Überfall auf Polen Information

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Überfall auf Polen 1939
Das Kadettenschulschiff Schleswig-Holstein beim Beschuss der Westerplatte im Hafen von Danzig zu Beginn des Zweiten Weltkrieges
Das Kadettenschulschiff Schleswig-Holstein beim Beschuss der Westerplatte im Hafen von Danzig zu Beginn des Zweiten Weltkrieges
Datum 1. September bis 6. Oktober 1939
Ort Polen und die Freie Stadt Danzig
Ausgang Sieg der deutschen Truppen
Folgen Besetzung und Zerschlagung des polnischen Staates, Teilung Polens zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion (Angriff ab dem 17. September), Aufgehen der Freien Stadt Danzig im Deutschen Reich
Friedensschluss keiner, am 6. Okt. 1939 letztes Gefecht mit regulÀren Truppen
Konfliktparteien

Deutsches Reich NS Deutsches Reich (NS-Zeit)  Deutsches Reich
und SS-Heimwehr Danzig
Slowakei 1939 Slowakei  Slowakei

Polen 1928 Zweite Polnische Republik  Polen

Befehlshaber

Deutsches Reich NS Deutsches Reich (NS-Zeit) Walther von Brauchitsch
( Oberbefehlshaber des Heeres)
Deutsches Reich NS Deutsches Reich (NS-Zeit) Fedor von Bock
( Heeresgruppe Nord)
Deutsches Reich NS Deutsches Reich (NS-Zeit) Gerd von Rundstedt
( Heeresgruppe SĂŒd)
Slowakei 1939 Slowakei Ferdinand Čatloơ
(Oberbefehlshaber des slowakischen Heeres)

Polen 1928 Zweite Polnische Republik Edward Rydz-ƚmigƂy
( Oberbefehlshaber)

TruppenstÀrke
61 deutsche Divisionen
6 deutsche Brigaden,
3 slowakische Divisionen
10.000 GeschĂŒtze
3.600 gepanzerte Fahrzeuge
1.929 Flugzeuge

GesamtstÀrke:
1.600.000 Deutsche,
50.000 Slowaken
37 Divisionen,
12 Brigaden

4.300 GeschĂŒtze
750 gepanzerte Fahrzeuge
900 Flugzeuge

GesamtstÀrke:
1.000.000 Mann
Verluste

Wehrmacht:
10.572 Tote,
30.322 Verwundete,
3404 Vermisste [1]
300 gepanzerte Fahrzeuge,
560 Flugzeuge [2]
Slowakei:
37 Tote,
18 Vermisste,
114 Verwundete [3]

Polnische StreitkrÀfte:
66.300 Tote,
133.700 Verwundete,
694.000 Gefangene, [1]
330 Flugzeuge [4]

Einige Tausend ermordete Volksdeutsche;
16.376 ermordete polnische Zivilisten (Sept./Okt. 1939)

Als Überfall auf Polen (genannt auch Polenfeldzug) wird der völkerrechtswidrige Angriffskrieg des nationalsozialistischen Deutschen Reichs gegen die Zweite Polnische Republik bezeichnet, mit dem Adolf Hitler den Zweiten Weltkrieg in Europa entfesselte. Die deutschen StreitkrĂ€fte griffen am 1. September 1939, unterstĂŒtzt von slowakischen Truppen, unprovoziert an, unmittelbar nach dem angeblichen und zur Rechtfertigung angefĂŒhrten Überfall auf den Sender Gleiwitz.

Am 3. September 1939 erklĂ€rten Frankreich und Großbritannien im Rahmen ihrer BeistandsvertrĂ€ge mit Polen Deutschland den Krieg. Ihre begrenzten militĂ€rischen Maßnahmen wie die Saar-Offensive waren jedoch nicht zur Entlastung Polens geeignet. UnterstĂŒtzt von Luftangriffen rĂŒckten zwei deutsche Heeresgruppen von Norden bzw. SĂŒden auf polnischem Territorium vor. Deutsche Truppen erreichten am 8. September Warschau, das am 28. September kapitulierte.

Nachdem gemĂ€ĂŸ dem geheimen Zusatzprotokoll zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt ab dem 17. September drei sowjetische Armeen in Ostpolen einmarschierten, floh die polnische Regierung am 17./18. September 1939 in das neutrale RumĂ€nien, wo sie interniert wurde. Die am 30. September gebildete polnische Exilregierung versuchte, mit geflohenen Truppenteilen Widerstand gegen die Besatzer zu organisieren. Die letzten in Polen verbliebenen VerbĂ€nde der polnischen StreitkrĂ€fte kapitulierten am 6. Oktober 1939; die meisten polnischen Soldaten gingen in Kriegsgefangenschaft.

In ihrem Vertrag vom 28. September 1939 teilten Deutschland und die Sowjetunion Polen unter sich auf („ Vierte Teilung Polens“). Westpolen, Zentralpolen mit Ausnahme der Woiwodschaft BiaƂystok und die westlichen Teile SĂŒdpolens fielen an Deutschland, die ostpolnischen Gebiete an die Sowjetunion. Mit einem Erlass vom 8. Oktober 1939 trennte Hitler einen Teil der deutsch besetzten Gebiete, darunter auch rein polnische, als „eingegliederte Ostgebiete“ ( Reichsgaue Posen und Westpreußen) vom sogenannten polnischen Reststaat ab und erweiterte die Provinz Schlesien in sĂŒdlicher Richtung um ganz ĂŒberwiegend polnisch besiedelte Gebiete. Die Freie Stadt Danzig war bereits am 1. September zum Bestandteil des Deutschen Reichs erklĂ€rt worden. In den ĂŒbrigen deutsch besetzten Gebieten wurde vier Tage spĂ€ter das sogenannte Generalgouvernement als Zone der „Abkapselung“ geschaffen.

WĂ€hrend in den eingegliederten Ostgebieten mit einem Prozess der „Neuordnung“ und Eindeutschung begonnen wurde, war das Generalgouvernement zur rĂŒcksichtslosen Ausbeutung von Polen und Juden vorgesehen und wurde Ziel „völkischer Ausrottungsmaßnahmen“. Schon wĂ€hrend der Kampfhandlungen sowie der deutschen Besetzung Polens 1939–1945 verĂŒbten Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD und Angehörige der Wehrmacht teils planmĂ€ĂŸig, teils spontan Massenmorde an polnischen Intellektuellen, Priestern, Gewerkschaftern, Adligen und Juden. Dies gilt als „Auftakt zum Vernichtungskrieg“ des Deutschen Reiches gegen die Sowjetunion und zum Holocaust.

Der Begriff Überfall auf Polen bezeichnet manchmal nur den Kriegsbeginn. Der gesamte Kriegsverlauf, wahlweise auch mitsamt der sowjetischen Invasion, wurde vor allem frĂŒher oft als Polenfeldzug bezeichnet. In Polen nennt man diesen Septemberfeldzug (Kampania wrzeƛniowa) oder Verteidigungskrieg von 1939 (Wojna obronna 1939 roku).

Politische Vorgeschichte

Polen hatte nach den drei Teilungen Polens zwischen Russland, Preußen und Österreich ab 1795 bis zum Ersten Weltkrieg nicht mehr als eigenstĂ€ndiger Staat existiert, mit einem Zwischenspiel als mit Russland verbundenes Kongresspolen, das letztlich als Weichselland nur mehr russische Provinz war. Nach der Eroberung des Gebietes durch die MittelmĂ€chte wurde 1916 das von ihnen abhĂ€ngige Regentschaftskönigreich Polen eingerichtet. Infolge der deutschen Niederlage wurde es zur Basis fĂŒr die am 11. November 1918 ausgerufene, unabhĂ€ngige Zweite Polnische Republik.

Deutschland und Polen (1918–1933)

Polen erhielt im Friedensvertrag von Versailles im Januar 1920 einen Teil der Pommerellen als Zugang zur Ostsee zugesprochen ( Polnischer Korridor). Danzig wurde zur Freien Stadt unter dem Mandat des Völkerbundes erklĂ€rt. Nach AufstĂ€nden und einer Volksabstimmung in Oberschlesien kam 1922 auch Ostoberschlesien zu Polen. [5] In den von Deutschland an Polen abgetretenen Gebieten waren Polen in der Mehrheit. Allerdings lebten ĂŒberall auch Deutsche, insgesamt 1,1 Millionen der etwa drei Millionen Einwohner. [6] FĂŒr die ethnischen Minderheiten in Polen – vor allem Ukrainer, Juden, Weißrussen und Deutsche – waren Schutzregeln vorgesehen.

Alle Regierungen der Weimarer Republik strebten eine Revision der Ostgrenzen auf politischem Wege an, um die 1919 verlorenen Gebiete zurĂŒckzugewinnen ( Vertragsrevisionismus). Mit den VertrĂ€gen von Locarno gelang 1925 eine VerstĂ€ndigung Deutschlands mit Frankreich, die die Bedeutung Polens fĂŒr das französische Sicherheitssystem reduzierte, wĂ€hrend Großbritannien deutlich machte, den Polnischen Korridor nicht garantieren zu wollen. Deutschland hoffte, ein außenpolitisch isoliertes und innenpolitisch geschwĂ€chtes Polen mit sowjetischer UnterstĂŒtzung zur Anerkennung deutscher RevisionswĂŒnsche zwingen zu können. [7]

Der Völkerbund, dem Deutschland 1926 beigetreten war, erklÀrte per Beschluss vom 24. September 1927 den Angriffskrieg zu einem internationalen Verbrechen und die Pflicht zur friedlichen Streitbeilegung zum Grundsatz. Im Briand-Kellogg-Pakt vom 27. August 1928, den auch Deutschland unterzeichnete, wurde ein internationales Verbot des Angriffskrieges erklÀrt. [8] [9]

Hitlers KursÀnderung in der Ostpolitik

Die NSDAP gehörte seit ihrer GrĂŒndung zu den schĂ€rfsten Gegnern des Versailler Vertrages. Adolf Hitler erklĂ€rte zudem die Gewinnung von „ Lebensraum im Osten“ in seiner Programmschrift Mein Kampf zum fĂŒr ihn entscheidenden Politikziel. [10] Ein spezifischer Polenhass findet sich in Hitlers politischem Denken Anfang der 1920er Jahre aber nicht, sondern vielmehr ein extremer Antisemitismus, der sich gegen das Sowjetregime als ReprĂ€sentanten eines jĂŒdischen Bolschewismus richtete. [11] In jenen Jahren suchten das Deutsche Reich und die Sowjets mit dem Vertrag von Rapallo von 1922 und dem Berliner Vertrag von 1926 eine Politik der Aussöhnung und Zusammenarbeit, vor allem, um die beidseitige internationale Isolation zu durchbrechen.

Mit dem auf zehn Jahre befristeten deutsch-polnischen Nichtangriffspakt vom 26. Januar 1934 vollzog Hitler eine Kehrtwende in der deutschen Ostpolitik und beendete das deutsch-sowjetische SonderverhĂ€ltnis. Mit dem autokratisch regierten und ebenfalls revisionistisch eingestellten Polen ging er daran, antisowjetische Politik zu betreiben und den Aufbau der Armee voranzutreiben, um nach, so Hitler, „kurze[n], entscheidende[n] SchlĂ€ge[n] nach Westen“ den „Lebensraum im Osten“ zu erobern. [12] Hitlers außenpolitischer Kurswechsel wird unterschiedlich bewertet. Nach Ansicht des Historikers Gottfried Schramm war Hitler „der erste Politiker des deutschen [sic] Reiches, der eine vernĂŒnftige Polenpolitik ins Werk setzte und auf Anhieb zeigen konnte, wie gewinnbringend ein Abdrehen vom bisherigen Kurs war.“ [13] FĂŒr Gerhard L. Weinberg verfolgte Hitler eher langfristige Eroberungsziele, fĂŒr die er kurzfristigen Revisionismus zurĂŒckstellte, wenn dieser seinen langfristigen PlĂ€nen im Weg stand. [14] Nach einer neueren Untersuchung handelte es sich nicht nur um ein TĂ€uschungsmanöver Hitlers, sondern um ernsthafte Versuche, die Beziehungen zwischen beiden LĂ€ndern zu verbessern. [15]

In den folgenden Jahren zerfiel das polnisch-französische BĂŒndnis unter dem Eindruck der neuen BĂŒndniskonstellationen. Der französisch-sowjetische Beistandspakt vom 2. Mai 1935 entfernte die ehemaligen Partner weiter voneinander, wĂ€hrend Polen und das Deutsche Reich politisch und wirtschaftlich enger zusammenarbeiteten. Dies zeigte sich vor allem nach dem MĂŒnchner Abkommen vom 30. September 1938: Hatte sich die polnische Regierung von der deutschen Besetzung des Rheinlandes (7. MĂ€rz 1936) noch scharf distanziert, so nutzte sie die Lage nun fĂŒr eigene Interessen aus. Am 2. und 3. Oktober besetzte Polen den tschechischen Teil der 1919 getrennten, ehemals Teschen genannten Stadt ( ČeskĂœ Těơín) sowie das Olsagebiet. [16] Am 10. Oktober 1938 besetzten die Deutschen gemĂ€ĂŸ dem MĂŒnchner Abkommen das Sudetenland.

Deutsch-polnische Verhandlungen

Am 24. Oktober 1938 begann der deutsche Außenminister Joachim von Ribbentrop Verhandlungen mit der polnischen Regierung zur „Lösung aller strittigen Fragen“. Er verlangte die Wiedereingliederung Danzigs in das Deutsche Reich sowie Transitverkehr ĂŒber ein neuzubauendes exterritoriales TeilstĂŒck der Reichsautobahn Berlin–Königsberg und ĂŒber den Schienenweg (ehem. Preußische Ostbahn) durch den polnischen Korridor. DafĂŒr bot er die Anerkennung der ĂŒbrigen deutsch-polnischen Grenzen, eine VerlĂ€ngerung des deutsch-polnischen Nichtangriffspakts auf 25 Jahre und einen Freihafen in beliebiger GrĂ¶ĂŸe in Danzig. Diese Angebote waren mit der Aufforderung eines Beitritts in den Antikominternpakt verbunden. [17]

Die polnische Seite verzögerte die Antworten um fast sechs Monate, ging auf die meisten Angebote aus Berlin nicht ein und stellte nur graduelle VerĂ€nderungen in Aussicht. Sie fĂŒrchtete zu Recht, dass die Annahme der Forderungen Polen zu einem deutschen Satellitenstaat gemacht hĂ€tte. Außenminister JĂłzef Beck strebte dagegen eine FĂŒhrungsrolle Polens in einem „ Dritten Europa“ an, das von der Ostsee bis an die Adria reichen sollte. Seine Regierung lehnte daher ein gegen die Sowjetunion gerichtetes MilitĂ€rbĂŒndnis mit Deutschland ab, obwohl die UdSSR in Polen immer noch als „Feind Nr. 1“ angesehen wurde. Die polnische Regierung versprach sich aber raschere außenpolitische Erfolge durch eine lockere Anlehnung an das Deutsche Reich, statt einer vollstĂ€ndigen Integration in dessen BĂŒndnisvorstellungen, die letztlich zum Beitritt in den Antikominternpakt gefĂŒhrt hĂ€tten, mit dem Polen sich gegenĂŒber der Sowjetunion unverantwortlich exponiert hĂ€tte und zudem faktisch aus dem westlichen BĂŒndnissystem ausgeschieden wĂ€re. [18] Ribbentrops Angebot war nach Klaus Hildebrand eine „unannehmbare Zumutung“ fĂŒr Polen, weil es sich bei Annahme völlig von seinem bisherigen VerbĂŒndeten Frankreich isoliert hĂ€tte. Das Land hĂ€tte damit „kĂŒnftig an der Kette des Reiches gelegen“ und wĂ€re zu einem „ Satrapen fĂŒr einen Eroberungszug im Osten“ geworden. [19] Die deutsch-polnischen Verhandlungen zogen sich deshalb ergebnislos hin.

