Britische Überseegebiete Information

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Lage der Britischen Überseegebiete

Die Britischen Überseegebiete ( englisch British Overseas Territories) sind 14 (Stand: 2010) [1] Gebiete, die nicht Teil des Vereinigten Königreiches Großbritannien und Nordirland sind, aber unter dessen SouverĂ€nitĂ€t stehen. Sie liegen zum grĂ¶ĂŸten Teil außerhalb Europas und sind mit Ausnahme Gibraltars nicht Teil der EuropĂ€ischen Union.

Der Name „Britische Überseegebiete“ wurde durch den British Overseas Territories Act 2002 eingefĂŒhrt und löste den alten Namen „Britisches abhĂ€ngiges Gebiet“ ab, der mit dem British Nationality Act 1981 festgelegt worden war. Vor diesem hießen die Gebiete „Kolonien“ oder „ Kronkolonien“.

Die Kanalinseln (mit den Vogteien Jersey und Guernsey) sowie die Isle of Man sind kein Teil der britischen Überseegebiete, sondern haben den speziellen Status des Kronbesitzes. Als solche haben sie den britischen Monarchen als Oberhaupt, unterstehen jedoch nicht dem Vereinigten Königreich. Gemein ist ihnen jedoch mit den Überseegebieten, dass sie wie einige dieser als Steueroasen fungieren.

Im historischen Zusammenhang sind Kronkolonien zu unterscheiden von Protektoraten, die zwar unter britischer Kontrolle standen, formal aber unabhÀngige Staaten waren.

Geschichte

Denkmal zu Ehren Victorias im Victoria Park in Hongkong

Die ursprĂŒnglichen englischen Besitzungen in der Neuen Welt waren Kolonien im herkömmlichen Sinne, das heißt, sie waren Ansiedlungen englischer Untertanen in LĂ€ndern, die bis dahin außerhalb des Herrschaftsbereichs der Krone standen. Die erste dieser Ansiedlungen war Neufundland, wo englische Fischer im 16. Jahrhundert regelmĂ€ĂŸig jahreszeitliche Lager aufschlugen.

Mit der ersten erfolgreichen dauerhaften Kolonie in „Virginia“ (ein Name, der damals fĂŒr ganz Nordamerika galt) begann die Geschichte des spĂ€ter sogenannten „alten Empires“. Im Jahr 1609 entstand eine zweite Kolonie in Bermuda, die heute – nach dem Verlust der amerikanischen Kolonien 1783 – die Ă€lteste noch bestehende britische Kolonie ist.

Im Laufe des Wachstums des Britischen Reiches vom frĂŒhen 18. Jahrhundert bis zu seinem Höhepunkt in den 1920er Jahren kolonisierte Großbritannien ein Viertel der LandflĂ€che der Erde, darunter Gebiete mit großer einheimischer Bevölkerung in Asien und Afrika, die aus wirtschaftlichen und strategischen GrĂŒnden und nicht zum Zwecke der Besiedlung gehalten wurden. Im ausgehenden 19. Jahrhundert erlangten die grĂ¶ĂŸeren Siedlerkolonien – Kanada, Australien, Neuseeland und SĂŒdafrika – ein grĂ¶ĂŸeres Maß an UnabhĂ€ngigkeit. In den 1920er Jahren erhielten sie den Status von Dominions und durch das Statut von Westminster (1931) fast vollstĂ€ndige gesetzgeberische UnabhĂ€ngigkeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich das Reich allmĂ€hlich in den Commonwealth of Nations um, und die meisten britischen Kolonien in Afrika, Asien und der Karibik erlangten die UnabhĂ€ngigkeit. Einige Kolonien wurden Commonwealth Realms mit dem britischen Monarchen als Staatsoberhaupt, andere wurden Republiken, erkannten den britischen Monarchen aber als Oberhaupt des Commonwealth an.

