Björn Borg Information

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Björn Borg Tennisspieler
Björn Borg
1991
Nation: Schweden Schweden  Schweden
Geburtstag: 6. Juni 1956
Größe: 180 cm
1. Profisaison: 1973
Rücktritt: 1983, erneut 1993
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Preisgeld: 3.655.751 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 642:134
Karrieretitel: 64
Höchste Platzierung: 1 (23. August 1977)
Wochen als Nr. 1: 109
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 87:82
Karrieretitel: 4
Höchste Platzierung: 890 (22. März 1993)
Grand-Slam-Bilanz
Mixed
Grand-Slam-Bilanz
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA und ITF (siehe Weblinks)

Björn Rune Borg ( Audio-Datei / Hörbeispiel Anhören ?/ i; * 6. Juni 1956 in Stockholm) ist ein ehemaliger schwedischer Tennisspieler.

Im Laufe seiner relativ kurzen Karriere gewann Borg 64 Einzeltitel, darunter 11 Grand-Slam-Titel. In den Jahren 1976 bis 1980 gewann er fünfmal in Folge in Wimbledon, zwischen 1974 und 1981 sicherte er sich sechs Titel bei den French Open. Im Team holte er 1975 den Davis Cup erstmals nach Schweden. Zudem gewann er zweimal das Saisonabschlussturnier, das Masters.

Die Jahre 1979 und 1980 beendete Borg an der Spitze der Weltrangliste. Er war einer der dominierenden Spieler der zweiten Hälfte der 1970er und frühen 1980er Jahre und wird zu den besten Spielern der Tennisgeschichte gezählt.

Karriere

Rekord- Weltranglistenerste im Herreneinzel
Rang Tennisspieler Wochen
1. Schweiz Schweiz  Roger Federer 310
2. Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten  Pete Sampras 286
3. Serbien Serbien  Novak Đoković 272
4. Tschechoslowakei Tschechoslowakei  Ivan Lendl 270
5. Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten  Jimmy Connors 268
6. Spanien Spanien  Rafael Nadal 196
7. Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten  John McEnroe 170
8. Schweden Schweden  Björn Borg 109
9. Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten  Andre Agassi 101
Stand: 7. Oktober 2019

Schon 1972, im Alter von 15 Jahren, sorgte Borg für Aufsehen, als er sein erstes Davis-Cup-Match für Schweden gewann. Im gleichen Jahr holte er sich auch den Wimbledon-Titel bei den Junioren. 1973 spielte Borg seine erste komplette Saison auf der Profitour und erreichte bei den French Open und den US Open jeweils das Achtelfinale sowie sein erstes Viertelfinale in Wimbledon.

1974 gewann er im Alter von 17 Jahren und elf Monaten bei den Italian Open seinen ersten Profititel. Im selben Jahr kamen sechs weitere Titel hinzu, darunter auch der Titel bei den French Open, den Borg als bis dahin jüngster Spieler gewann. Er beendete die Saison auf Platz 3 der Weltrangliste. 1975 setzte er seinen Aufstieg in die Weltspitze fort. Unter seinen fünf Saisontiteln war erneut der Titel bei den French Open, den er im Finale gegen Guillermo Vilas erkämpfte. In Wimbledon erreichte Borg erneut das Viertelfinale, bei den US Open sogar das Halbfinale. Am Ende der Saison führte er Schweden zum ersten Davis-Cup-Triumph; beim 3:2-Finalsieg über die Tschechoslowakei gewann Borg beide Einzel.

1976 gelang ihm sein erster Titelgewinn in Wimbledon – im Finale gegen den favorisierten Ilie Năstase. Der Erfolg des Sandplatzspezialisten Borg galt damals als mittlere Sensation. Bei den großen Sandplatzturnieren selbst blieb er in diesem Jahr dagegen ohne Erfolg; er scheiterte jeweils am Weltranglistenersten Jimmy Connors – bei den French Open im Viertelfinale und bei den US Open im Finale. 1977 verteidigte Borg seinen Wimbledontitel in einem Fünfsatz-Krimi gegen Connors und nahm zwischenzeitlich Platz 1 der Weltrangliste ein. Mit insgesamt elf Saisontiteln beendete er die vierte Saison in Folge unter den besten drei Spielern der Welt.

