Australische Küche Information

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Australische Küche in Brisbane

Die australische Küche zog ihre Inspiration zunächst aus der englischen Küche, die mit der britischen Sträflingen und Siedlern ab dem 18. Jahrhundert nach Australien kam, bis ab dem 19. Jahrhundert die chinesische Küche Einzug in das Land hielt. Mit der zunehmenden Einwanderung von Italienern und Griechen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs änderten sich langsam die Essgewohnheiten. Unter dem Einfluss zugezogener Vietnamesen, Thailänder und zahlreicher anderer Nationalitäten entwickelte sich Modern Australian Cuisine, eine der vielfältigsten Küchen der Welt.

Geschichte

Bush Tucker oder Bush Food

Die traditionelle Ernährung der indigenen Aborigines ist nahrhaft und vielfältig, jedoch ist ihr Einfluss auf die australische Küche gering. Traditionelle Gerichte der Pionierzeit sind als Bush Food oder Bush Tucker bekannt und werden mit Zutaten aus der Tier- und Pflanzenwelt des Australischen Busches zubereitet. Von der europäischen Besiedlung bis weit ins 20. Jahrhundert orientierte sich die australische Küche an britischen Essgewohnheiten. [1]

Zu Beginn der britischen Kolonisation Ende des 18. Jahrhunderts spielte Hammelfleisch eine hauptsächliche Rolle in der Ernährung der Siedler; oft in Kombination mit Tee und Damper, einem Brot aus Mehl, Salz und Wasser, das in glühender Asche offener Feuer gebacken wurde. Speisefische, Krustentiere, Hasenfleisch, Kängurufleisch und Wildvögel ergänzten den Speiseplan. [2]

Chinesisches Restaurant im ländlichen Leeton (New South Wales), 2012

Chinesische Goldgräber brachten im 19. Jahrhundert die chinesische Küche in die Goldfelder Victorias, wo kommerzielle Küchen entstanden, sogenannte cookshops. 1890 war ein Drittel aller Köche in Australien chinesischer Herkunft. Die meisten chinesischen Siedler entstammten der südchinesischen Provinz Guangdong und brachten kantonesische Essgepflogenheiten mit sich.

Selbst nach der Unterbrechung der chinesischen Einwanderung durch die White Australia Policy 1901 wurden chinesische Köche bei der Visumserteilung bevorzugt behandelt. In den 1930er Jahren fanden chinesische Restaurants besonders in Melbourne und Sydney weite Verbreitung und galten als sichtbare Zeichen kultureller Vielfalt. [3] Heute befinden sich selbst in den meisten kleineren Ortschaften des Landes chinesische Restaurants. [4]

Spiros Fish Cafe & Milk Bar, Goulburn, ca. 1953

Mit dem Zustrom von Einwanderern nach dem Zweiten Weltkrieg hinterließen besonders die Italiener mit ihrer Küche ihre kulinarischen Spuren. Italienische Gärtner und Gemüsehändler übernahmen die Obst- und Gemüsemärkte von den Chinesen, deren Zahl aufgrund der White Australia Policy geschrumpft war. Auberginen und Zucchini, die der australischen Öffentlichkeit praktisch unbekannt waren, hielten so Einzug in die australische Ernährung. Diskriminierung und Vorurteile führten jedoch dazu, dass italienisches Essen erst ab dem Ende der 1970er Jahre von der Bevölkerung breiter akzeptiert wurde.

Weit verbreitet sind Lunchbox-Anekdoten von Kindern aus Migrantenfamilien der 1970er und 1980er Jahre, die auf dem Schulhof wegen ihres „etnischen Essens“ gehänselt wurden; oft wurde ihnen unterstellt, dass sie durch die „fremden Zutaten schlecht riechen“ würden. Die australische Ernährungsweise war bis dato hauptsächlich von Fleisch geprägt, oft dreimal täglich, [5] mit einer stark begrenzten Auswahl von Gemüse. [3] Olivenöl war in der Nachkriegszeit nur bei Apothekern gegen Vorlage eines Rezeptes in Ampullen erhältlich. [6]

Eingewanderte Griechen führten anfänglich meist Milchbars und Cafés. Andere griechische Familien prägten mit ihren Großhandelsunternehmen bis in die Gegenwart die australische Meeresfrüchteindustrie. Mit der verstärkten griechischen Einwanderung der 1950er Jahre stieg auch die Nachfrage nach griechischen Lebensmitteln wie griechischem Joghurt, Feta, Halloumi und Kefalotyri. Erst in den 1980er Jahren etablierten sich Restaurants mit einem Angebot von traditionellen griechischen Gerichten.

