen am 17. Januar 2021.
  14. WHO Regional Office for Africa – Cabo Verde Country Office: Country Health System Fact Sheet 2006 – Cape Verde (PDF). In: Cabo Verde WHO Country Office Statistics. Abgerufen am 2. April 2016.
  15. Blog „O descobrimento de Cabo Verde“ (Die Entdeckung von Kap Verde) 22. Mai 2009 (portugiesisch)
  16. Atlantico Weekly 7. Februar 2011 (englisch)
  17. Fragile States Index: Global Data. Fund for Peace, 2020, abgerufen am 16. Januar 2021 (englisch).
  18. Democracy Index. The Economist Intelligence Unit, abgerufen am 16. Januar 2021 (englisch).
  19. Global Freedom Score. Freedom House, 2020, abgerufen am 16. Januar 2021 (englisch).
  20. 2020 World Press Freedom Index. Reporter ohne Grenzen, 2020, abgerufen am 16. Januar 2021 (englisch).
  21. Transparency International (Hrsg.): Corruption Perceptions Index. Transparency International, Berlin 2020, ISBN 978-3-96076-134-1 (englisch, transparencycdn.org [PDF]).
  22. Democracy-Index 2019 Übersichtsgrafik mit Vergleichswerten zu vergangenen Jahren, auf economist.com
  23. a b June Hannam, Mitzi Auchterlonie, Katherine Holden: International Encyclopedia of Women’s Suffrage. ABC-Clio, Santa Barbara, Denver, Oxford 2000, ISBN 1-57607-064-6, S. 10.
  24. a b c – New Parline: the IPU’s Open Data Platform (beta). In: data.ipu.org. 15. April 1975, abgerufen am 30. September 2018 (englisch).
  25. a b Mart Martin: The Almanac of Women and Minorities in World Politics. Westview Press Boulder, Colorado, 2000, S. 73.
  26. Suzano Costa: A Política Externa Cabo-Verdiana na Encruzilhada Atlântica: entre a África, e Europa e as Américas - „Die Außenpolitik Kap Verdes an der Kreuzung im Atlantik: zwischen Afrika, Europa und den Amerikas“, PDF-Abruf einer wissenschaftlichen Arbeit an der Universität Lissabon, abgerufen am 11. Mai 2019
  27. Cabo Verde e os desafios da política internacional - „Kap Verde und die Herausforderungen der internationalen Politik“, PDF-Abruf aus den wissenschaftlichen Blättern Revista Estudos Políticos Nr. 7 (2013/02), abgerufen am 11. Mai 2019
  28. Military expenditure by country as percentage of gross domestic product 2001-2017. (PDF) SIPRI, abgerufen am 17. Juli 2018.
  29. Military expenditure by country in US$ 2001-2017. (PDF) SIPRI, abgerufen am 17. Juli 2018.
  30. Carlos Ferreira Couto, Incerteza, adaptabilidade e inovação na sociedade rural de Santiago de Cabo Verde, Lissabon: Fundação Calouste Gulbenkian, 2010.
  31. Siehe Brígida Rocha Brito: Turismo em Meio Insular Africano: Potencialidades, constrangimentos e impactos. Gerpress, Lissabon 2010.
  32. Decent work agenda ( Memento vom 13. Dezember 2013 im Internet Archive), IAO
  33. Julia Raabe: „Die Grenzen der EU sind hier in Kap Verde“. Der afrikanische Inselstaat gilt als Erfolgsgeschichte. In: Der Standard, 21. Juni 2010.
  34. Becky Stuart: 5 MW PV park completed in Cape Verde. In: PV-Magazine, 2. November 2010.
  35. Report for Selected Countries and Subjects. Abgerufen am 10. September 2018 (amerikanisches Englisch).
  36. Víctor Reis: Desenvolvimento em Cabo Verde: As opções estratégicas e o investimento directo estrangeiro. MIMO, Lissabon 2011.
  37. a b c d e f CIA World Factbook: Cape Verde (englisch)
  38. External and Public Debt Sustainability Analysis (PDF; 93 kB)
  39. Ferry and Ship in Cape Verde, Informationen auf bela-vista.net, eingesehen am 3. September 2014
  40. Kap Verde feiert die „Blauen Haie“. In: T-Online, 15. Oktober 2012.
  41. Schweiz klettert – Bewegung in Afrika. Fifa-Worldranking News, gesichtet 12. Februar 2014.
  42. Webpräsenz A Semana (portugiesisch)

Koordinaten: 16°  N, 24°  W