1978 dominierte Borg die Profitour endgültig. Bei neun Saisonsiegen gelang ihm auch das erste Double von French Open und Wimbledon, bei den US Open verlor er dagegen das Finale erneut gegen Connors. 1979 konnte Borg die Titel in Paris und London verteidigen und mit zehn weiteren Titeln erstmals eine Saison als Nummer 1 der Weltrangliste beenden. Zudem gewann er erstmals in seiner Karriere das Masters, das erst im Januar des folgenden Jahres stattfand.

1980 schaffte Borg das dritte Double von French Open und Wimbledon in Folge, was noch immer zu den größten Leistungen der Tennisgeschichte gehört. Im Finale der US Open unterlag er dagegen zum dritten Mal in Folge, diesmal dem aufstrebenden John McEnroe. Dank eines erneuten Masters-Titels und neun weiteren Titeln beendete Borg die Saison wiederum an der Spitze der Weltrangliste.

Die Saison 1981 wurde seine letzte große. Borg gelangen dabei zum dritten Mal in seiner Karriere drei Finalteilnahmen bei Grand-Slam-Turnieren. Bei den French Open feierte er seinen vierten Titel in Folge und sechsten Turniersieg insgesamt (dieser Rekord sollte erst 2011 von Rafael Nadal eingestellt werden), in Wimbledon hingegen endete seine Rekordserie von fünf Titeln in Folge mit einer Finalniederlage gegen John McEnroe. Und auch in seinem vierten US-Open-Finale unterlag er McEnroe. In Genf gewann Borg dann im September 1981 seinen 64. und letzten Titel.

Nach der Saison entschloss er sich, eine viermonatige Auszeit vom Turniergeschehen zu nehmen. Er trat nur noch beim Turnier in Monte Carlo (seinem Wohnsitz) an, bei dem er das Viertelfinale erreichte. Von Seiten der Funktionäre wurde er dann darauf hingewiesen, dass er künftig die Qualifikationsrunden der jeweiligen Turniere bestreiten müsse, wenn er nicht die geforderte Anzahl von Turnieren im Saisonverlauf spiele. Daraufhin beendete Borg die Saison 1982 vorzeitig. 1983 trat er noch einmal in Monte Carlo an und gab kurz darauf – im Alter von gerade mal 26 Jahren – seinen Rücktritt bekannt.

In den folgenden zehn Jahren unternahm Borg mehrere Comebackversuche. Er scheiterte 1984 in Stuttgart in der ersten Turnierrunde, ebenso 1991 in Monte Carlo, 1992 bei insgesamt acht Turnieren und 1993 bei weiteren drei Turnieren. In Moskau verlor er schließlich im November 1993 den entscheidenden Tiebreak gegen Alexander Wolkow, daraufhin beendete er endgültig seine Karriere. Seit vielen Jahren ist er als Spieler auf der Seniorentour unterwegs.

Björn Borg ist neben Anja Pärson und Ingemar Stenmark der einzige Sportler, der zweimal mit der renommierten Svenska-Dagbladet-Goldmedaille geehrt wurde (1974, 1978).

Karrierebilanz

Turnier/Statistik 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981
Australian Open - 3R - - - - - - -
French Open AF S S VF - S S S S
Wimbledon VF 3R VF S S S S S F
US Open AF 2R HF F AF F VF F F
Turniersiege 0 8 5 6 11 9 13 9 3
Weltranglistenplatz
am Jahresende
18 3 3 2 3 2 1 1 4

AF = Achtelfinale; VF = Viertelfinale; HF = Halbfinale; F = Finale; S = Turniersieg; Ziffer = 1.-3. Turnierrunde;