Thai BBQ Pork in Sydney, 2016

Ab den 1970er Jahren fasste die thailändische Küche Fuß in Australien, die anfänglich auf eine wachsende Zahl thailändischer Studenten zielte, dann aber schnell Gefallen bei Einheimischen aller ethnischen Gruppen fand. Schätzungen von 2014 zufolge wird Thai Food in mehr als einem Viertel aller Restaurants im Großraum Sydney angeboten.

Vietnamesische Flüchtlinge, die vor dem Vietnamkrieg geflohen waren, brachten in den 1970er Jahren ihre Küche nach Australien. Familiengeführte Restaurants eröffneten bald in Stadtteilen von Melbourne wie Richmond und Footscray oder in Sydney, dort besonders in Cabramatta und Canley Vale. Die meisten Köche der vietnamesischen Küche waren Amateure, die so ein Einkommen erwirtschaften konnten. Zitronenhuhn und süßsaures Schweinefleisch fanden in der australischen Bevölkerung regen Anklang.

Imbisswagen mit „deutschem“ Fast Food in Parramatta, Sydney, 2019

Einwanderer sehnten sich nach dem Geschmack der Küche ihrer Heimat und passten sich gleichzeitig an die Geschmacksrichtungen ihrer neuen Wahlheimat an. [6] Heute hat die australische Küche zahlreiche Gerichte und Zubereitungsarten aus den Herkunftsländern seiner Einwanderer übernommen, einschließlich der koreanischen, indischen, polnischen, mexikanischen, russischen, japanischen, dänischen, samoanischen Küche und vielen anderen. [3] Die Mischung aus europäischen Techniken und asiatischen Aromen ist ein wesentlicher Bestandteil der Speisen der modernen australischen Küche (Modern Australian cuisine), gerne auch gemischt mit ausgeprägt australischen Aromen wie die der Macadamia nut und der Wattle seeds. Bekannte Köche dieses Genres sind Phillip Searle, Cheong Liew, Adam Liaw, Stephanie Alexander oder Maggie Beer. [7] [8]

Die Küche des deutschsprachigen Raumes ist jedoch nur selten zu finden und reduziert sich vielfach auf schnitzels, Kransky sausages and pretzels, also Schnitzel, Krainer Wurst und Bretzel. Eine Ausnahme bildet hierbei Südaustralien, wo Deutsche ab dem 19. Jahrhundert vermehrt siedelten. [9] In anderen Teilen des Landes beschränkt sich das Angebot auf einige delicatessen-Geschäfte und Restaurants. Die Kette The Bavarian unterhält Restaurants in verschiedenen Städten des Landes. [10] Mit der steigenden Beliebtheit von food trucks werden gelegentlich aus dem deutschsprachigen Raum bekannte Imbissgerichte wie Currywurst oder Döner angeboten. In den größeren Orten des Landes finden lokale Versionen des Oktoberfests Anklang, auf denen stereotypische Bayerische Küche serviert wird. [11]

Beispiele typisch australischer Gerichte und Getränke

In der australischen Küche stellen Meeresfrüchte einen wichtigen Teil der Ernährung dar, besonders gerne werden Fish and Chips mit Sauce tartare und einem Stück Zitrone [12] oder Garnelen (prawns) oder Kalmare (squid) vom Grill gegessen. [13] Verbreitet angebotene Fischsorten sind unter anderen der Wittling (whithing), der Barramundi, der Lachsbarsch (Australian salmon), der Atlantische Lachs (Atlantic salmon), der Schnapper (snapper) oder auch Haifisch, die teils wild gefangen oder in Aquakulturen gezüchtet werden. [14] 2018 kauften durchschnittlich 94 Prozent der australischen Haushalte Fisch oder Meeresfrüchte, wofür sie 167 A$ verteilt über 16 Einkäufe ausgaben. [15]