Hitlers Bruch des MĂŒnchner Abkommens und weitere Gebietsgewinne

Am 15./16. MĂ€rz 1939 marschierte die Wehrmacht bei der „ Zerschlagung der Rest-Tschechei“ unter Bruch des MĂŒnchner Abkommens in die tschechischen, bei der Tschecho-Slowakischen Republik verbliebenen Gebiete Böhmens und MĂ€hrens ein. Sie wurden als formal autonomes „ Protektorat Böhmen und MĂ€hren“ dem Reich einverleibt. Am 18. MĂ€rz 1939 drĂ€ngte das Deutsche Reich der Slowakei, die so gerade erst von Hitlers Gnaden souverĂ€n geworden war, den Deutsch-Slowakischen Schutzvertrag auf. In der Folge wurde die Slowakei als faktischer Satellitenstaat in den bevorstehenden Kampf gegen Polen (und spĂ€ter gegen die Sowjetunion) einbezogen. Sie beteiligte sich schließlich im September am Angriff auf Polen mit dem Eigeninteresse, die nach dem Ersten Weltkrieg an Polen verlorenen slowakischen Grenzgebiete zurĂŒckzuerobern.

Auf das deutsche Ultimatum an Litauen vom 20. MĂ€rz hin gab die litauische Regierung am 22. MĂ€rz das 1920 vom Deutschen Reich getrennte, als Völkerbundsmandat unter französische Verwaltung gestellte und schließlich 1923 von Litauen annektierte Memelland zurĂŒck. Das (etwa 2600 Quadratkilometer große) Memelgebiet wurde wieder Teil der Provinz Ostpreußen. Das Deutsche Reich erhielt mit der Drohung einzumarschieren ein weiteres der Gebiete zurĂŒck, auf die es im Friedensvertrag von Versailles verzichtet hatte. Der strittige Korridor samt Danzig, von wesentlicher Bedeutung fĂŒr die Beziehungen zur Republik Polen, stand aber noch aus; die Bedrohung fĂŒr Polen war dadurch offensichtlich.

Der Weg in den Krieg

Am 26. MĂ€rz 1939 wies Polens Regierung das deutsche Angebot endgĂŒltig zurĂŒck und stellte klar, dass sie jede einseitige territoriale VerĂ€nderung als Kriegsgrund behandeln wĂŒrde. Schon am 23. MĂ€rz leitete sie eine Teilmobilmachung ihrer StreitkrĂ€fte ein, um einer handstreichartigen deutschen Besetzung Danzigs begegnen zu können. Dieser Schritt Warschaus wurde indes in den ersten polnischen Analysen ĂŒber den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges als voreilig kritisiert, da die britischen und französischen VerbĂŒndeten noch nicht auf eine militĂ€rische Auseinandersetzung mit der Wehrmacht vorbereitet gewesen seien. [20]

Großbritannien beendete nach dem deutschen Bruch des MĂŒnchner Abkommens und der nun offensichtlich gewordenen, aggressiv auf Eroberungen ausgerichteten Politik des Dritten Reiches seine bisherige Appeasement-Politik. Am 31. MĂ€rz sicherte der britische Premierminister Arthur Neville Chamberlain Polen militĂ€rische UnterstĂŒtzung zu, falls dessen Existenz bedroht werde (→  britisch-französische GarantieerklĂ€rung). Auf Bitte Polens wurden am 6. April Verhandlungen ĂŒber einen förmlichen Beistandspakt zwischen beiden Staaten aufgenommen. Am 17. Mai wurde die polnisch-französische Allianz durch ein MilitĂ€rabkommen erneuert. Darin verpflichtete sich Frankreich im Fall eines deutschen Angriffs gegen Polen zu sofortigen LuftschlĂ€gen gegen Deutschland, ab dem dritten Tag zu begrenzten OffensivschlĂ€gen und ab dem 15. Tag zu einer Großoffensive. [21] Im April und Mai bemĂŒhte sich Polen, von Großbritannien und Frankreich einen Kredit fĂŒr den Kauf von Waffen und Rohstoffen zu erlangen. Doch diese weigerten sich. Erst am 24. Juli gewĂ€hrte die britische Regierung einen Kredit von nur 8 Millionen Pfund. Damit war Polen auf sich selbst angewiesen. [22]

Hitler kĂŒndigte am 28. April 1939 den deutsch-polnischen Nichtangriffspakt und das deutsch-britische Flottenabkommen vom 18. Juni 1935. Bereits am 11. April hatte er der Wehrmacht Weisung zur Ausarbeitung eines Kriegsplanes gegen Polen erteilt. [23] Bei seiner Rede vor den Oberbefehlshabern am 23. Mai 1939 verkĂŒndete er das eigentliche Ziel des bevorstehenden Feldzuges: [24]

„Danzig ist nicht das Objekt, um das es geht. Es handelt sich fĂŒr uns um Arrondierung des Lebensraumes im Osten und um Sicherstellung der ErnĂ€hrung â€Š In Europa ist keine andere Möglichkeit zu sehen.“

Damit wollte Hitler die AbhĂ€ngigkeit von westlichen Importen verringern (siehe auch: Autarkie) und eine Seeblockade, die im Ersten Weltkrieg zur militĂ€rischen und politischen Niederlage Deutschlands beigetragen hatte, vermeiden. Er setzte die Verhandlungen um Danzig noch bis zum August 1939 fort, um Zeit fĂŒr Kriegsvorbereitungen zu gewinnen und Großbritannien und Frankreich möglichst von einem militĂ€rischen Eingreifen abzuhalten.

Handschlag Stalins und Ribbentrops nach der Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Pakts, Moskau, 24. August 1939

Diese hĂ€tten Polen durch einen Einmarsch in Deutschland von Westen her helfen können, waren darauf aber trotz zahlenmĂ€ĂŸiger Überlegenheit ihrer Divisionen nicht vorbereitet oder nicht dazu bereit. Um Polen auf dessen Gebiet militĂ€risch wirksam unterstĂŒtzen zu können, verhandelten die WestmĂ€chte seit Sommer 1939 ĂŒber eine MilitĂ€rkonvention mit der UdSSR. Diese verlangte ein Durchmarschrecht fĂŒr die Rote Armee durch Polen. Dessen Regierung befĂŒrchtete, dass die Sowjets dieses Recht zur RĂŒckgewinnung ihrer 1921 verlorenen Gebiete ausnutzen wĂŒrden. Polens Außenminister lehnte diese Bedingung daher am 15. August 1939 endgĂŒltig ab. [25] Noch wĂ€hrend dieser GesprĂ€che handelte der sowjetische Außenminister Molotow mit Ribbentrop in Moskau den Deutsch-Sowjetischen Wirtschaftsvertrag aus, der dem Deutschen Reich Rohstofflieferungen auch im Fall einer Seeblockade sichern sollte.

In der auf dem Berghof gehaltenen Ansprache Hitlers vor den Oberbefehlshabern am 22. August 1939, von der mehrere Aufzeichnungen existieren, definierte er als Ziel des bevorstehenden Feldzuges: „Vernichtung Polens = Beseitigung seiner lebendigen Kraft“. Der Feldzug werde keine großen Probleme mit den WestmĂ€chten nach sich ziehen: „Mit einem Dazwischentreten Englands und Frankreichs rechne er nicht, sei vielmehr ĂŒberzeugt, daß beide Staaten wohl drohen, mit dem SĂ€bel rasseln, Sanktionen verhĂ€ngen, vielleicht auch eine Blockade aufrichten, aber niemals militĂ€risch eingreifen wĂŒrden.“ Um Deutschland einzudĂ€mmen, hĂ€tten sie bislang auf ein BĂŒndnis mit der Sowjetunion gehofft – „auch diese Karte habe ich ihnen nun aus der Hand geschlagen.“ [26]

Am 24. August 1939 folgte der Hitler-Stalin-Pakt, dessen „Geheimes Zusatzprotokoll“ die Interessengebiete aufteilte: Danach sollten Ostpolen und das Baltikum der sowjetischen InteressensphĂ€re zugeschlagen werden. Laut einer diplomatisch ausgehandelten ErgĂ€nzung dazu sollten die FlĂŒsse Pissa, Narew, Weichsel und San die Grenze zwischen den InteressensphĂ€ren Deutschlands und der UdSSR bilden.

Nevile Henderson (August 1939)

Noch wĂ€hrend sich der Hitler-Stalin-Pakt abzeichnete, hatte Großbritannien Hitler wissen lassen, dass sich an ihrem Beistandsversprechen gegenĂŒber Polen nichts Ă€ndern wĂŒrde. [27] Polen, das der Sowjetunion immer misstraut hatte, ging nicht davon aus, dass sich Wesentliches geĂ€ndert hĂ€tte, und glaubte dementsprechend nicht, dass die Sowjetunion in einen Krieg eintreten könnte. [28] Um Polen keine Zeit fĂŒr eine Mobilmachung zu geben, war Hitler entschlossen, auf die Formalien eines Ultimatums und einer KriegserklĂ€rung zu verzichten. Bereits am 23. August war der Zeitpunkt des Angriffs auf den 26. August, 4:30 Uhr festgelegt worden. [29] Am Abend des 25. August erreichte Hitler jedoch die Nachricht Mussolinis, Italien sei auf einen Krieg nicht ausreichend vorbereitet. Daraufhin ließ Hitler den bereits angelaufenen Angriff stoppen. [30] In der Verhandlungsbereitschaft der britischen Regierung sah er eine Möglichkeit, Polen zu isolieren und einen Vorwand fĂŒr den Angriff zu schaffen. Am 29. August forderte er gegenĂŒber dem britischen Botschafter, Nevile Henderson, Danzig, den Korridor und den Schutz deutscher Minderheiten in Polen. Binnen 24 Stunden habe ein polnischer EmissĂ€r mit umfassenden Vollmachten in Berlin zu erscheinen. Die Frist war bewusst zu knapp bemessen, um den Druck zu erhöhen. Polen hatte angesichts der Meldungen aus Deutschland an diesem Tag die Generalmobilmachung eingeleitet, deren Bekanntmachung aber auf britisches und französisches Anraten verschoben. [31] Außenminister Ribbentrop erklĂ€rte am 30. August, die Polen seien nicht bereit zu verhandeln und deutsche VorschlĂ€ge deshalb gegenstandslos. Am folgenden Tag wurden sechzehn Punkte im deutschen Rundfunk verlesen, die Polen angeblich abgelehnt hĂ€tte, die Polen aber auch nie ĂŒbermittelt worden waren. Zu diesem Zeitpunkt hatte Hitler den Angriffsbefehl fĂŒr den 1. September bereits erteilt. [32]

Propaganda und fingierte GrenzzwischenfÀlle

WĂ€hrend der sich verschĂ€rfenden Lage hatten auf beiden Seiten die Berichte ĂŒber Grenzverletzungen und ZwischenfĂ€lle zugenommen. Seit Anfang 1939 war es zu Ausschreitungen gegen Volksdeutsche in Polen gekommen. Die NS-Propaganda, die wĂ€hrend der Dauer des deutsch-polnischen Nichtangriffspaktes nicht negativ ĂŒber Polen berichten durfte, nutzte diese VorfĂ€lle seit MĂ€rz 1939, um ein Feindbild von Polen zu verstĂ€rken. Deutsche Polizeiberichte schilderten etwa den polnischen Beschuss von militĂ€rischen und zivilen Flugzeugen und zahlreiche Übergriffe, auch mit Todesfolge auf deutscher Seite. Auch die Polen machten eine Aufstellung von ZwischenfĂ€llen. [33]

Organisatoren des Überfalls auf den Sender Gleiwitz: Heydrich und Naujocks, 11. April 1934

Um den 10. August 1939 begannen die Vorbereitungen fĂŒr den Überfall auf den Sender Gleiwitz und zu weiteren fingierten GrenzzwischenfĂ€llen unter der Leitung von Reinhard Heydrich und unterstĂŒtzt durch den Leiter der Gestapo Heinrich MĂŒller. Ab dem 22. August 1939 tĂ€uschten als polnische FreischĂ€rler verkleidete SD- und SS-Angehörige sowie dazu genötigte KZ-HĂ€ftlinge (die ermordet und als Beweis fĂŒr Kampfhandlungen liegen gelassen wurden) mehrere „GrenzzwischenfĂ€lle“ vor. Am 31. August 1939 ĂŒberfiel eine Gruppe von SS-MĂ€nnern unter FĂŒhrung von SturmbannfĂŒhrer Alfred Naujocks den Sender Gleiwitz, um einen polnischen Überfall als Vorwand fĂŒr den verbrecherischen Angriffskrieg gegen Polen vorzutĂ€uschen. [34] Hitler sprach in seiner Reichstagsrede am 1. September von 14 GrenzzwischenfĂ€llen, die Polen in der vorangegangenen Nacht provoziert habe, „darunter drei ganz schwere“: Dabei bezog er sich auf diese selbst angeordneten Übergriffe. Da der SD seine Aktionen indes dilettantisch ausgefĂŒhrt hatte, fanden sie nach Hitlers Rede in der Propaganda keine ErwĂ€hnung mehr. [35] Deutsche Wochenschauen vom September 1939 zeigten brennende deutsche Bauernhöfe im polnischen Korridor oder die Beerdigung eines erschossenen Danziger SS-Mannes als KriegsbegrĂŒndungen. [36]

MilitÀrischer Verlauf

Ausgangsstellungen der Heere und geplante Hauptstoßrichtungen

Deutsche PlÀne

Das Oberkommando des Heeres (OKH) schloss seine Planung bis zum 15. Juni 1939 ab (Codename Fall Weiß). [37] Die Vorbereitungen wurden als ManöverĂŒbungen, Bau von Grenzbefestigungen und anderem verdeckt durchgefĂŒhrt. So wurden zur 25-Jahr-Feier der Schlacht bei Tannenberg in Ostpreußen eine Infanterie- und eine Panzerdivision aus dem Reich abgeordnet. Die eigentliche Generalmobilmachung begann jedoch verdeckt erst am 25. August 1939.

Zeitgenössische deutsche Darstellung des polnischen Aufmarschs

Bedingt durch den Grenzverlauf und BĂŒndnispolitik hatte Deutschland schon von Beginn an Polen von mehreren Seiten her eingekesselt – vom Nordwesten bis zum Gebiet der verbĂŒndeten Slowakischen Republik im SĂŒden, dazu von Nordosten aus Ostpreußen. Nach Kriegsbeginn kam das bis dahin neutrale Danziger Gebiet hinzu, und im Osten lag die verbĂŒndete Sowjetunion. Daher befanden sich die deutschen StreitkrĂ€fte in einer vorteilhaften Lage. FĂŒr den Angriff wurden sie in zwei Heeresgruppen unterteilt: Die Heeresgruppe Nord (630.000 Mann unter Generaloberst Fedor von Bock) sollte zunĂ€chst die polnischen StreitkrĂ€fte im polnischen Korridor zerschlagen, um eine Verbindung zwischen Ostpreußen und dem Hauptgebiet des Deutschen Reiches herzustellen. Danach sollte sie direkt auf Warschau vorstoßen, um damit den Hauptangriff, der im sĂŒdlichen Polen stattfinden sollte, zu entlasten. Die Heeresgruppe SĂŒd (886.000 Mann unter Generaloberst Gerd von Rundstedt) verfĂŒgte ĂŒber drei Armeen. Die 14. Armee unter Generaloberst Wilhelm List sollte von Schlesien und der Slowakei aus die polnischen Grenzbefestigungen in Ostoberschlesien einnehmen, danach die deutschen Operationen nach Galizien hin mit Angriffen decken und auf den Fluss San vorrĂŒcken. Die 10. Armee unter General der Artillerie Walter von Reichenau sollte den Hauptangriff auf Warschau fĂŒhren. Dazu wurden ihr die meisten motorisierten VerbĂ€nde zugeteilt. Auf ihrer linken Flanke sollte die 8. Armee unter General der Infanterie Johannes Blaskowitz die Operationen nach Posen hin abschirmen. So hoffte die deutsche FĂŒhrung, die Masse des polnischen Heeres noch westlich der Weichsel zu umfassen und zu vernichten.