Turniersiege

Legende
Grand Slam (11)
Masters Grand Prix (2)
Grand Prix Championship Series (15)
Grand Prix World Series (36)
Nr. Jahr Turnier Belag Finalgegner Ergebnis
1. 1974 Neuseeland Neuseeland Auckland Rasen Neuseeland Neuseeland Onny Parun 6:4, 6:3, 6:1
2. 1974 Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich London Hartplatz (i) Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich Mark Cox 6:7, 7:6, 6:4
3. 1974 Brasilien Brasilien São Paulo Hartplatz (i) Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Arthur Ashe 6:2, 3:6, 6:3
4. 1974 Italien Italien Rom Sand Rumänien 1965 Rumänien Ilie Năstase 6:3, 6:4, 6:2
5. 1974 Frankreich Frankreich French Open Sand Spanien 1945 Spanien Manuel Orantes 2:6, 6:7, 6:0, 6:1, 6:1
6. 1974 Schweden Schweden Båstad Sand Italien Italien Adriano Panatta 6:3, 6:0, 6:7, 6:3
7. 1974 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Boston Sand Niederlande Niederlande Tom Okker 7:6, 6:1, 6:1
8. 1974 Australien Australien Adelaide Rasen Neuseeland Neuseeland Onny Parun 6:4, 6:4, 3:6, 6:2
9. 1975 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Richmond Teppich (i) Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Arthur Ashe 4:6, 6:4, 6:4
10. 1975 Italien Italien Bologna Teppich (i) Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Arthur Ashe 7:6, 4:6, 7:6
11. 1975 Frankreich Frankreich French Open (2) Sand Argentinien Argentinien Guillermo Vilas 6:2, 6:3, 6:4
12. 1975 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Boston (2) Sand Argentinien Argentinien Guillermo Vilas 6:3, 6:4, 6:2
13. 1975 Spanien Spanien Barcelona Sand Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Adriano Panatta 1:6, 7:6, 6:3, 6:2
14. 1976 Kanada Kanada Toronto Indoor Teppich (i) Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Vitas Gerulaitis 2:6, 6:3, 6:1
15. 1976 Brasilien Brasilien São Paulo (2) Teppich (i) Argentinien Argentinien Guillermo Vilas 7:6, 6:2
16. 1976 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Dallas Teppich (i) Argentinien Argentinien Guillermo Vilas 1:6, 6:1, 7:5, 6:1
17. 1976 Deutschland Deutschland Düsseldorf Sand Spanien 1945 Spanien Manuel Orantes 6:2, 6:2, 6:0
18. 1976 Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich Wimbledon Rasen Rumänien 1965 Rumänien Ilie Năstase 6:4, 6:2, 9:7
19. 1976 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Boston (3) Sand Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Harold Solomon 6:7, 6:4, 6:1, 6:2
20. 1977 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Memphis Teppich (i) Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Brian Gottfried 6:4, 6:3, 4:6, 7:5
21. 1977 Frankreich Frankreich Nizza Sand Argentinien Argentinien Guillermo Vilas 6:4, 1:6, 6:2, 6:0
22. 1977 Monaco Monaco Monte Carlo Sand Italien Italien Corrado Barrazutti 6:3, 7:5, 6:0
23. 1977 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Denver Teppich (i) Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Brian Gottfried 7:5, 6:2
24. 1977 Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich Wimbledon (2) Rasen Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Jimmy Connors 3:6, 6:2, 6:1, 5:7, 6:4
25. 1977 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Boca Raton Sand Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Jimmy Connors 6:4, 5:7, 6:3
26. 1977 Spanien Spanien Madrid Sand Chile Chile Jaime Fillol 6:3, 6:0, 6:7, 7:6
27. 1977 Spanien Spanien Barcelona (2) Sand Spanien 1945 Spanien Manuel Orantes 6:2, 7:5, 6:2
28. 1977 Schweiz Schweiz Basel Teppich (i) Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich John Lloyd 6:4, 6:2, 6:3
29. 1977 Deutschland Deutschland Köln Teppich (i) Polen Polen Wojciech Fibak 2:6, 7:5, 6:3
30. 1977 Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich Wembley Hartplatz (i) Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich John Lloyd 6:4, 6:4, 6:3
31. 1978 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Birmingham Teppich (i) Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Dick Stockton 7:6, 7:5
32. 1978 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Boca Raton (2) Sand Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Jimmy Connors 7:6, 3:6, 6:1