Bei Familienausflügen und -aktivitäten, besonders an Wochenenden, ist das Barbecue ( en‑AU: barbie) beliebt und eine große Tradition in der australischen Kultur. Freunde und Familie werden auf gegrillte Koteletts, Steaks, Würstchen oder auch Meeresfrüchte bei einem Bier, Wein oder Schaumwein nach Hause eingeladen. Diese Art der Zubereitung von Speisen geht auf die frühe Besiedlung durch weiße Siedler zurück, die auf Grund der milden Witterungsbedingungen ihre Gerichte im Freien zu sich nahmen. Auch die Ureinwohner bereiteten ihre Speisen über Feuer im Freien zu. Heute kommen bei derartigen Events meist Gasgrills zum Einsatz. [16] Umfragen von 2019 zufolge essen 89 Prozent der Australier Fleisch, 10 Prozent sind Vegetarier und 1 Prozent Veganer. [17] [18]

Das vielleicht bekannteste typisch australische Lebensmittel ist das 1922 entwickelte Hefeextrakt Vegemite; nur etwa 2 Prozent seines weltweiten Marktes liegen außerhalb Australiens. [19] Vegemite wird meist als Brotaufstrich verwendet; sein Geschmack ähnelt dem eines Suppenwürfels. [20] Nach einer Studie von 2014 nahmen in diesem Jahr 45 Prozent der im Land geborenen Australier einmal wöchentlich Vegemite zu sich. [21]

Sausage rolls, die an Würstchen im Schlafrock erinnern, sind als Snack beliebt. [12] Seit 1947 sind Meat Pies ein gern genommenes Fast-Food-Gericht; 2003 verzehrte durchschnittlich jeder Australier 12 Meat Pies. [22] Die von der chinesischen Frühlingsrolle inspirierte Chiko Roll entstand 1951; Sexismusvorwürfen zum Trotz hat sie bei vielen Australiern Kultstatus. [23] [24] Battered sav ist im Wesentlichen eine Wurst am Stiel mit Teigumhüllung, die in Fett frittiert wird und mit reichlich tomato sauce (Ketchup) verzehrt wird. Sie ist auch unter den Bezeichnungen Pluto Pup oder Dagwood Dog bekannt und kann auf Festivals, Messen, Kirmissen und Sportveranstaltungen angetroffen werden. [25]

Als Nebenprodukt der blühenden Beziehung zu den USA nach dem Ersten Weltkrieg wurden in den 1930er Jahren Hamburger in Australien bekannt. Seit den 1940er Jahren wird die lokale Variante, der Aussie-Burger, mit einer gegrillten Scheibe Rinderhackfleisch (patty), Speckstreifen, Scheiben gekochter Roter Bete (beetroot), frischen Tomatenscheiben, Salatblättern und in erweiterter Variante gerne mit einem Spiegelei, einer Scheibe Ananas und geschmorten Zwiebeln zubereitet und mit Pommes frites (chips, auch fries) serviert. [26]

Burgers sind auch in jedem guten Pub erhältlich, das pub food anbietet. Zu den dort oft angebotenen Gerichten gehören australische Klassiker wie Chicken parmigiana (Hähnchenbrust mit Tomatensalsa bedeckt und mit Mozzarella, Parmesan oder Provolone-Käse überbacken, neben oder auf Salat und Chips, beliebt seit den 1950er Jahren); Wedges (gebackene Kartoffelspalten mit Sweet Chili Sauce und Schmand); Steak mit Pommes frites und Salat (chips and salad) oder Gemüse und Kartoffelpüree (veg and mash), wahlweise mit Pfeffersauce (pepper sauce), Bratensauce (gravy) oder sauce Diane; Surf ’n’ Turf (Kombination von Meeresfrüchten mit Fleisch, Gerichte auch gerne mit zusätzlichen prawns (Garnelen)); Nachos (Tortilla-Chips mit geschmolzenem Käse, einer Sauce, Schmand, Guacamole und auch Hackfleisch); Bangers and mash (Bratwurst auf Kartoffel- oder Erbsenpüree mit karamellisierten Zwiebeln und Bratensauce); Roast of the day (Braten des Tages, oft Lamm) oder Mixed Grill,oft mit Steak (minute oder T-bone), ein Stück Fleisch aus der Schulter oder dem Rücken eines Lamms (lamb chops), Würstchen (sausages), Frühstücksspeck (bacon), gebratenen Eiern (fried egg) und chips oder auch mit Grilltomate (grilled tomato) oder gegrillter Ananas (grilled pinapple). [27]