Schon am 25. August befand sich ein großer Teil der Truppen in ihren BereitstellungsrĂ€umen. Hitler befahl den Angriff fĂŒr den 26. August, zog den Angriffsbefehl aber kurzfristig zurĂŒck, nachdem er erfahren hatte, dass Italien nicht kriegsbereit sei und England und Polen ihre gegenseitigen Zusagen vertraglich fixiert hatten. So erhielt die WehrmachtfĂŒhrung weitere sieben Tage Zeit, um die Mobilmachung der Truppen abzuschließen.

Einige Einheiten erfuhren jedoch nichts mehr vom Haltebefehl und starteten die vorgesehenen Kriegshandlungen. Ein Stoßtrupp der 10. Armee eröffnete gegen 4:30 Uhr das Feuer auf Bunkeranlagen bei Lubliniec; da die erwartete VerstĂ€rkung infolge des Haltebefehls ausblieb, wurde der Trupp fast vollstĂ€ndig aufgerieben. [38] Ein Kommandounternehmen gegen den seit 1938 polnisch besetzten Bahnhof von Mosty, mit dem Ziel der Sicherung und Besetzung des Jablunkapasses, erzielte anfĂ€nglich Erfolge, musste sich aber wieder zurĂŒckziehen. [39] Auch an der WeichselbrĂŒcke Dirschau kam es zu einigen ZusammenstĂ¶ĂŸen deutscher und polnischer Truppenteile, bei denen beiderseits erste Verluste zu verzeichnen waren. [40]

Polnische PlÀne

Polnische Infanterie

Einen detailliert ausgearbeiteten Plan fĂŒr einen Krieg mit Deutschland hatte der polnische Generalstab nicht. [41] Den Plan ZachĂłd (Plan West), seinen Operations- und Aufmarschplan fĂŒr diesen Fall, musste er in den Jahren 1938/39 immer wieder entsprechend der sich verĂ€ndernden strategisch-politischen Lage erneuern, was bis zum Kriegsausbruch in Fluss blieb. Die Bedrohung der Karpatengrenze durch Einbeziehung der Slowakei in den deutschen Aufmarschraum nach der „ Zerschlagung der Rest-Tschechei“ im MĂ€rz 1939 und die im gleichen Monat begonnene Teilmobilmachung mit der lediglich politisch begrĂŒndeten Abzweigung eines Korps zur Verhinderung eines deutschen Handstreichs gegen Danzig fĂŒhrten zu einer Verzettelung der KrĂ€fte. In der Krise des Sommers 1939 fand die Planung nur noch auf allerhöchster Ebene statt und nahm den Charakter von Improvisationen an.

Im MĂ€rz 1939 war der polnischen Regierung klar geworden, dass die deutsche Regierung auf ihren Forderungen beharren wĂŒrde. Auch ein deutsches Ultimatum wurde nicht mehr ausgeschlossen. Die polnische Regierung kam daraufhin zu dem Schluss, dass ein Nachgeben nicht mehr in Frage komme, weil Berlin unweigerlich neue Forderungen stellen wĂŒrde, und man mittlerweile wisse, dass „deutsche Grenzgarantien ĂŒberhaupt nichts wert“ seien. Die polnische Regierung rechnete im MĂ€rz 1939 auch mit der Möglichkeit eines deutschen Angriffs, glaubte aber, dann die UnterstĂŒtzung der WestmĂ€chte zu erhalten. [42]

Polen begann am 23. MĂ€rz mit einer Teilmobilmachung, indem fĂŒnf VerbĂ€nde vor allem in den westlichen Bezirken auf KriegsstĂ€rke gebracht und zwei VerbĂ€nde sowie eine Kavallerie-Brigade an die Westgrenze verlegt wurden. Die in aller Eile erfolgenden Vorkehrungen blieben unvollstĂ€ndig und wurden durch den stĂ€ndig verĂ€nderten Operationsplan verkompliziert. Die polnische ArmeefĂŒhrung versuchte, auf die immer bedrohlicher werdende Situation an den Flanken, insbesondere in der Slowakei zu reagieren, indem der linke FlĂŒgel durch die Bildung einer neuen Armee „Karpaty“ bis an die ungarische Grenze verlĂ€ngert wurde. Die WestmĂ€chte drĂ€ngten Polen außerdem, sich zurĂŒckzuhalten, um Hitler keinen Vorwand zu liefern, Polen aggressiver Absichten zu beschuldigen, und auch wirtschaftlich stellte die Teilmobilmachung eine große Belastung dar. [43]

Zudem war Polen klar, dass man im Falle eines Krieges gegen Deutschland mit einer Niederlage und im Falle einer verspĂ€teten französischen Offensive mit einer militĂ€rischen Katastrophe rechnen mĂŒsste. Denn Regierung und Generalstab wussten um die militĂ€rische Unterlegenheit ihrer StreitkrĂ€fte, gerade was moderne Flugzeuge, Panzer, GeschĂŒtze und Transportmittel anging. Der polnische Kriegsminister Tadeusz Kasprzycki und der französische Generalstabschef Maurice Gamelin vereinbarten deshalb am 19. Mai 1939, dass im Falle eines deutschen Angriffs im Osten die polnische Armee in der Defensive bleiben und sich bei einem deutschen Angriff im Westen bemĂŒhen solle, „die grĂ¶ĂŸtmögliche Zahl der deutschen Truppen zu binden“. Die polnischen Politiker und Soldaten erwogen keine ehrgeizigeren militĂ€rischen Operationen als kleinere VorstĂ¶ĂŸe nach Ostpreußen. [44] „Die Legende von den siegessicheren und ĂŒbermĂŒtigen polnischen Politikern und MilitĂ€rs, die vom Marsch nach Berlin getrĂ€umt hĂ€tten“, so schreibt der Historiker Hermann Graml, „ist tatsĂ€chlich nichts anderes als eine Legende, die ihre Geburt der nationalsozialistischen Propaganda verdankt, ferner einem Teil der polnischen Presse, der Zuversicht zu verbreiten suchte, und einer kleinen Minderheit rechtsextremistischer SchreihĂ€lse“. [45]

Der polnische Operationsplan bewertete die deutschen AngriffsverbĂ€nde, operativen Möglichkeiten und Absichten im Großen und Ganzen zutreffend. Da sich die Hauptmobilmachungs- und Kriegswirtschaftsbasis Polens westlich der Weichsel befand, war man auf einen grenznahen Kampf festgelegt, zumal eine enge politische und militĂ€rische Anlehnung an die Sowjetunion ausschied. In Anbetracht der Überlegenheit der deutschen Wehrmacht musste sich die polnische Verteidigung darauf konzentrieren, bis zu einer Offensive der WestmĂ€chte so wenig GelĂ€nde wie möglich preiszugeben, Zeit zu gewinnen und dem Gegner Verluste zuzufĂŒgen. Um die durch „Handstreiche“ bedrohten RĂ€ume frĂŒh und stark zu sichern, sollten die Armeen der I. Staffel im Raum sĂŒdlich von Bromberg sowie westlich von ƁódĆș und im oberschlesischen Industriegebiet eingesetzt werden, wĂ€hrend relativ starke FlĂŒgel vor allem im Norden gestĂŒtzt auf die Weichsel, den Narew und die Biebrza sowie im SĂŒden auf die Karpaten die HauptkrĂ€fte vor Überraschungen schĂŒtzen sollten. [46]

FĂŒnf Armeen und eine selbstĂ€ndige Gruppe wurden als I. Staffel in vorderster Linie postiert, eine Armee und zwei kleinere Gruppen als II. Staffel in der Reserve. Den Schwerpunkt bildeten die Armeen „ KrakĂłw“ und „LĂłdz“ im SĂŒden, die den Hauptangriff der Deutschen aufhalten sollten. Von ihrer Standfestigkeit hing es ab, ob ein RĂŒckzug nach SĂŒdosten notwendig sein wĂŒrde. Im Westen und Norden waren die Armeen „ PoznaƄ“ und „ Pomorze“ vorgeschoben. Die Gruppe „ Kutno“ sollte RĂŒckendeckung geben. Die exponierte Lage brachte die Gefahr mit sich, dass diese VerbĂ€nde im Falle eines raschen deutschen Durchbruchs in Richtung ƁódĆș – Warschau abgeschnitten wĂŒrden. Im Norden sollte außerdem die Armee „Modlin“ den aus Ostpreußen angreifenden deutschen KrĂ€ften den Weg nach Warschau versperren. Dabei sollte die Operationsgruppe „Narew“ sie unterstĂŒtzen. [47] Das Gesamtziel der polnischen ArmeefĂŒhrung bestand darin, möglichst lange die zur KampffĂŒhrung notwendigen Gebiete zu decken. [46]

Als Außenminister Ribbentrop am 22. August 1939 nach Moskau reiste, beschloss die polnische Regierung die „Alarmmobilmachung“ in den sechs an Deutschland grenzenden Korpsbezirken, wobei die mobilgemachten Truppen noch in oder nahe ihren Standorten verblieben. Am 27. August wurde die Mobilmachung der restlichen „Alarmeinheiten“ angeordnet. Dabei mag man in Teilen der polnischen FĂŒhrung noch bis zum 28. August bezweifelt haben, ob es wirklich zum Krieg mit Deutschland kommen wĂŒrde; auch wurde teilweise nur mit begrenzten deutschen Aktionen besonders gegen Danzig gerechnet. Am 29. August wurde der Befehl erteilt, die Truppen in die Ausgangsstellungen zu verlegen und die wichtigsten Schiffe der polnischen Flotte in britische GewĂ€sser in Sicherheit zu bringen ( Operation Peking), am Nachmittag die allgemeine Mobilmachung aber wieder abgesagt, weil Frankreich und Großbritannien dadurch die letzte Chance zur Beilegung des Konfliktes vergeben sahen. Als am 30. August die Mobilmachung mit Wirkung zum folgenden Tag erneut angeordnet wurde, kam es zu betrĂ€chtlicher Verwirrung und Verzögerungen. Zu Beginn des deutschen Angriffs war bei allen Armeen der I. Staffel erst ein Drittel der VerbĂ€nde einsatzbereit. [48]

Neben der misslichen wehrgeographischen Lage und der militĂ€rischen Unterlegenheit Polens trug auch der polnische Operations- und Mobilmachungsplan zur Niederlage bei, da darin die Stoßkraft des deutschen Heeres und seiner operativen Möglichkeiten vor allem im SĂŒden unterschĂ€tzt wurde. Der sowjetische Einmarsch in Ostpolen am 17. September zerschlug schließlich die letzten Hoffnungen, etwa drei Monate durchhalten oder eine Art Guerillakrieg fĂŒhren zu können. [49]

Die militÀrischen KrÀfte im Vergleich

Die PZL P.11 mit dem einst revolutionĂ€ren PuƂawski-MöwenflĂŒgel war durch ihre Wendigkeit ein ernst zu nehmender, nicht aber ebenbĂŒrtiger Gegner der deutschen Bf 109-JĂ€ger. Das Muster schoss ĂŒber 100 deutsche Flugzeuge ab.

Polen verfĂŒgte ĂŒber umgerechnet etwa 44 Divisionen gegenĂŒber etwa 57 deutschen Divisionen, die noch dazu wesentlich besser ausgerĂŒstet und bewaffnet waren. 2400 leichten und mittleren deutschen Panzern – Panzer I, II, III und IV sowie die tschechischen Beutepanzer Panzer 38(t) – standen rund 800 leichte ( Tanketten, 7TP) und veraltete Panzer Renault FT gegenĂŒber. Gepanzerte GroßverbĂ€nde nach deutschem Muster gab es bis auf zwei motorisierte Brigaden nicht.

Den deutschen Luftflotten 1 und 4 mit zusammen 1929 einsatzbereiten, zum großen Teil modernsten Flugzeugen (der Mittelstreckenbomber He 111, das Jagdflugzeug Bf 109, den Sturzkampfbomber Ju 87 und andere) konnten die Polen nur 842 Maschinen – die JĂ€ger PZL P.7 und vor allem PZL P.11, die modernen Bomber PZL.23 Karaƛ und PZL.37 Ɓoƛ sowie einige Ă€ltere Modelle – entgegenstellen.

Der Kriegsbeginn

Gestellte Aufnahme fĂŒr die NS-Propaganda. Danziger Landespolizisten und Grenzbeamte reißen den polnischen Schlagbaum bei Zoppot ab.
Luftangriff auf WieluƄ am 1. September 1939

Am 31. August 1939 gab Hitler die Weisung, am nĂ€chsten Tag um 4 Uhr 45 den Angriff auf Polen zu beginnen. [50] Der exakte Zeitpunkt und Ort der ersten Kampfhandlung ist umstritten. Ab 4:45 Uhr, kurz vor Sonnenaufgang, beschoss das frĂŒhere Linien- und ehemalige Flottenflaggschiff Schleswig-Holstein, das als Schulschiff der Kriegsmarine auf Besuch in der Freien Stadt Danzig war, die polnische Garnison auf der Westerplatte. Die SS-Heimwehr Danzig und deutsche Polizeitruppen stĂŒrmten das polnische Postamt in Danzig. Beide Orte waren rechtlich laut Versailler Vertrag polnische Exklaven auf dem Gebiet Danzigs.

Die Stadt WieluƄ wurde laut Zeitzeugen bereits um 4:37 Uhr [51] [52], laut deutscher Einsatzmeldung eine Stunde spĂ€ter – ohne KriegserklĂ€rung – von zwei Stuka-Geschwadern unter Befehl von Wolfram von Richthofen angegriffen. [53] Bei der ersten Angriffswelle wurde das Krankenhaus der Stadt dem Erdboden gleichgemacht. Die völlig ĂŒberraschten Einwohner wurden aus Bordwaffen gezielt beschossen. [54] Im Verlauf des Tages folgten zwei weitere Angriffe mit je 29 Flugzeugen. Etwa 1200 der damals 16.000 Einwohner wurden getötet. Nach den Luftangriffen waren 90 Prozent des historischen Ortskerns und 70 Prozent aller GebĂ€ude von WieluƄ zerstört. [55]

Weitere Kommandoaktionen sollten die Sprengung von EisenbahnbrĂŒcken verhindern. Dazu starteten um 4:26 Uhr drei Stukas vom Typ Ju 87 B unter Oberleutnant Bruno Dilley im ostpreußischen Landkreis Elbing. Um 4:34 Uhr lösten sie ihre Bomben ĂŒber dem Bahndamm links neben der WeichselbrĂŒcke Dirschau aus, welche die dort stehenden ZĂŒndapparate und polnischen Pioniere trafen. [56] Dennoch wurde die BrĂŒcke um 6:10 und 6:40 Uhr von polnischen Verteidigern gesprengt.