33. 1978 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Las Vegas Hartplatz Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Vitas Gerulaitis 6:5, 5:6, 6:4, 6:5
34. 1978 Italien Italien Mailand Teppich (i) Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Vitas Gerulaitis 6:3, 6:3
35. 1978 Italien Italien Rom (2) Sand Italien Italien Adriano Panatta 1:6, 6:3, 6:1, 4:6, 6:3
36. 1978 Frankreich Frankreich French Open (3) Sand Argentinien Argentinien Guillermo Vilas 6:1, 6:1, 6:3
37. 1978 Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich Wimbledon (3) Rasen Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Jimmy Connors 6:2, 6:2, 6:3
38. 1978 Schweden Schweden Båstad (2) Sand Italien Italien Corrado Barazzutti 6:1, 6:2
39. 1978 Japan Japan Tokio Indoor Teppich (i) Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Brian Teacher 6:3, 6:4
40. 1979 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Richmond (2) Teppich (i) Argentinien Argentinien Guillermo Vilas 6:3, 6:1
41. 1979 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Boca Raton (3) Sand Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Jimmy Connors 6:2, 6:3
42. 1979 Niederlande Niederlande Rotterdam Teppich Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten John McEnroe 6:4, 6:2
43. 1979 Monaco Monaco Monte Carlo (2) Sand Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Vitas Gerulaitis 6:2, 6:1, 6:3
44. 1979 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Las Vegas (2) Hartplatz Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Jimmy Connors 6:3, 6:2
45. 1979 Frankreich Frankreich French Open (4) Sand Chile Chile Víctor Pecci 6:3, 6:1, 6:7, 6:4
46. 1979 Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich Wimbledon (4) Rasen Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Roscoe Tanner 6:7, 6:1, 3:6, 6:3, 6:4
47. 1979 Schweden Schweden Båstad (3) Sand Ungarn Ungarn Balázs Taróczy 6:1, 7:5
48. 1979 Kanada Kanada Toronto Hartplatz Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten John McEnroe 6:3, 6:3
49. 1979 Italien Italien Palermo Sand Italien Italien Corrado Barazzutti 6:4, 6:0, 6:4
50. 1979 Japan Japan Tokio Indoor (2) Teppich (i) Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Jimmy Connors 6:2, 6:2
51. 1979 Kanada Kanada Montreal Teppich (i) Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Jimmy Connors 6:4, 6:2, 2:6, 6:4
52. 1979 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten New York City Teppich (i) Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Vitas Gerulaitis 6:2, 6:2
53. 1980 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Salisbury Teppich (i) Indien Indien Vijay Amritraj 7:5, 6:1, 6:3
54. 1980 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Boca Raton (4) Sand Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Vitas Gerulaitis 6:1, 5:7, 6:1
55. 1980 Frankreich Frankreich Nizza (2) Sand Spanien 1977 Spanien Manuel Orantes 6:2, 6:0, 6:1
56. 1980 Monaco Monaco Monte Carlo (3) Sand Argentinien Argentinien Guillermo Vilas 6:1, 6:0, 6:2
57. 1980 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Las Vegas (2) Hartplatz Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Harold Solomon 6:3, 6:1
58. 1980 Frankreich Frankreich French Open (5) Sand Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Vitas Gerulaitis 6:4, 6:1, 6:2
59. 1980 Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich Wimbledon (5) Rasen Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten John McEnroe 1:6, 7:5, 6:3, 6:7, 8:6
60. 1980 Schweden Schweden Stockholm Teppich (i) Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten John McEnroe 6:3, 6:4
61. 1980 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten New York City (2) Teppich (i) Tschechoslowakei Tschechoslowakei Ivan Lendl 6:4, 6:2, 6:2
62. 1981 Frankreich Frankreich French Open (6) Sand Tschechoslowakei Tschechoslowakei Ivan Lendl 6:1, 4:6, 6:2, 3:6, 6:1
63. 1981 Deutschland Deutschland Stuttgart Sand Tschechoslowakei Tschechoslowakei Ivan Lendl 1:6, 7:6, 6:2, 6:4
64. 1981 Frankreich Frankreich Genf Sand Tschechoslowakei Tschechoslowakei Tomáš Šmíd 6:4, 6:3