In den 1980er Jahren verlor das Vereinigte Königreich seine letzten Festlandkolonien, als 1980 in Afrika SĂŒdrhodesien (heute Simbabwe) und 1981 in Mittelamerika Britisch-Honduras (heute Belize) unabhĂ€ngig wurden. Die letzte verbleibende wichtige Kolonie war danach Hongkong mit ĂŒber 5 Millionen Einwohnern. Im Unterschied zu den anderen Gebieten war der Großteil von Hongkong von China auf 99 Jahre an das Vereinigte Königreich verpachtet. Der Pachtvertrag lief 1997 aus. Das Vereinigte Königreich handelte die Chinesisch-Britische Gemeinsame ErklĂ€rung aus, wonach ganz Hongkong 1997 eine Sonderverwaltungszone mit Garantie der Fortdauer des kapitalistischen Wirtschaftssystems und der von der britischen Herrschaft gewohnten Lebensart wurde.

Nach der RĂŒckgabe Hongkongs sind die ĂŒbriggebliebenen kolonialen BesitztĂŒmer meist kleine Inselgebiete mit niedriger Bevölkerungszahl sowie das unbewohnte Britische Antarktis-Territorium. Zu den GrĂŒnden, weshalb diese Gebiete nicht ebenfalls die UnabhĂ€ngigkeit erlangt haben, zĂ€hlen:

  • der fehlende Wunsch in der Bevölkerung nach UnabhĂ€ngigkeit,
  • die geringe Bevölkerung, die einen Erfolg als souverĂ€ner Staat stark erschwert,
  • die AbhĂ€ngigkeit von britischer Wirtschaftshilfe,
  • das Fehlen von permanenter Bevölkerung in dem Gebiet, das jedoch zu wissenschaftlichen oder militĂ€rischen Zwecken genutzt wird,
  • die Notwendigkeit britischer MilitĂ€rprĂ€senz zum Schutz gegen feindselige Nachbarn,
  • das Fehlen einer wirtschaftlichen oder politischen Rechtfertigung fĂŒr UnabhĂ€ngigkeit.

Der in dieser Auflistung an vierter Stelle aufgefĂŒhrter Grund trifft auf das Britische Territorium im Indischen Ozean jedoch nur bedingt zu, da die dortige Bevölkerung durch die Britische Regierung ab dem Jahr 1966 zwangsumgesiedelt wurde. Siehe hierzu Chagossianer.

Im Jahr 2002 verabschiedete das Parlament des Vereinigten Königreiches den British Overseas Territories Act 2002, worin die von Großbritannien abhĂ€ngigen Gebiete als „Überseegebiete“ benannt wurden und ihren BĂŒrgern die volle britische Staatsangehörigkeit wiedergegeben wurde, mit Ausnahme derjenigen Personen, die einzig mit den souverĂ€nen MilitĂ€rbasen auf Zypern verbunden sind.

Der Ausdruck Kolonie impliziert die Landnahme eines grĂ¶ĂŸeren Staates durch Besiedlung, gleichgĂŒltig, ob es auf dem Territorium eine einheimische Bevölkerung gibt oder es zuvor unbewohnt war. Nach und nach wurden die meisten Besitzungen des Britischen Reiches so genannt, auch diejenigen, deren Bevölkerung in der großen Mehrheit aus (fĂŒr gewöhnlich eroberten) einheimischer Völkern bestand. Als die grĂ¶ĂŸeren Siedlerkolonien im Weltreich den Status von Dominions und damit zumindest vorgeblich Gleichberechtigung mit dem Vereinigten Königreich erlangten (oder im Falle der Dreizehn Kolonien Nordamerikas die völlige UnabhĂ€ngigkeit), wurde der Ausdruck im 20. Jahrhundert immer mehr auf die Gebiete mit eroberten Bevölkerungen angewandt statt auf diejenigen mit hauptsĂ€chlich europĂ€ischen Siedlern, wie es das Wort eigentlich implizierte.