Hitler sagte gegen 10:10 Uhr desselben Tages in einer im Rundfunk ĂŒbertragenen Reichstagsrede:

„[
] Polen hat nun heute nacht zum ersten mal auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulĂ€ren Soldaten geschossen. Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurĂŒckgeschossen! Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten! [
]“ [57]

Frankreich und Großbritannien forderten ultimativ den sofortigen RĂŒckzug aller deutschen Truppen aus Polen. Kurz nach 9:00 Uhr nahm Hitler von seinem Dolmetscher die Übersetzung des auf 11:00 Uhr ausgesprochenen britischen Ultimatums entgegen, Polen unverzĂŒglich zu rĂ€umen. Am Tag nach dem Überfall auf Polen, am 2. September 1939, bewilligten Abgeordnetenkammer und Senat Frankreichs einstimmig neue MilitĂ€rkredite. Frankreich nannte in seinem Ultimatum 17:00 Uhr. [58] Als Hitler auf die Forderung nach einem RĂŒckzug nicht reagierte, erklĂ€rten beide Staaten dem Deutschen Reich am 3. September den Krieg. Dementsprechend durfte in Deutschland ab diesem Tag offiziell von „Krieg“, meist in der Formulierung „aufgezwungener Krieg“, gesprochen werden. [58] Eine große Offensive der WestmĂ€chte blieb aber trotz der Zusagen gegenĂŒber Polen aus; an der deutschen Westgrenze kam es zum „ Sitzkrieg“.

Die kommunistische Partei Frankreichs hatte zunĂ€chst noch fĂŒr die MilitĂ€rkredite gestimmt, rief aber vom 20. September an auf Moskauer Weisung zum Waffenstillstand auf. Ihre Basis war jedoch antifaschistisch eingestellt und folgte der Parteilinie nur zum Teil. 21 der 72 kommunistischen Parlamentsabgeordneten traten aus der Partei aus. [59]

KĂ€mpfe bis zum 6. September

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnĂ€chst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfĂŒgst.
Lageentwicklung bis zum 14. September
Deutsche Panzertruppen an der Brahe
Polnischer 7TP-Panzer im September 1939

Der Angriff der Heeresgruppe Nord kam in den ersten Tagen zumindest im Bereich der 4. Armee unter General der Artillerie GĂŒnther von Kluge planmĂ€ĂŸig voran. Im Korridor wurden Teile der polnischen Armee Pomerellen wĂ€hrend der Schlacht in der Tucheler Heide bei Graudenz eingeschlossen und zerschlagen. Nur zwei ihrer Divisionen entkamen der Niederlage und schlossen sich der Armee Posen an.

Zur Illustration der hoffnungslosen Unterlegenheit der polnischen Armee wird oft angefĂŒhrt, dass sie ihre Kavallerie ĂŒberschĂ€tzte und berittene polnische Soldaten deutsche Panzer mit Lanzen und SĂ€beln angegriffen haben sollen. Hinter dieser Legende steht das Gefecht bei Krojanty, in dem am 1. September 1939 ein polnisches Ulanenregiment eine Infanterie-Einheit der Wehrmacht angriff, aber von dazukommenden PanzerspĂ€hwagen ĂŒberrascht und zurĂŒckgeschlagen wurde.

Zugleich stockte der Angriff der 3. Armee unter General der Artillerie Georg von KĂŒchler vor der Mlawa-Stellung. Die dort kĂ€mpfende Armee Modlin zog sich erst zurĂŒck, als die deutschen KrĂ€fte ihre rechte Flanke umgangen hatten ( Schlacht von MƂawa). Sie sammelte sich jedoch wieder in der Festung Modlin und am Bug.

Die Armeen der Heeresgruppe SĂŒd drĂ€ngten unterdessen die polnischen VerbĂ€nde in Richtung Warschau zurĂŒck. Allerdings gelang es ihnen nicht, die polnischen Truppen aufzureiben oder zu umfassen. Erst am 6. September gelang der 10. Armee ein tiefer Einbruch in die polnische Abwehrfront. Am gleichen Tag besetzte die 14. Armee Krakau. Sie konnte die polnische Armee Krakau jedoch nicht wie geplant einkreisen.

Der schnelle Vorstoß der deutschen VerbĂ€nde ĂŒberholte die polnische Strategie, so dass das polnische Oberkommando schon nach fĂŒnf Tagen den RĂŒckzug hinter die geplante Verteidigungslinie an den FlĂŒssen befahl. Die polnische Regierung setzte sich nach Brest-Litowsk ab. Der RĂŒckzugsbefehl erfolgte fĂŒr die polnischen InfanterieverbĂ€nde aber zu spĂ€t, um die FlĂŒsse noch vor den Panzern der Wehrmacht zu erreichen. Das deutsche OKH wiederum glaubte, die Masse des polnischen Heeres nicht mehr westlich der Weichsel zerschlagen zu können. Es befahl deshalb der 3. Armee und 14. Armee, ihre KrĂ€fte östlich der Weichsel fĂŒr eine Umfassungsschlacht zu konzentrieren.

Das mit Polen verbĂŒndete RumĂ€nien erklĂ€rte sich angesichts des raschen deutschen VorrĂŒckens und ausbleibender Eingriffe der WestmĂ€chte am 6. September fĂŒr neutral, so dass Polen militĂ€risch vollstĂ€ndig isoliert blieb.

KĂ€mpfe bis zum 18. September

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnĂ€chst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfĂŒgst.
Lageentwicklung nach dem 14. September

Vom Kriegsbeginn an besaß die deutsche Luftwaffe fast völlige LuftĂŒberlegenheit. Die Luftangriffe auf WieluƄ, Frampol und Warschau gelten als die ersten FlĂ€chenbombardements, die als Mittel der KriegfĂŒhrung im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden. Die deutschen Flugzeuge nutzten dabei den sowjetischen Sender Minsk als Orientierung, der auf eine Bitte Hermann Görings hin seine Sendedauer verlĂ€ngerte. [60] Die Heeresgruppe SĂŒd nutzte ihren Durchbruch, um ein Panzerkorps auf die polnische Hauptstadt anzusetzen. Dieses erreichte am 8. September die VorstĂ€dte von Warschau und stieß dort auf starken Widerstand der polnischen Verteidiger. Um einen verlustreichen HĂ€userkampf zu vermeiden, stoppten die Panzer ihren Vormarsch. Am 15. September erreichten erste deutsche Einheiten von Nordosten kommend die östlichen VorstĂ€dte Warschaus und vereinigten sich sĂŒdlich von Warschau mit den westlich der Weichsel stehenden deutschen Truppen. Damit war ein riesiger Kessel entstanden. Er umfasste das Gebiet der Stadt Warschau, einen wenige Kilometer breiten Korridor bis zur polnischen Festung Modlin sowie ein im Nordwesten Warschaus gelegenes Waldsumpfgebiet ( Kampinos-Heide).

Am 9. September gelang es dem rechten FlĂŒgel der 10. Armee, starke polnische KrĂ€fte, die sich ĂŒber die Weichsel zurĂŒckzuziehen versuchten, zu ĂŒberholen und einzukesseln. Daraus entwickelte sich die Schlacht bei Radom. Zeitgleich griff die polnische Armee Posen, die unbemerkt von der deutschen AufklĂ€rung herangerĂŒckt war, nördlich von Kutno ĂŒberraschend den linken FlĂŒgel der deutschen 8. Armee an (siehe Schlacht an der Bzura). Dieser einzige polnische Gegenstoß zwang die Heeresgruppe SĂŒd, bei Radom, vor Warschau und an der Bzura gleichzeitig zu kĂ€mpfen. Sie wehrte den Flankenangriff unter schweren Verlusten ab.

Die Heeresgruppe Nord stand schon östlich der Weichsel am Narew und musste nun gemĂ€ĂŸ dem Umfassungsbefehl des OKH große Teile der 4. Armee durch Ostpreußen an ihren linken FlĂŒgel verlegen, was einige Tage dauerte. Danach schloss sie am 9. September die Festung Modlin und Warschau von Norden her ein. Das XIX. Armeekorps (Teil der Heeresgruppe Nord) unter dem Kommando des Generals der Panzertruppe Heinz Guderian durchstieß nach KĂ€mpfen bei Wizna die polnische Verteidigungslinie am Fluss Narew, rĂŒckte östlich des Bug mit starken PanzerkrĂ€ften nach SĂŒden vor und begann am 14. September den Angriff auf die Festung Brest, die nach drei Tagen fiel.

Am 12. September 1939 kapitulierten die polnischen Truppen im Kessel bei Radom (60.000 Gefangene). Am 13. September wurde die Kleinstadt Frampol nahe Lublin durch einen deutschen Luftangriff fast vollstĂ€ndig zerstört. Danach befahl die polnische ArmeefĂŒhrung allen verbliebenen Truppen, sich eigenstĂ€ndig nach SĂŒdosten zurĂŒckzuziehen. Man hoffte, sich dort in unwegsamem GelĂ€nde noch lĂ€nger halten zu können, bis Nachschub der Westalliierten ĂŒber RumĂ€nien geliefert wĂŒrde.

Im SĂŒdosten kĂ€mpfte bisher nur die deutsche 14. Armee. Diese schwenkte nun aber nach Nordosten, um sich hinter dem Fluss Bug mit der Heeresgruppe Nord zu vereinen. Mit den freigewordenen VerbĂ€nden konnte die Heeresgruppe SĂŒd nun auch die Armee Posen einschließen und bis zum 17. September aufreiben (170.000 Gefangene). Das zerschlug die polnische Hoffnung, wenigstens den SĂŒdosten des Landes verteidigen zu können.

Nach der Einnahme von Brest-Litowsk vereinigten sich am 18. September sĂŒdlich der Stadt die daran beteiligten Truppen mit denen der 14. Armee. Damit war die Masse der polnischen KrĂ€fte umfasst worden.

PrĂ€sident Ignacy Moƛcicki hatte sich in der sĂŒdöstlich gelegenen polnischen Grenzstadt Kuty befunden. Er ĂŒberquerte hier zusammen mit einer großen Anzahl von Soldaten und Zivilisten am 18. September 1939 den Grenzfluss Tscheremosch nach RumĂ€nien. Auch die ĂŒbrige polnische StaatsfĂŒhrung war dorthin geflohen. RumĂ€nien internierte die FlĂŒchtlinge zunĂ€chst.

Die NS-Propaganda bezeichnete Deutschlands Aggression gegen Polen daher als Feldzug der 18 Tage. [61]

Sowjetischer Angriff, Kriegsende ohne Kapitulation

Europa im September und Oktober 1939
Treffen deutscher und sowjetischer Soldaten in Polen, 20. September 1939

Seit Frankreichs und Großbritanniens KriegserklĂ€rung drĂ€ngten die Deutschen ihre sowjetischen Vertragspartner, wie insgeheim vereinbart ihrerseits in Polen einzumarschieren. Die Regierung in Moskau wollte jedoch erst nach einem weitgehenden Zusammenbruch des polnischen Staates eingreifen, da sie befĂŒrchtete, in einen Krieg mit den beiden WestmĂ€chten hineingezogen zu werden, die ja die UnabhĂ€ngigkeit Polens garantierten. Sie hatte auch mit einer lĂ€ngeren Dauer der KĂ€mpfe gerechnet. Am 10. September berichtete der deutsche Botschafter Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg an das AuswĂ€rtige Amt, Molotow habe ihm gegenĂŒber erklĂ€rt, „daß die Sowjetregierung durch unerwartet schnelle deutsche militĂ€rische Erfolge völlig ĂŒberrumpelt worden sei.“ Die Rote Armee benötige noch zwei bis drei Wochen Vorbereitung, bevor sie einmarschieren könne. [62]

Als die Wehrmacht am 1. September 1939 Polen ĂŒberfiel, stand die Rote Armee bereits Gewehr bei Fuß, um den sowjetischen Anteil an der Beute zu sichern. [63] WĂ€hrend sich die polnische Regierung bei ihrer Flucht im östlichen Galizien befand, erreichte sie in der Nacht zum 17. September aus Moskau die Mitteilung, dass die Sowjetunion den polnischen Staat als „nicht mehr existent“ betrachte. Am 17. September griff die Rote Armee unter Bruch des polnisch-sowjetischen Nichtangriffspakts vom Juli 1932 [64] in Ostpolen an, das bis auf das Grenzschutzkorps militĂ€risch entblĂ¶ĂŸt war. Das Oberkommando des Heeres (OKH) begrĂŒĂŸte den sowjetischen Einmarsch als militĂ€rische Entlastung. Die polnische Regierung war auf diesen Angriff nicht vorbereitet gewesen und hatte dem Grenzschutzkorps fĂŒr diesen Fall keine Instruktionen gegeben. In Tarnopol (Ternopil), StanisƂawĂłw (Stanislau), Ɓuck (Luzk) und RĂłwne (Riwne) wurde die Rote Armee deshalb von den kommunalen Behörden in völliger Verkennung der Lage freundlich begrĂŒĂŸt. [65] In anderen Gebieten kam es zum Teil zu schweren KĂ€mpfen zwischen den angreifenden sowjetischen Einheiten und polnischen VerbĂ€nden. Beim Ort Szack in Ostpolen gelang es polnischen Einheiten kurzfristig, regional und zeitlich begrenzt die militĂ€rische Initiative im Gegenangriff zurĂŒckzugewinnen ( Schlacht bei Szack).

Die KĂ€mpfe zwischen Wehrmacht und polnischer Armee konzentrierten sich nun auf das Gebiet zwischen Weichsel und Bug, wo die Reste des polnischen Heeres eingeschlossen waren. SĂŒdöstlich operierende polnische Truppen, die sich nach RumĂ€nien zurĂŒckziehen wollten, wurden in den Schlachten um Lemberg und Rawa Ruska aufgerieben. Mit der Niederlage des grĂ¶ĂŸten Teils der ĂŒbrigen polnischen StreitkrĂ€fte in der Schlacht bei Lublin am 23. September endete der organisierte Widerstand der polnischen Armee.

Nachdem der Raum Warschau/Modlin seit dem 15. September weitgehend eingeschlossen war, stießen am 22. September deutsche Truppen nördlich von Warschau von Osten her an die Weichsel vor. Damit war der große Warschauer Kessel in zwei Teile gespalten, einen Warschauer und einen Modliner Kessel. Aus dem Kessel von Kutno entkommene polnische Armeereste versuchten sich noch bis zum 20. September in Richtung des Warschauer Kessels durchzuschlagen ( Schlacht in der Kampinos-Heide). Bereits am 22. September 1939 nahmen General H. Guderian und Brigadekommandeur S. Kriwoschein die erste gemeinsame deutsch-sowjetische Siegesparade in Polen ab und tauschten feierlich Hakenkreuz- gegen Rote Fahne. Der polnische Oberkommandierende Marschall E. Rydz-ƚmigƂy folgte am 27. September 1939 seiner Regierung ins rumĂ€nische Exil.