An Festtagen wie Weihnachten wird gerne Pavlova (kurz pav) gereicht, eine mit Sahne und Früchten gefüllte Torte aus Baisermasse. [28] Die Tradition des ANZAC Biscuit, ein hart gebackener Keks aus Haferflocken und Kokosnussraspeln, geht auf den während des Ersten Weltkrieg zurück. [29] Bei Kindern ist das fairy bread ( Feenbrot, Weißbrot oder Toastbrot mit Butter oder Margarine und bunten Liebesperlen) beliebt. [30] An Karfreitag und Ostern sind Hot cross buns beliebt. [31] Zu den gängigen Nachspeisen gehören zudem Lamingtons (in Schokolade getunkte Stücke Biskuitteig, mit Kokosnussraspeln bestreut), Bananenbrot (banana bread) oder Käsekuchen (cheese cake). [12] Nachmittags werden auch gerne Scones mit Sahne und Konfitüre oder Kürbismus zu einer Tasse Tee genommen. [32] [2]

Zu den typischen Süßigkeiten des Landes gehören die Schokoladenkekse Tim Tam (bestehend aus zwei von Schokolade umhüllten Biskuitlagen mit eingebetteter Schokoladencreme) und Schokoriegel wie Flake, Cherry Ripe und Violet Crumble wie auch mit Schokolade überzogene Karamellbonbons mit dem Namen Fantales.

Beliebte australische Speiseeissorten sind unter anderem Paddle Pop, Zooper Dooper, Golden Gaytime und Weis Fruit Bars. [25]

Die Regulierung des Verkaufs alkoholischer Getränke liegt in der Verantwortung des Staates. Allgemeinen werden Bier, Wein und Spirituosen in bottle shops (umgangssprachlich auch bottle-o) angeboten, die eine Lizenz zum Verkauf benötigen und gelegentlich über Durchfahrschalter (Drive-through) verfügen. Dabei kann es sich um einen separaten Abschnitt eines Supermarkts oder um ein einzelne Geschäfte handeln, größere Einzelhandelsunternehmen haben in der Regel ihre eigenen Bottle-Shop-Franchises. Auch Gaststätten verkaufen alkoholische Getränke für externen Konsum. Der Bundesstaat Victoria und das Australian Capital Territory erlauben den Verkauf von alkoholischen Getränken in Supermärkten und Convenience-Shops. [33] Australische Restaurants, die nicht immer über eine Lizenz für den Alkoholausschank verfügen, bieten den Service BYO an (kurz für bring your own), bei dem Gäste ihre eigenen alkoholischen Getränke mitbringen können, aber eine Gebühr für das „Entkorken“ (corkage) in Rechnung gestellt bekommen, die, je nach Restaurant, zwischen 2 A$ und 50 A$ pro Flasche betragen kann. [34] Australische Pubs bieten in der Regel mehrere Sorten Bier vom Fass (draught beer) und weitere Sorten als Flaschenbier an. Zahlreiche Pubs tragen die Bezeichnung „Hotel“ in ihrem Namen, da viele von ihnen bis in die 1980er Jahre [35] zusätzlich kostengünstige Unterbringung anboten. Heute jedoch verfügen die meisten dieser Etablissements kaum mehr über Fremdenzimmer, behielten aber ihren Namen bei. [36]

Die Biermarke Foster’s Lager der Foster’s Group erlangte vor allem durch Sport-Sponsoring internationale Bekanntheit, in Australien selbst jedoch wird diese Sorte kaum getrunken. Die meistgekauften Biermarken Australiens sind Victoria Bitter (VB) und Carlton Draught. Beide werden von der Carlton & United Beverages Brewery hergestellt, die ebenfalls zur Foster’s Group gehört. [37] Die Marke XXXX Gold wird vorwiegend in Queensland konsumiert und hatte 2012 den höchsten Marktanteil aller in Australien verkauften Biere. [38] Zusätzlich zu den etablierten Marken ist eine große Zahl von caft beers aus Mikrobrauereien erhältlich, diese tragen Namen wie Balter XPA (Queensland), Stone & Wood Pacific Ale (New South Wales), Hop Nation Jedi Juice (Victoria), Bentspoke Crankshaft (Australian Capital Territory) oder Gage Roads Single Fin (Western Australia). [39]