Die meisten der noch bestehenden Überseegebiete sind Erbe des Britischen Weltreiches (im Englischen: Old (British) Empire). Die meisten liegen deshalb in der Neuen Welt oder im Atlantik. Es sind allesamt Kolonien im eigentlichen Sinne des Wortes, das heißt, ihre Bevölkerungen sind das Ergebnis von Besiedlung, und die Gebiete waren entweder zuvor unbewohnt (Bermuda) oder die einheimische Bevölkerung wurde von europĂ€ischen Eindringlingen ausgerottet ( Turks & Caicos). Einige erlebten zudem betrĂ€chtliche Zuwanderung, meist ungewollt, aus anderen Gegenden der Welt außer Großbritannien (in erster Linie Afrika, Nordamerika und Irland).

GegenwĂ€rtige Überseegebiete

Flagge Gebiet Lage Hauptstadt Bevölkerung FlĂ€che (kmÂČ)
Flag of Anguilla.svg Anguilla Karibik
( Geokoordinaten)
The Valley 000000000015423.000000000015.423 000000000000096.000000000096
Flag of Bermuda.svg Bermuda Atlantik / Nordamerika
( Geokoordinaten)
Hamilton 000000000064689.000000000064.689 000000000000053.100000000053,1
Flag of the British Antarctic Territory.svg Britisches Antarktis-Territorium (Gebietsanspruch aufgrund Antarktisvertrag international nicht anerkannt;

Überlappungen mit GebietsansprĂŒchen Chiles und Argentiniens)

Antarktis
( Geokoordinaten)
Rothera (Hauptstation) 000000000000200.0000000000200 (Personal) 000000001709400.00000000001.709.400
Flag of the British Virgin Islands.svg Britische Jungferninseln Karibik
( Geokoordinaten)
Road Town 000000000031148.000000000031.148 000000000000153.0000000000153
Flag of the British Indian Ocean Territory.svg Britisches Territorium im Indischen Ozean ( Chagos-Archipel) Indischer Ozean
( Geokoordinaten)
Diego Garcia 000000000003700.00000000003.700 (MilitÀr und Personal) 000000000000060.000000000060
Flag of the Falkland Islands.svg Falklandinseln Atlantik / SĂŒdamerika
( Geokoordinaten)
Stanley 000000000002967.00000000002.967 000000000012173.000000000012.173
Flag of Gibraltar.svg Gibraltar Europa
( Geokoordinaten)
Gibraltar 000000000028750.000000000028.750 000000000000006.50000000006,5
Flag of the Cayman Islands.svg Cayman Islands Karibik
( Geokoordinaten)
George Town 000000000041934.000000000041.934 000000000000264.0000000000264
Flag of Montserrat.svg Montserrat Karibik
( Geokoordinaten)
Plymouth (verlassen; ĂŒbergangsweise Brades) 000000000004922.00000000004.922 000000000000102.0000000000102
Flag of the Pitcairn Islands.svg Pitcairninseln SĂŒdpazifik
( Geokoordinaten)
Adamstown 000000000000048.000000000048 000000000000047.000000000047
Flag of Saint Helena.svg

Flagge Ascensions

Flagge Tristan da Cunhas
St. Helena,
Ascension und
Tristan da Cunha
SĂŒdatlantik
( Geokoordinaten)
Jamestown (St. Helena)
Georgetown (Ascension)
Edinburgh of the Seven Seas (Tristan da Cunha)
000000000005663.00000000005.663 000000000000420.0000000000420
Flag of the United Kingdom.svg SouverÀne MilitÀrbasen Akrotiri und Dekelia Zypern
( Geokoordinaten)
Episkopi Cantonment 000000000015500.000000000015.500 (MilitÀr und Personal) 000000000000254.0000000000254
Flag of South Georgia and the South Sandwich Islands.svg SĂŒdgeorgien und die SĂŒdlichen Sandwichinseln SĂŒdatlantik
( Geokoordinaten)
King Edward Point/ Grytviken 000000000000011.000000000011–26 (Personal) 000000000004066.00000000004.066
Flag of the Turks and Caicos Islands.svg Turks- und Caicosinseln Karibik
( Geokoordinaten)
Cockburn Town 000000000041000.000000000041.000 000000000000497.0000000000497