Die Schlacht um Warschau endete am 28. September 1939, nach heftigem zweitÀgigem Dauerbombardement der Artillerie und Luftwaffe, mit der Teilkapitulation der rund 120.000 im Kessel eingeschlossenen polnischen Soldaten. Dabei wurden nach polnischen Angaben bis zu 26.000 Zivilisten getötet. Die KÀmpfe um den Kessel von Modlin endeten einen Tag spÀter. [66]

Am 28. September schlossen Ribbentrop und Molotow in Moskau den ergĂ€nzenden Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag, in dessen geheimen Zusatzprotokollen die Demarkationslinie entlang des Bugs neu festgelegt wurde. Das Deutsche Reich verzichtete dafĂŒr auf den Einfluss auf Litauen. Der Verlauf der Demarkationslinie entsprach ungefĂ€hr der Curzon-Linie, die die WestmĂ€chte schon unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg als polnisch-sowjetische Grenze vorgeschlagen hatten, die aber infolge des erfolgreichen polnischen Widerstands im Polnisch-Sowjetischen Krieg nicht umgesetzt worden war. Außerdem wurde der Austausch von Bevölkerungsgruppen der eroberten Gebiete nach ethnischen Kriterien vereinbart. [67]

Am 1. Oktober kapitulierte die Besatzung der polnischen Festung auf der Halbinsel Hel. Polens letzte Feldtruppen kapitulierten ob der aussichtslosen Gesamtlage am 6. Oktober nach der – zwar an sich taktisch siegreich gefĂŒhrten – Schlacht bei Kock. Dies gilt als Ende des deutschen Polenfeldzuges. Nur Bruchteile der polnischen Armee entgingen der deutschen oder sowjetischen Gefangenschaft durch einen Übertritt nach RumĂ€nien, Ungarn und Litauen. Zu einer Gesamtkapitulation der polnischen StreitkrĂ€fte oder zum Ersuchen eines Waffenstillstandes durch die polnische Regierung war es nicht gekommen.

Seekrieg

Im Gegensatz zu den LandstreitkrĂ€ften war die polnische Marine der deutschen Kriegsmarine auch zahlenmĂ€ĂŸig stark unterlegen (→  KrĂ€fteverhĂ€ltnis der SeestreitkrĂ€fte zu Beginn des Krieges). Das polnische Marineoberkommando unter Konteradmiral JĂłzef Unrug erkannte diese Tatsache an und evakuierte im Rahmen der Operation Peking schon Ende August drei Zerstörer nach Großbritannien.

Zu ersten Kampfhandlungen kam es am 1. September, als deutsche Stukas die verbliebenen beiden großen polnischen Einheiten ORP Gryf und ORP Wicher in der Danziger Bucht angriffen. Das erste Seegefecht fand am 3. September vor Hel statt. Die Kriegsmarine musste dabei die beiden eingesetzten Zerstörer Z 1 Leberecht Maass und Z 9 Wolfgang Zenker zurĂŒckziehen, nachdem Z 1 durch einen Artillerietreffer einer KĂŒstenbatterie beschĂ€digt worden war. Am selben Tag wurden die Reste der polnischen ÜberwasserstreitkrĂ€fte im Hafen von Hel mehrfach bombardiert und vernichtet.

Alle fĂŒnf polnischen U-Boote sollten ursprĂŒnglich die polnische OstseekĂŒste verteidigen („ Plan Worek“) und konnten spĂ€ter entkommen. Sie erzielten aber keine Kampferfolge gegen feindliche Schiffe – abgesehen vom deutschen Minensucher M 85, der auf eine vom U-Boot ORP Ć»bik verlegte Seemine lief. Die zwei U-Boote ORP Wilk und ORP OrzeƂ konnten sich nach Großbritannien absetzen. Die restlichen drei U-Boote ließen sich in Schweden internieren. Die Marinebasis auf der Halbinsel Hel verteidigte sich noch bis zum 1. Oktober und fiel als eine der letzten polnischen Stellungen.

Luftkrieg

Die deutsche Luftwaffe zerschlug in den ersten zwei Tagen des Feldzugs die Bodenorganisation der polnischen LuftstreitkrĂ€fte. Sie vermochte aber nicht, wie geplant die polnische Luftwaffe am Boden zu zerstören, da ein Großteil von deren Flugzeugen auf getarnte AusweichflugplĂ€tze verlegt worden waren. Dennoch errang sie in den ersten Tagen des Feldzugs aufgrund ĂŒberlegener Ausstattung und numerischer Überzahl die Luftherrschaft. Sie riegelte die GefechtsrĂ€ume durch Angriffe auf Verkehrswege und Nachschubziele weitrĂ€umig ab. Schlachtflieger und Sturzkampfflieger bekĂ€mpften an neuralgischen Punkten die polnischen Bodentruppen und verhalfen so dem Heer zum Durchbruch. [68] [69] Den polnischen Jagdfliegern gelang es unter Verlust von 116 eigenen Maschinen, 129 deutsche Flugzeuge abzuschießen. Am 17. und 18. September 1939 wurden 50 verbliebene Jagdflugzeuge nach RumĂ€nien evakuiert. [70]

StĂ€ndige deutsche Luftangriffe (insgesamt fast 5.000 Luft-Boden-EinsĂ€tze in den ersten fĂŒnf Tagen) verursachten bei den polnischen Truppen ein GefĂŒhl der Unterlegenheit und Chancenlosigkeit. Sie behinderten die HeranfĂŒhrung von Nachschub beziehungsweise das Zusammenziehen von VerbĂ€nden erheblich (diese waren deshalb nur bei Nacht möglich); auch störten sie viele polnische Kommunikationslinien. Nach Abschluss der KĂ€mpfe ergaben Analysen, dass die tatsĂ€chlichen physischen Erfolge der Luftwaffe im Polenfeldzug quantitativ weit weniger bedeutend waren als zunĂ€chst angenommen. [71] Die polnischen BomberverbĂ€nde flogen vor allem in den ersten Tagen des Angriffs Luftangriffe auf die deutschen TruppenverbĂ€nde, erlitten jedoch hohe Verluste und vermochten kaum mehr als Nadelstiche zu setzen. FĂŒr das polnische Oberkommando war vor allem die LuftaufklĂ€rung von Nutzen. Mit der sowjetischen Invasion waren diese Einheiten, die vor den vorrĂŒckenden deutschen Truppen immer weiter nach Osten verlegt worden waren, ohne Schutz und Smigly-Rydz befahl ihre Evakuierung nach Ungarn und RumĂ€nien. [72]

Begleiterscheinungen und Folgen

Hitlers Frontbesuche als "Erster Soldat des Reiches"

Hitler, der am 3. September 1939 Berlin verlassen hatte, unternahm im Polen-Feldzug eine Reihe sog. Frontbesuche, wobei er durch eine militĂ€rische Kolonne stark gesichert wurde. [73] Hitler stellte sich dabei als besonders soldatennah dar, besuchte FeldkĂŒchen und aß mit einfachen Soldaten. Diese zwanglosen Begegnungen waren Teil der neuen Propagandarolle als "Erster Soldat", bei der Hitler als "Kamerad unter Kameraden" gelten wollte und angeblich das Schicksal und auch die Gefahren durchschnittlicher Soldaten nach dem Beispiel Friedrichs des Großen im SiebenjĂ€hrigen Krieg teilte. [74] Entsprechend hatte Hitler sich auch in der vorangegangenen Reichstagsrede vom 1. September 1939 selbst als "Erster Soldat" bezeichnet, eine feldgraue Uniform angelegt und Nachfolgeregelungen fĂŒr den Fall seines Todes getroffen. [75] Da Hitler sich zeitgleich auch als Feldherr inszenierte, wenngleich bei weitem noch nicht so intensiv wie ab dem Frankreich-Feldzug, griff die Propaganda bei Hitlers Frontreisen auch dessen Begegnungen mit fĂŒhrenden Generalen auf, zeigte Hitler wie er den Vorbeimarsch von Soldaten an gerade eroberten wichtigen BrĂŒcken abnahm und versuchte einen Zusammenhang zwischen dessen Frontfahrten zu "Brennpunkten" der Kampfhandlungen und den militĂ€rischen Erfolgen zu konstruieren. [76] TatsĂ€chlich war Hitlers Rolle als Oberbefehlshaber der Wehrmacht im Polen-Feldzug jedoch noch eher nomineller Art und seine Eingriffe in die militĂ€rische FĂŒhrung marginal. [77] Weit ĂŒbertrieben ist daher die Darstellung in Otto Dietrichs Buch "Auf den Straßen des Sieges" von 1939, das als direktes Auftragswerk Hitlers in glorifizierender Weise das " FĂŒhrerhauptquartier" Hitlers in dessen Sonderzug sowie Hitlers Frontfahrten darstellt. [78]

Kriegstote, Gefangene, Verluste

Leichen polnischer Soldaten in einem Straßengraben (September 1939)
Polnische Einwohner, vermutlich Juden, bei AufrÀumarbeiten im zerbombten Warschau (September/Oktober 1939)
Polnische Kriegsgefangene in einem Durchgangslager (September 1939)

Wie viele polnische Zivilisten der deutsche Angriffskrieg das Leben kostete, ist unbekannt. GeschĂ€tzt werden 66.000 bis 100.000 gefallene und etwa 133.000 verwundete polnische Soldaten. [79] Mehr als 400.000 polnische Soldaten, darunter etwa 16.000 Offiziere, gerieten in deutsche Gefangenschaft. Dazu kamen noch etwa 200.000 als „verdĂ€chtige Elemente“ gefangengenommene Zivilisten. Etwa 61.000 Juden wurden umgehend von den ĂŒbrigen polnischen Kriegsgefangenen getrennt und schlechter behandelt. [80] Etwa 100.000 polnischen Soldaten gelang die Flucht ins Ausland. [81]

Auch fĂŒr die deutschen Verluste gibt es keine endgĂŒltigen Angaben. Das OKH nannte 10.572 Gefallene, 3.409 Vermisste und 30.322 Verwundete. Von diesen entfielen 734 Soldaten auf die Luftwaffe. [82] Diese Angaben basierten in erster Linie auf den Daten der SanitĂ€tsinspektion, die wĂ€hrend des Feldzuges 10.244 gefallene Soldaten und 593 gefallene Offiziere registriert hatte. Sie wurden wie auch die Eintragungen in den KriegstagebĂŒchern in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Kampfgeschehen erarbeitet. Die KriegstagebĂŒcher gaben 14.188 Soldaten und 759 Offiziere als Kriegstote der Wehrmacht an. Nach jahrelangen Nachforschungen kamen die Wehrersatzdienststelle bzw. die Abteilung Wehrmachtverlustwesen 1944 zu dem Schluss, dass 15.450 deutsche Soldaten und 819 Offiziere durch Feindeinwirkung getötet wurden. [83]

Nach Angaben von Norman Davies (2006) soll die polnische Abwehr der Wehrmacht Verluste von ĂŒber 50.000 Mann zugefĂŒgt haben. [84]

Die materiellen Verluste der Wehrmacht waren betrĂ€chtlich. So meldeten die meisten Divisionen den Ausfall von bis zu 50 Prozent ihres Fahrzeugbestandes, mehrheitlich aufgrund von Verschleiß im unwegsamen polnischen GelĂ€nde. Die motorisierten Divisionen waren zum Teil erst im FrĂŒhjahr 1940 wieder voll einsatzbereit. [85] WĂ€hrend alle polnischen MilitĂ€rflugzeuge verloren gingen, wobei rund 140 ins Ausland entkommen konnten, betrugen die deutschen Verluste 564 Flugzeuge [86] und somit etwa ein Viertel des Gesamtbestandes; davon waren etwa die HĂ€lfte TotalschĂ€den. [87]

Massenmorde

Erschießungen von Polen durch ein deutsches Einsatzkommando (21. Oktober 1939)

Noch wĂ€hrend des Polenfeldzugs begann das NS-Regime mit gezielten Massenerschießungen polnischer Zivilisten. FĂŒnf der sechs dazu von Heinrich Himmler aufgestellten Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD begleiteten die fĂŒnf Armeen der Wehrmacht, die sechste Gruppe war in Posen tĂ€tig. Ihr Auftrag war die „BekĂ€mpfung aller reichs- und deutschfeindlichen Elemente rĂŒckwĂ€rts der fechtenden Truppe“ und die weitgehende „Vernichtung der polnischen Intelligenz“. Nach heimlich vorbereiteten Fahndungslisten ( Sonderfahndungsbuch Polen) ermordeten sie bis Ende 1939 etwa 60.000 polnische StaatsbĂŒrger: darunter Lehrer, Ärzte, Juristen, Professoren, katholische Priester und Bischöfe sowie Vertreter von Parteien und Gewerkschaften der polnischen Arbeiterbewegung. [88]

Diesen Massakern fielen auch etwa 7000 polnische Juden zum Opfer. Sie wurden nicht nur als Angehörige polnischer Eliten, sondern auch wahllos ermordet, um die Überlebenden in den sowjetischen Machtbereich zu vertreiben. [89] Weniger bekannt sind Morde an Patienten psychiatrischer Einrichtungen, erstmals in Kocborowo am 22. September. Sie gelten als Vorlauf der in Deutschland im Januar 1940 begonnenen Euthanasie-Morde. [80] Zudem verĂŒbte der „ Volksdeutsche Selbstschutz“, eine spĂ€ter zur SS gehörende, ĂŒberwiegend aus in Polen lebenden Deutschen bestehende Miliz, Massenmorde an Polen als „Abrechnung“ fĂŒr polnische Vorkriegsangriffe auf „Volksdeutsche“. Daran waren Angehörige der Wehrmacht, der Danziger Heimwehr, des SD und der SS beteiligt. [90] Insgesamt wurden nach polnischen, meist auf Augenzeugenberichten beruhenden Ermittlungen im September und Oktober 1939 in Polen bei 714 Aktionen 16.376 Menschen erschossen.

Das Zusammenwirken der TĂ€tergruppen war zu diesem Zeitpunkt meist noch nicht zentral gelenkt und aufeinander abgestimmt, aber ideologisch gewollt und im nationalsozialistischen Weltbild angelegt. Noch vor Kriegsbeginn hatte Hitler seinen HeerfĂŒhrern signalisiert, dass er die „physische Vernichtung“ der polnischen Bevölkerung anstrebte und Zehntausende Vertreter der geistigen, gesellschaftlichen und politischen Elite Polens ermorden lassen wollte. [91] Die deutschen Soldaten wurden indoktriniert, die polnische Zivilbevölkerung als „ Untermenschen“ anzusehen und Juden als östliche Barbaren. [92] Hitler wollte die eroberten polnischen Gebiete so schnell wie möglich „germanisieren“ und dabei „rassisch wertvolle“ Polen assimilieren. Die slawischen Polen sollten hingegen im Generalgouvernement zusammengefasst und mit strenger rassischer Abgrenzung ungebildete Zwangsarbeiter fĂŒr die Deutschen werden. [93]

Kriegsverbrechen

Erschossene Kriegsgefangene in CiepielĂłw (9. September 1939)

Soldaten der Wehrmacht fĂŒhrten wĂ€hrend des Polenfeldzuges etwa 60 Prozent der Massenmorde an polnischen Zivilisten aus. [94] Abseits der Kampfhandlungen wurden mehr als 3.000 polnische Soldaten von deutschen Soldaten ermordet, [95] etwa beim Massaker von CiepielĂłw. Nach vielen Berichten wurden vor allem jĂŒdische Soldaten direkt nach ihrer Gefangennahme ausgesondert und an Ort und Stelle ermordet [96] oder in den Kriegsgefangenenlagern gemĂ€ĂŸ einem Befehl des OKW vom 16. Februar 1939 systematisch ausgesondert und schlechter behandelt. [97] In Wolhynien misshandelte die Wehrmacht im September 1939 Juden und steckte Synagogen in Brand. [98] Dies waren Kriegsverbrechen nach dem damals gĂŒltigen Kriegsvölkerrecht, das Deutschland 1934 mit der Unterzeichnung der Genfer Kriegsgefangenenkonvention vom 27. Juli 1929 anerkannt hatte. [99]