In einer Rangliste von weltweit mehr als 50.000 Produzenten von 700.000 Weinen wurden 2017 vier australische Winzer in die Top 20 der Weine aufgenommen. [40] Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Riesling und Shiraz sind beliebte Klassiker. Bekannte Winzereien sind neben vielen anderen Penfolds ( Barossa Valley), Wynns Coonawarra Estate ( Coonawarra), Hardys ( McLaren Vale), Yarra Yering ( Yarra Valley), Taylors ( Clare Valley), Sandalford und Houghton (beide Swan Valley) sowie Peter Lehmann und Wolf Blass (beide Barossa Valley). [41] Billigere Weine von geringerer Qualität (goon) [42] werden seit Mitte der 1960er Jahre oft in Kartonboxen ( Bag-in-Boxes oder casks) mit etwa vier Litern Inhalt angeboten und zielen auf jüngere Konsumenten ab. [43]

2017 enthielten sich 20 Prozent der Australier beim Konsum von Alkohol, 9 Prozent mehr als noch ein Jahrzehnt zuvor. [44] Zu den gern genommenen alkoholfreien Getränken gehören das Ginger Beer [12] und Lemon, Lime and Bitters. [45] Andere Alternativen zu alkoholischen Getränken tragen Namen wie Teetotal GNT (alkoholfreies Gin Tonic), uNN Indian Pale Ale, Seedlip Spice, Brunswick Aces Hearts Blend oder BrewDog Nanny State. [46]

Take-away

Take-away, also das Mitnehmen von zubereiteten Gerichten, ist in Australien sehr beliebt. Das Land verfügt über eine Vielfalt von markenfreien Pizzerien, Fish and chips shops und Lunch shops mit Burgern oder Sandwiches, die diesen Service anbieten. Viele der bereits genannten Snacks und Gerichte sind auf diese Weise erhältlich.

2019 setzte der Take-away-Markt 22 Milliarden A$ um; der Markt ist seit 1983 jährlich um durchschnittlich 5,8 Prozent gewachsen. Australier gaben 2019 Jahr mit durchschnittlich 65 Käufen 880 A$ hierfür aus, bei 1,6 Milliarden Transaktionen insgesamt oder 4,5 Millionen täglich. Eine Person bezahlte im Schnitt pro Kauf 13.60 A$, zur Abendzeit 15,20 A$. Take-away ist für 10 Prozent der Australier schon morgens eine Option, 40 Prozent bestellen mittags und 50 Prozent abends.

Melbourne ist der Ort, wo Kunden gerne ihr Frühstück mitnehmen. In Sydney leben die meisten Personen, die mehr als einmal pro Woche Take-away zum Mittagessen wählen. Melbournians bevorzugen abends Take-away, wogegen Sydneysider zum Abendessen meist Restaurants aufsuchen. Menschen im Northern Territory, in Queensland, Südaustralien, Tasmanien und Westaustralien ziehen abends Fast-Food-Restaurants vor. [47]

Neben McDonald’s (Spitzname Macca’s), [48] KFC, Hungry Jacks bieten auch andere Schnellrestaurantketten oftmals eine Bedienung im Drive-through an.

Das australische Unternehmen Red Rooster serviert in seinen Lokalen hauptsächlich Hühnerfleischgerichte. Nando’s und Oporto bedienen die Nachfrage für pikant gewürztes Hühnerfleisch nach portugiesischer Art.

Auch Pizza Hut, Domino’s Pizza, Eagle Boys und Subway haben eine sichtbare Präsenz. [49] Nicht selten sind an Standorten von Schnellrestaurants gleich mehrere dieser Anbieter mit ihren Lokalen vertreten.

Viele dieser Küchen bieten einen Heimlieferservice für ihre Produkte an, hierauf haben sich zusätzlich Anbieter wie UberEATS, Deliveroo, Menulog oder DoorDash spezialisiert. [50]

RSL Clubs

Die Returned and Services League of Australia (RSL) betreibt in größeren Stadtteilen der Metropolen und in größeren ländlichen Orten lizenzierte kommerzielle Clubs, die ursprünglich für Veteranen des Zweiten Weltkriegs geschaffen worden waren als ein Ort, an dem sie ihre Kameradschaften pflegen konnten. [51]

Besucher haben gegen Vorlage eines Führerscheins oder Reisepasses, der ihren Wohnsitz außerhalb eines gewissen Radius und Mindestalter belegt, in der Regel freien Zutritt. Idealerweise besucht man die Clubs als Mitglied oder als Gast eines Mitgliedes. [52]

Neben oft ausgedehnten Glücksspielbereichen mit Geldspielautomaten (sogenannten poker machines oder pokies) verfügen RSL Clubs auch Bar- und Essbereiche, in denen meist nach Art einer Kantinenküche einige der genannten Klassiker und andere Gerichten zubereitet und preisgünstig angeboten werden. Oft erhält der Gast nach der Bestellung an der Kasse einen beeper, der sich bemerkbar macht, wenn die Bestellung am Tresen abholbereit steht.

Die Restauration der RSL Clubs hatte lange Zeit das Image „verstaubter Club-Bistros mit Teppichböden aus den 1980er Jahren, importierten Fish and Chips, billigen Steaks und gefrorenen Schnitzeln aus Hühnchenfleisch“. In den 2010er Jahren wurden zahlreiche dieser Einrichtungen renoviert und die Küche verfeinert. [53]

Sausage sizzles

Sausage sizzle vor der Bunnings-Filiale in Taylors Beach (NSW)

Im Außenbereich von Filialen der Baumarktkette Bunnings Warehouse finden an Wochenenden häufig sogenannte sausage sizzles (sinngemäß: Wurst-Brat-Events) statt. Erlöse dieser Veranstaltungen kommen wohltätigen Zwecke zugute. [25] Auch bei Firmenfesten oder Gemeindeveranstaltungen ist diese Art der Verpflegung beliebt.

In aufgebauten Ständen werden hierbei Würstchen (sogenannte snags) und Schmorzwiebeln gegrillt, die dem Kunden auf einer Scheibe Toastbrot oder in einem längs aufgeschnittenen Hotdog-Brötchen (bun) auf Papierservietten überreicht werden. Senf und tomato sauce (Ketchup) stehen zur Ergänzung bereit.

Eine Umfrage unter 15,000 Australiern ergab 2020, dass bei sausage sizzles 67 Prozent der Befragten eine Rindswurst einer Wurst aus Schweinefleisch vorziehen. 89 Prozent bevorzugen tomato sauce anstatt Senf, 89 Prozent mochten lieber eine Scheibe Brot (slice of bread) mit der Wurst als ein bun, 82 Prozent wollten ihre Schmorzwiebeln auf der Wurst platziert haben und nicht darunter. [54] Arbeitsschutzregulierungen schreiben jedoch seit 2018 vor, dass die Schmorzwiebeln unter der Wurst serviert werden müssen um zu vermeiden, dass die Zwiebeln herausfallen und so eine Ausrutschgefahr bilden. [55]

Kaffee

Federal Coffee Palace, Melbourne 1908

Australien hat eine ausgeprägte Kaffeekultur, obwohl die ersten britischen Siedler noch Tee bevorzugten. Erst ab den 1870er Jahren wurde Kaffee in sogenannten Coffee Palaces serviert, von denen sich bis 1888 allein in Melbourne mehr als 50 etablierten. Sie verfügten in der Regel über prächtige Räumlichkeiten mit Säulen, Drapierungen und Dekorationen. Der 1901 erfundene Espresso war erst ab den 1930er Jahren in Melbourne erhältlich, nach dem Eintreffen der ersten Espressomaschine im Land. Das Getränk friste jedoch vorerst ein Nischendasein, bis nach dem Zweiten Weltkrieg der Zustrom südeuropäischer Einwanderer einsetzte. In den 1950er Jahren entwickelten sich Espressobars zu Orten der geselligen Begegnung für die Migranten. [56] Dieses hatte jedoch seinen Preis – 1951 war Kaffee noch 10 mal so teuer wie Tee. [57]

Caffè Latte in Milton

In den 1960er Jahren kamen Kaffeehäuser zusätzlich als Treffpunkt für Teenager und die Bohème in Mode. [57] Die Gentrifizierung der Vorstädte der australischen Metropolen jedoch gab der Kaffeekultur in den 1980er Jahren den entscheidenden Auftrieb, [57] sodass seit den 1990er Jahren coffee shops zum normalen Erscheinungsbild innerstädtischer Straßen und Einkaufszentren gehören. [56] In den 2000er Jahren entwickelten sich die meist unabhängigen coffee shops zu einer stark wettbewerbsorientierten Szene, was sich mit Blick auf die Kaffeequalität für die Konsumenten positiv auswirkte. [57]