Regierung

Staatsoberhaupt

Königin Elisabeth II., Staatsoberhaupt der Überseegebiete

Das Staatsoberhaupt der Überseegebiete ist der britische Monarch, zurzeit Königin Elisabeth II. Sie ĂŒbt ihre Funktion als Königin des Vereinigten Königreiches und nicht im Recht des jeweiligen Gebietes aus. Die Königin ernennt einen ReprĂ€sentanten in jedem Gebiet, der ihre exekutive Gewalt ausĂŒbt. In Gebieten mit permanenter Bevölkerung ernennt sie auf Vorschlag der Britischen Regierung einen Gouverneur (normalerweise ein ranghoher Offizier im Ruhestand oder ein Staatsbeamter). In Territorien ohne stĂ€ndige Bevölkerung vertritt in der Regel ein BevollmĂ€chtigter (Commissioner) die Königin. In Überseegebieten mit Außenbesitzungen kann der Gouverneur einen Verwalter (Administrator) ernennen, der ihn in dieser Außenbesitzung vertritt.

Der Gouverneur ist das faktische Staatsoberhaupt und normalerweise verantwortlich fĂŒr die Ernennung des Regierungschefs und die Besetzung wichtiger politischer Ämter in dem Gebiet. Zu den Pflichten des Gouverneurs zĂ€hlt neben zeremoniellen Aufgaben auch die Pflege der Beziehungen zur Regierung des Vereinigten Königreiches. Ein BevollmĂ€chtigter hat die gleiche Amtsgewalt wie ein Gouverneur, ist aber darĂŒber hinaus auch Regierungschef.

Regierung

Jedes der Überseegebiete hat seine eigene Regierungsform und an die örtlichen Gegebenheiten angepasste Gesetze. Die Regierungsstruktur hĂ€ngt von der GrĂ¶ĂŸe des Gebietes ab.

Gebiete Regierungsform
Keine dauernde einheimische Bevölkerung und daher keine gewĂ€hlte Regierung. Ein BevollmĂ€chtigter regelt, unterstĂŒtzt von einem Verwalter, die Angelegenheiten des Gebietes.
Es gibt keine gewĂ€hlte Regierung. Die britischen MilitĂ€rbehörden versuchen jedoch, soweit möglich, eine Übereinstimmung des Rechts mit dem der Republik Zypern zu gewĂ€hrleisten.
Die Regierung besteht aus einem Gesetzgebenden Rat mit einem Ersten Minister (Chief Minister) an der Spitze. Der Gouverneur ist Regierungschef und fĂŒhrt den Exekutivrat an, der aus ernannten Mitgliedern aus den RĂ€ngen des Gesetzgebenden Rat und zwei Mitgliedern von Amts wegen besteht.
Diese grĂ¶ĂŸeren Gebiete haben grĂ¶ĂŸere Gesetzgebende RĂ€te mit politischen Parteien. Der Exekutivrat wird meist Kabinett genannt und wird von einem Chief Minister geleitet, der der FĂŒhrer der Mehrheitspartei im Parlament ist. Der Gouverneur ĂŒbt weniger Einfluss auf die inneren Angelegenheiten aus und kĂŒmmert sich in der Hauptsache um Außen- und Wirtschaftspolitik, wĂ€hrend die gewĂ€hlte Regierung fĂŒr die meisten „inneren“ Angelegenheiten zustĂ€ndig ist.
Bermuda wurde 1609 besiedelt und ist das Ă€lteste und bevölkerungsreichste Überseegebiet. Der Großteil der Exekutivgewalt liegt in den HĂ€nden des Regierungschefs, des Premiers. Seine Regierungsform ist der eines souverĂ€nen Königreiches im Commonwealth sehr Ă€hnlich. Die Regierung des Vereinigten Königreiches hat nur noch marginale Rechte, die von einem Gouverneur ausgeĂŒbt werden; die AlltagsgeschĂ€fte werden von den örtlichen Ministern wahrgenommen. Das Parlament von Bermuda trat 1620 zu seiner ersten Sitzung zusammen, seit dieser Zeit ist Bermuda grĂ¶ĂŸtenteils selbstregiert und autark.

