√úbernutzung Information

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Kabeljaubest√§nde an der K√ľste Neufundlands wurden in den 1970er und 1980er Jahren stark √ľberfischt, was 1992 zu ihrem pl√∂tzlichen Zusammenbruch f√ľhrte. [1]

Unter √úbernutzung versteht man die Nutzung von Ressourcen in einem √úberma√ü ohne R√ľcksicht auf die Folgewirkungen. Beispiele f√ľr eine √úbernutzung sind √úberweidung, √úberjagung oder √úberfischung, aber auch irreversible Bodenerosion, Entwaldung oder Grundwasserabsenkung. Fortgesetzte √úbernutzung kann zur Zerst√∂rung der nat√ľrlichen Ressource bzw. zum Aussterben der √ľberjagten Tierart f√ľhren. Auch die Eutrophierung und andere Umweltverschmutzungsarten stehen in engem Zusammenhang mit einer Landschafts√ľbernutzung. Im Gegensatz zur √úbernutzung steht die Nachhaltigkeit. √úbernutzung kann eine direkte Folge von lokaler und globaler √úberbev√∂lkerung und der Notwendigkeit zur Ern√§hrungssicherung sein, sie kann aber auch durch Profitstreben ohne unmittelbar dr√§ngende menschliche Bed√ľrfnisse verursacht werden.

√Ėkonomie

Aus Sicht der Wirtschaftswissenschaften ist die √úbernutzung eine Eigenschaft von Allmendeg√ľtern. Diese sind diejenigen √Ėffentliche G√ľter deren Nutzung nicht oder nur mit unverh√§ltnism√§√üigem Aufwand ausschlie√übar ist und bei deren Nutzung Rivalit√§t zwischen den Nutzern herrscht. Beispiele sind Gemeing√ľter wie die historische Allmende. Daher spricht man von der Tragik der Allmende.

Es handelt sich um ein Soziales Dilemma: Jeder einzelne hat einen Anreiz, die Nutzung des Allmendegutes zu steigern, die daraus resultierende √úbernutzung senkt jedoch den gesamtgesellschaftlichen Output.

Geschichte

√úbernutzung der nat√ľrlichen Ressourcen begleitet die Menschheit seit Jahrtausenden.

Beispielsweise ist √úberjagung durch den Menschen, vermutlich neben Klimaver√§nderungen, der Hauptgrund f√ľr die Quart√§re Aussterbewelle, das eiszeitliche Aussterben vieler Gro√ütierarten in vielen Erdteilen zur Zeit ihrer Erstbesiedlung durch den Menschen.

In den 5000 Jahren der chinesischen Hochkultur ging durch √úbernutzung ein Drittel des landwirtschaftlich nutzbaren Bodens verloren. [2]

Raubbau

Auch der Raubbau im Bergbau stellt eine Form der √úbernutzung dar. Raubbau ist daher zur Metapher geworden, die eine √úbernutzung anzeigt. [3] Man spricht von einem ‚ÄěRaubbau am K√∂rper‚Äú oder ‚ÄěRaubbau an der Gesundheit‚Äú, wenn man den K√∂rper √ľber das Ma√ü hinaus beansprucht und damit sch√§digt (z. B. im Arbeitsrecht als Begr√ľndung von Arbeitszeitvorschriften). [4] Ein anderes Beispiel f√ľr eine metaphorische Verwendung ist das Schlagwort von dem ‚ÄěRaubbau an der Natur‚Äú. [5]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Kenneth T. Frank, Brian Petrie, Jae S. Choi, William C. Leggett, Trophic Cascades in a Formerly Cod-Dominated Ecosystem, Science 2005, Seite 1621‚Äď1623, online.
  2. ‚ÜĎ Holger Rogall: √Ėkologische √Ėkonomie: Eine Einf√ľhrung, 2013, ISBN 978-3-322-99733-3, S. 22, online.
  3. ‚ÜĎ Friedrich Kluge: Etymologisches W√∂rterbuch der deutschen Sprache, 24. Auflage, 2002, ISBN 3-11-017473-1, S. 746.
  4. ‚ÜĎ Walter Kaskel: Arbeitsrecht Enzyklop√§die der Rechts- und Staatswissenschaft, 2013, ISBN 978-3-642-85649-5, S. 253, online.
  5. ‚ÜĎ Otto Schlecht: Grundlagen und Perspektiven der sozialen Marktwirtschaft, Band 27 von Untersuchungen Zur Ordnungstheorie und Ordnungspolitik, 1990, ISBN 978-3-16-145684-8, S. 34 [1].