Statistiken und Rekorde

  • Beste Grand-Slam-Match Bilanz in der Open Era mit 141 Siegen und 16 Niederlagen (89,8 %).
  • Beste Fünfsatz Bilanz bei Grand-Slams mit 24 Siegen und drei Niederlagen (88,9 %).
  • Borg gewann als einziger Spieler dreimal in Folge die French Open und Wimbledon (1978–1980).
  • Bei den French Open 1978 verlor er nur 32 Spiele in sieben Matches, das ist Rekord bei allen Grand-Slams.
  • Bei Wimbledon hat er die höchste Siegquote mit 51 Siegen und vier Niederlagen inne (92,7 %).
  • Zudem gewann Borg bei Wimbledon 41 Matches in Folge, den Open Era Rekord von fünf Titeln in Folge (1976–1980) teilt er sich mit Roger Federer (2003–2007).
  • Nur Borg (1976) und Federer (2017) gewannen Wimbledon in der Open Era ohne Satzverlust.
  • Neben Richard Sears, Tony Trabert und Rafael Nadal ist er einer von vier Spielern die drei Grand-Slam-Turniere ohne Satzverlust gewannen.
  • Borg bestritt in seiner Karriere 27 Grand-Slam Turniere, davon gewann er elf (Siegquote von 41 %).
  • Neben Nadal ist er der einzige Spieler, der als Teenager 16 Turniersiege erreichte.
  • Von Tokio 1979 bis Las Vegas 1980 gewann er zehn Turniere in Folge, Rekord in der Open Era.

Spielstil

Björn Borg revolutionierte das Tennisspiel, indem er eine grundlegend neue Griff- und Schlagtechnik weiterentwickelte und perfektionierte. Während bis dahin für Vorhand und Rückhand mehr oder weniger der gleiche Universalgriff („Shake-Hand-Griff“) üblich war, verwendete Borg für die Vorhand eine andere Griffhaltung („Western“) als für Rückhandschläge („Eastern“). Er war zwar nicht der erste Spitzenspieler mit einer beidhändigen Rückhand – auch der etwas ältere Jimmy Connors spielte die Rückhand bereits beidhändig –, aber er war durch seine Griffhaltung in der Lage, auf der Rückhandseite vor allem verdeckt zu schlagen, was die Reaktionszeit des Gegners enorm verkürzte. Borg perfektionierte die bereits von Rod Laver weiterentwickelte Topspin-Technik und spielte sie äußerst präzise und zuverlässig. Dadurch konnte er seine Partien vor allem von der Grundlinie diktieren. Gegen seine kraftvollen und enorm präzisen Topspin-Schläge standen Tennisspieler mit veralteter Griff- und Schlagtechnik zumeist auf verlorenem Posten.

Der Nachteil des Topspin-Schlages, die reduzierte Ballgeschwindigkeit, wurde durch die erhöhte Präzision und die weitaus größere Sicherheit mehr als kompensiert. Denn die „geraden“ und damit schnelleren und druckvolleren Schläge bergen aufgrund der flacheren Flugbahn ein höheres Risiko, entweder im Netz oder hinter der Grundlinie zu landen.

Auf dieser Technik beruhte Borgs überragende Stellung im Spitzentennis in erster Linie. Mittlerweile ist sie Grundlage des modernen Tennis geworden und selbstverständlich auf sämtlichen Ebenen – vom Anfänger bis zum Spitzenspieler.

Borg war jedoch auch bekannt für seine „Coolness“; nie sah man ihm während einer Begegnung Emotionen an. Weder aussichtslose Rückstände noch Eskapaden seiner Gegenspieler oder Fehlentscheidungen der Schieds- und Linienrichter brachten ihn aus der Ruhe. Das trug ihm in der englischen und amerikanischen Presse den Spitznamen „Ice-Borg“ ein. Oftmals spielte er erst am Rande der Niederlage sein bestes Tennis und drehte verloren geglaubte Matches noch um. In seiner Autobiografie enthüllte Borg nach Ende seiner Karriere den Grund für seine scheinbare Teilnahmslosigkeit: Als Junior war er aufgrund eines heftigen Wutanfalls nach einer krassen Benachteiligung für mehrere Monate gesperrt worden. Zwar ließen ihn Fehlentscheidungen auch danach nicht kalt, jedoch ließ er sich seinen Unmut nicht mehr anmerken. Borgs Coolness resultierte also aus seiner konsequenten Selbstdisziplin.