Rechtssystem

Jedes Überseegebiet hat ein eigenes, vom Vereinigten Königreich unabhĂ€ngiges Rechtssystem. Es beruht generell auf dem englischen Recht mit einigen Unterschieden aus örtlichen GrĂŒnden. Jedes Gebiet hat seinen eigenen Generalstaatsanwalt und sein eigenes Gerichtswesen. FĂŒr kleinere Gebiete kann Großbritannien einen in Großbritannien ansĂ€ssigen Anwalt oder Richter ernennen, der die RechtsfĂ€lle bearbeitet. Dies ist besonders bei FĂ€llen schwerwiegenden Verbrechen von Bedeutung sowie in solchen FĂ€llen, bei denen es auf einer Insel mit sehr kleiner Bevölkerung unmöglich wĂ€re, eine Jury zusammenzustellen, die den Angeklagten nicht kennt.

Der Vergewaltigungsprozess auf Pitcairn 2004 ist ein gutes Beispiel dafĂŒr, dass das Vereinigte Königreich die gesetzlichen Rahmenbedingungen fĂŒr besondere FĂ€lle stellen kann, in denen das Gebiet selbst dazu nicht imstande ist.

Beziehungen zum Vereinigten Königreich

Es obliegt dem „Außen- und Commonwealthministerium“ ( Foreign and Commonwealth Office, FCO), die Interessen der Überseegebiete zu wahren. An der Spitze des Amtes fĂŒr die Überseegebiete (Overseas Territory Department) steht der Minister im Außenministerium fĂŒr die Überseegebiete, zurzeit der parlamentarische UnterstaatssekretĂ€r Baron Triesman.

Eine Ausnahme stellt das Gebiet der SouverÀnen MilitÀrbasen dar, das unter der Jurisdiktion des Verteidigungsministeriums steht.

Im Jahr 1999 veröffentlichte das FCO ein Papier mit dem Titel Partnership for Progress and Prosperity: Britain and the Overseas Territories [2] (Partnerschaft fĂŒr Fortschritt und Wohlstand: Großbritannien und die Überseegebiete), worin die Politik des Vereinigten Königreiches in Bezug auf die Überseegebiete dargelegt wird. Die vier Hauptfelder sind:

  • Selbstbestimmung
  • Verantwortlichkeiten des Vereinigten Königreiches und der Gebiete
  • Demokratische Selbstverwaltung
  • Regelungen fĂŒr Hilfsleistungen und -dienste

Das Vereinigte Königreich und die Überseegebiete haben keine diplomatischen Vertretungen beieinander, obgleich die Regierungen der Überseegebiete mit einheimischer Bevölkerung (außer Bermuda) alle eine Gesandtschaft in London unterhalten. Auch die United Kingdom Overseas Territories Association vertritt die Interessen der Gebiete in London.

Das Vereinigte Königreich stellt den Überseegebieten durch das Entwicklungshilfeministerium Finanzhilfen zur VerfĂŒgung. Im Augenblick empfangen nur Montserrat und St. Helena Haushaltshilfen (d. h. finanzielle UnterstĂŒtzung fĂŒr die laufenden Ausgaben). Es gibt verschiedene spezielle Fonds des Vereinigten Königreiches, darunter:

  • Der Good Government Fund [3] der Hilfe bei der Regierungsverwaltung bietet;
  • Das Economic Diversification Programme Budget, [4] das darauf abzielt, die wirtschaftliche Basis der Gebiete zu verbreitern.

Äußere Angelegenheiten

Der Felsen von Gibraltar, seit langem Objekt des Streites zwischen Großbritannien und Spanien

Die Außenpolitik der Überseegebiete wird gestaltet durch das Außen- und Commonwealthministerium in London. Einige Gebiete haben jedoch fĂŒr Handels- und Einwanderungsangelegenheiten diplomatische Gesandte in NachbarlĂ€ndern. Einige der karibischen Gebiete sind Mitglieder der Karibischen Gemeinschaft. Keines der Gebiete ist Mitglied im Commonwealth of Nations, obgleich sie an den Commonwealth Games teilnehmen.

