Französisch-Spanischer Krieg (1635–1659) Information

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Der Französisch-Spanische Krieg (1635–1659) zwischen den Königreichen Spanien und Frankreich fand zum großen Teil parallel zu anderen großen Konflikten, insbesondere dem DreißigjĂ€hrigen Krieg und dem AchtzigjĂ€hrigen Krieg statt. Er wurde durch den PyrenĂ€enfrieden von 1659 beendet. Mit ihm endete auch das Zeitalter der Dominanz Spaniens und das Zeitalter der Vorherrschaft Frankreichs in Europa begann.

Vorgeschichte und historischer Kontext

Im Jahr 1618 brach in Mitteleuropa der DreißigjĂ€hrige Krieg aus, der in der ersten Phase als Religionskrieg begann. In dieser Phase des Krieges war die katholische Seite mit der katholischen Liga und der österreichischen Linie der Habsburgermonarchie erfolgreich, die von den Mitgliedern der Linie der spanischen Habsburger unterstĂŒtzt wurde. Dieses BĂŒndnis unter Leitung der Feldherren Tilly und Wallenstein konnte die protestantischen deutschen ReichsfĂŒrsten besiegen. Auch der auf Seiten der Protestanten eingreifende König Christian IV. von DĂ€nemark-Norwegen wurde militĂ€risch geschlagen. Ab 1630 eskalierte dann der Konflikt mit dem Eingreifen König Gustav Adolfs von Schweden auf Seiten der Protestanten. Die Schweden konnten zunĂ€chst große militĂ€rische Erfolge gegen die kaiserlichen Truppen erringen, zu denen auch spanische Kontingente zĂ€hlten, und bis nach SĂŒddeutschland vordringen. 1634 wurden die schwedischen Armeen jedoch im Kampf um Regensburg und in der Schlacht bei Nördlingen geschlagen. Danach kam es 1635 im Prager Frieden zu einem Kompromiss zwischen dem Habsburger Kaiser Ferdinand II. und einigen protestantischen ReichsfĂŒrsten mit dem sĂ€chsischen KurfĂŒrsten Johann Georg I. als deren AnfĂŒhrer. Die Schweden setzten den Krieg fort, unterstĂŒtzt von den restlichen protestantischen ReichsfĂŒrsten und von Frankreich.

Die Übergabe von Breda 1625. (GemĂ€lde von Diego VelĂĄzquez)

Ähnlich wie französische Armeen waren auch spanische Armeen noch auf zwei anderen europĂ€ischen KriegsschauplĂ€tzen involviert. Im Jahr 1628 hatten spanische Truppen in den Mantuanischen Erbfolgekrieg eingegriffen, der nach dem Aussterben der Hauptlinie des FĂŒrstengeschlechtes Gonzaga entbrannt war. Auf der Gegenseite standen französische Truppen. Außerdem war nach dem Auslaufen des Waffenstillstandes im Jahr 1621 der Krieg mit den Generalstaaten (der „ AchtzigjĂ€hrige Krieg“) erneut aufgeflammt. Der Kriegsverlauf war zunĂ€chst gĂŒnstig fĂŒr Spanien. Der spanische HeerfĂŒhrer Ambrosio Spinola konnte 1625 Breda erobern und der spanische Admiral Fadrique de Toledo vernichtete im selben Jahr eine hollĂ€ndische Flotte bei Gibraltar. Die NiederlĂ€nder wurden jedoch von französischen Subsidien unterstĂŒtzt und der niederlĂ€ndische Kaperkrieg fĂŒhrte zu einer erheblichen BeeintrĂ€chtigung Spaniens. 1627 gelang dem hollĂ€ndischen Admiral Piet Pieterszoon Heyn die Erbeutung einer großen spanischen Silberflotte in den GewĂ€ssern um Kuba. Danach konnten die NiederlĂ€nder verstĂ€rkt zur Offensive ĂŒbergehen und errangen Erfolge in den spanischen Niederlanden.