Obwohl am 5. September 1939 im Reich eine scharfe Strafverordnung gegen „vorsĂ€tzliche Ausnutzung der durch den Kriegsverlauf verursachten außergewöhnlichen VerhĂ€ltnisse“ erlassen worden war, begingen Angehörige der Wehrmacht massenhaft PlĂŒnderungen und auch einige Vergewaltigungen. FĂŒr Jochen Böhler war dies „zugleich Ausdruck einer tiefen Verachtung fĂŒr die slawische Bevölkerung und GleichgĂŒltigkeit gegenĂŒber dem Leiden, das man verursachte.“ [100]

Polen ermordeten nach Kriegsbeginn außerdem mindestens 5.437 Angehörige der deutschen Minderheit. [101] Die NS-Propaganda verzehnfachte diese Zahl und behauptete 58.000 deutsche Opfer. Darin eingeschlossen waren die beim „ Bromberger Blutsonntag“ am 3. September Ermordeten: Realistische SchĂ€tzungen reichen von 300 bis zu 1.500 deutschen Opfern. Als Vergeltung dafĂŒr ermordete die Einsatzgruppe IV zwischen dem 7. und 12. September in Bromberg nach Augenzeugenberichten 1.306 Polen – Geistliche, Juden, Frauen und Jugendliche. [102] Weitere Morde und Besatzungsverbrechen an zehntausenden Polen in Brombergs Umgebung wurden ebenfalls mit der polnischen Tat gerechtfertigt. [103]

Einige deutsche HeeresgenerĂ€le protestierten gegen die „Verwilderung“, und Kriegsgerichte leiteten einige Untersuchungsverfahren wegen Morden an Juden und Polen ein. Doch Hitler erklĂ€rte im September, er könne nicht mit „ Heilsarmee-Methoden“ Krieg fĂŒhren. Am 4. Oktober 1939 ließ er zusammen mit Keitel und Roland Freisler die Verfahren durch den Gnadenerlass nach dem Polenfeldzug einstellen und amnestierte die TĂ€ter. [104] [105]

Viele KriegstagebĂŒcher deutscher Soldaten berichten ĂŒber AktivitĂ€ten von „Banden“ und „ FreischĂ€rlern“, die deutsche Trossabteilungen ĂŒberfallen hĂ€tten. Dies waren jedoch oft versprengte regulĂ€re Einheiten der polnischen Armee, die schnell vorrĂŒckende Wehrmachteinheiten von ihren VerbĂ€nden abgeschnitten hatten. [106] Viele Morde an polnischen Zivilisten wurden als Teil von PartisanenbekĂ€mpfung ausgegeben.

Weitere Kriegsverbrechen im Sinne des damaligen Völkerrechts waren die Bombardements unverteidigter polnischer StĂ€dte. Laut britischen Zeitungsberichten und Angaben des polnischen InformationsbĂŒros in London soll die deutsche Luftwaffe am 3. September 1939 mit Giftgas gefĂŒllte Bomben auf die Warschauer Vorstadt abgeworfen haben. Opfer wurden nicht genannt. [107]

Deutsche Besatzungsherrschaft

Aufteilung Polens 1939 durch die Aggressoren Deutschland und die UdSSR

Am 8. Oktober teilten das Deutsche Reich und die Sowjetunion im Abkommen von Brest-Litowsk das polnische Gebiet durch eine Demarkationslinie unter sich auf. Die bis zu dieser Linie eroberten Gebiete Ost- und SĂŒdpolens wurden deutsches Generalgouvernement, die in Versailles 1919 aberkannten ehemaligen deutschen Ostgebiete und große Teile Mittelpolens wurden im Sinne der von Hitler angestrebten „Arrondierung“ annektiert. Damit war die sowjetische Seite einverstanden.

Mit der Abschaffung aller bestehenden polnischen Verwaltungsbehörden, Bezirksregierungen, politischen Organisationen und Errichtung neuer Verwaltungsbezirke, fĂŒr die Hitler dem OKH unterstellte Verwaltungschefs ernannte, löste das Besatzungsregime den Nationalstaat Polen komplett auf. Dabei ĂŒberließ es die Exekutive im Generalgouvernement formal der HeeresfĂŒhrung, deren Truppen sie sicherten. Faktisch aber war der Chef des Generalstabs fast nur mit der OperationsfĂŒhrung beschĂ€ftigt, wĂ€hrend die Verwaltung von Berlin aus, großenteils mit einfachen Verordnungen, gelenkt wurde. [108]

Die deutsche Besatzungspolitik zielte auf möglichst rasche „Germanisierung“. Etwa 200.000 Juden flohen vor den Deutschen in das sowjetisch besetzte Ostpolen, was deren Zahl dort von 1,2 auf 1,4 Millionen erhöhte. Bis Ende 1939 wurden etwa 90.000 Juden und Polen aus den annektierten Gebieten in das Generalgouvernement vertrieben, bis 1945 insgesamt 900.000. Die ĂŒbrigen Juden wurden im Holocaust ermordet. An ihrer Stelle wurden insgesamt etwa 400.000 Reichsdeutsche aus dem „ Altreich“ und 600.000 Volksdeutsche aus ganz Osteuropa im besetzten Polen angesiedelt. [109] Diese Gewaltmaßnahmen waren wiederum vielerorts von willkĂŒrlichen Massenerschießungen begleitet.

Exilregierung und polnischer Widerstand

Insgesamt flohen rund 140.000 polnische MilitĂ€rangehörige nach RumĂ€nien, Ungarn oder Litauen, wo sie jedoch auf deutschen Druck hin vielfach interniert wurden. In RumĂ€nien wurde die polnische Regierung nach ihrer Flucht am 17. September 1939 interniert. Daraufhin trat StaatsprĂ€sident Ignacy Moƛcicki zurĂŒck. Sein Amt ĂŒbernahm der im französischen Exil lebende WƂadysƂaw Raczkiewicz, der im Oktober eine polnische Exilregierung konstituierte. Der erste Sitz der Regierung war Paris, spĂ€ter Angers. Er ließ im folgenden Jahr eine Exilarmee aufstellen und in Paris einen Nationalrat anstelle des aufgelösten Sejm bilden. Vielen in Drittstaaten geflohenen Polen gelang es in der Folgezeit, weiter nach Frankreich zu fliehen und die neuen polnischen StreitkrĂ€fte zu verstĂ€rken. Diese Truppen nahmen im Verband mit alliierten Truppen an vielen wichtigen Operationen des Zweiten Weltkriegs teil.

Trotz der gegenteiligen Bitten von Roosevelt und Churchill erklĂ€rte Stalin am 25. April 1943 den Abbruch der Beziehungen zu den Exilpolen. Als provisorische Regierung Polens unterstĂŒtzte die Sowjetunion etwa ab Januar 1945 offen das in ihrem Machtbereich gegrĂŒndete Lubliner Komitee.

Infolge der brutalen deutschen UnterdrĂŒckungspolitik formte sich auch in Polen selbst ein breiter Widerstand gegen die deutsche Besatzungsmacht. Ein regelrechter „ Untergrundstaat“ wurde geschaffen, der mit geheim hergestellter Presse und einem konspirativen System fĂŒr höhere Bildung der rassistischen Besatzungspolitik der Deutschen entgegentrat. Die militĂ€rischen BemĂŒhungen des polnischen Widerstandes gipfelten 1944 unter der Ägide der Exilregierung im Versuch, die Hauptstadt Warschau noch vor den heranrĂŒckenden sowjetischen Truppen durch eigene KrĂ€fte zu befreien. Dieser letztlich erfolglose Warschauer Aufstand seit dem 1. August endete mit einem am 1. Oktober 1944 vereinbarten Waffenstillstand. Es folgte die Deportation der noch lebenden Zivilbevölkerung der Stadt, viele in Konzentrationslager, und die systematische Zerstörung Warschaus durch die Deutsche Wehrmacht.

Polnische StreitkrÀfte an der Seite der Roten Armee

Ein Teil der Kriegsgefangenen von 1939, die die sowjetischen Gulags ĂŒberlebten, bildete 1941 wĂ€hrend der zeitweiligen Zusammenarbeit mit Josef Stalin, die auf DrĂ€ngen Großbritanniens zustande kam, die Armee des Generals WƂadysƂaw Anders. Auf dem Umweg ĂŒber Persien und PalĂ€stina nahm diese Armee den Kampf gegen die Deutschen wieder auf. Sie wurde in Nordafrika und in Italien eingesetzt. Weitere Polen wurden ab 1943 in die von den Sowjets aufgestellte 1. Polnische Armee des Generals Zygmunt Berling integriert und kĂ€mpften ab 1944 an der Ostfront. SpĂ€ter folgte die Aufstellung einer 2. und 3. Polnischen Armee.

Der Überfall auf Polen und der NĂŒrnberger Prozess

Hintere Reihe von links: Karl Dönitz, Erich Raeder, Baldur von Schirach, Fritz Sauckel, Alfred Jodl, Franz von Papen, Arthur Seyß-Inquart, Albert Speer, Konstantin von Neurath, Hans Fritzsche. Vordere Reihe von links: Hermann Göring, Rudolf Heß, Joachim von Ribbentrop, Wilhelm Keitel, Ernst Kaltenbrunner, Alfred Rosenberg, Hans Frank, Wilhelm Frick, Julius Streicher, Walther Funk und Hjalmar Schacht.

Mit dem Überfall auf Polen hatte das Deutsche Reich nicht nur das I.  Haager Abkommen zur friedlichen Erledigung von StreitfĂ€llen und das III. Haager Abkommen ĂŒber den Beginn der Feindseligkeiten, beide vom 18. Oktober 1907, gebrochen, sondern auch den Schiedsvertrag, den es mit Polen am 16. Oktober 1925 in Locarno geschlossen hatte, sowie die NichtangriffserklĂ€rung vom 26. Januar 1934. Die deutsche Annexion der Freien Stadt Danzig verstieß gegen den Versailler Vertrag. Ferner mißachtete der deutsche Angriffskrieg den Briand-Kellogg-Pakt von 1928. [110]

Im NĂŒrnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vom 15. November 1945 bis zum 1. Oktober 1946 wurde der Überfall auf Polen wegen der Anklagepunkte 1) Verschwörung gegen den Weltfrieden und 2) Planung, Entfesselung und DurchfĂŒhrung eines Angriffskrieges berĂŒcksichtigt. Die Angeklagten Karl Dönitz (2), Wilhelm Frick (2), Walter Funk (2), Hermann Göring (1+2), Rudolf Heß (1+2), Alfred Jodl (1+2), Wilhelm Keitel (1+2), Konstantin von Neurath (1+2), Erich Raeder (1+2), Joachim von Ribbentrop (1+2), Alfred Rosenberg (1+2) und Arthur Seyß-Inquart (2) wurden verurteilt.

Die Verurteilung erfolgte aufgrund des totalen Bruchs des ius ad bellum gemĂ€ĂŸ Artikel 6a des Londoner Statuts vom 8. August 1945, wonach Planung und DurchfĂŒhrung eines Angriffskrieges Verbrechen gegen den Frieden darstellten. GegenĂŒber dem Einwand der Verteidigung, ein solches Urteil widerspreche dem Grundsatz „ nullum crimen sine lege“, [111] stellte das NĂŒrnberger Hauptkriegsverbrechertribunal fest:

„Zu behaupten, daß es ungerecht sei, jene zu strafen, die unter Verletzung von VertrĂ€gen und Versicherungen ihre Nachbarstaaten ohne Warnung angegriffen haben, ist klarerweise unrichtig, denn unter solchen UmstĂ€nden muß ja der Angreifer wissen, daß er Unrecht tut, und weit entfernt davon, daß es nicht ungerecht wĂ€re, ihn zu strafen, wĂ€re es vielmehr ungerecht, wenn man seine Freveltaten straffrei ließe. Angesichts der Stellung, die die Angeklagten in der Regierung Deutschlands einnahmen, mußten sie oder zumindest einige von ihnen Kenntnis der von Deutschland unterschriebenen VertrĂ€ge haben, in denen der Krieg als Mittel zur Beilegung internationaler Streitigkeiten fĂŒr ungesetzlich erklĂ€rt wurde; sie mußten gewußt haben, daß sie allem Völkerrecht zum Trotz handelten, als sie mit vollem Vorbedacht ihre auf Invasion und Angriff gerichteten Absichten ausfĂŒhrten.“ [111]

Zur Rezeption nach 1945

Im Januar 1946 verabschiedeten die neuen kommunistischen Machthaber ein Dekret mit dem Titel „Über die Verantwortung fĂŒr die Niederlage im September und die Faschisierung des staatlichen Lebens“. Dieses Dokument zeichnete fĂŒr etwa zehn Jahre die Hauptrichtung der kommunistischen „Erinnerungspolitik“ vor. „Der Grund fĂŒr die Niederlage im September“ sei „das verbrecherische Sanacja-Regime und das widerrechtliche Handeln seiner damaligen FĂŒhrer“ gewesen. Diese hĂ€tten „durch die SchwĂ€chung der materiellen und geistigen AbwehrkrĂ€fte der Nation“ die Ausbreitung des Faschismus gefördert und seien daher mitschuldig am Krieg. [112]

Martin Sabrow schrieb 2009, dass es „Tabus und Blindstellen“ im KriegsgedĂ€chtnis von Westdeutschland und Ostdeutschland gab:

„Im Westen blieben die von der Wehrmacht gedeckten und mit ihrer Beteiligung durchgefĂŒhrten Massenmorde hinter der Front im Osten und die Auslöschung der intellektuellen Eliten in Polen und Russland ĂŒber Jahrzehnte hinweg praktisch ausgeblendet, [
] auch der kommunistische Widerstand gegen Hitlers Herrschaft und die Beteiligung der deutschen Gesellschaft am nationalsozialistischen Zivilisationsbruch. [113]“

Siehe auch

Literatur

Vorgeschichte

  • Walther Hofer: Die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges. Lit Verlag, Wien [u. a.] 2007, ISBN 978-3-8258-0383-4 (basierend auf Hofers Buch Die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges. Eine Studie ĂŒber die internationalen Beziehungen im Sommer 1939. DVA 1954 bzw. auf seiner Habilitationsschrift Die europĂ€ischen MĂ€chte und der Ausbruch des zweiten Weltkrieges. FU Berlin, 1952).
  • Tomasz Lubienski: 1939. Noch war Polen nicht verloren. Edition.fotoTAPETA, Berlin 2010, ISBN 978-3-940524-08-9 (Originaltitel: 1939 Zaczelo sie we wrzesniu. Übersetzt von Antje Ritter-Jasinska.)
  • Erwin OberlĂ€nder (Hrsg.): Hitler-Stalin-Pakt. Das Ende Ostmitteleuropas? Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-596-24434-X.
  • Manfred Messerschmidt: Außenpolitik und Kriegsvorbereitungen. In: Wilhelm Deist, Manfred Messerschmidt, Hans-Erich Volkmann und Wolfram Wette: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Bd. 1: Ursachen und Voraussetzungen der deutschen Kriegspolitik, herausgegeben vom MilitĂ€rgeschichtlichen Forschungsamt, DVA, Stuttgart 1979, ISBN 3-421-01934-7.
  • Horst Rohde: Hitlers erster „Blitzkrieg“ und seine Auswirkungen auf Nordosteuropa. In: Klaus A. Maier, Horst Rohde, Bernd Stegemann, Hans Umbreit: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Bd. 2: Die Errichtung der Hegemonie auf dem europĂ€ischen Kontinent, herausgegeben vom MilitĂ€rgeschichtlichen Forschungsamt, DVA, Stuttgart 1979, ISBN 3-421-01935-5, S. 79–156. (zu Planungs- und Aufmarschphase, weniger Kampfhandlungen)
  • Herbert Schindler: Mosty und Dirschau 1939 – Zwei Handstreiche der Wehrmacht vor Beginn des Polenfeldzuges. Rombach, Freiburg 1971, ISBN 3-7930-0151-2. (zu zwei Kommandounternehmen vom 26. August 1939)
  • GĂŒnter Wollstein: Die Politik des nationalsozialistischen Deutschlands gegenĂŒber Polen 1933–1939/45. In: M. Funke (Hrsg.): Hitler, Deutschland und die MĂ€chte – Material zur Außenpolitik des Dritten Reichs. DĂŒsseldorf 1976.