Gibraltar ist als einziges Überseegebiet Teil der EuropĂ€ischen Union (jedoch nicht Teilnehmer der Zollunion). Keines der anderen Überseegebiete ist EU-Mitglied, und das EU-Recht kommt dort nicht zur Anwendung, obwohl die Einwohner als britische StaatsbĂŒrger (die sie hauptsĂ€chlich seit dem British Overseas Territories Act 2002 sind) auch als europĂ€ische BĂŒrger zĂ€hlen. Obwohl sie formal nicht zur EU gehören, können die Überseegebiete Strukturfonds-Beihilfen erhalten.

Verschiedene Nationen bestreiten die SouverĂ€nitĂ€t des Vereinigten Königreiches ĂŒber die folgenden Überseegebiete:

StaatsbĂŒrgerschaft

Keines der Überseegebiete hat seine eigene StaatsbĂŒrgerschaft. Alle BĂŒrger zĂ€hlen als British Overseas Territories citizens (BĂŒrger der Britischen Überseegebiete, BOTC). Die Gebiete haben jedoch gesetzgeberische UnabhĂ€ngigkeit ĂŒber Einwanderung, und der Status als BOTC gewĂ€hrt dem Inhaber nicht automatisch das Recht, in einem beliebigen Gebiet seinen Wohnsitz zu nehmen, da dies von den Einwanderungsgesetzen des Gebietes abhĂ€ngt. Ein Gebiet kann einer Person, die als BOTC eingestuft ist, durch die GewĂ€hrung des „Zugehörigen-Status“ (Belonger status) den dauernden Aufenthalt in diesem Gebiet, zu dem sie enge Verbindungen hat, erlauben. Nichtbritische Staatsangehörige können den Zugehörigen-Status erwerben, um sich in einem bestimmten Gebiet niederzulassen (und können spĂ€ter naturalisierte BOTCs werden, wenn sie es wĂŒnschen).

Geschichtlich waren die meisten Einwohner des Britischen Reiches britische Untertanen, ein Status, der fĂŒr gewöhnlich mit der UnabhĂ€ngigkeit des Landes verloren ging. Ab 1949 wurden britische Untertanen im Vereinigten Königreich und den verbliebenen Kronkolonien BĂŒrger des Vereinigten Königreiches und der Kolonien. Durch eine Änderung des britischen StaatsbĂŒrgerschaftsrechts wurde 1983 eine getrennte StaatsbĂŒrgerschaft der Britischen AbhĂ€ngigen Gebiete eingefĂŒhrt und den meisten Gebieten die volle britische StaatsbĂŒrgerschaft verwehrt. Dies geschah hauptsĂ€chlich, um eine Massenflucht der BĂŒrger von Hongkong vor der vereinbarten Übergabe an China im Jahr 1997 zu verhindern. FĂŒr Gibraltar und die Falklandinseln gab es Ausnahmen.

Der British Overseas Territories Act 2002 ersetzte jedoch die StaatsbĂŒrgerschaft eines abhĂ€ngigen Gebietes durch die Britische Überseegebiets-StaatsbĂŒrgerschaft und gewĂ€hrte allen BOTCs erneut die volle britische StaatsbĂŒrgerschaft, ausgenommen jenen in den SouverĂ€nen MilitĂ€rbasen Akrotiri und Dekelia auf Zypern. Das gab den BOTCs auch das Recht wieder, im Vereinigten Königreich ihren Wohnsitz zu nehmen.

Jedoch haben britische StaatsbĂŒrger nicht automatisch das Recht, in eines der Überseegebiete zu ziehen. Einige Gebiete verbieten Einwanderung, und Besucher benötigen die Erlaubnis der Regierung des Gebietes, wenn sie in ihm leben wollen. Als vornehmlich als MilitĂ€rbasen genutzte Gebiete erlauben die Insel Ascension und das Britische Territorium im Indischen Ozean keine Besucher, die keinen offiziellen Auftrag haben.