Kriegsausbruch und Verlauf

Nach dem Prager Frieden zwischen Kaiser Ferdinand II. und der katholischen Liga auf der einen Seite und KurfĂŒrst Johann Georg I. von Sachsen auf der anderen Seite, dem sich fast alle protestantischen ReichsstĂ€nde anschlossen, schien ein Frieden in Mitteleuropa in greifbarer NĂ€he. Ab dem Jahr 1635 trat jedoch Frankreich auf Betreiben des regierenden Ministers Kardinal Richelieu als Kriegsteilnehmer auf Seiten Schwedens und gegen Spanien als den VerbĂŒndeten des Kaisers in den Krieg ein. Französische Armeen drangen in die Spanischen Niederlande und in die unter spanischer Herrschaft stehende Freigrafschaft Burgund ein. In der Schlacht bei Les Avins 1635 waren die Franzosen siegreich. Im Gegenzug unternahmen die spanischen und kaiserlichen Armeen unter dem Kommando des Kardinal-Infanten Don Fernando und des Reitergenerals Jan von Werth von den spanischen Niederlanden aus FeldzĂŒge in den Norden Frankreichs und bedrohten zeitweilig die Hauptstadt Paris. Die Politik des leitenden spanischen Ministers Olivares, die auf eine stĂ€rkere Zentralisierung Spaniens unter EinschrĂ€nkung der althergebrachten Selbstverwaltungsrechte zielte, der hohe Steuerdruck und die Wirtschaftskrise aufgrund der vielen Kriege fĂŒhrten zu inneren AufstĂ€nden in Spanien. Im Jahr 1640 kam es zum offenen Aufstand der katalanischen Provinzen gegen die Zentralregierung in Madrid. Es kam zum „ Aufstand der Schnitter“, der spanische Vizekönig in Barcelona wurde getötet und eine StĂ€ndeversammlung erklĂ€rte die Abspaltung von Kastilien und proklamierte Ludwig XIII. von Frankreich zum SouverĂ€n in Katalonien. Im gleichen Jahr kam es auch zur Erhebung und Abspaltung Portugals, das seit dem Aussterben des portugiesischen Königshauses Avis 1580 mit der spanischen Krone in Personalunion vereinigt war. Der Aufstand in Katalonien konnte durch die spanische Zentralmacht nach jahrelangen KĂ€mpfen wieder unter Kontrolle gebracht werden, Portugal war jedoch zusammen mit seinem Kolonialreich dauerhaft fĂŒr das spanische Reich verloren. Im Jahr 1643 erlitten die Spanier in der Schlacht bei Rocroi gegen die Franzosen die verheerendste Niederlage des Krieges. Als die Franzosen unter Turenne 1646 den Rhein ĂŒberschritten und in Bayern einfielen, war die Landverbindung zwischen den spanischen Besitzungen in Italien und den spanisch-burgundischen Besitzungen endgĂŒltig abgeschnitten. Ein 1647 ausgebrochener Aufstand in den unter spanischer Herrschaft stehenden Königreichen Neapel und Sizilien konnte wieder unter Kontrolle gebracht werden.

Aufgrund der untragbar werdenden Kriegslasten hatte die spanische Politik ab 1640 Friedensverhandlungen angestrebt. Im Jahr 1646 kam es zum Friedensschluss mit den nördlichen Niederlanden, der den AchtzigjĂ€hrigen Krieg beendete. Die seit 1643 laufenden Friedensverhandlungen in MĂŒnster und OsnabrĂŒck kamen im Jahr 1648 zum Abschluss ( WestfĂ€lischer Friede). Der Kriegszustand Spaniens mit Frankreich dauerte jedoch an, da sich Spanien weigerte, die französische Forderung nach einer Abtretung ganz Kataloniens zu erfĂŒllen. In der Schlacht bei Lens 1648 waren wiederum die Franzosen siegreich. In den Jahren 1648 bis 1653 erhielt Spanien jedoch eine Atempause, da Frankreich durch innere Unruhen, insbesondere den Adelsaufstand der Fronde geschwĂ€cht war. Nach 1653 brach der Krieg wieder offen aus und nach 1655 trat auch England unter Oliver Cromwell auf Seiten Frankreichs gegen Spanien in den Krieg ein.

Nachdem die Franzosen auch in der Schlacht in den DĂŒnen 1658 siegreich geblieben waren, konnte der Kriegszustand schließlich mit dem am 7. November 1659 abgeschlossenen PyrenĂ€enfrieden beendet werden. Darin trat Spanien nördlich der PyrenĂ€en gelegene Gebiete – die Grafschaft Roussillon und die nördliche HĂ€lfte der Cerdanya – an Frankreich ab. Außerdem erhielt Frankreich territoriale ZugestĂ€ndnisse in den Spanischen Niederlanden und in Italien. Frankreich beendete im Gegenzug seine UnterstĂŒtzung fĂŒr Portugal im Restaurationskrieg. Der Kriegszustand zwischen Spanien und England wurde erst zwei Jahre spĂ€ter beendet.

Literatur

  • W. L. Bernecker, H. Pietschmann: Geschichte Spaniens. 2. Aufl., Kohlhammer Stuttgart [u. a.] 1997, ISBN 3-17-014226-7.
  • H.-O. Sieburg: Geschichte Frankreichs. 5. erw. Aufl., Kohlhammer, Stuttgart [u. a.] 1995, ISBN 3-17-013664-X.

Weblinks