Zu seinem Image gehörte auch seine für damalige Verhältnisse außergewöhnliche Fitness. Er war stets austrainiert, und seine Gegner können sich nicht erinnern, ihn jemals ernsthaft schwitzen oder auch nur schwer atmen gesehen zu haben. Dahinter steckte jedoch beinhartes und ausgeklügeltes Training mit seinem langjährigen Trainer Lennart Bergelin oder seinem Freund Vitas Gerulaitis, damals selbst Top-10-Spieler. Borg brachte eine neue Professionalität in den „Herrensport“ Tennis.

Einfluss

Björn Borg (2014)

Aufgrund seines Nimbus wurde Björn Borg ein prägendes Vorbild – besonders für die sportlich interessierte Jugend und weit über das Tennis hinaus. Borg löste einen wahren Tennisboom aus. Viele, die mit Tennis bis dahin nichts anzufangen wussten, interessierten sich plötzlich für diesen Sport; unzählige Kinder begannen das Tennisspielen zu erlernen, nur um ihm nachzueifern. Insofern scheint es durchaus berechtigt, wenn in der Tenniswelt – in Anlehnung an die „ Beatlemania“ – von einer „Borgmania“ gesprochen wurde. Björn Borg gebührt das große Verdienst, aus der Nischen-Sportart Tennis einen ausgesprochenen Breitensport gemacht zu haben.

Bahnbrechend war auch seine Vermarktung. Die heute weltweit tätige Marketing- und Modelagentur International Management Group (IMG) des inzwischen verstorbenen Mark McCormack wurde mit Sport-Persönlichkeiten wie Borg und dem Golfer Arnold Palmer groß.

Nach seiner Profikarriere versuchte sich Borg als Geschäftsmann. Mehrere großangelegte wirtschaftliche Projekte erzielten jedoch nicht den gewünschten Erfolg. Obwohl sein Vermögen gegen Ende seiner Karriere auf etwa 80 Mio. US$ geschätzt wurde, meldete Borg 1996 in Schweden Insolvenz an. Diesen wirtschaftlichen Tiefpunkt hat er mittlerweile überwunden, heute ist er in Schweden als Geschäftsmann erfolgreich.

Seit einigen Jahren ist Björn Borg Namensgeber für eine vor allem in Skandinavien erfolgreiche Bekleidungs- und Parfum-Marke. 2004 gaben Kunden rund 70 Millionen Euro für Björn-Borg-Produkte aus. Am 20. Dezember 2004 ging die Markeneigentümerin World Brand Marketing (WBM) an die Stockholmer Börse OMX (Neuer Markt).

Borg wurde wegen seiner Erfolge als Star verehrt, [1] der zeitgleich agierende, wortkarge Ingemar Stenmark aber als Held. [2]

Persönliches

Björn Borg wurde im Södersjukhuset im Süden Stockholms geboren. Er wuchs in Södertälje auf.

Seine erste Jugendromanze war die Tennisspielerin Helena Anliot, die später den Sport ebenfalls professionell betrieben hat. Am 24. Juli 1980 heiratete Borg in Bukarest die rumänische Tennisspielerin Mariana Simionescu, 1984 wurden sie geschieden. 1985 traf er das Fotomodell Jannike Björling, mit der er seinen Sohn Robin (* 1985) hat; sie trennten sich 1988. Zwischen 1989 und 1993 war er mit der italienischen Sängerin Loredana Bertè verheiratet. Seit dem 8. Juni 2002 ist Borg mit Patricia Östfeldt verheiratet, mit ihr hat er seinen Sohn Leo (* 2003).

Filme

  • 2017: Borg/McEnroe: Filmbiografie, Regie: Janus Metz, Drehbuch: Ronnie Sandahl (erschien Anfang September 2017)

Einzelnachweise

  1. Arnd Krüger & Swantje Scharenberg (Hrsg.): Zeiten für Helden - Zeiten für Berühmtheiten im Sport. LIT, Münster 2014, ISBN 978-3-643-12498-2.
  2. John Hellström & Leif Yttergren: Ingemar Stenmark, folk hero and media star. The Media construction of a Swedish skiing hero in the 1970s, in: European Studies in Sport History 6 (2013), S. 93–110

Weblinks

  Commons: Björn Borg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien