Besetzung des Irak 2003‚Äď2011 Information

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Besetzung des Irak
Teil von: Irakkrieg
Besatzungszonen
Besatzungszonen
Datum 2. Mai 2003 bis 18. Dezember 2011
Ort Irak
Ausgang Abzug der Vereinigten Staaten
Folgen Aufstand im Irak
Konfliktparteien

Irak Irak Streitkräfte des Irak (zu Beginn: Irakischer Nationalkongress)
Multi-National Force-Iraq ShoulderSIeeveInsignia.png Multinational Force Iraq ( Koalition der Willigen)
vorwiegend:

Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Streitkräfte der Vereinigten Staaten
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich Streitkräfte des Vereinigten Königreichs

Irak 1991 Irak Islamischer Staat Irak
Flag of the Ba'ath Party.svg Sympathisanten der Ba'ath-Partei
No flag.svg Mahdi-Armee,
Flag of al-Qaeda in Iraq.svg al-Qaida im Irak

Verluste
insgesamt mind. 109.032 Tote
(Stand: 2009 ‚Äď vermutlich mehr) [1]
davon mind. 90.000 Zivilisten
(Stand: 2011 ‚Äď vermutlich mehr) [2]
sowie mind. 2,5 Millionen Menschen auf der Flucht
Entwicklung der Anzahl stationierten Soldaten

Die Besetzung des Irak folgte auf den Irakkrieg (19. M√§rz bis 1. Mai 2003), mit dem die sogenannte Koalition der Willigen unter F√ľhrung der Vereinigten Staaten die irakische Regierung unter Saddam Hussein st√ľrzte, und endete im Dezember 2011 offiziell mit dem Abzug der letzten verbliebenen US-Kampftruppen aus dem Irak, [3] nachdem das Vereinigte K√∂nigreich seine Truppen bereits im April 2009 abgezogen hatte. [4]

Am 22. Mai 2003 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat einstimmig dazu die Resolution 1483, in der die Rolle der UN und der Besatzungsm√§chte nach dem Krieg geregelt wurde. Zwar wurde die politische Autorit√§t der provisorischen Koalitionsbeh√∂rde zur Kenntnis genommen, verbunden mit dem Hinweis, die Regeln des V√∂lkerrechts zu respektieren. Doch obwohl in der Pr√§ambel der Resolution eine tragende Rolle f√ľr die UN gefordert wurde, stimmten die beiden Vetom√§chte im Beschlussteil der Resolution nur der Einsetzung eines UN-Sonderbeauftragten zu, der den Wiederaufbau unterst√ľtzen sollte. In der Resolution wurde die demokratische Entwicklung festgeschrieben, um eine repr√§sentative Regierung auf der Grundlage der Rechtsstaatlichkeit zu bilden, die allen irakischen B√ľrgern ohne Ansehen der ethnischen Zugeh√∂rigkeit, der Religion oder des Geschlechts gleiche Rechte und Gerechtigkeit gew√§hrt sowie gefordert, dass das fr√ľhere irakische Regime f√ľr die von ihm begangenen Verbrechen und Gr√§ueltaten zur Rechenschaft gezogen werden muss. [5] Zu Beginn der Besetzungsdauer richteten die USA, Gro√übritannien und Polen drei Besatzungszonen im Irak ein. Die Multi-National Force Iraq, ein internationales Verbundkommando, war f√ľr die allt√§gliche sowie langfristige Instruktion und Supervision der Besatzungsstreitkr√§fte zust√§ndig. Daneben fungierte sie als Schnittstelle zwischen den Interessen der okkupierenden L√§nder, der irakischen Bundesregierung und der Zivilbev√∂lkerung.

Am 30. Januar 2005 fanden die ersten freien Wahlen im Irak statt. Es wurden 275 Sitze im neuen irakischen Parlament vergeben, mindestens ein Drittel davon musste, laut √úbergangsverfassung, an Frauen gehen. Die Wahl war √ľberschattet von Terrorangst und Boykottaufrufen von sunnitischen Geistlichen. Viele Sunniten boykottierten dann auch, wie bef√ľrchtet worden war, die Wahl. Dennoch lag die Wahlbeteiligung bei ca. 58 %, da die Schiiten und die Kurden mehrheitlich zur Wahl gingen. [6] Als Sieger ging mit 48 % der Stimmen die √ľberwiegend schiitische Vereinigte Irakische Allianz (United Iraqi Alliance) hervor, zweitst√§rkste Kraft wurde die Demokratische Patriotische Allianz Kurdistans, die drittmeisten Stimmen bekam die von Iyad Allawi gef√ľhrte s√§kulare Irakische Liste. Die UIA und das kurdische Parteienb√ľndnis schlossen eine Regierungskoalition. Am 16. M√§rz 2005 hatte die Nationalversammlung ihre erste Sitzung. Nach langwierigen Verhandlungen nominierte die Nationalversammlung am 4. April einen Parlamentspr√§sidenten und seine zwei Stellvertreter. Am 6. April w√§hlte die Versammlung einen Pr√§sidenten und zwei Vize-Pr√§sidenten. Der erste Pr√§sident des Irak war Dschalal Talabani, ein Kurde, Stellvertreter wurden Adil Abd al-Mahdi, ein Schiit und Ghazi al-Yawar, ein Sunnit. Dieser Pr√§sidialrat nominierte einen Ministerpr√§sidenten, der mit seinem (bis dahin unvollst√§ndigen) Kabinett am 28. April von der Nationalversammlung best√§tigt wurde. Erster Ministerpr√§sident wurde Ibrahim al-Dschafari, ein Schiit, Stellvertreter Rodsch Nuri Schawais, ein Kurde und Abid Mutlaq al-Dschiburi, ein Sunnit sowie Ahmad Abd al-Hadi al-Dschalabi.

Im Jahr 2008 schlossen die Vereinigten Staaten mit dem Irak ein Truppenstatut ab, das auf die schrittweise Wiederherstellung der irakischen Souver√§nit√§t abzielte. Es sah den R√ľckzug der Besatzungstruppen aus irakischen Ballungsgebieten bis 2009 und den Abzug aller Kampftruppen bis zum 31. Dezember 2011 vor. Kennzeichnend f√ľr die Dauer der Besetzung war eine gewaltt√§tige Insurrektion gegen die Pr√§senz der Koalition der Willigen, die von einer Mehrzahl irakischer und nichtirakischer Akteure aus vielschichtigen Beweggr√ľnden ausging. Eine politische, strategische und operative Neuausrichtung der Besatzungstruppen im Jahr 2007, angeregt von der √ľberparteilichen amerikanischen Iraq Study Group, umgesetzt von General David H. Petraeus, und begleitet von Ver√§nderungen in der irakischen Politik selbst, milderte die Intensit√§t dieser Gewalt, ohne sie vollst√§ndig zu beenden. Diese Umkehr wurde weltweit unter dem Begriff Surge (‚ÄěWoge, Anstieg‚Äú) bekannt, und der Pr√§sident der Vereinigten Staaten ab 2009, Barack Obama, beauftragte Petraeus ab 2010 mit einer abgewandelten Umsetzung in Afghanistan.

Der Irak war bei Abzug der Vereinigten Staaten nicht vollständig politisch stabilisiert. In militärischer Hinsicht untermauerte die Besetzung die Bedeutung des Insurrektionskrieges und leistete der Verbreitung und der Prominenz Unkonventioneller Spreng- und Brandvorrichtungen Vorschub, während sie zahlreiche politische und juristische Herausforderung in der Verwendung privatwirtschaftlicher Militärdienstleister beleuchtete.

Geschichte

Patrouille der U.S. Army im Bagdader Stadtbezirk Karrada (2008)

Militärische Besatzung

Infolge des Sturzes der Diktatur Saddam Husseins am 7. April 2003 durch den Fall Bagdads an die 3. US-Infanteriedivision wurde eine √úbergangsverwaltung eingerichtet. Das Besatzungsregime schuf eine √úbergangsregierung, die √ľber beschr√§nkte Souver√§nit√§t verf√ľgte. W√§hrend vor allem die Streitkr√§fte der Vereinigten Staaten und des Vereinigten K√∂nigreichs die Invasion angef√ľhrt hatten, entsandten 29 andere Mitglieder der Koalition der Willigen Truppen, die beim Wiederaufbau des Irak Unterst√ľtzung bieten sollten.

Größere Militäroperationen während der Besatzung

Ein US-Panzer in Bagdad

Baker-Kommission

Am 16. M√§rz 2006 wurde vom amerikanischen Kongress die Baker-Kommission eingesetzt, um eine unabh√§ngige Beurteilung der Situation im Irak und Empfehlungen f√ľr k√ľnftige Strategien und Aktionen zu erarbeiten. Die Baker-Kommission schlug daraufhin einen Abzug der Kampftruppen bis zum Jahr 2008 vor. Den Empfehlungen der Baker-Kommission folgend beschloss das US-Repr√§sentantenhaus den Abzug der US-Truppen aus dem Irak zum 1. April 2008. [7]

Teilweiser Truppenabzug

Am 14. September 2007 k√ľndigte George W. Bush einen Teilabzug der Truppen aus dem Irak an. Der Grund daf√ľr seien Erfolge, sodass nicht mehr so viele Soldaten ben√∂tigt w√ľrden. Er sagte: ‚ÄěJe erfolgreicher wir sind, desto mehr amerikanische Soldaten k√∂nnen nach Hause kommen.‚Äú [8] Unter dem amerikanischen Pr√§sidenten Barack Obama verlie√üen die letzten US-Kampftruppen den Irak am 19. August 2010. [9] Die verbliebenen ca. 56.000 US-Soldaten im Irak sollen unter anderem zur Ausbildung der irakischen Armee eingesetzt werden. Sie wurden bis Ende 2011 ebenfalls abgezogen.

Das Vereinigte Königreich zog im Mai 2009 den Großteil seiner Truppen aus dem Irak ab, ein Prozess, der Ende März 2009 begonnen hatte. [10]

Ende der Besetzung

Im Oktober 2011 k√ľndigt der US-amerikanische Pr√§sident Barack Obama den Abzug der Soldaten zum Jahresende 2011 an. [11] Mit dem Grenz√ľbertritt eines 500 Soldaten umfassenden Truppenkonvois von Irak nach Kuwait wurde der US-amerikanische Truppenabzug am 18. Dezember 2011 offiziell abgeschlossen. [12] Bereits vier Tage zuvor hatte Obama in einer Zeremonie im Milit√§rst√ľtzpunkt Fort Bragg den Einsatz symbolisch f√ľr beendet erkl√§rt. [13]

Folgen von Krieg und Besatzung

US-Soldaten versorgen ein Opfer einer Attacke von Aufständischen
Statistische Daten √ľber Angriffe im Irak 2003‚Äď2006

Seit Anfang des Krieges bis Ende 2007 starben mindestens 80.000 irakische Zivilisten durch Gewalteinwirkung. [14] Zugleich sind etwa 2,5 Millionen Menschen im Irak Binnenfl√ľchtlinge, davon 1 Million bereits vor dem Krieg, die anderen seit 2003 mit einem dramatischen Anstieg seit Februar 2006 mit etwa 1,3 Millionen Binnenfl√ľchtlingen. Dazu kommen seit 2003 √ľber 2 Millionen Fl√ľchtlinge au√üerhalb des Irak. [15]

Am 8. September 2004 √ľberschritt die Zahl der amerikanischen Gefallenen die psychologisch kritische Marke von 1.000, was die Wahlkampagne der oppositionellen Demokraten in den USA beg√ľnstigte. [16] Bis zum 31. Dezember 2016 sind im Irak insgesamt 4.832 Soldaten der Koalition gefallen, davon 4.512 Amerikaner. [17] Au√üerdem sind √ľber 8.000 Amerikaner verwundet worden (gez√§hlt nur die schweren Verletzungen im Kampf, die einen Abtransport per Luft erforderten). Die Gesamtzahl der verwundeten US-amerikanischen Soldaten bel√§uft sich auf 32.223. [18]

2009 und 2010 richteten sich die Bombenanschl√§ge und Selbstmordattentate vermehrt gezielt gegen wichtige Pers√∂nlichkeiten, darunter Kandidaten der Kommunalwahlen, Gouverneure, B√ľrgermeister, Milit√§rangeh√∂rige, Richter und Geistliche. Am 8. Dezember 2009 richteten sich gleich mehrere Anschl√§ge gegen Ministerien und die √∂ffentliche Verwaltung in Bagdad, bei denen 110 Iraker get√∂tet und √ľber 200 verletzt wurden.

Kriegsverbrechen während der Besatzung

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W√§hrend der Besetzung des Irak ver√ľbten Akteure aller Seiten Kriegsverbrechen. Besondere Aufmerksamkeit erfuhr dabei der Abu-Ghuraib-Folterskandal, bei dem amerikanische Geheimdienstmitarbeiter, Soldaten und Mitarbeiter privater Sicherheitsfirmen irakische Gefangene in einem Gef√§ngnis nahe Bagdad gefoltert und zugleich durch erniedrigende Fotos teils sexueller Natur dem√ľtigten, die bei ihrem Bekanntwerden heftige Reaktionen sowohl in der arabischen als auch in der westlichen Welt provozierten. (Siehe auch: Ver√∂ffentlichung des Kriegstagebuchs des Irak-Krieges durch WikiLeaks)

Des Weiteren stehen die Luftangriffe in Bagdad vom 12. Juli 2007, bei denen unbewaffnete Reporter unter schweren Beschuss genommen und getötet wurden unter heftiger Kritik, nachdem Aufnahmen dieses Angriffes von der Whistleblower-Plattform WikiLeaks veröffentlicht wurden.

Ein vom Harper's Magazine 2010 veröffentlichtes Video zeigt zudem Söldner des US-amerikanischen privaten Sicherheitsunternehmens Blackwater, wie dessen Mitarbeiter Zivilisten mit gepanzerten Fahrzeugen verfolgen und dabei wie auf einer Treibjagd auf sie schießen. [19] [20]

Abgesehen von dem v√∂lkerrechtlich allgemein illegalen Einsatz in Irak (siehe Begr√ľndung f√ľr den Irakkrieg), der aufgrund des fehlenden UN-Mandats als Angriffskrieg gilt, kritisierte J√ľrgen Link zudem, dass es auch im Irak zu gezielten T√∂tungsaktionen ‚Äď meistens lediglich aufgrund von Denunziation ‚Äď gekommen ist, bei denen auch unschuldige Zivilisten ums Leben kamen (‚Äě Kollateralschaden‚Äú, die als Collateral Damage Estimate eingeplant wurden). [21] Dabei wurden oftmals auch unbemannte Luftfahrzeuge verwendet.

√úbergangsverwaltungen

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Am 22. Mai 2003 wurde vom UN-Sicherheitsrat einstimmig der von den USA, dem Vereinigten K√∂nigreich und Spanien vorgelegte Resolutionsentwurf 1483 zum Irak angenommen. Damit unterst√ľtzt die UNO die US-gef√ľhrte √úbergangsverwaltung im Irak bis zur Einsetzung einer demokratisch gew√§hlten Regierung und die Aufhebung der Sanktionen, mit Ausnahme des Waffenembargos. [22]