MilitÀr

MilitÀrbasen

FĂŒr die Verteidigung der Überseegebiete ist das Vereinigte Königreich verantwortlich. Viele Überseegebiete werden vom Vereinigten Königreich und seinen VerbĂŒndeten als MilitĂ€rbasen genutzt.

  • Ascension – der StĂŒtzpunkt der Royal Air Force wird sowohl von der Royal Air Force als auch von der United States Air Force genutzt.
  • Bermuda ist seit der UnabhĂ€ngigkeit der USA der HauptstĂŒtzpunkt der Royal Navy in der westlichen HemisphĂ€re. Die Marineeinrichtungen umfassten eine AdmiralitĂ€t, eine Werft und ein Seegeschwader. Eine betrĂ€chtliche MilitĂ€rgarnison wurde zum Schutz Bermudas aufgebaut, und die britische Regierung sah Bermuda, auch bekannt als Gibraltar des Westens, immer mehr als StĂŒtzpunkt statt als Kolonie. Kanada und die USA errichteten auch im Zweiten Weltkrieg Basen auf Bermuda, die wĂ€hrend des Kalten Krieges Bestand hatten. Seit 1995 ist das MilitĂ€r von Bermuda auf das örtliche Gebietsbataillon, das Bermuda Regiment, beschrĂ€nkt.
  • Britische Territorium im Indischen Ozean – die Insel Diego Garcia beherbergt einen großen Marine- und LuftstĂŒtzpunkt, der von Großbritannien an die USA verpachtet ist.
  • Falklandinseln – dort befinden sich Einheiten der British Army, der Royal Air Force und der Royal Navy.
  • Gibraltar – Werft der Royal Navy, auch von der NATO genutzt. Station RAF Gibraltar, ebenfalls genutzt von RAF und NATO.
  • Die SouverĂ€nen MilitĂ€rbasen von Akrotiri und Dekelia auf Zypern dienen als strategische britische MilitĂ€rstĂŒtzpunkte im östlichen Mittelmeer.

Regimenter

Es gibt vor Ort rekrutierte MilitĂ€reinheiten in vier der britischen Überseegebiete:

Symbole und Abzeichen

Der britische Monarch hat jedem Überseegebiet seine eigene Flagge und sein eigenes Wappen verliehen. Traditionell orientieren sich die Flaggen am Blue Ensign mit dem Union Jack als Gösch und dem Wappen des Gebietes im Flugteil. Ausnahmen sind Bermuda, das einen Red Ensign benutzt, das Britische Antarktis-Territorium, das einen White Ensign verwendet, das Britische Territorium im Indischen Ozean, das einen Blue Ensign mit Wellenlinien, die das Meer symbolisieren, benutzt, und schließlich Gibraltar mit einer auf seinem Wappen basierenden Flagge.

Die Basen Akrotiri und Dekelia sind das einzige britische Überseegebiet ohne offizielle eigene Flagge. In diesem Gebiet wird der Union Jack benutzt.

Galerie

Siehe auch

Literatur

  • Simon Winchester: Outposts. Journeys to the surviving relics of the British Empire. Previous edition. Penguin Books Ltd, London 2003, ISBN 0-14-101189-0.
  • Gerhard Altmann: Abschied vom Empire. Die innere Dekolonisation Großbritanniens 1945–1985. Wallstein-Verlag, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-870-1 (Moderne Zeit 8), (Zugleich: Freiburg (Breisgau), Univ., Diss., 2003).

Weblinks

  Commons: Britische Überseegebiete â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Foreign & Commonwealth Office – Overseas territories ( Memento des Originals vom 23. Juni 2012 auf WebCite) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. @1 @2 Vorlage:Webachiv/IABot/collections.europarchive.org auf www.europarchive.org; abgerufen: 4. Juni 2012 (englisch)
  2. ↑ Partnership for Progress and Prosperity: Britain and the Overseas Territories (englisch)
  3. ↑ Good Government Fund (englisch)
  4. ↑ Economic Diversification Programme Budget (englisch)