Australien ist heute ein Land von „Kaffee-Gourmets“. [56] Der Trend aus den „hippen Straßen“ der Innenstadtviertel verbreitete sich auch in ländliche Bereiche, sodass qualitativ hochwertiger Kaffee mittlerweile landesweit erhältlich ist. Der Restaurantkritiker Pat Nourse zählt australischen Kaffee zu den besten der Welt. [57] Statistisch gesehen trinkt ein durchschnittlicher Australier etwa 9 Tassen Kaffee pro Woche. 2017 gaben Australier pro Kopf im Schnitt knapp 500 A$ im Jahr für Kaffee in coffee shops aus. Der beliebteste Kaffee ist der Cappuccino, von dem im gleichen Jahr tagsüber durchschnittlich etwa 100.000 Tassen pro Stunde australienweit verkauft wurden. [56]

Schlüssel zu Kaffeebezeichnungen in Australien.png

Literatur

Weblinks

Commons: Australische Küche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Barbara Barkhausen: Das Australien Lesebuch. Alles, was Sie über Australien wissen müssen. Mana Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-934031-72-2, S. 276.
  2. a b Abschnitt Australia and New Zealand. In: Solomon H Katz; William Woys Weaver: Encyclopedia of Food and Culture. Scribner, New York 2003.
  3. a b c Bron Maxabella: A (brief) history of Australian food. In: SBS vom 21. Juni 2018.
  4. Yasmin Noone: Why does every town in Australia have a Chinese restaurant?. In: SBS vom 16. Oktober 2019.
  5. Alan Davidson: The Oxford Companion to Food, 2nd. ed. Oxford 2006, Artikel Australia, S. 42ff.
  6. a b Jennifer Wong: How immigrants brought new foods and ingredients to Australia. In: ABC vom 11. Dezember 2019.
  7. O Tama Carey: What is modern Australian cuisine? In: Special Broadcasting Service vom 30. Oktober 2017.
  8. Comment: No fusion please, we’re Australian. In: Special Broadcasting Service vom 30. Oktober 2017.
  9. Claudia Readett: German food in Australia. In: prezi.com
  10. Website The Bavarian
  11. Als Beispiele sollen gelten:
    Oktoberfest in the Gardens. In: concreteplayground.com
    Oktoberfest Brisbane. Australia’s Largest German Festival. In: oktoberfestbrisbane.com.au
    Celebrate Oktoberfest in Newcastle and the Hunter this year. In: The Newcastle Herald vom 21. September 2019.
  12. a b c d Essen in Australien. In: gotoaustralia.de
  13. Carissa Klein: Like eating fish? It’s time to start caring where it comes from. In: theconversation.com vom 30. Oktober 2014.
  14. A guide to sustainable seafood. In: Australian Geographic vom 30. Januar 2018.
  15. Aussies spending more on fish and seafood. In: insidefmcg.com.au vom 17. Dezember 2018.
  16. Australian BBQ – The Aussie Barbie. In: australian-information-stories.com, abgerufen am 7. Oktober 2019 (englisch).
  17. Malcolm Sutton: Vegans a 1 per cent minority in a country of meat eaters, survey finds. In: Australian Broadcasting Corporation vom 26. Oktober 2019.
  18. Ben Winsor: More than 10% of Australians are now vegetarian. In: Special Broadcasting Services vom 17. August 2016.
  19. Michelle Innis: Australia to Welcome Back Vegemite, a Surprisingly American-Owned Spread. In: The New York Times vom 19. Januar 2017.
  20. Vegemite turns 90. What’s your favourite iconic Australian brand? In: ABC vom 25. Oktober 2013.
  21. Nelson Groom: Official: Nearly half of us are happy little Vegemites and eat the classic Aussie spread every day. In: Daily Mail Australia vom 9. Dezember 2014.
  22. Sushi Das: Bye-bye American pie. In: The Age vom 21. Juli 2003.
  23. Megan Miller: Chiko’s search for roll model ( Memento vom 25. Februar 2008 im Internet Archive) In: news.com.au vom 22. Februar 2008.
  24. The Chiko Roll. ( Memento vom 8. Februar 2009 im Internet Archive) In: upfromaustralia.com, ohne Datum, abgerufen am 31. Januar 2020.