Status des Wiederaufbaus

Angaben der US-Streitkr√§fte zufolge schreitet der Wiederaufbau des Irak voran. Im Juli 2007 habe die Wirtschaft wieder Fahrt aufgenommen, und 3.000 von knapp 3.400 Projekten des Iraqi Relief and Reconstruction Fund seien fertiggestellt gewesen. 60 % der Vertragsnehmer f√ľr Auftr√§ge seien Iraker. Am wichtigsten sei die Wiederherstellung einer fl√§chendeckenden medizinischen Betreuung sowie die m√∂glichst durchgehende Versorgung Bagdads mit Elektrizit√§t (im Jahr 2007 acht Stunden pro Tag). [23]

Juristischer Status der Koalitionsbesatzung

Durch ihre milit√§rische Pr√§senz verf√ľgen die Mitglieder der Koalition √ľber gewichtigen Einfluss im Land und bek√§mpfen mit den neu aufgestellten irakischen Streitkr√§ften den paramilit√§rischen Widerstand.

Resolution 1546 des UN-Sicherheitsrates erkannte das Ende der offiziellen Besetzung des Irak durch die Koalition sowie die gleichzeitige √úbernahme der vollen Souver√§nit√§t durch die irakische √úbergangsregierung an. Daraufhin nahmen sowohl die Vereinten Nationen wie auch mehrere ihrer Mitgliedsl√§nder diplomatische Beziehungen zum Irak auf und unterst√ľtzen die √úbergangsregierung bei der Vorbereitung von Wahlen und der Ausarbeitung einer Verfassung.

John Negroponte, Botschafter der USA im Irak, deutete an, dass die USA aus dem Irak abz√∂gen, w√ľrde die √úbergangsregierung dies w√ľnschen: [24]

‚ÄúIf that‚Äôs the wish of the government of Iraq, we will comply with those wishes. But no, we haven‚Äôt been approached on this issue ‚ÄĒ although obviously we stand prepared to engage the future government on any issue concerning our presence here.‚ÄĚ

‚ÄěWenn das [Anm.: der Abzug] der Wunsch der Regierung des Irak ist, werden wir dies befolgen. Aber bisher ist man noch nicht in dieser Absicht an uns herangetreten ‚Äď auch wenn wir offensichtlich bereit sind, uns mit jedem Thema zu befassen, welches die Regierung in Bezug auf unsere Anwesenheit hier anzusprechen gedenkt.‚Äú

Konsequenzen

Der anhaltende Aufenthalt US-amerikanischer Streitkr√§fte im Irak, f√ľr die in der √∂ffentlichen Meinung in den Vereinigten Staaten die Unterst√ľtzung schwindet, war ein beherrschendes Thema auf der politischen Agenda der Bush-Regierung. Greifbare Konsequenzen sind beispielsweise das stetig wachsende Haushaltsdefizit sowie die anhaltende Schwierigkeit der Streitkr√§fte, geeignete Rekruten zu finden, sodass sie die Besoldung verst√§rkt und die Eintrittsh√ľrden gesenkt haben. Dennoch bleibt die Moral der Truppen schlecht und den Streitkr√§ften, allen voran dem Heer, drohen ernsthafte Entprofessionalisierungstendenzen. [25] Konservative kritisieren Obamas Umsetzung seines Wahlversprechens, den Einsatz im Irak zu beenden: der Truppenabzug habe Instabilit√§t verursacht, wo ein dauerhafter Sieg m√∂glich gewesen w√§re. [26]

Haltung der irakischen Bevölkerung zur Besatzungsmacht

2006

Nach einer im Oktober 2006wo, von wem? ver√∂ffentlichten geheimen Umfrage der britischen Armee lehnten 82 Prozent der Iraker die Besatzung ab, 67 Prozent f√ľhlten sich unsicherer durch die ausl√§ndischen Truppen, 72 Prozent hatten kein Vertrauen in die Besatzungstruppen, 71 Prozent verf√ľgten nicht √ľber sauberes Wasser, bei 70 Prozent funktionierten die Abwasseranlagen nicht oder schlecht, 47 Prozent wurden nicht ausreichend mit Strom versorgt und 40 Prozent der S√ľdiraker waren arbeitslos.

2008

Anwohner im Gespräch mit US-Soldaten

Im Februar 2008 f√ľhrte der amerikanische Fernsehsender ABC zusammen mit der BBC, der ARD und der NHK eine Umfrage unter der irakischen Zivilbev√∂lkerung durch, die sich in mehreren Fragestellungen mit deren Haltung zur Besatzungsmacht f√ľnf Jahre nach der Invasion des Landes auseinandersetzte, und verglich diese Werte mit bereits ver√∂ffentlichten Umfragewerten vom August 2007. Dabei waren die Kr√§fte der Multi-National Force Iraq von gerade einmal 26 % erw√ľnscht. Demgegen√ľber hatte der Wunsch nach einem sofortigen Abzug der USA und des Vereinigten K√∂nigreiches von 47 auf 38 Prozent abgenommen. Dabei sind die Iraker √ľber das voraussichtliche Ergebnis eines endg√ľltigen Abzugs gespalten, da 46 % damit rechnen, dass sich die Sicherheitslage verbessert, w√§hrend der Rest eine Stagnation oder eine Verschlechterung annimmt. Ein Engagement der Vereinigten Staaten im Rahmen g√§ngiger Diplomatie wie beispielsweise die fortgef√ľhrte Instruktion und Belieferung der heimischen Sicherheitskr√§fte erachtete eine √ľberw√§ltigende Mehrheit der Iraker als w√ľnschenswert. Dabei war die Kooperation in der Terrorbek√§mpfung besonders beliebt, die sich 80 % erhofften. [27]

Am 4. Oktober 2008 √ľbergaben die polnischen Truppen den US-Streitkr√§ften die Kontrolle √ľber die Multi-National Division Central-South (MNDSC) und am 29. Oktober 2008 wurde der Einsatz im Irak beendet.

Opfer

Am 15. Oktober 2013 veröffentlichten die University of Washington, die Johns Hopkins University und die Simon Fraser University im PLoS Medicine-Magazin eine Untersuchung zu den Todesopfern in der Zeit zwischen 2003 und Mitte 2011. Durch die Befragung von stichprobenartig 2000 repräsentativ ausgewählte Haushalte schätzten die Forscher, dass in der Zeit 405.000 Iraker direkt oder indirekt durch Kriegshandlungen getötet wurden. [28]

Die Organisation und Friedensnobelpreistr√§ger √Ąrzte gegen den Atomkrieg (Internationale √Ąrzte f√ľr die Verh√ľtung des Atomkrieges, √Ąrzte in sozialer Verantwortung e. V.) sch√§tzt die Opfer der amerikanischen Besatzungszeit in einer Ver√∂ffentlichung von 2015 auf √ľber 1 Million. [29] [30]

Siehe auch

Literatur

  • Engin, Kenan. 2013, Nation-Building' ‚Äď Theoretische Betrachtung und Fallbeispiel: Irak. (Dissertation), Nomos, Baden-Baden 2013, ISBN 978-3-8487-0684-6
  • Kenan Engin: Untersuchung zur Konfliktbew√§ltigung im Irak. Saarbr√ľcken 2010, ISBN 978-3-639-23766-5

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Wikileaks.org WikiLeaks Iraq War Diaries, 22. Oktober 2010
  2. ‚ÜĎ Quelle: Iraq Body Count
  3. ‚ÜĎ vgl. BBC News: US flag ceremony ends Iraq operation, 16. Dezember 2011. Abruf am 16. Dezember 2011.
  4. ‚ÜĎ vgl. BBC News: UK combat operations end in Iraq, 30. April 2009. Abgerufen am 16. Dezember 2011.
  5. ‚ÜĎ UN-Resolution 1483 vom 22. Mai 2003
  6. ‚ÜĎ Wissenswertes zu den Irak Wahlen 2005
  7. ‚ÜĎ Welt Online: Repr√§sentantenhaus beschlie√üt Abzug aus dem Irak, vom 13. Juli 2007
  8. ‚ÜĎ Bush will Totalabzug nur bei ‚ÄěErfolg‚Äú
  9. ‚ÜĎ US-Kampftruppen verlassen den Irak ( Memento vom 20. August 2010 im Internet Archive), tagesschau.de vom 19. August 2010; Zugriff am 19. August 2010
  10. ‚ÜĎ o. V.: UK troops begin Iraqi withdrawal, in: BBC Online, 31. M√§rz 2009. Zugriff am 2. April 2009.
  11. ‚ÜĎ Reuters:Barack Obama verteidigt Truppenabzug im Irak
  12. ‚ÜĎ Focus: Letzte US-Truppen aus Irak abgezogen, 18. Dezember 2011.
  13. ‚ÜĎ Focus: ‚ÄěWillkommen daheim‚Äú ‚Äď Obama beendet symbolisch den Irak-Krieg, 15. Dezember 2011.
  14. ‚ÜĎ Quelle: Iraq Body Count
  15. ‚ÜĎ Iraq Assessments & Statistics Report der Internationalen Organisation f√ľr Migration im Irak, zweiw√∂chentlich, Stand 1. M√§rz 2008
  16. ‚ÜĎ U.S. death toll in Iraq passes 1,000 CNN-Bericht vom 8. September 2004. Funddatum: 14. April 2007.
  17. ‚ÜĎ Quelle: Iraq Operation Casualty Count, abgerufen am 30. Juli 2010
  18. ‚ÜĎ Quelle: Iraq Operation Casualty Count, abgerufen am 30. Juli 2010
  19. ‚ÜĎ Growing Use of Contractors Added to Iraq War's Chaos ‚Äď Iraq War Logs ‚Äď WikiLeaks Documents. In: The New York Times, 23. Oktober 2010. 
  20. ‚ÜĎ Video eines Blackwater-Kriegsverbrechens, abgerufen am 10. September 2012
  21. ‚ÜĎ J√ľrgen Link: Bangemachen gilt nicht. In: kultuRRevolution. zeitschrift f√ľr angewandte diskurstheorie. Nr. 58, Mai 2010, ISSN  0723-8088, S. 15 f.
  22. ‚ÜĎ UN-Sicherheitsrat hebt Sanktionen gegen Irak auf / Security Council lifts Sanctions on Iraq. In: ag-friedensforschung.de. 26. Mai 2003, abgerufen am 1. M√§rz 2015.
  23. ‚ÜĎ Quelle: Iraq Rebuilding Shifts from Western Contracts to Iraqis. Bericht der United States Army vom 6. Juli 2007. Zugriff am 8. Juli 2007.
  24. ‚ÜĎ US and UK look for early way out of Iraq ‚Äď ‚ÄěDie USA und Gro√übritannien suchen m√∂glichst schnellen Abzug aus dem Irak‚Äú, Artikel des Guardian vom 22. Januar 2005. Funddatum: 17. M√§rz 2007
  25. ‚ÜĎ ‚ÄěUS-Armee vor dem Kollaps‚Äú. FOCUS-Bericht vom 13. April 2007. Funddatum: 1. November 2007
  26. ‚ÜĎ Gene Healy: The Iraq War Was a Bipartisan Disaster--in: The DC Examiner on June 24, 2014.
  27. ‚ÜĎ Anthony Cordesman: US Troop Levels And Iraqi Perceptions of the US ( Memento vom 13. August 2008 im Internet Archive) (PDF; 216 kB). Ver√∂ffentlicht am 20. Juli 2008. Zugriff am 4. August 2008
  28. ‚ÜĎ Eine halbe Million Menschen starb infolge des Irak-Kriegs
  29. ‚ÜĎ http://www.bundeswehr-journal.de/2015/rund-13-millionen-tote-durch-krieg-gegen-den-terror/
  30. ‚ÜĎ Christian Dewitz Rund 1,3 Millionen Tote ‚Äď in: bundeswehr-journal (‚Äěunabh√§ngig‚Äú)