Französische Überseegebiete Information

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Die französischen Überseegebiete, französisch La France d’outre-mer (deutsch auch Übersee-Frankreich), sind Teile des französischen Staatsgebiets außerhalb Europas. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um ehemalige französische Kolonien. Insgesamt leben dort ungefĂ€hr 2,65 Millionen Menschen (Januar 2010).

Verwaltung

Frankreich und seine Überseegebiete

Auf Französisch werden die Überseegebiete formell als la France d’outre-mer bezeichnet. Bis zur Verfassungsreform vom 23. MĂ€rz 2003 war die offizielle Bezeichnung DĂ©partements d’outre-mer – Territoires d’outre-mer beziehungsweise les DĂ©partements et Territoires d’outre-mer (DOM-TOM), was heute in der Umgangssprache noch verbreitet ist. Die französischen Überseegebiete werden unterschieden in DROM, DOM-ROM, COM, CSG, TAAF und die Clipperton-Insel.

Das zustĂ€ndige MinistĂšre de l’Outre-mer (Überseeministerium) gibt es seit 1894, als es als direkter Nachfolger des Kolonialministeriums Frankreichs, 1710 als Bureau des Colonies gegrĂŒndet, wurde. Es war zeitweise mit anderen Ministerien vereint oder nur ein Minister- oder StaatssekretĂ€rsposten, seit 2012 ist es wieder eigenstĂ€ndig.

Alle Überseegebiete sind, unabhĂ€ngig von der Einteilung in dĂ©partements d’outre-mer und collectivitĂ©s d’outre-mer, französisches Staatsgebiet. Sie sind, sofern bewohnt, in beiden Kammern des französischen Parlaments und im EuropĂ€ischen Parlament vertreten. Bei Europawahlen bilden alle Überseegebiete zusammen einen Wahlkreis (Circonscription Outre-Mer), in dem drei Mitglieder des EuropĂ€ischen Parlaments gewĂ€hlt werden. Nachdem 2004 alle drei Sitze an Personen aus RĂ©union gegangen waren, ist seit der Europawahl 2009 je ein Sitz fĂŒr die Überseegebiete im Atlantischen, Indischen und Pazifischen Ozean reserviert.

Nur die französischen SĂŒd- und Antarktisgebiete und Französisch-Polynesien besitzen offizielle eigene Flaggen, Flaggen anderer Gebiete sind inoffiziell.

DĂ©partements et rĂ©gions d’outre-mer (DROM, DOM-ROM)

Altes Rathaus und SiegessÀule in der Hauptstadt von Réunion

Die DĂ©partements et rĂ©gions d’outre-mer haben denselben Status wie die Regionen und DĂ©partements des französischen Festlandes. Dies ist im Artikel 73 der französischen Verfassung festgelegt. Die Gebiete gehören zum Gebiet der EuropĂ€ischen Union, sind jedoch kein Schengen-Gebiet und gehören nicht dem Verbrauchsteuergebiet der EU an; sie haben den Euro als WĂ€hrung.

DROMs (Gebiete, die jeweils geographisch deckungsgleiche, bezĂŒglich der Kompetenzen jedoch getrennte RĂ©gions und DĂ©partments haben):

DOM-ROMs (Gebiete, bei denen jeweils die Kompetenzen einer Région und eines Départements in einer Collectivité territoriale unique zusammengefasst sind):

In einer Volksbefragung am 29. MĂ€rz 2009 befĂŒrworteten die Einwohner Mayottes mehrheitlich, dass Mayotte die Kompetenzen der Übersee-DĂ©partements und Übersee-Regionen gemĂ€ĂŸ Artikel 73 erhalten soll. [1] Dadurch wurde Mayotte am 31. MĂ€rz 2011 das 101. DĂ©partement Frankreichs. [2]

CollectivitĂ© d’outre-mer (COM)

Die CollectivitĂ©s d’outre-mer haben untereinander teils einen sehr unterschiedlichen Status. Generell besitzen sie aber Autonomie, weshalb französische Gesetze dort nicht automatisch, sondern erst nach einer ausdrĂŒcklichen Festlegung gĂŒltig sind. Vor allem außen- und verteidigungspolitisch sind die COM aber abhĂ€ngig von Frankreich.

Bis 2004 wurde zwischen Übersee-Territorium (TOM = Territoire d’outre-mer) und Übersee-Land (POM = Pays d’outre-mer) unterschieden. In die zweite Gruppe fielen frĂŒher auch die afrikanischen Kolonien. Nachdem zuletzt nur noch Polynesien als POM qualifiziert war, wurde es als Klasse hinfĂ€llig. Polynesien hat zudem eine eigene parlamentarische Verfassung.

Auch die COM stehen in gewisser Weise im Rang einer Region und eines Departements, entsenden also Abgeordnete in das französische Parlament.

Dieses Gebiet gehört zum Gebiet der EuropÀischen Union, ist jedoch Nicht-Schengen-Gebiet. WÀhrung: Euro:

Diese Gebiete gehören nicht zum Gebiet der EuropÀischen Union, WÀhrung: Euro:

Bis 31. MÀrz 2011 gehörte auch Mayotte im Indischen Ozean in diese Gruppe.

Diese Gebiete gehören nicht zum Gebiet der EuropÀischen Union, WÀhrung: CFP-Franc:

Saint-Martin und Saint-Barthélemy stehen auch im Rang einer Gemeinde, Saint-Pierre und Miquelon wie auch Polynesien umfassen mehrere Gemeinden, Wallis und Futuna drei offiziell anerkannte, traditionelle Königreiche.

Collectivité sui generis (CSG)

Neukaledonien hat eine Sonderregelung in den Artikeln 76 und 77 der Verfassung und ist eine Collectivité sui generis mit dem CFP-Franc als WÀhrung.

Territoires d'outre-mer

Terres australes et antarctiques françaises (TAAF)

Die Französischen SĂŒd- und Antarktisgebiete haben eine eigene Verwaltung in Saint-Pierre auf RĂ©union. Rechtlich gesehen sind die TAAF ein Überseegebiet mit besonderem Status. Das Territorium umfasst die Inseln Amsterdam und Sankt-Paul, die Crozetinseln, die Kerguelen sowie das auf dem antarktischen Kontinent gelegene AdĂ©lieland, dessen Zugehörigkeit zum Territorium aufgrund des Antarktisvertrages jedoch völkerrechtlich nicht anerkannt ist. Seit dem 21. Februar 2007 gehören auch die Îles Éparses zu dem Gebiet. Das Gebiet ist bis auf acht stĂ€ndig besetzte Stationen mit wechselnden Besatzungen unbewohnt.

Die TAAF sind kein Teil der EuropÀischen Union.

Clipperton-Insel

Clipperton befindet sich im Staatseigentum Frankreichs. Die Insel hat keine stĂ€ndigen Bewohner und darf aus GrĂŒnden des Naturschutzes ohnehin nur in SonderfĂ€llen betreten werden.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ RĂ©sultat de la consultation populaire du 29 mars 2009 Ă  Mayotte. Archiviert vom Original am 13. Januar 2010; abgerufen am 26. Juni 2016 (französisch).
  2. ↑ Französische Botschaft in Deutschland: Insel Mayotte wird zum 101. französischen Departement. www.botschaft-frankreich.de, 27. Dezember 2010, archiviert vom Original am 31. Dezember 2010; abgerufen am 1. Januar 2011.
  3. ↑ 2010/718/EU: Beschluss des EuropĂ€ischen Rates vom 29. Oktober 2010 zur Änderung des Status der Insel Saint-BarthĂ©lemy gegenĂŒber der EuropĂ€ischen Union