Kriegsverlauf

  • Der Zweite Weltkrieg im Kartenbild. Bd. 1. Der Polenfeldzug. Ein Lageatlas der Operationsabteilung des Generalstabs des Heeres. Maßstab 1:3000000. Biblio-Verlag, 1989, ISBN 3-7648-1760-7.
  • Rolf Elble: Die Schlacht an der Bzura im September 1939 aus deutscher und polnischer Sicht. Freiburg 1975, ISBN 3-7930-0174-1. (zur Verschiedenheit der Heere und einer polnischen Operation)
  • Janusz PiekaƂkiewicz: Polenfeldzug. Hitler und Stalin zerschlagen die Polnische Republik. Augsburg 1998, ISBN 3-86047-907-5. (zur polnischen Sicht, mit vielen bislang unbekannten Bildern und Zeitdokumenten)
  • Bertil Stjernfelt, Klaus-Richard Böhme: Westerplatte 1939. Rombach, Freiburg 1978, ISBN 3-7930-0182-2. (Standardwerk)
  • Jochen Böhler: Der Überfall. Deutschlands Krieg gegen Polen. Eichborn, Frankfurt am Main 2009, ISBN 3-8218-5706-4.

Kriegspropaganda und Selbstdarstellung Hitlers

  • Wolfram Pyta: Hitler. Der KĂŒnstler als Politiker und Feldherr, Siedler, MĂŒnchen 2015.
  • Christoph Raichle: Hitler als Symbolpolitiker, Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2014.

Kriegsverbrechen

Folgen

  • Christoph Kleßmann (Hrsg.): September 1939. Krieg, Besetzung, Widerstand in Polen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1997, ISBN 3-525-33559-8.
  • John Mosier: The Blitzkrieg Myth: How Hitler and the Allies Misread the Strategic Realities of World War II. HarperCollins, 2004, ISBN 0-06-000977-2.
  • Jan T. Gross: Revolution from Abroad: The Soviet Conquest of Poland’s Western Ukraine and Western Belorussia. Princeton University Press 2002, ISBN 0-691-09603-1.

Filme

  • Alexander Hogh, Jean-Christoph Caron (Regie): Polen 39. Wie deutsche Soldaten zu Mördern wurden. TV-Dokumentation, Deutschland, 2019, 52 Min., ZDF [114]