  25. a b c Callan Boys: A field guide to Australian takeaway classics. In: insiderguides.com.au vom 20. Juni 2014.
  26. Burgers with beetroot. A great Australian dish. In: The Guardian vom 24. Januar 2014.
  27. Callan Boys: Ten classic Australian pub foods. In: goodfood.com.au vom 10. November 2014.
  28. Michael Lenz: Denkmal aus Eischnee und Sahne. In: spiegel.de. 16. Juni 2007, abgerufen am 7. November 2019.
  29. Allison Reynolds: The real origins of the Anzac biscuit revealed. In: The Advertiser vom 4. Juni 2018.
  30. Australian Food, the Most Iconic Australian Cuisine. In: nomadsworld.com, ohne Datum, abgerufen am 12. Februar 2020.
  31. Origin of hot cross buns: A brief history of the Easter treat. In: thenewdaily.com.au
  32. Australian Biscuits: Pumpkin Scones & Damper Bread. In: australian-information-stories.com
  33. Packaged Liquor Licence - New South Wales. In: business.gov.au, 2018.
  34. What is the meaning of BYO and corkage? In: yellowpages.com.au, Juni 2025.
  35. What is an Hotel? And why are Pubs called Hotels in Australia?. In: midlandhotel.com.au, ohne Datum, abgerufen am 11. Februar 2020.vom
  36. Melanie Pearce, Luke Wong: Royal Hotel: Why is it Australia's most common pub name? In: Australian Broadcastion Corporation vom 27. Oktober 2017.
  37. Garrett Oliver: The Oxford Companion to Beer. Oxford University Press, 2011, ISBN 978-0-19-536713-3, S. 370–371.
  38. James Atkinson: XXXX Gold knocks VB off its perch. In: theshout.com.au. Archiviert vom Original am 2. Juni 2012; abgerufen am 4. November 2019 (englisch).
  39. Brad Nash: These Are Australia’s 50 Greatest Craft Beers For 2019. In: GQ vom 31. Januar 2019.
  40. Vanessa Cavasinni: Australian wineries win in world ranking report. In: theshout.com.au. 29. September 2017, abgerufen am 21. April 2019 (englisch).
  41. Top Wineries of Australia 2019. In: therealreview.com, 2019.
  42. Goon: Australia’s Most Famous Drink. What Is It? In: delishably.com vom 21. Dezember 2019.
  43. Alex McClintock: Happy birthday goon: cask wine turns 50. The Guardian vom 2. März 2015.
  44. Yasmin Noone: What to drink if you can’t (or don’t want to) drink alcohol. In: Special Broadcasting Services vom 15. August 2019.
  45. Angostura Bitters - Lemon/Lime/Bitters. ( Memento vom 12. August 2007 im Webarchiv archive.today)
  46. Sian Reed: The best 5 non-alcoholic drinks available in Australia. In: clubsoda.net.au vom 12. März 2019.
  47. Eating out in Australia. Takeaways on Takeaway. In: futurefood.com.au vom 19. Juni 2019
  48. Macca’s Story. In: mcdonalds.com.au, ohne Datum, abgerufen am 4. Februar 2020.
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  50. Who is the largest Australian Food Delivery Company – Menulog vs Deliveroo vs UberEats vs DoorDash vs Dominos – 2019. In: marketing4restaurants.com, ohne Datum, abgerufen am 10. Februar 2020.
  51. RSL & Services Clubs - History. In: rslservicesclubs.com.au
  52. RSL & Services Clubs Constitution. In: rslservicesclubs.com.au
  53. Elizabeth Meryment: Club dinners get a five star twist as a new generation of chefs and restaurateurs put the razzle back into RSLs. In: Daily Telegraph vom 26. Februar 2014.
  54. Rebecca Nittolo: The nation has spoken: this the only way to make a truly Aussie sausage sizzle. In: taste.com.au, 2020, abgerufen am 10. Februar 2020.
  55. Shannon Molloy: The humble Bunnings snag in bread is facing a change for safety reasons. People are not happy. In: news.com.au vom 14. November 2018.
  56. a b c d Lulu Morris: How did Australia become the coffee snobs that we are today? In: National Geographic vom 18. Mai 2017.
  57. a b c d e Joey Watson: The world is hooked on Australian coffee culture. This is how it got so good. In: Australian Broadcasting Corporation vom 28. Dezember 2019.