Weblinks

  Commons: Polnischer Verteidigungskrieg 1939 â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Commons: Deutscher Einmarsch in Polen 1939 â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Polenfeldzug â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ a b Rolf-Dieter MĂŒller: Der Zweite Weltkrieg, 1939–1945. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch der deutschen Geschichte, Band 21, 10., völlig neu bearbeitete Auflage, Klett-Cotta, Stuttgart 2004, ISBN 3-608-60021-3, S. 69.
  2. ↑ MGFA (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Stuttgart 1979, Band 2, S. 133.
  3. ↑ Mark W. A. Axworthy: Axis Slovakia: Hitler’s Slavic Wedge, 1938–1945. Axis Europa Books, Bayside, NY 2002, ISBN 1-891227-41-6, S. 81.
  4. ↑ MGFA (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Stuttgart 1979, Band 2, S. 133.
  5. ↑ JĂŒrgen Heyde: Geschichte Polens. 3. Auflage, Beck, MĂŒnchen 2011, ISBN 978-3-406-50885-1, S. 92 f.
  6. ↑ Richard Blanke: Orphans of Versailles: The Germans in Western Poland 1918–1939. University of Kentucky Press, Lexington/KY 1993, ISBN 0-8131-1803-4, S. 21 f.
  7. ↑ Klaus Hildebrand: Das vergangene Reich. Deutsche Außenpolitik von Bismarck bis Hitler 1871–1945. (1995) Oldenbourg, MĂŒnchen 2008, ISBN 3-421-06691-4, S. 460–469.
  8. ↑ Klaus Hildebrand: Das vergangene Reich, MĂŒnchen 2008, S. 496.
  9. ↑ RĂŒdiger Wolfrum, Norbert J. Prill, Jens A. BrĂŒckner (Herausgeber): Handbuch Vereinte Nationen [Eine Veröffentlichung der Forschungsstelle der Deutschen Gesellschaft fĂŒr die Vereinten Nationen, Bonn] Walter de Gruyter Verlag, Berlin 2016, S. 131
  10. ↑ Hans-Ulrich Thamer: VerfĂŒhrung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Siedler, Berlin 1994, ISBN 3-256-83175-3, S. 124 ff.
  11. ↑ Rolf-Dieter MĂŒller: Der Feind steht im Osten. Hitlers geheime PlĂ€ne fĂŒr einen Krieg gegen die Sowjetunion im Jahr 1939. Ch. Links, Berlin 2011, ISBN 3-86153-617-X, S. 41 f.
  12. ↑ Klaus Hildebrand: Das vergangene Reich, MĂŒnchen 2008, S. 586–590, Zitat S. 589.
  13. ↑ Gottfried Schramm: Der Kurswechsel der deutschen Polenpolitik nach Hitlers Machtergreifung. In: Roland G. Foerster (Hrsg.): „Unternehmen Barbarossa“ – Zum historischen Ort der deutsch-sowjetischen Beziehungen von 1933 bis Herbst 1941. (1993) De Gruyter/Oldenbourg, MĂŒnchen 2015, ISBN 3-486-55979-6, S. 27.
  14. ↑ Gerhard L. Weinberg: Hitler’s Foreign Policy 1933–1939. The Road to World War II. Enigma, New York 2010, ISBN 1-929631-91-X, S. 55.
  15. ↑ Siehe Rolf-Dieter MĂŒller: Der Feind steht im Osten. Hitlers geheime PlĂ€ne fĂŒr einen Krieg gegen die Sowjetunion im Jahr 1939. Ch. Links, Berlin 2011, S. 47 mit Bezug auf Karina Pryt: Befohlene Freundschaft. Die deutsch-polnischen Kulturbeziehungen 1934–1939. Fibre, OsnabrĂŒck 2010, ISBN 3-938400-53-6.
  16. ↑ Beate Kosmala: Artikel „Polen“. In: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Heiß (Hrsg.): EnzyklopĂ€die des Nationalsozialismus. Stuttgart 1997, S. 642 f.
  17. ↑ Jörg K. Hoensch: Der Hitler-Stalin-Pakt und Polen. In: Erwin OberlĂ€nder (Hrsg.): Hitler-Stalin-Pakt. Das Ende Ostmitteleuropas?, Fischer, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-596-24434-X, S. 46 f.
  18. ↑ Jörg K. Hoensch: Der Hitler-Stalin-Pakt und Polen. In: Erwin OberlĂ€nder (Hrsg.): Hitler-Stalin-Pakt, Frankfurt am Main 1990, S. 45–47.
  19. ↑ Klaus Hildebrand: Das vergangene Reich, Stuttgart 1996, S. 678 f.
  20. ↑ Vgl. StanisƂaw Mackiewicz: O jedenastej – powiada aktor – sztuka jest skoƄczona. Polityka Józefa Becka. London 1942, S. 258–259; Piotr Zychowicz: Pakt Ribbentrop-Beck. Historia, PoznaƄ 2012, ISBN 83-7510-921-5, S. 51–53.
  21. ↑ Jean-Baptiste Duroselle: La dĂ©cadence (1932–1939), Imprimerie nationale, Paris 1979, S. 460.
  22. ↑ Richard Overy: Die letzten zehn Tage. Europa am Vorabend des Zweiten Weltkriegs. MĂŒnchen 2009, S. 18 f.
  23. ↑ Horst Rohde: Hitlers erster „Blitzkrieg“ und seine Auswirkungen auf Nordosteuropa. In: Klaus A. Maier, Horst Rohde, Bernd Stegemann, Hans Umbreit: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Band 2: Die Errichtung der Hegemonie auf dem europĂ€ischen Kontinent. MilitĂ€rgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.), Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1979, ISBN 3-421-01935-5, S. 82.
  24. ↑ Richard Overy: Die letzten zehn Tage. Europa am Vorabend des Zweiten Weltkriegs – 24. August bis 3. September 1939. Random House, 2009, ISBN 3-641-03298-9, S. 8.
  25. ↑ Jean-Baptiste Duroselle: Politique Ă©trangĂšre de la France. La dĂ©cadence 1932–1939. Seuil, Paris 1979, ISBN 2-02-006347-6, S. 428–435.
  26. ↑ Winfried Baumgart: Zur Ansprache Hitlers vor den FĂŒhrern der Wehrmacht am 22. August 1939. Eine quellenkritische Untersuchung. In: Vierteljahrshefte fĂŒr Zeitgeschichte. Band 16, 1968, Heft 2, S. 120–149; Zitate S. 133 und 145 (PDF).
  27. ↑ Donald Cameron Watt: How War Came. The Immediate Origins of the Second World War, 1938–1939. Pantheon Books, New York 1989, S. 463 f.
  28. ↑ Donald Cameron Watt: How War Came. The Immediate Origins of the Second World War, 1938–1939. Pantheon Books, New York 1989, S. 466 f.
  29. ↑ Donald Cameron Watt: How War Came. The Immediate Origins of the Second World War, 1938–1939. Pantheon Books, New York 1989, S. 479.
  30. ↑ Donald Cameron Watt: How War Came. The Immediate Origins of the Second World War, 1938–1939. Pantheon Books, New York 1989, S. 494 f.
  31. ↑ Donald Cameron Watt: How War Came. The Immediate Origins of the Second World War, 1938–1939. Pantheon Books, New York 1989, S. 502–516.
  32. ↑ Donald Cameron Watt: How War Came. The Immediate Origins of the Second World War, 1938–1939. Pantheon Books, New York 1989, S. 518–526.
  33. ↑ Walther Hofer: Die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges. Darstellung und Dokumente. (1955) Droste, DĂŒsseldorf 1984, ISBN 3-7700-0907-X, S. 95–103.
  34. ↑ Mario R. Dederichs: Heydrich: The Face of Evil. Casemate Publishers, 2009, ISBN 1-935149-12-1, S. 89.
  35. ↑ Jochen Böhler: Einleitung. In: Adolf Hitler, ErklĂ€rung der Reichsregierung vor dem Deutschen Reichstag, 1. September 1939. In: 100(0) SchlĂŒsseldokumente zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert.
  36. ↑ Thomas Kees: „Polnische Greuel“ – Der Propagandafeldzug des Dritten Reiches gegen Polen. Diplomarbeit, UniversitĂ€t Saarland, MĂ€rz 1994 (PDF; 912 kB).
  37. ↑ Christian Hartmann: Halder: Generalstabschef Hitlers 1938–1942. Ferdinand Schöningh, Paderborn 1991, ISBN 3-506-77484-0, S. 128.
  38. ↑ Cajus Bekker: Angriffshöhe 4000: Ein Kriegstagebuch der deutschen Luftwaffe. Pavillon, 2003, ISBN 3-453-87098-0, S. 14.
  39. ↑ Der II. Weltkrieg – Schritt ĂŒber die Grenzen. Zeitgeschichte in Wort, Bild und Ton – 1938–1941. Verlag fĂŒr Geschichtliche Dokumentation, 1989, ISBN 3-88199-536-6, S. 106 f.
  40. ↑ Herbert Schindler: Mosty und Dirschau 1939 – Zwei Handstreiche der Wehrmacht vor Beginn des Polenfeldzuges. (1971) Rombach, Freiburg 2001, ISBN 3-7930-0151-2, S. 25–29.
  41. ↑ Horst Rhode: Hitlers erster „Blitzkrieg“ und seine Auswirkungen auf Nordosteuropa. In: Klaus A. Maier, Horst Rhode, Bernd Stegemann, Hans Umbreit: Die Errichtung der Hegemonie auf dem europĂ€ischen Kontinent. DVA, Stuttgart 1979, S. 79–156, hier: Der polnische Operations- und Aufmarschplan, S. 104–110 (MilitĂ€rgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg Band 2).
  42. ↑ Hermann Graml: Europas Weg in den Krieg. Hitler und die MĂ€chte 1939. Oldenbourg, MĂŒnchen 1990, S. 184–186, Zitat S. 185.
  43. ↑ Horst Rhode: Hitlers erster „Blitzkrieg“ und seine Auswirkungen auf Nordosteuropa. In: Klaus A. Maier, Horst Rhode, Bernd Stegemann, Hans Umbreit: Die Errichtung der Hegemonie auf dem europĂ€ischen Kontinent. DVA, Stuttgart 1979, S. 79–156, hier: Der polnische Operations- und Aufmarschplan, S. 108 f.
  44. ↑ Hermann Graml: Europas Weg in den Krieg. Hitler und die MĂ€chte 1939. Oldenbourg, MĂŒnchen 1990, S. 188.
  45. ↑ Hermann Graml: Europas Weg in den Krieg. Hitler und die MĂ€chte 1939. Oldenbourg, MĂŒnchen 1990, S. 187.
  46. ↑ a b Horst Rhode: Hitlers erster „Blitzkrieg“ und seine Auswirkungen auf Nordosteuropa. In: Klaus A. Maier, Horst Rhode, Bernd Stegemann, Hans Umbreit: Die Errichtung der Hegemonie auf dem europĂ€ischen Kontinent. DVA, Stuttgart 1979, S. 79–156, hier: Der polnische Operations- und Aufmarschplan, S. 104–107.
  47. ↑ Horst Rhode: Hitlers erster „Blitzkrieg“ und seine Auswirkungen auf Nordosteuropa. In: Klaus A. Maier, Horst Rhode, Bernd Stegemann, Hans Umbreit: Die Errichtung der Hegemonie auf dem europĂ€ischen Kontinent. DVA, Stuttgart 1979, S. 79–156, hier: Der polnische Operations- und Aufmarschplan, S. 107.
  48. ↑ Horst Rhode: Hitlers erster „Blitzkrieg“ und seine Auswirkungen auf Nordosteuropa. In: Klaus A. Maier, Horst Rhode, Bernd Stegemann, Hans Umbreit: Die Errichtung der Hegemonie auf dem europĂ€ischen Kontinent. DVA, Stuttgart 1979, S. 79–156, hier: Der polnische Operations- und Aufmarschplan, S. 109 f.
  49. ↑ Horst Rhode: Hitlers erster „Blitzkrieg“ und seine Auswirkungen auf Nordosteuropa. In: Klaus A. Maier, Horst Rhode, Bernd Stegemann, Hans Umbreit: Die Errichtung der Hegemonie auf dem europĂ€ischen Kontinent. DVA, Stuttgart 1979, S. 79–156, hier: Der polnische Operations- und Aufmarschplan, S. 110.
  50. ↑ Weisung des Obersten Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler fĂŒr den Angriff auf Polen („Fall Weiß“) vom 31. August 1939, in: documentArchiv.de (Hrsg.)
  51. ↑ Thomas Urban: Polen: Portrait eines Nachbarn, C.H. Beck (Beck’sche Reihe Band 6043), 2012, ISBN 3-406-63326-9, S. 14 f.
  52. ↑ Agnieszka Hreczuk: Weltkriegsbeginn: „Flugzeuge, Papa, Flugzeuge!“, Der Tagesspiegel, 30. August 2009.
  53. ↑ Jens Mattern, Hans Michael Kloth: Kriegsbeginn 1939: Stukas ĂŒber Wielun, einestages, 26. August 2009.
  54. ↑ Jochen Böhler: Die Zerstörung der Nachbarschaft – Die AnfĂ€nge des Vernichtungskrieges in Polen 1939. In: Mike Schmeitzner, Katarzyna StokƂosa: Partner oder Kontrahenten? Deutsch-polnische Nachbarschaft im Jahrhundert der Diktaturen. Mittel- und Ostmitteleuropastudien Bd. 8, Lit Verlag, Berlin 2008, ISBN 3-8258-1254-5, S. 82 f.
  55. ↑ Joachim Trenkner: Zweiter Weltkrieg: Ziel vernichtet, Die Zeit 07/2003.
  56. ↑ Chr. Zentner: Der Zweite Weltkrieg 1939–1945: Der Feldzug in Polen. In: Der Zweite Weltkrieg – Daten, Fakten, Kommentare. 3. Auflage 2003, S. 27.
  57. ↑ Zit. nach Ian Kershaw: Hitler 1936–1945 (= Hitler; Bd. 2), Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2000 S. 313; vgl. auch Adolf Hitler, ErklĂ€rung der Reichsregierung vor dem Deutschen Reichstag, 1. September 1939 auf 1000dokumente.de.
    Laut Hans-Erich Volkmann gab es 1939 keinen Zeitunterschied zwischen Polen und Deutschland, da hier wie dort die Sommerzeit erst am 1. April 1940 eingefĂŒhrt worden sei und der Krieg somit nach deutscher wie nach polnischer Zeitrechnung um 4:45 Uhr begann: Hitlers Zeitangabe sei ein Versprecher. (H.-E. Volkmann: Wolfram von Richthofen, die Zerstörung WieluƄs und das Kriegsvölkerrecht. In: MilitĂ€rgeschichtliche Zeitschrift 70 (2011), Heft 2, S. 287–328, hier S. 288 f.)
  58. ↑ a b Bernd JĂŒrgen Wendt: Deutschlands Weg in den Zweiten Weltkrieg. In: Clemens Vollnhals (Hrsg.): Wehrmacht – Verbrechen – Widerstand. – Vier BeitrĂ€ge zum nationalsozialistischen Weltanschauungskrieg. 2003, S. 9–26, S. 9.
  59. ↑ Wilfried Loth: Geschichte Ftankreichs im 20. Jahrhundert, Frankfurt 1992, ISBN 3-596-10860-8, S. 107.
  60. ↑ Jan Tomasz Gross: Die Sowjetisierung Ostpolens 1939–1941. In: Bernd Wegner (Hrsg.): Zwei Wege nach Moskau. Vom Hitler-Stalin-Pakt bis zum Unternehmen Barbarossa. Piper, MĂŒnchen/ZĂŒrich 1991, S. 56.
  61. ↑ Hellmuth G. Dahms: Deutsche Geschichte: Der Zweite Weltkrieg. Ullstein, Frankfurt am Main/Berlin 1966, S. 37.
  62. ↑ Ingeborg Fleischhauer: Diplomatischer Widerstand gegen »Unternehmen Barbarossa«. Die FriedensbemĂŒhungen der Deutschen Botschaft Moskau 1939–1941. Ullstein, Berlin 1991, S. 36; Walther Hofer: Die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges. Darstellung und Dokumente. Lit Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-8258-0383-4, Abschnitt „Der Abschluss des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes und Geheimabkommens – Drahtbericht des deutschen Botschafters in der Sowjetunion an das AuswĂ€rtige Amt in Berlin vom 10. September 1939“, S. 157.
  63. ↑ Hans-Heinrich Nolte: Kleine Geschichte Rußlands, Stuttgart 1998, ISBN 3-15-009696-0, S. 249
  64. ↑ GĂŒnther Stökl: Russische Geschichte. Von den AnfĂ€ngen bis zur Gegenwart (=  Kröners Taschenausgabe, Bd. 244). 5., erweiterte Auflage, Kröner, Stuttgart 1990, ISBN 3-520-24405-5, S. 748.
  65. ↑ Jan Tomasz Gross: Die Sowjetisierung Ostpolens 1939–1941. In: Bernd Wegner (Hrsg.): Zwei Wege nach Moskau. Vom Hitler-Stalin-Pakt bis zum Unternehmen Barbarossa. Piper, MĂŒnchen/ZĂŒrich 1991, S. 59 f.
  66. ↑ Klaus A. Maier, Horst Rohde, Bernd Stegemann u. a.: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 2, DVA, Stuttgart, S. 131.
  67. ↑ GĂŒnther Stökl: Russische Geschichte. Von den AnfĂ€ngen bis zur Gegenwart, 5., erweiterte Auflage, Kröner, Stuttgart 1990, S. 749.
  68. ↑ Williamson Murray: The Luftwaffe Against Poland and the West. In: Benjamin Franklin Cooling (Hrsg.): Case Studies in the Achievement of Air Superiority. United States Center of Air Force History, 1994, S. 77.
  69. ↑ Ernst Stilla: Die Luftwaffe im Kampf um die Luftherrschaft. Entscheidende EinflussgrĂ¶ĂŸen bei der Niederlage der Luftwaffe im Abwehrkampf im Westen und ĂŒber Deutschland im Zweiten Weltkrieg unter besonderer BerĂŒcksichtigung der Faktoren „LuftrĂŒstung“, „Forschung und Entwicklung“ und „Human Ressourcen“. Diss., Univ. Bonn, 2005 (hier: S. 71 u. Fn. 312).
  70. ↑ Michael Alfred Peszke: Poland’s Military Aviation, September 1939. It Never Had a Chance. In: Robin Higham u. Stephen J. Harris (Hrsg.): Why Air Forces Fail. The Anatomy of Defeat. The Univ. Press of Kentucky, Lexington 2006, S. 13–39, hier S. 30.
  71. ↑ Ernst Stilla: Die Luftwaffe im Kampf um die Luftherrschaft. Entscheidende EinflussgrĂ¶ĂŸen bei der Niederlage der Luftwaffe im Abwehrkampf im Westen und ĂŒber Deutschland im Zweiten Weltkrieg unter besonderer BerĂŒcksichtigung der Faktoren „LuftrĂŒstung“, „Forschung und Entwicklung“ und „Human Ressourcen“. Diss., Univ. Bonn, 2005 (hier: S. 71 u. Fn. 313).
  72. ↑ Michael Alfred Peszke: Poland’s Military Aviation, September 1939. It Never Had a Chance. In: Robin Higham u. Stephen J. Harris (Hrsg.): Why Air Forces Fail. The Anatomy of Defeat. The Univ. Press of Kentucky, Lexington 2006, S. 13–39, hier S. 30–33.
  73. ↑ Christoph Raichle: Hitler als Symbolpolitiker. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2014, S. 177-85.
  74. ↑ Christoph Raichle: Hitler als Symbolpolitiker. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2014, S. 185-95.
  75. ↑ Christoph Raichle: Hitler als Symbolpolitiker. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2014, S. 159–173.
  76. ↑ Christoph Raichle: Hitler als Symbolpolitiker. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2014, S. 203–206.
  77. ↑ Wolfram Pyta: Hitler. Der KĂŒnstler als Politiker und Feldherr – Eine Herrschaftsanalyse. Siedler, MĂŒnchen 2015, ISBN 978-3-8275-0058-8, S. 274 f.
  78. ↑ Christoph Raichle: Hitler als Symbolpolitiker. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2014, S. 173 f.
  79. ↑ Rolf-Dieter MĂŒller: Der Zweite Weltkrieg, 1939–1945. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch der deutschen Geschichte, Band 21, Klett-Cotta, Stuttgart 2004, S. 69 (dort die niedrige Zahlenangabe von 66.300 Toten); Thomas Bertram: Polenfeldzug. In: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß (Hrsg.): EnzyklopĂ€die des Nationalsozialismus. Stuttgart 1997, S. 646 (dort die Angabe von 100.000 Gefallenen).
  80. ↑ a b Christoph Studt: Das Dritte Reich in Daten. Beck, MĂŒnchen 2002, ISBN 978-3-406-47635-8, S. 115.
  81. ↑ RĂŒdiger Overmans: Die Kriegsgefangenenpolitik des Deutschen Reiches 1939 bis 1945. In: MilitĂ€rgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.) Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg Band 9/2. MĂŒnchen 2005, S. 743 f.
  82. ↑ Cajus Bekker: Angriffshöhe 4000. 2003, S. 64; nach Zusammenstellung des GenQm Ob.d.L vom 5. Oktober 1939.
  83. ↑ RĂŒdiger Overmans: Deutsche militĂ€rische Verluste im Zweiten Weltkrieg. 3. Auflage, Oldenbourg, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-486-20028-3, S. 53 f.
  84. ↑ Norman Davies: Im Herzen Europas. Geschichte Polens. 4. durchgesehene Auflage, Beck, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-406-46709-1, S. 60.
  85. ↑ Heinz Frieser: Blitzkrieg-Legende – Der Westfeldzug 1940. In: MilitĂ€rgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Operationen des Zweiten Weltkrieges Band 2. Oldenbourg, MĂŒnchen 1995, S. 27.
  86. ↑ Michael Alfred Peszke: Poland’s Military Aviation, September 1939. It Never Had a Chance. In: Robin Higham u. Stephen J. Harris (Hrsg.): Why Air Forces Fail. The Anatomy of Defeat. The Univ. Press of Kentucky, Lexington 2006, S. 13–39, hier S. 33.
  87. ↑ Steven D Mercatante: Why Germany Nearly Won: A New History of the Second World War in Europe. ABC-CLIO, Santa Barbara 2012, S. 33.
  88. ↑ Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933–1945. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003, ISBN 3-534-15158-5, S. 49.
  89. ↑ Dieter Pohl: Holocaust. Herder, Freiburg im Breisgau 2000, S. 36.
  90. ↑ Elke Heckert, Ludwig Nestler, Werner Röhr, Wolfgang Schumann (Hrsg.): Nacht ĂŒber Europa. Die Okkupationspolitik des deutschen Faschismus (1938–1945) Band 2: Die faschistische Okkupationspolitik in Polen (1939–1945). Pahl-Rugenstein, Köln 1989, ISBN 3-89144-292-0, S. 346 ff.
  91. ↑ Mark Mazower, Martin Richter: Hitlers Imperium. Europa unter der Herrschaft des Nationalsozialismus. Beck, MĂŒnchen 2009, ISBN 3-406-59271-6, S. 71.
  92. ↑ Timothy Snyder: Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin. 4. Auflage, Beck, MĂŒnchen 2011, ISBN 3-406-62184-8, S. 136–138.
  93. ↑ Mark Mazower, Martin Richter: Hitlers Imperium. MĂŒnchen 2009, S. 75–81.
  94. ↑ Richard C. Lukas: The Forgotten Holocaust – The Poles under German Occupation 1939–1944. New York 1997, S. 3.
  95. ↑ Jochen Böhler: Auftakt zum Vernichtungskrieg. Frankfurt am Main 2006, S. 241.
  96. ↑ Jochen Böhler: Auftakt zum Vernichtungskrieg. Frankfurt am Main 2006, S. 176 f.
  97. ↑ Shmuel Krakowski: The Fate of Jewish Prisoners of War in the September 1939 Campaign (PDF), Yad Vashem, abgerufen am 26. September 2016, S. 4.
  98. ↑ Timothy Snyder: Leben und Sterben der Juden in Wolhynien. In: Osteuropa. Band 57, 2007, Nr. 4, S. 123–142, hier S. 130.
  99. ↑ Christian Hartmann, Johannes HĂŒrter, Dieter Pohl, Andreas Toppe: Wehrmacht in der nationalsozialistischen Diktatur. Ein Forschungsprojekt des Instituts fĂŒr Zeitgeschichte ( Memento vom 3. Februar 2009 im Internet Archive). In: AHF MĂŒnchen, Jahrbuch 2000.
  100. ↑ Jochen Böhler: Auftakt zum Vernichtungskrieg. Frankfurt am Main 2006, S. 186.
  101. ↑ JĂŒrgen Runtzheimer: Bromberger Blutsonntag. In: Wolfgang Benz: Legenden, LĂŒgen, Vorurteile. Deutscher Taschenbuchverlag 1992, ISBN 3-423-03295-2, S. 47 ff.
  102. ↑ Dorothee Weitbrecht: ErmĂ€chtigung zur Vernichtung – Die Einsatzgruppen in Polen im Herbst 1939. In: Klaus-Michael Mallmann, Bogdan MusiaƂ (Hrsg.): Genesis des Genozids. Polen 1939–1941. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004, ISBN 3-534-18096-8, S. 61.
  103. ↑ Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933–1945. Darmstadt 1993, S. 49.
  104. ↑ Martin Moll: „FĂŒhrer-Erlasse“ 1939–1945. Franz Steiner, 1997, ISBN 3-515-06873-2, S. 100.
  105. ↑ Andreas Toppe: MilitĂ€r und Kriegsvölkerrecht. Oldenbourg, 2008, ISBN 978-3-486-58206-2, S. 347.
  106. ↑ Jochen Böhler: „Tragische Verstrickung“ oder Auftakt zum Vernichtungskrieg? Die Wehrmacht in Polen 1939. In: Klaus-Michael Mallmann, Bogdan MusiaƂ (Hrsg.): Genesis des Genozids. Polen 1939–1941. Darmstadt 2004, S. 48 f.
  107. ↑ Stockholm International Peace Research Institute (Hrsg.): The Problem of Chemical and Biological Warfare. Band 1, Stockholm/New York 1971, S. 153 f. und Fn. 375 ff.
  108. ↑ Hans Umbreit: Die Verantwortlichkeit der Wehrmacht als Okkupationsarmee. In: Rolf-Dieter MĂŒller, Hans-Erich Volkmann (Hrsg.): Die Wehrmacht. Mythos und RealitĂ€t. MĂŒnchen 1999, ISBN 3-486-56383-1, S. 747 ff.
  109. ↑ Israel Gutman (Hrsg.): EnzyklopĂ€die des Holocaust. MĂŒnchen/ZĂŒrich 1998, S. 1125.
  110. ↑ Andreas Toppe: MilitĂ€r und Kriegsvölkerrecht. Rechtsnorm, Fachdiskurs und Kriegspraxis in Deutschland 1899–1940. Oldenbourg, MĂŒnchen 2008, S. 58.
  111. ↑ a b Andreas Toppe: MilitĂ€r und Kriegsvölkerrecht. Rechtsnorm, Fachdiskurs und Kriegspraxis in Deutschland 1899–1940. Oldenbourg, MĂŒnchen 2008, S. 60.
  112. ↑ Jerzy Kochanowski: Der Kriegsbeginn in der polnischen Erinnerung. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 36–37/2009, S. 6–13; hier S. 8. Kochanowski nennt in Fn. 8 als Quelle ProtokoƂy posiedzenÂŽ Prezydium Krajowej RadyNarodowej 1944–1947 [Sitzungsprotokolle des PrĂ€sidiums des Landesnationalrats], herausgegeben von Jerzy Kochanowski, Warschau 1995, S. 180.
  113. ↑ Martin Sabrow: Den Zweiten Weltkrieg erinnern. In: APuZ 36-37/2009, S. 14–20.
  114. ↑ arte.tv/de – Videos, Mediathek; Erstausstrahlung Sept. 2019 bei arte.tv.